Südwalserdeutsch

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Chaarde vù 1881 mid dr italienische Walsergmaine. Salei, Aager ùn s schwyzerisch Gurin sin nid yyzaichnet.

S Siidwalserisch isch e Uusdrùg fir di hegschdalemanische Dialäkt, wù in dr Walsergmaine z Italie ùn im Tessin gschwäzd wääre.

Im Piemont
Im Augschtal (dt. Aostatal)
Im Tessin
  • Gurin (ital. Bosco-Gurin)

Uusgschdoorbe sin midlerwyyli d Walserdialäkt vù:

  • Arimmu (ital. Rima): syd dr 1970er Joor nùme no im Sùmer bewoond
  • Salei (ital. Salecchio): vù dr ledschde Yywooner ane 1964 verloo

Weenig wais mer iber d Walserdialäkt vù

  • Aager (ital. Agaro): ane 1937 im Schdausee (Lago di Agaro) versùngge.
  • Goabi (ital. Gaby): Bis ane 1950 hed s im Ordsdail Niel no Lyd gee, wù Walsertitsch hän chene.
  • Urnafasch (ital. Ornovasso): 1963 isch dr ledschd Walsertitsch-Schbrächer gschdoorbe.

Uuser e baar Fluurnäme isch nyd me iibrig bliibe vù dr Walserdialäkt vù:

  • Opsu (ital. Ausone): nimi bewoond
  • Rifu (ital. Riva Valdobbia): romanisierd

Fir s Phonogramm-Archiv vù dr Universität Züri hed dr Wilhelm Doegen im Oktober ane 1929 Tonbandùfnaame vù verschiidene Siidwalser Dialäkt gmachd. Die Ùfnaame sin voorberaided woore vùm Fritz Gysling ùn em Rudolf Hotzenköcherle ùn sin vùn ene ane 1952 verefendligd woore.

Dr Paul Zinsli hed d Fluurnäme vù dr Siidwalser Gmaine ùfgnùù ùn die Samlig derno ane 1984 in syym Buech „Südwalser Namengut“ verefendligd.

Vù dr Siidwalser Gmaine, wù in dr 50er Joor no ne lääbige Dialäkt ghaa hän, hän dr Fritz Gysling ùn dr Rudolf Hotzenköcherle zwische 1951 ùn 1955 Ùfnaame fir dr Schwyzer Schbroochatlas gmachd (Arrimmu: IT 5. Eischeme: IT 1. Greschonei: IT 2. Gurin: TI 1. Im Land: IT 3. Makanaa: IT 4. Pumatt: IT 8. Remmallju: IT 6. Salei: IT 7). Vù Aager ùn vù Niel (Goabi) sin kaini me gmachd woore.

Monografye zù ainzelne Ortsmundaarte gits vùm Marco Bauen fir Remmallju, vù dr Gertrud Frei fir Salei, vù dr Emily Gerstner-Hirzel ùn vùm Charles V. J. Russ fir Gurin, vùm Giovanni Giordani fir Im Land, vùm Max Waibel fir Makanaa und vùm Peter Zürrer fir Greschonei ùn Eischeme. Drzue cheme wyteri Spezialùndersuechige ùn e ganzi Raie Wèèrderbiecher.

Merkmool vù dr Siidwalser Dialäkt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Typisch fir d Siidwalser Dialäkt sin noch em Rudolf Hotzenköcherle drèi Mèèrgmool:

  1. Konservativi Merkmool, wù nùme no doo voorcheme
  2. Nèierige, wù sùnschd niene voorcheme
  3. Schdaarchi Yyflis us em Romanisch

Dooderbyy chaa mer ùnderschaide zwische hegschdalemannische, walserische ùn siidwalserische Mèèrgmool.

Hegschtalemannischi Mèèrgmool[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Konservativi Mèèrgmool im Hegschtalemannisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dänggmool ùf Greschoneititsch an dr Chilchemuure vù Greschunei Oberteil (La-Trinité)
Walser Hus z Im Land – „Wïtte mu hed aswenn glebed im Land“
1. Mhd. â

Mhd. â isch in dr maischde hegschdalemannische Dialäkt nid verdùmbfd – in dr Siidwalser Dialäkt aber nùmme im Pumatt ùn z Aager nid ùn z Salei nùmme lyychd.

Aager Braachùt (dt. Brachmonat, Juni)
Pumatt Jaar (dt. Jahr)
Salei Jaar (dt. Jahr)

Z Arrimmu, z Gurin, z Makanaa, z Remmallju ùn Im Land isch mhd. â dergeege verdùmbfd.

Arrimmu Jòòr (dt. Jahr)
Gurin Jòòr (dt. Jahr)
Im Land Joor (dt. Jahr)
Makanaa Jààr (dt. Jahr)
Remmallju Jòòr (dt. Jahr)

Z Greschonei ùn z Eischeme isch mhd. â diphthongiert. Die Diphthongierig isch au z Goabi gängig gsii (vgl. Name!).

Eischeme Oabe (dt. Abend), goan (dt. gehen)
Greschonei Oabe (dt. Abend), bloase (dt. blasen), Joar (dt. Jahr)
2. Mhd. î, iu, û im Uuslud ùn im Hiatus

In dr hegschdalemanische Dialäkt sin mhd. î, iu, û im Hiatus ùn im Uuslud in Wèèrder wie mhd. drî, frî, snîen, gehîen, srîen, sû, bûwen, niuw, niuwe (dt. drei, frei, schneien, fallen, Sau, bauen, neu, neue) as Monophthong erhalde, derwyylschd si in andere alemannische Dialäkt diphthongierd sin. User z Eischeme, wù ali mhd. Langvokal diphtongierd sin, ùn z Rimmu sin si in dr Südwalser Gmaine zem greeschde Dail as Monophthong erhalde.

Aager driia (dt. drei), schniia (dt. schneien)
Greschonei drii (dt. drei), schnuuä (dt. schneien), ghiiä (dt. fallen), schriiä (dt. schreien), buuä (dt. bauen), nuu (dt. neu), nuue (dt. neue).
Gurin schniia (dt. schneien), büwä (dt. bauen), niwe (dt. neue).
Im Land schnüwe (dt. schneien), khie (dt. fallen), schraju (dt. schreien), buwwa (dt. bauen), nüwe (dt. neue), drii (dt. drei)
Makanaa schniia (dt. schneien), khiie (dt. fallen, werfen), schriie (dt. schreien), büwe (dt. bauen), niiw (dt. neu), nuuwe (dt. neue), drii (dt. drei), frii (dt. frei)
Pumatt schniia (dt. schneien), khiia (dt. fallen), schriia (dt. schreien), büwa (dt. bauen), niwe (dt. neue), drii (dt. drei), (dt. Sau)
Remmallju schnuwu (dt. schneien), schreju (dt. schreien), nuwe/noue (dt. neue)
Salei schniiä (dt. schneien), khiiä (dt. fallen), buuä (dt. bauen), niiw (dt. neu), niwe (dt. neue)

aber: Arrimmu: schneuwa (dt. schneien), khaja (dt. fallen), schreja (dt. schreien), bouwa (dt. bauen), nouwe (dt. neue). Eischeme: schnouwe (dt. schneien), gheije (dt. fallen), schreijä (dt. schreien), bouwe (dt. bauen), naue (dt. neue).

3. Enklitischs -ru

Ahd. iro (Gen. Pl., dt. „ihrer“) erschyynd enklitisch as -ru.

Arrimmu Ich wilju rùn auch iich. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Eischeme Ich wil ru auch. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Greschonei Ich hän mu ru gseit. (dt. Ich habe ihm ihrer gesagt, hier: Schimpfwörter.).
Im Land Ich wil rù auch. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Makanaa Wir hen t rù ou zwìe. (dt. Wir haben auch zwei von ihnen.).
Pumatt Wir sin rù wenig in der Familiu gsi. (dt. Wir waren wenige in der Familie.).
Remmallju Ès hèd ru nit. (dt. Es hat keine von ihnen.).
Salei Ich hän d rù nit. (dt. Ich habe keine von ihnen.)
4. Adjektiv in prädikativer Schdelig

Adjektiv wääre au in ere prädikative Schdelig dekliniert.

Aager Am Morgè chùnt ds Tòòtè gnùùt ùn ùùfpùnnès ùf zwèi Lattelti Lattelti ùn esòò chùnt s träges bis Bätsch.
Arrimmu Der Heer escht tauba. (dt. Der Pfarrer ist nicht gescheit.), Äs escht noch ds jongs. (Es ist noch jung.)
Eischeme Dan Baum ischt hübschi. (dt. Der Baum ist schön.), Ds Bet ischt woarms. (dt. Das Bett ist warm.)
Greschonei Der Ettru isch liebe. (dt. Der Onkel ist lieb), D Muema isch liebi. (dt. Die Tante ist lieb), Ds Techterli isch liebs. (dt. Die Tochter ist lieb), D Ettrunga sin liebi. (dt. Die Onkel sind lieb), De Techterlene sin liebi. (dt. Die Töchter sind lieb), D Mueme sin liebi. (dt. Die Tanten sind lieb.)
Gurin Der Wolf hät gmeint, der Fuks siigi rotä va Blüät. (dt. Der Wolf meinte, der Fuchs sei rot vom Blut.), Wiä düä der Urännu afa aaltä chu ischt. (dt. Wie der Urgrossvater langsam alt wurde.), Dass d Chriädschi afaan rooti chu. (dt. Dass die Kirschen allmählich rot werden.)
Im Land D Aju isch jungi und hìbschi. (dt. Die Mutter ist jung und hübsch.)
Makanaa Är isch laame. (dt. Er ist lahm.), Dü bìsch nò ganz jungge, das magsch no gsìe. (dt. Du bist noch ganz jung, das kannst Du noch sehen.), Schi isch wuol globigi gsi. (dt. Sie war durchaus gläubig.), Hìe isch alls nò gsii pleits. (dt. Hier war noch alles bewachsen.), Dischi Wiiber sin aalti. (dt. Diese Frauen sind alt.), Hipschi sindsch gsii, di Bööchjini. (dt. Schön waren sie, die Bücher.)
Pumatt Der Mischt isch nasse. (dt. Der Mist ist nass.), D Chüö sigi siechi. (dt. Die Kuh sei krank.), Wenn s Wätter schlächts ischt. (dt. Wenn das Wetter schlecht ist.), D Wälder sin grossi. (dt. Die Wälder sind groß.), D Chie sinn feissti. (dt. Die Kühe sind fett.)
Remmallju Ds Häi isch dṣcha derrs. (dt. Das Heu ist schon dürr.), D Bemma ṣchind füllu. (dt. Die Balken sind faul.), D Pum isch noch gṣchid underrifte. (dt. Der Apfel ist noch unreif gewesen.)
Salei Där Ennù ischt siächä (dt. Der Großvater ist krank.), Wär wan de ou nò chliinì. (dt. Wir waren damals auch noch klein.)
5. sumi „einige“
Im Land schummi
Makanaa sumi
Pumatt summi
6. Haupt „Kopf“
Aager Hoiwt
Arrimmu Aupd/Chaupd
Eischeme Hopt
Greschonei Hopt
Gurin Höt
Im Land Aupd
Pumatt Höit/Höd
Remmallju Chepd/Hepd/Achepd
Salei Hoit

aber: Makanaa: Chopf

7. Spiegel „Brille“ (zem Dail au dr Uusdrùg „Glareisen“)
Arrimmu Augschpieglù
Eischeme Schpiigla
Greschonei Ougschpiegla
Gurin Öigschpiegla
Im Land Augschpiegla
Makanaa Ougschpiigla
Pumatt Öigschpiegla/Öiguschpiigla
Remmallju Öigschpiegla, Gluuriischä
Salei Gluriisä

Nèierige im Hegschtalemannisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Ahd. iu > öü, ei, ai
Arrimmu Wljaigu (dt. Fliege), aber: tiaf (dt. tief)
Eischeme töif (dt. tief), Wljöigù (dt. Fliege)
Greschonei teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Gurin teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Im Land taif (dt. tief), Flaiga (dt. Fliege)
Makanaa teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Pumatt teif (dt. tief), Fleiga (dt. Fliege)
Remmallju taif (dt. tief), Flaigù, Wlaigù (dt. Fliege)
Salei teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
2. Mhd. nk

In dr hegschdalemanische Dialäkt isch mhd. -nk in Wèèrder wie Bank, Gstank, trinke, denke, danke, Anke verschoobe zue ch: Baach, Gstaach, triiche, deeche, daache, Aache. User z Greschonei ùn z Aager finded mer die Verschiebig au in dr Südwalser Dialäkt, maischdens zue -nch.

Arrimmu trengche (dt. trinken), Bangch/Baach (Bank)
Eischeme tringche (dt. trinken), Banch (dt. Bank)
Gurin triächä (dt. trinken), Baach (Bank), Aachä (dt. Butter)
Im Land tringchä (dt. trinken), Bangch (Bank)
Makanaa tringche/triiche (dt. trinken), Bangch/Baach/Bouch (Bank), Aache/Ouche (dt. Butter)
Pumatt triiche (dt. trinken), Baach (Bank), deeche (dt. denken), Aache (dt. Butter)
Remmallju trengchu (dt. trinken), Bangch (dt. Bank), Angchu (dt. Butter)
Salei triichä (dt. trinken), daachä (dt. danken)

aber: Aager: tankchä (dt. danken). Greschonei: tringgä (dt. trinken), danggä (dt. danken)

3. Mhd. -rn

In dr hegschdalemanische Dialäkt erschyynd mhd -rn in Wèèrder wie Garn, Horn, gern as -re: Gaare, Hoore, geere.

Arrimmu gèèra (dt. gern), Huroa/Chuora (dt. Horn), mòòre (dt. morgen)
Eischeme geere (dt. gern), Huore (dt. Horn), muore (dt. morgen)
Greschonei Goare (dt. Garn), Hoore (dt. Horn), Zoore (dt. Zorn)
Gurin gäärä (dt. gern), Hòòrä (dt. Horn), mòòrä (dt. morgen)
Im Land geere (dt. gern), Houre/Oure (dt. Horn), moure (dt. morgen)
Makanaa giääre (dt. gern), Huore (dt. Horn), muore (dt. morgen), fiääre (dt. letztes Jahr), Gaare (dt. Garn)
Pumatt gääre (dt. gern), Hòòrä (dt. Horn), mòòrä (dt. morgen)
Remmallju gèèru (dt. gern), Ööru (dt. Horn), mööru (dt. morgen)
Salei Gaare (dt. Garn)
4. Mhd. -rm.
Arrimmu Doora (dt. Darm), Òòra (dt. Arm), aber: òòram (dt. arm), wòòram (dt. warm)
Eischeme Doarm (dt. Darm), Oarm (dt. Arm), Wurm (dt. Wurm)
Greschonei Doarä (dt. Darm), Oarä (dt. Arm), Wuurä (dt. Wurm)
Gurin Dòòrum (dt. Darm)
Im Land Dooru (dt. Darm), Ooru (dt. Arm), Wuuru (dt. Wurm)
Makanaa Daare (dt. Darm), waare (dt. warm)
Pumatt Daarä (dt. Darm), waarä (dt. warm)
Remmallju Daarum (dt. Darm), Òòrum (dt. Arm), wòòrum (dt. warm), Wùùrum (dt. Wurm)
Salei Daarä (dt. Darm)
5. mhd. -hs

Im Wallisertitsch erschyynd mhd. -hs in Wèèrder wie Fuchs, sechs as -ks, nid wie in vyyle Schwyzer Dialäkt as -chs: Fuks, sekschi.

Aager säkschi (dt. sechs)
Arrimmu Wogsch (dt. Fuchs), sakschi (dt. sechs), Akslu (dt. Achsel)
Eischeme Wùks (dt. Fuchs), seksi (dt. sechs)
Greschonei Fuks (dt. Fuchs), säkschi m. (dt. sechs)
Gurin Fuks (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslä (dt. Achseln)
Im Land sakschi (dt. sechs), Akschla (dt. Achseln)
Makanaa Fuks/Fuksch (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslù/Akschlù (dt. Achsel), wakse (dt. wachsen)
Pumatt Fuksch (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslä (dt. Achsel)
Remmallju Wuksch (dt. Fuchs)
Salei Fùks m. (dt. Fuchs)
6. 2.,3. Sg. gân, stân

Di 2./3. Sg. vù mhd. gân (dt. gehen) ùn stân (dt. stehen) erschyyne mid Diphthong. Derwyylschd d Foorme in dr iibrige alemanische Dialäkt (z. B. du goosch / är good) ùf regulärs ahd. dû gâs / ër gât zrùggeen (oder ùf ahd. dû gês / ër gêt, wie z. B. elsässisch dü geesch / är geed), sin si im Hegschdalemanisch mid dr Ändige -is bzw. -it bilded (dû gâ-is, ër gâ-it).

Arrimmu du gäisch / èr gäid, du schtäisch / èr schtäid
Eischeme du geischt / is geit, du schteischt / is schteit
Greschonei du geischt / er geit, du steischt / er steit
Gurin düw geischt / är geit , düw schteischt / är schteit
Im Land du gaischt / er gaid, du schtaischt / er schtaid
Makanaa du geischt / är geit, du schteischt / är schteit
Pumatt dü geischt / är geit, dü schteischt / är schteit
Remmallju du gäischd / is gäid, du schtaischt / is schtait
Salei du geischt / är geit, du steischt / är steit
7. Diminutivbildig.

Im Hegschdalemannisch sin verschiideni Diminutivsuffix gängig: -elti, -ji, -li, -si, -tsi, -tschi.

Aager Lattelti
Arrimmu Hundsi, Hòòkji, Roodje, Trooge, Weegalti
Eischeme Hündji, Öpfelti, Woogelti
Greschonei Hundji, Hoakji, Reedji, Epfelti, Voogälti
Gurin Doorftschi, Bliämdschi, Mannli, Hiändli, Terli, Alpulti, Schtekchälti
Im Land Hundsi, Hookji, Reidsi, Trougji, Vegelti
Makanaa Hundji, Räädji, Epfelti, Vogelti
Pumatt Hundschi, Haakji, Raadje, Troogji, Epfelti, Vogulti
Remmallju Hundsi, Reedje, Woogelte
Salei Hundschi, Haakji, Roodje, Epfelti, Voogälti
8. Passivbildung

Im Hegschdalemannisch wääre Passivkonschtruktione nid mid „wääre“ bilded, sundere nach romanischem Voorbild mid „chùù“.

Aager Am Morgè chùnt ds Tòòtè gnùùt ùn ùùfpùnnès ùf zwèi Lattelti Lattelti ùn esòò chùnt s träges bis Bätsch.
Arrimmu Wänn äs chènnt z Mittòòg (dt. wenn es Mittag wird)
Greschonei daas Huus chint verchoufts (dt. das Haus wird verkauft)
Gurin Un tas Fèscht ischt gmachuts chu. (dt. Und das Fest wurde gemacht.), Ds Heww escht gotzs chu. (Das Heu wurde verfüttert.)
Makanaa Ìsch z chleis gchùo. (dt. Es ist zu klein geworden.), Jetzt ìscht er gchùo gschtraaffe. (dt. Jetzt ist er bestraft worden.)
Pumatt Mu mös scheen riibä, suscht chunt s nit süvers. (dt. Man muss fest reiben, sonst wird es nicht sauber.), Der Ziger chunt gsalzne. (dt. Der Zieger wird gesalzen.)

Walserischi Mèèrgmool[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Konservativi Mèèrgmool im Walserisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Voli Vokal

Di vole Vokal in ùùbetoonde Silbe sin nid abgschwèchd woore.

Aager bättu (dt. beten), Tòòtuchaschte (dt. Sarg), Sonnutak (dt. Sonntag), ùssar (dt. außer), Gmeinù (dt. Gemeinden)
Arrimmu salbu (dt. salben), schniida (dt. schneiden), lose (dt. zuhören), Hennjo (Henne), ech issan (dt. ich esse)
Eischeme Feädru (dt. Federn, Pl.), Weäga (dt. Wege, Pl.), Noami (dt. Namen, Pl.)
Greschonei machu (dt. machen), Eeschil (dt. Esel), Fuksa (dt. Füchse)
Gurin littä (dt. läuten), badu (dt. baden), Bètti (dt. Betten)
Im Land Schnoobul (dt. Schnaabel), Hoomra (dt. Hämmer), Achär (dt. Acker)
Makanaa Mattù (dt. Wiese), Naagla (dt. Nägel), Schlùssil (dt. Schlüssel)
Pumatt büwwu (dt. bauen), Taga (dt. Tage), Hasu (dt. Hase)
Remmallju Beero (dt. Bär), getragut (dt. getragen), unna (dt. unten), Zungu (dt. Zunge), chrüttu (dt. mähen)
Salei machù (dt. machen), Vogil m. (dt. Vogel), Pl. Vogla, ich bliibù (dt. ich bleibe)
2. Part. Perf. mit erhaltenem Präfix vor Dental.
Arrimmu gtròògad / gatraage
Im Land gatraage
Makanaa gtraagùd, gìtrùnche, gìzelld, gìzwenggt, getreid
Eischeme traagä
Greschonei treit
Gurin träägä
Pumatt traagä
Remmallju traagud
Salei traagä
3. Ùnderschaidig vù dr ahd. Verbchlasse

I schdaarch: schniide; II -jan: hefte; III -ôn: salbu; IV -ên: lose

Arrimmu schniida hefta salbu lose
Eischeme schneide hefte salbu lose
Greschonei schniidä heftä salbu losä
Gurin schniidä heftä salbu losä
Im Land schniide hefte salbu losi
Makanaa schniide hefte salbu lose
Pumatt schniidä heftä salbu losä
Remmallju schniidu heftu salbu lose
Salei schniidä heftä salbu losä
4. Ùnderschaidig Pluralforme Verbe

Im Wallisertiitsch wääre no drèi Pluralfoorme ùnderschiide: wir schniide, iir schniidet, schi schniident.

Arrimmu wiar andre tròògen, iar andre tròògad, schi andre tròògend
Gurin wiär schriibä, iär schriibät, schi schriibän
Im Land wiär suachi, iär suached, schi suachind
Pumatt wier zellä, ir zellät, schi zellän
Remmallju endṣchandre ṣchegewer, jerandru ṣchegeder, ṣchiandru ṣchegent

In e Dail Siidwalser Dialäkt wääre nùme zwoo Foorme ùnderschiide:

Eischeme wir cheemen, ir cheet, dṣchi cheemen
Greschonei wir singen, iir singet, dschi singen
Makanaa wir traagen, ir traaget, schi traagen
Salei wier ässùn, ier ässùt, schi ässùn
5. Pluralbildig ooni Ùmlud

In dr Siidwalser Dialäkt wääre bi vyyle Wèèrder d Pluralforme no wie im Ahd. ooni Ùmlud bilded, z. B. im Woord Oofe (dt. Ofen).

Arrimmu Oowa / Oofno
Greschonei Oofä / Oofna
Gurin Ofä / Ofnä
Im Land Oufu / Oufna
Makanaa Ofe / Ofna
Salei Ofä / Ofna

aber: Pumatt: Ofä / Efäm.

6. Genitiv

In dr Siidwalser Dialäkt sin s no lääbigi Genitivfoorme erhalde.

Arrimmu dar Bruud Angscht (dt. die Angst der Braut), dar Bruud Kovalje (dt. das Körbchen der Braut), dar Bruud Schapf (dt. der Schopf der Braut), auer oltù Ljitù Einikeit (dt. euer alten Leute Einigkeit), tsch Brittjensch Ajù (dt. des Bräutigams Mutter), dar Halscha dar Mualtùn (dt. der Deckel der Teigmulde), d Hanja dar jiabùn Wraun (dt. die Hennen der lieben Frau, d .h. Marienkäfer), dar Dschabta dar Hanjo (dt. der Fuss der Henne), dar Firtog endsch Landsch (dt. der Feiertag unseres Landes), d Kovalje dar Bruud (dt. das Körbchen der Braut), im Huusch misch Attan (dt. im Haus meines Vaters), der Tail misch Guadsch (dt. der Teil meines Gutes), d Chend descha Zit (dt. die Kinder dieser Zeit)
Eischeme Tu nöi scheämen deir Houslöitu. (dt. Schäme dich nicht deiner Verwandten.), Was tuscht al der Chüünu? (dt. Was machst Du mit all den Kühen?), diisch Mansch Bruuder (dt. dieses Mannes Bruder), ds Suunsch Hous (dt. das Haus des Sohnes), ds Moanendsch Schein (dt. der Mondschein), dar Wröinun Ketschi (dt. die Häuser der Freunde), dar Rossun Goade (dt. der Pferdestall), d Güüter dar Nizjungu (dt. die Güter der Neffen), an Buada ds Uawansch (dt. ein Ofenboden), höit z tagsch (dt. heutzutage)
Greschonei Endi ds Maanudsch (dt. Ende des Monats), Aafangsch Meije (dt. anfangs Mai), bi Gotsch Hilf (dt. mit Gottes Hilfe), riichär Littu Vee (dt. reicher Leute Vieh), guetär Dingu sii (dt. guter Dinge sein), Bisch hiina gutär Dingu? (dt. Bist du heute Abend gut gelaunt?), Ich tuen der miineru gää (dt. Ich gebe die von meinen.), Desche Hersch Mattu (dt. die Wiese dieses Herrn), Weschi isch diischi Chue? (dt. Wessen ist diese Kuh?), Weeleru sin dii? (dt. Wessen sind diese?), kcheische Wiibsch Huus (dt. das Hause keiner Frau), Sin di ganzu Chin alli eische? (dt. Sind die ganzen Kinder alle eines Vaters?)
Gurin ds Chenns Chappi (dt. das Käppchen des Kindes), an allä Sitä där Chilchu (dt. an allen Seiten der Kirche), dsch Attä Tschoopä (dt. Vaters Rock), ds Hansch Chiä (dt. die Kühe des Hans), ds Chatzisch Tällärli (dt. das Tellerchen des Kätzchens), dsch Morgändsch (dt. am Morgen), dsch Aabändsch (dt. am Abend), tagsch (dt. am Tag), nachtsch (dt. nachts)
Im Land der Soo miisch Vettersch (dt. der Sohn meines Vetters), miisch Vatersch Huus (dt. meines Vaters Haus), ds Huus miisch Vatersch (dt. das Haus meines Vaters), sich versicherre der Woorhait (dt. sich der Wahrheit versichern), sich bdianu dsch Messersch (dt. sich des Messers bedienen)
Makanaa Dèr Bäärù hen s taa gchaa. (dt. Dort hatten sie Bären.), dèr Brüüch alter Jaarù (dt. der Brauch früherer Zeiten), tè Jänd dèr Wìält (dt. das Ende der Welt), alli Chritzù Liide (dt. alle Leiden des Kreuzes), Ùn tè hed er appù sèli mössù böössù wäge däschi. (dt. Und dann musste er deswegen sehr büssen.), es Tagsch (dt. eines Tages), es Morgentsch (dt. eines Morgens), es Sùnnùtagsch (dt. eines Sonntags), ùnderdäschi (dt. unterdessen)
Pumatt ä Meter desch Töch (dt. ein Meter dieses Tuchs), Samschtag ds Abendsch (dt. am Samstagabend), Welsch Jarsch häid er gheirate? (dt. In welchem Jahr habt ihr geheiratet?), Misch Atte (dt. Meines Vaters), tsch Attisch (dt. Vaters), Jitz sin deru mer. (dt. Heutzutage gibt es mehr von diesen.)
Remmallju d Oischpiegle tsch Attu (dt. die Brille des Vaters), d Hüt der Gäis (dt. die Haut der Ziege), dsch Wattersch Urlodsch (dt. des Vaters Uhr), ts Hüsch misch Barba (dt. das Haus meines Onkels), der Awangscht tsch Weeg (dt. der Anfang des Weges), Ṣchind töt tsch Hungersch èswmängs Chend (dt. Es sind einige Kinder Hungers gestorben.), dsch Mörgundsch (dt. am Morgen), Tagsch un Nachtsch (dt. bei Tag und Nacht), Ä fard ṣchin gṣchi hie dèr Littu. (dt. Einmal sind hier Leute gewesen.), z vil tsch Schneesch (dt. zuviel des Schnees), ladu dèr Èèschel tsch Salz (dt. den Esel mit Salz beladen), Ich hè dèr Manglu tsch Wèt. (dt. Ich benötige Brennholz), D Ṣchwambe ṣchin noch dèrun èfeeru. (dt. Die Pilze sind noch von denen von letztem Jahr.)
Salei Äs steit an tsch Attùsch Wìllä. (dt. Es hängt von Vaters Willen ab.), Är geit ùf tsch Eschilsch Rìk. (dt. Er reitet auf des Esels Rücken.), Ìch weis nìmme där Storjù Livrätù. (dt. Ich weiß das Ender der Geschichte nicht mehr.), ts Schnepfjì tsch Ouksch (dt. Ohrläppchen), Ìch psìnnùm mì dessì nìmmì. (dt. Ich kann mich dessen nicht mehr erinnern.)
7. Pluralbildig vù Modalverbe

Bi dr Modalverbe (z. B. können, mögen, dürfen, sollen) wääre d Pluralfoorme in dr maischde Siidwalser Dialäkt no ooni Ùmlud bilded.

Arrimmu wiar andre chònnen, iar andre chònnad, schi andre chònnend, wiar andre tòrfen, iar andre tòrfad, schi andre tòrfend
Eischeme wir chonnu, ir chònnit, dschi chonnu, wir toffun, ir toffit, dschi toffun, wir sollun, ir sollit, dschi sollun
Greschonei wir channän, ir channät, dschi channän, wir torfän, ir torfät, dschi torfän
Gurin wiär chunu, iär chunut, schi chunun, wiär mugu, iär mugut, schi mugun, wiär turfu, iär turfut, schi turfun, wiär sulu, iär sulut, schi sulun
Im Land wiär chonni, iär chonnd, schi chonnind, wiär mùùn, iär mùùd, schi mùnd, wiär scholli, iär scholld, schi schollind, wiär turfi / turri, iär turfd / turred, schi turfind / turrind
Pumatt wier chuunu, ir chunt, schi chunnun, wier mugu, ir mugt, schi mugun, wier turfu, ir turfud, schi turfun
Salei wier chùnnän, ier chùnnät, schi chùnnän, wier mùgùn, ier mùgùt, schi mùgùn, wier sùllùn, ier sùllùt, schi sùllùn, wier tùrffùn, ier tùrffùt, schi tùrffùn

aber: Makanaa: ir meind, ir meid, schi mein. Remmallju: endṣchandre chennwer, jerandru chenneder, ṣchiandru chennund.

8. Aldi Verwandschafdsuusdrùg.

In dr Siidwalser Dialäkt sin no verschiideni aldi Verwandschafduusdrùg lääbig bliibe. Im Pumattertiitsch wird sogar no ùnderschiide zwisch em Vaterbruder (Ettru) ùn em Mutterbruder (Eechi).

Arrimmu Attù (dt. Vater), alt Attù (dt. Grossvater), Aajù (dt. Mutter), alt Aajù (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel)
Eischeme Attu (dt. Vater), oalt Attu (dt. Grossvater), Ejo (dt. Mutter), oalt Ejo (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel), Muuma (dt. Tante)
Greschonei Attu (dt. Vater), oalt Attu (dt. Grossvater), Eiju (dt. Mutter), oalt Eiju (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel), Muama (dt. Tante)
Gurin Àttu (dt. Vater), Anä (dt. Grossmutter), Eechi (dt. Onkel), Ènnu (dt. Grossvater)
Im Land Attu (dt. Vater), olt Attu (dt. Grossvater), Aajù (dt. Mutter), olt Aajù (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel)
Pumatt Ana (dt. Großmutter), Attu (dt. Vater), Ennu (dt. Großvater), Ettru (dt. Onkel: Vaterbruder), Eechi (dt. Onkel: Mutterbruder), Mömä (dt. Tante)
Remmallju Àttu (dt. Vater), alt Àttu (dt. Grossvater), Aju (dt. Mutter), Eelte (dt. Grossmutter)
Salei Aani (dt. Großmutter), Attù (dt. Vater), Ennù (dt. Großvater), Ettrù (dt. Onkel), Muämä (dt. Tante)

Nèierige im Walserisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Entrùndig

Uuser z Eischeme sin mhd. ü, ö, iu, oe, üe, öu endrùnded.

Aager Rik (dt. Rücken), niin (dt. neun)
Arrimmu frìa (dt. früh), Wèksch (dt. Füchse), beesch (dt. böse), Heuw (dt. Heu)
Greschonei Hittu (dt. Hütte), Hiischär (dt. Häuser), beesch (dt. böse), Mersil (dt. Mörser)
Gurin Chebil (dt. Kübel), Biilu (dt. Beule), dèrrä (dt. dörren), Eechi (dt. Onkel), Leiffär (dt. Läufer), friä (dt. früh)
Im Land Tiir (dt. Tür), Leflji (dt. Löffel), Hiischär (dt. Häuser), Chiä (dt. Kühe), Hai (dt. Heu)
Makanaa Lècher (dt. Löcher), bìesch (dt. böse), Sìnd (dt. Sünde), Miisch (dt. Mäuse), Heuw (dt. Heu), riime/rieme (dt. rühmen)
Pumatt Hiischer (dt. Häuser), Beedem (dt. Böden), Heww (dt. Heu), siess (dt. süß), Brekke (dt. Brücke)
Remmallju Tiiwal (dt. Teufel), Bekṣchu (dt. Büchse), hit (dt. heute), mied (dt. müde), beesch (dt. böse), Häi (dt. Heu)
Salei Fiks (dt. Füchse), hiit (dt. heute), kheerä (dt. hören, fühlen, schmecken), friäj (dt. früh)

aber: Eischeme: Möisch (dt. Mäuse), Wüksch (dt. Füchse), grüün (dt. grün), tö̀if (dt. tief)

2. germ. s

E karakteristisch Merkmol vù alene Walserdialäkt isch d Palatalisierig vù germ. s in Wèèrder wie Eis, Häuser, sie, sich, uns zue sch: Iisch, Hiischer, schi, schi/schich, ünsch/insch.

Aager in ischem Hùis (dt. in unserem Haus), säkschi (dt. sechs), wasch (dt. was)
Arrimmu endsch (dt. uns), schi (dt. sie, Sg.), schi (dt. sie, Pl.), schech (dt. sich), desche (dt. diese), schi (dt. sein, Poss.pron.), sakschi (dt. sechs), schoscht (dt. sonst), Cheesch (dt. Käse), Foschnacht (dt. Fasnacht), Gloosch (dt. Glas), Gschang (dt. Gesang), Huusch (dt. Haus), Schend (dt. Südnde), Schido (dt. Seide), Schirinado (dt. Serenade), Schoon (dt. Sohn), Wogsch (dt. Fuchs), bschennän (dt. besinnen), schengan (dt. singen), schjass (dt. süss)
Eischeme dṣchi (dt. sie), dṣchi (dt. sich), ünsch (dt. uns), Eisch (dt. Eis), Höischer (dt. Häuser), Chiesch (dt. Käse), Scheido (dt. Seide)
Greschonei dschi (dt. sie), dschi (dt. sich), insch (dt. uns), diischi (dt. diese), säkschi m. (dt. sechs), Biksche (dt. Büchse), Miis (dt. Mäuse), Hiischär (dt. Häuser), Eeschil m. (dt. Esel)
Gurin iäsch (dt. uns), schech (dt. sich), schii (dt. sie), schin (dt. sein), diischä (dt. dieser), beeschi (dt. böse), säkschi (dt. sechs), Chääsch (dt. Käse), Eeschil (dt. Esel), Feksch (dt. Füchse), Gèmschi (dt. Gemse), Hiischär (dt. Häuser), Liisch (dt. Läuse), Määsch (dt. Messe), Miisch (dt. Mäuse)
Im Land indsch (dt. uns), sakschi (dt. sechs), schiiban (dt. sieben), Akschla (dt. Achsel), Cheisch (dt. Käse), Hiischär (dt. Häuser), Iisch (dt. Eis), Iische (dt. Eisen), Liisch (dt. Läuse), liischmu (dt. stricken), Masch (dt. Messe), Miisch (dt. Mäuse), Nooscha (dt. Nase), Schagascha (dt. Sense), schelle (dt. sollen), Schiida (dt. Seide)
Makanaa schi (dt. sie), iisch (dt. uns), schiis (dt. sein), schi (dt. sich), dischi (dt. diese), säkschi (dt. sechs), Chìesch (dt. Käse), Èèschil (dt. Esel), Fiksch (dt. Füchse), Glèèscher (dt. Gläser), Iisch (dt. Eis), Miisch (dt. Mäuse), Akschlù/Akslù (dt. Achsel), Bikschù (dt. Büchse), Gèmschù (dt. Gemse), linksch (dt. links)
Pumatt schi (dt. sie), schi (dt. sich), insch (dt. uns), diischi (dt. diese), säkschi (dt. sechs), Fuksch (dt. Fuchs), Hiischär (dt. Häuser), Iisch (dt. Eis), Liisch (dt. Läuse), Miisch (dt. Mäuse)
Remmallju ṣche (dt. sie), ènsch (dt. uns), ṣchech (dt. sich), diṣche (dt. dieser), Bekṣchu (dt. Büchse), Ṣchache (dt. Sachen), Cheesch (dt. Käse), beesch (dt. böse), ṣchèège (dt. sagen), Hiiṣcher (dt. Häuser)
Salei schia (dt. sie), schì (dt. sich), ìnschì (dt. uns)
3. a-Vorschlaag vor r.
Arrimmu Arrimmu (Rima), aredù (dt. reden), Arosch (dt. Ross, Pferd), areschtan (dt. rüsten), arjemu (dt. rühmen), zär Arrächtùn (dt. zuer Rechten). Im Land: Arrifu (dt. Reif)

Siidwalser Mèèrgmool[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Konservativi Mèèrgmool im Siidwalserisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Präteritum

S Saleytitsch isch dr ainzig alemanisch Dialäkt ùn au dr ainzig im ganze ooberdydsche Schbroochruum, wù no bis in di zwood Hälfdi vùm 20. Jh. e volschdändig erhalde un lääbig Präteritum ghaa hed. Ainzelni Foorme vùm Präteritum sin au im Aagernertitsch noogwiise.

Aager Wa da t Milch drin was. (dt. Wo die Milch darin war), Ùn dèr groos gwalt Schnee hèèt das Tal alls ùnnartekcht, das mù njòòng Wassèr me hèt gfùùna fir z bruhe ùn muòstù dr Schnee zerlaa. (dt. Und die große Schneemasse deckte das ganze Tal dermaßen zu, dass man nicht einmal mehr Wasser fand für den täglichen Gebrauch, sondern Schnee schmelzen musste.)
Salei ich hat (dt. ich hatte), du torftùscht (dt. du durftest), wier wassùn (dt. wir waren), schi wärchùtùn (dt. sie arbeiteten), ich hat gässä (dt. sie hatte gegessen), schi wass plìbä (dt. sie war geblieben)
2. Relativsatz

Relativsatzbildig mid „der, die das“ (lueg aber au ùnder de Nèierige):

Salei Där Hergùt het äreert t Lùft ùnd där Häärt, ùnd där Hìmmìl ùbär där Lùft, ts Lann ùnd ts Mer, all Waalda, ùn als Vee ìn allär Wäält, d Fìschä ùn t Vogla, dì daa an där Lùft fleigän. Dennä Wiibrù, dììù da di schwäär Bùrdì trägän
3. Partizip Präsens

In e Dail Siidwalser Dialäkt gid s no ne lääbig Partizip Präsens.

Aager di Lèèbontù ùnd di Tòòtù (dt. die Lebenden und die Toten), Naachomanda (dt. Nachkommen)
Greschonei stipfens Graas (dt. stechendes Gras), Dits Graas isch stipfens. (dt. Dieses Gras ist stechend.), E gaksleni Hennu (dt. ein gackerndes Huhn). Die Chue isch troageni. (Diese Kuh ist tragend, d. h. trächtig)
Makanaa en trùolende Schtei (dt. ein rollender Stein)
Pumatt hangend (dt. hängend)
Salei di chomend Wùchù (dt. kommende Woche)
4. Gerundium

Bi vyyle Siidwalserdialäkt chùnd, andersch wie bi dr andere Walserdialäkt, nooch dr Infinitivpartikel z no ne bsùnderigi Form fir dr Infinitiv voor, wù uf s midelhoochdydsch Gerundium zruggood. Z Gurin un z Salei stood des in jeedem Fall, z Greschonei, z Eischeme, im Land und z Pumatt nùme bi dr Chùrzverbe, z Remmalju gid s es gaar nimi. (Im Wallis gids zwoor in e baar Dèèrfer wèschdli vù Vischp au no Räschd vùm sog. Gerundium, aber nùme in faktitive Konschdruktione: z’ linden tüe, Wèsch yyleege. Im Oschdalemanisch isch des sog. Gerundium dergeege no vyyl lääbiger, lueg Alemannische Grammatik#Gerundium.)

Gurin D Müatar escht darhendar ggsin z biazan (dt. Die Mutter war am Nähen) – Inf. biaza
Salei Äs gfiälì mär wol, s z machùn (dt. Es gefiele mir wohl, es zu machen) – Inf. machù. Schi wärchut algu, aani nie naazlään (dt. Sie arbeitet immer, ohne je nachzulassen) – Inf. laa

Z Greschonei, z Eischeme, im Land ùn z Pumatt gid s des Gerundium nùme no bi dr Churzverbe.

Greschonei z gään (dt. zu gehen) – Inf. goan, z schlään (zu schlagen) – Inf. schloan, z stään (zu stehen) – Inf. stoan.
Eischeme z gään (dt. zu gehen) – Inf. goan, z stään (dt. zu stehen) – Inf. stoan
Im Land z feen (dt. zu fangen) – Inf. foo, z hänn (z heen?) (dt. zu haben) – Inf. hoo, z gschein (dt. zu sehen) – Inf. gschei, z leen (dt. zu lassen) – Inf. loo, z schleen (dt. zu schlagen) – Inf. schloo, z schyn (dt. zu sein) – Inf. schy, z tüan (dt. zu tun) – Inf. tua
Pumatt Häni scho a Schuppe Sache z tin. (dt. Ich habe immer noch viel zu tun.) – Inf. , In hei z chon häni ds Mötti ksee. (dt. Als ich nach Hause kam, habe ich Mutter gesehen.) – Inf. chu. Wyteri Byyspil: z gään (dt. zu gehen) – Inf. gaa, z schlään (zu schlagen) – Inf. schlaa, z stään (zu stehen) – Inf. staa
5. Grùndedi Vokal

Im Eischemtöitschu gid s im Geegesatz zue dr andere Siidwalser und dr Walliser Dialäkt no grùndedi Vokal.

Eischeme: Möisch (dt. Mäuse), Wüksch (dt. Füchse), grüün (dt. grün), tö̀if (dt. tief)

Nèierige im Siidwalserisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Voorbimèrkig: Nid alli Nèierige sin autonom, vyyli schdeen ùnder em Yyflùss vù dr romanische Noochberdialäkt.

1. Mhd. â.

Mhd. â isch in e Dail Siidwalser Dialäkt verdùmbfd, z. B. in Joor (dt. Jahr)

Makanaa: Jààr. Gurin: Jòòr, Remmallju: Jòòr. Arrimmu: Jòòr. Im Land: Joor

Z Greschonei ùn z Eischeme isch mhd. â diphthongiert: Greschonei: Oabe (dt. Abend), bloase (dt. blasen), Joar (dt. Jahr). Eischeme: Oabe (dt. Abend), goan (dt. gehen). Die Diphthongierig isch au z Goabi gängig gsii (vgl. Name!).

aber: Pumatt: Jaar. Salei: Jaar

2. Mhd. ê, ô

Mhd. ê ùn ô sin in e Dail Siidwalser Dialäkt diphthongiert.

Im Land Schneei (dt. Schnee), Broout (dt. Brot)
Eischeme Schnie (dt. Schnee), Broat (dt. Brot)
Makanaa Schnie (dt. Schnee), Brùot (dt. Brot)

aber: Arrimmu: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Greschonei: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Gurin: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Pumatt: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Remmallju: Schnee (dt. Schnee), Bròòt (dt. Brot). Salei: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot)

3. mhd. ie, üe, uo

Im Pumatt sin die Lut monophthongiert, z Remmallju sin us de styygende fallendi Vokal woore.

Pumatt vììr, veer (dt. vier), Bǜǜch/Bööch (dt. Buch) – dr Monophthong isch e Lut, wo äntwääder ganz schdarch offe (ìì, ǜǜ) oder ganz schdarch gschlosse (ee, öö) uusgschbroche wird.
Remmallju wiéére (dt. vier), Bjööch (dt. Buch)
4. mhd. ie, üe, uo ùn mhd. î, û, iu /yː/

Im Geegesatz zue dr maischte andere alemanische Dialäkt sin im Eischemtöitschu di mhd. Diphthong ie, üe, uo monophthongierd ùn di mhd. Monophthong î, û, œ diphthongierd – wien im Hoochdytsch.

Eischeme Diib (dt. Dieb), Güüti (dt. Güte), Bruuder (dt. Bruder), wéiss (dt. weiß), Mous (dt. Maus), Wöir (dt. Feuer)
5. Ùnderschaidig h/ch

D Ùnderschaidig zwische h ùn ch schwinded in e Dail Siidwalser Dialäkt.

Arrimmu Chaschta / Haschta (dt. Kosten), chaupfen / haupfen (dt. kaufen), Chend / Hend (dt. Kind), chemän / hemän (dt. kommen), chennän / hennän (dt. können), cholt / holt (dt. kalt)
Makanaa Chälder / Hälder (dt. Keller), Holz / Cholz (dt. Holz)
6. Sonorisierig vù f, s, sch.

Mhd. f ùn s, denn au dr Lut sch, wù us em mhd. s entwiggled isch, isch in e Dail Siidwalser Dialäkt schdimhafd («w» stoot i däm Fall fer dr [v]-Lut; s mhd. w isch en [w]-Lut).

Arrimmu gwäälä (dt. gefallen), Wälch (dt. Volk), wäròòtne (dt. verratene), Wogsch (dt. Fuchs), wòn (dt. von), Wrau (dt. Frau), ṣiittär (dt. seither), diiṣ (dt. deines), ṣchi (dt. sind), Ṣcheel (dt. Seele), gṣiin/gṣchiin (dt. gewesen), gṣchäid (dt. gesagt).
Eischeme woan a (dt. anfangen), Wlöisch (dt. Fleisch), Wöir (dt. Feuer), Wuuss (dt. Fuss), dṣchi (dt. sich; di andere sch sin z Eischeme aber schdimmloos)
Remmallju Woogal (dt. Vogel), wuchtu (dt. „fuchten“, streiten), Wuggsch (dt. Fuchs), Wurggu (dt. „Furke“, Pass), Ṣchach (dt. Sache), ṣchege (dt. sagen), Ṣchunnu (dt. Sonne), loṣche (dt. „losen“, zuhören, horchen)
7. Palatalisierig vù l, r, m, n, ng.

Nasal, Lateral ùn Vibrante sin i e Dail Siidwalser Dialäkt palatalisiert.

Aager è haljbi Stonn (dt. eine halbe Stunde)
Arrimmu wailljan (dt. wollen), ljik (dt. klein), arjemu (dt. rühmen)
Eischeme njüf (dt. Karotte), Wljöigu (dt. Fliege), welljen (dt. wollen)
8. Ùnderschaidig schwachi/schdaarchi Part. Perf. goot dùùrenandr

Dr Ùnderschiid in dr Ändig vùm Partizip Perfekt bi schdaarche ùn schwache Verbe schwinded in e Dail Siidwalser Dialäkt.

Makanaa gìbrùngge / gìbrùngged / gìbracht (brìngge), kange / kanget (gaa), gheisse / gheisst (heisse), ghouwe / ghouwet (houwe), klööge / klöögt (lööge), gmachù / gmachùd / gmacht (machù), gschtùorbe / gschtùorbet (schtäärbe), gìtrùnche / gìtrùnchet (trììche)

Romanisme[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Lueg au oobe ùnder Nèierige im Siidwalserisch – vyyl doodrvù isch au ùnder romanischem entstande.

1. noi altri.

Bim Personalpronome gid s in e Dail Siidwalser Dialäkt verlengeredi Foorme. Die sin bilded us em Personalpronome ùn andere, analog zem ital. „noi altri“.

Arrimmu wiar andre (dt. wir), iar andre (dt. ihr), schi andre (dt. sie)
Eischeme wirendri, ündscherandru, irandri, auwerandru, dṣchiendri, ürjerandru
Makanaa Wir andrù, ir andrù, schi andrù
Remmallju endṣchandre, jerandru, ṣchiandru
2. S enklitisch Personalpronome im Iibergang zuen ere Verb-Ändig

S enklitisch Personalpronome chùnd noch em italiänische Voorbild as Verbändig ùmdide voor, also ech gan-ech, er gäid-er, wer (oder endsch-andre) gaa-wer, iir (oder ier-andre) ganged-er, schi gangend-sch analog zue dr italiänische Verb-Ändige.

Eischeme Dar Aavogat chinter van z Türiin (dt. Der Advokat kommt von Turin)
Greschonei Wir leggeber nendsch an (dt. Wir legen uns an = ziehen uns an)
Makanaa Heider iir Angscht? (dt. Habt ihr Angst?), T räächt Chilchù heiwer wiir gchaa zèr altù Chilchù (dt. Die richtige Kirche hatten wir zèr altù Chilchù), Das chùmmer mir wùol no z Sint (dt. Das fällt mir wohl noch ein), Di „Zeiche“, wi tiwer wir sääge (dt. Die „Zeichen“, wie wir sagen), Wir andrù heiwer dè nid kchaa ds Glettiise èlèktrik (dt. Wir hatten damals kein elektrisches Bügeleisen)
Remmallju Ich tjönech ṣchetzu (dt. Ich sitze), Er häder noch Zit (dt. Ihr habt noch Zeit), endṣchandre ṣchegewer (dt. wir sagen), jerandru ṣchegeder (dt. ihr sagt), endṣchandre ässwer (dt. wir essen), jerandru ässeder (dt. ihr esst)
3. Germ h im Aalud.

Germ. h im Aalud schwinded in e Dail Siidwalser Dialäkt.

Arrimmu Ai (dt. Heu), Aupd (dt. Haupt)
Im Land Aupd (dt. Haupt)
Remmallju Ai (dt. Heu), Epd (dt. Haupt)
4. Woordschdelig
Makanaa der Schtiir isch gsii siiche (dt. der Stier war krank), Sakchji eifachs (dt. einfacher Rucksack)
Remmallju Ich mess berru Wet (dt. Ich muss Holz tragen), I ga wennu min Briöder schiechs. (dt. Ich gehe meinen kranken Bruder besuchen.) Hit mörgund der Heeru welt üsserchomo schege d Mäsch. (dt. Heute morgen will der Pfarrer herauskommen, um die Messe zu lesen.)
5. Relativsatzbildig mid „das“, en Ibersezig vù italiänisch „che“
Arrimmu D Kovaljiene, doos du trogend d Moon (dt. Die Körbchen, die die Männer tragen).
Eischeme Da Chiesch, das di hescht gchauvt geschter isch nöid guuti. (dt. Der Käse, den du gestern gekauft hast, ist nicht gut.), D Waidu, das dṣch essen da ouv, isch besser. (dt. Die Weide, die sie da oben abfressen, ist besser.).
Remmallju Hèt s kilhut, das isch mun altschi nachgstannud. (dt. Sie hat den geheiratet, der die ganze Zeit hinter ihr her war.), Händsch ènkuntrart tèr Heeru, das isch kangu nètṣchech. (dt. Sie sind dem Pfarrer begegnet, der herab kam.)

Aber z Makanaa wie neerdlig vù dr Alpe mid wa/wo: Schi säägen, t altù Litt hen tè gseid, dass di jerschtù Wùoner, wa sind gchùo va Saas anna, sìnd ga machù d Hiischer embru im Wald da deer. (dt. Sie sagen, die alten Leute erzählten, dass die ersten Bewohner, die von Saas drüben gekommen sind, ihre Häuser dort oben im Wald gebaut haben.)

6. Infinitivkonschtruktion

S git noch em italiänische Voorbild en Infinitivkonschtruktion, wù Glyychzydigkait uusdrùgd.

Arrimmu Im Usstogg, z tenggä, schyyg äs myyns […] Äsweljä Togg, z taisu Wett […]. (dt. Im Frühling, beim Düngen, sei es [näml. das Wieslein] mir […] Eines Tages, beim Aufschichten von Holz […].)
Remmallju Z guggen uber, het är gṣche d Fänschtre der Chamru illüminarte. (dt. Beim Hinüberschauen sah er die Fenster der Kammer erleuchtet.)

Ùnderschiid zwische dr Siidwalser Dialäkt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In dr Siidwalser Dialäkt chaa mer in vyyle Merkmool e weschdligi Grùbe (Arrimmu, Eischeme, Greschonei, Im Land, Makanaa, Remmalju) vùn ere eschdligi Grùbe (Gurin, Pumatt, Saley) ùnderschaide. In dääre Ùnderdailig zaigd sich di ùnderschiidlig Bsiidliggschiichd: Di weschdlige Walsergmaine sin us em ùndere Wallis uus bsiidled woore, di eschdlige Walsergmaine vùm Goms im oobere Wallis uus.

1. mhd. æ

Mhd. æ in schwer, Käse, Montag

eschtligi Dialäkt:

Aager (Alp)chääs, Määntagg
Gurin schwäär, Chääsch, Määntagg
Pumatt schwäär, Chääsch, Määntagg
Salei schwäär, Chääsch, Määntagg

weschtligi Dialäkt:

Arrimmu schweer, Cheesch, Meentagg
Eischeme schwier, Chiesch, Mientagg
Greschonei schwer, Cheesch, Meentagg
Im Land schweer, Cheeisch, Meeintagg
Makanaa schwìer, Chìesch, Mientagg
Remmallju schweer, Cheesch, Meentagg
2. Deenig in ere ùfige Silb, z. B. in Grabe, Ofe vs. Graabe, Oofe

Deendi Vokal hän Eischeme, Greschonei, a Rimmu, Remmalju, Makanaa ùn Im Land.

Chùùrzi Vokal wie im Wallis hän Saley, Pumatt ùn Gurin.

3. Aisilberdeenig, z. B. in Grab / Greber vs. Graab / Greeber

Deendi Vokal hän Eischeme, Greschonei, Im Land, Makanaa, a Rimmu ùn Remmalju.

Chùùrzi Vokal wie im Wallis hän Saley, Pumatt ùn Gurin.

4. mhd. -nd

In vyyle Dialäkt im weschdlige Dail vùm Hooch- ùn vùm Hegschdalemanisch isch mhd. –nd in Wèèrder wie Hund, finde, Chinder, Rinde zue nn oder ng: Hunn/Hung, finne / finge, Chinner / Chinger, Rinne / Ringe. Au in vyyle Südwalser Dialäkt chaa mer des finde.

Eischeme Hun / Hung, finnen
Greschonei Hunn, finnä
Gurin Hunn, finda
Pumatt Hunn, finne
Remmallju Hund, finnu
Salei Hunn, finne

aber: Arrimmu: Hund, finda. Im Land: Hund, finde. Makanaa: Hund, finde.

5. mhd. ng

Mhd. –ng, z. B. in Hunger erschyynd in dr Siidwalser Dialäkt zem Dail no in dr alde Form.

[ŋg] (Hungger) hän Greschonei, Im Land ùn Makanaa

[ŋx] (Huncher) hed a Rimmu

[ŋ] (Hunger) hän Eischeme, Remmalju, Saley, Pumatt ùn Gurin

6. germ. -kk

Germanisch kk, z. B. in drücke/drucke isch:

  • verschoobe zue kch z Im Land, Makanaa, Remmalju, Saley, Pumatt ùn Gurin
  • nid verschoobe z Eischeme, Greschonei, a Rimmu

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Angela Bacher: Bärulussä. Il prato più bello dell’orso. Suoni, nomi e luoghi nella parlata walser di Formazza. Tararà Edizione, Verbania 1995.
  • Emil Balmer: Die Walser im Piemont. Francke Verlag, Bern 1949.
  • Marco Bauen: Sprachgemischter Mundartausdruck in Rimella Valsesia (Piemont). Verlag Paul Haupt, Bern und Stuttgart 1978 (Sprache und Dichtung 28).
  • Karl Bohnenberger: Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten. Verlag Huber, Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6).
  • Silvia Dal Negro: The Decay of a Language. The Case of a German Dialect in the Italian Alps. Peter Lang, Bern 2004.
  • D’Eischemtöitschu. Vocabolario Italiano – Töitschu. Gressoney St-Jean (Aosta). Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d'Aosta / Walser Kulturzentrum, 1988.
  • D’Eischemtöitschu. Vocabolario Töitschu – Italiano. Gressoney St-Jean (Aosta). Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d’Aosta / Walser Kulturzentrum, 1998.
  • Elisabetta Fazzini, Costanza Cigni: Vocabolario comparativo dei dialetti Walser in Italia. Band 1 ff. Edizioni dell’Orso, Alessandria 2004 ff. (Alemannica 1 und 5).
  • Elisabetta Fazzini Giovannicci: Die alemannischen Dialekte im westlichen Norditalien. Ein Forschungsbericht. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1978 (ZDL Beihefte 28).
  • Gertrud Frei: Walserdeutsch in Saley. Wortinhaltliche Untersuchung zu Mundart und Weltsicht der altertümlichen Siedlung Salecchio/Saley (Antigoriotal). Verlag Paul Haupt, Bern und Stuttgart 1970 (Sprache und Dichtung. Sonderreihe Berner Arbeiten zur Dialektologie und Volkskunde 18).
  • Emily Gerstner-Hirzel: Aus der Volksüberlieferung von Bosco Gurin. Sagen, Berichte und Meinungen, Märchen und Schwänke. Basel 1979 (Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 63) [mit eme grammatische Aahang].
  • Giovanni Giordani: La colonia tedesca di Alagna – Valsersia e il suo dialetto. Nachdruck der 2. Auflage 1927
  • Greschoneytitsch. Vocabolario Italiano – Titsch. Gressoney St-Jean (Aosta). Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d’Aosta / Walser Kulturzentrum, 1988.
  • Greschoneytitsch. Wörterbuch Titsch – Deutsch – Italiano. Gressoney St-Jean (Aosta). Centro Studi e Cultura Walser della Vallle d’Aosta / Walser Kulturzentrum, 1998.
  • Fritz Gysling und Rudolf Hotzenköcherle: Walser Dialekte in Oberitalien in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprachplatten des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich. Huber Verlag, Frauenfeld 1952.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Umlautphänomene am Südrand der Germania. In: Fragen und Forschungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philologie, Festgabe für Theodor Frings zum 70. Geburtstag. Berlin 1956 (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur), S. 221–250.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Die südwalserisch-ernetbirgischen Mundarten im Spiegel ihrer Verbalformen. In: Maria Bindschedel, Rudolf Hotzenköcherle und Werner Kohlschmidt (Hrsg.): Festschrift für Paul Zinsli. Francke Verlag, Bern 1971, S. 79–98.
  • Hans Kreis: Die Walser. Ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen. Francke Verlag, Bern 1958.
  • Ts Remmaljertittschu. Vocabolario Italiano – Tittschu. Centro Studi Walser – Rimella – Sede in Torino. Tipografia di Borgosesia s.a.s, Borgosesia 1995.
  • Charles V. J. Russ: Die Mundart von Bosco Gurin. Eine synchronische und diachronische Untersuchung. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002 (ZDL Beihefte 120).
  • Pio Scilligo: Pumattertietsch Werterbeuch. Vocabolario Formazzino-Tedesco-Italiano e Italiano-Formazzino-Tedesco / Pumattertietsch-Waeltsch-Tietsch und Waeltsch-Pumattertietsch-Tietsch. IFREP, Roma 1993.
  • Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS). Begr. von Heinrich Baumgartner und Rudolf Hotzenköcherle. In Zusammenarbeit mit Konrad Lobeck, Robert Schläpfer, Rudolf Trüb und unter Mitwirkung von Paul Zinsli herausgegeben von Rudolf Hotzenköcherle. 8 Bde, Einführungsband, Abschlussband. Francke Verlag, Bern bzw. Basel 1962–2003.
  • Max Waibel: Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara) . SGV, Basel 1985 (SSGV 70).
  • Paul Zinsli: Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien. Verlag Huber, Frauenfeld 1968.
  • Paul Zinsli: Südwalser Namengut. Die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont.. Verlag Stämpfli & Cie AG, Bern 1984.
  • Peter Zürrer: Wortfelder in der Mundart von Gressoney. Ein Beitrag zur Kenntnis der norditalienischen Walser-Mundarten. Frauenfeld 1975 (Beträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung 21).
  • Peter Zürrer: Wörterbuch der Mundart von Gressoney. Mit einer Einführung in die Sprachsituation und einem grammatischen Abriss. Frauenfeld 1982. (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung 24).
  • Peter Zürrer: Sprachwandelphänomene in Sprachinseln. In: Volker Schupp (Hrsg.): Alemannisch in der Regio. Beiträge zur 10. Arbeitstagung alemannischer Dialektologen in Freiburg/Breisgau 1990. Kümmerle Verlag, Göppingen 1993, S. 25–35 [doodrin vrglyycht dr Zürrer rezänti Ùfnaame mit sèttigen us dr èrschte Hèlfdi vùm 19. Joorhùndert].
  • Peter Zürrer: Sprachinseldialekte. Walserdeutsch im Aostatal. Aarau 1999. (Reihe Sprachlandschaften 23).
  • Peter Zürrer: Sprachkontakt in Walser Dialekten. Gressoney und Issime im Aostatal (Italien). Franz Steiner Verlag, Wiesbaden/Stuttgart 2009 (ZDL Beihefte 137), ISBN 978-3-515-09358-3.

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 Commons: Walserdydsch – Sammlig vo Multimediadateie


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