Albert Schott

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dialäkt: Züritüütsch
Albert Schott
(Litografy vom Georg Engelbach, 1844)

Der Albert Lucian Constans Schott (* 27. Mai 1809 z Stuegert; † 21. Novämber 1847 am glychen Oort) isch en Gimnasiaalleerer, en Spraachforscher, en Gschichtsforscher, en Samler vo Saage, Schwänk und Volchslieder und, nöd z vergässe, der eerscht seriöös Walserforscher gsy.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Schott isch en Soo gsy vom glychnamige Jurischt und liberaale würtebëërgische Politiker Albert Schott. Gstudiert hät er a der Uniwërsitëët Tüübinge, und gschaffet hät er dänn as Tüütschleerer zeerscht am Gimi z Züri und nachanen am Gimi z Stuegert.

Würke[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Schott hät sich mit zwäi Wëërch en Name gmachet.

Volchsverzelige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zum äinte händ ëër und syni Schüeler schwööbischi und au schwyzerischi Volchsverzelige gsamlet. Di schwööbische sind nie vollständig truckt woorde (en Täil hät de Klaus Graf 1995 publiziert[1]); d Manuskript ligged i de Würtebëërgische Landesbiblioteek z Stuegert. Di schwyzerische – dryssg Saage, acht Schwänk und zwäi Mareielilieder – hät d Volchskundleri Emily Gerstner-Hirzel 1984 useggëë.

Walserforschig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zum anderen isch de Schott en Pionier vo de Walserforschig gsy. Nach ere chlyne Schrift zum Theema Südwalser, wo 1840 zum Aalass vom nöie Schueljaar a de Kantonsschuel Züri usechoo isch, hät er 1842 sys Grundlaagewëërch «Die deutschen Colonien in Piemont» publiziert. Es gaat deet drin um d Walser vo de Monte-Rosa-Gruppe – d «Silvier», wien er säit –, das ghäisst vo Issime, Gaby, Gressoney, Alagna, Rima, Macugnaga und Rimella. Gwidmet isch die Undersuechig «den deutschen Landsleuten von Gressoney in dankbarer Freundschaft». Esone Gsamtübersicht häts dänn eerscht wider vom Karl Bohnenberger (1913, mit em Fokus uf de Spraach) und vom Paul Zinsli (1968; mit em Fokus uf Land und Lüüt) ggëë.[2]

De Schott schrybt zeerscht gäge nüünzg Syten über die Tääler und Döörffer. Nachanen chunt en vierzgsytigen Abschnitt über d Lüüt – d Volchszaal, d Religioon, d Chile, d Läbeswys, d «Wyber», d Gaschtlichkäit, de Mäntscheschlaag, d Tracht und Bouaart von Hüüser. Über sächzg Syte bschlaat dänn s Kapitel über d Mundaart, won er i vile Hiisichten aalueged. Er brichtet über d Spraachverheltnis, bringt en Verglych ahand vom Glychnis vom verloorene Soo us em Lukas-Evangeelium, wie das doozmaal gëërn gmachet woorden isch (lueg öppen i de schwyzertüütsche Gramatik vom Franz Joseph Stalder!), und von e paar Stückli us Alagna und Rima, prësentiert echli Konjugazioon vo Rima, schelt d Underschiid zwüsched den Äinzelmundaarten use, schrybt über d Romanisme, widmet sich em Theema Altertümlichkäit (öppen em «altertümlich kühn[en]» Genityv) und macht Überleggige zum Verheltnis zwüsched em «Silvisch» und em «Lepontisch» (gmäint isch s Südweschtschwyzertüütsch). Dänn gaat er fascht zwänzg Syte de Hëërkumpft von «Silvier» naa (für in isch klaar, das d Walser us em Walis chömed). E seperaats Kapitel mit über dryssg Syten isch über Përsoonen- und Oortsnäme, und dänn häts na uf e paar Syten Gidanke zur «muetmaassliche» Zuekumpft.

De Schluss vom Buech isch e fascht hundertsytigs «silvischs» Wöörterbuech. Viles hät er sälber uufzäichnet, bsunders z Gressoney und z Rimella. Er hät au em Julius Maximilian Schottky syni 1836 publiziert Zämestelig übernaa (suuber mit eme Stëërndli uusgwise), heg aber – wien er schrybt – bim äinten oder andere Woort rächt müese röötle, wils vom Schottky edërewääg misverstande woorde seg. Woort us de romaanische Naachbertialäkt hät er au uufgnaa und mit eme bsundere Zäiche garniert.

Wëërch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Monografye[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Beschreibung des Oberamtes Maulbronn. Burkhardt, Vaihingen 1841 (Digitalisaat).
  • Die deutschen Colonien in Piemont. Ihr Land, ihre Mundart und Herkunft. Ein Beitrag zur Geschichte der Alpen. Cotta’scher Verlag, Stuttgart/Tübingen 1842 (Digitalisaat).
  • (zäme mit sym Brüeder Arthur Schott): Walachische Märchen. Mit einer einleitung über das volk der Walachen und einem anhang zur erklärung der mährchen. Cotta, Stuttgart/Tübingen 1845 (Digitalisaat; Naatruck Olms, Hildesheim / New York 1979); nöi useggëë vom Rolf Wilhelm Brednich under em Titel Rumänische Volkserzählungen aus dem Banat, Bukarest 1973.
  • (zäme mit em Ludwig Amandus Bauer): Panorama der deutschen Klassiker. Gallerie der interessantesten Scenen aus den Meisterwerken deutscher Poesie und Prosa, nach Zeichnungen deutscher Künstler in Stahl ausgeführt durch Carl Mayer’s Kunst-Anstalt in Nürnberg. Göpel, Stuttgart, [Bd. 1, um 1845].
  • (postum useggëë vo der Emily Gerstner-Hirzel): Schweizer Volkserzählungen aus dem Nachlass von Albert Schott. Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1984, ISBN 978-3-908121-98-5.

Uufsätz[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Die Deutschen am Monte-Rosa mit ihren Stammgenossen im Wallis und Üechtland. I: Programm der Zürcherischen Kantonsschule zur Eröffnung des neuen mit dem 29. April 1840 beginnenden Schuljahres. Ulrich, Zürich 1840 (Google Books).
  • Nationalität und Sprache. I: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 1842, S. 1–78 (Digitalisaat).
  • Geschichte des Nibelungen-Liedes. In: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 1843, S. 174–242 (Digitalisaat).
  • Ueber den Ursprung der deutschen Ortsnamen zunächst um Stuttgart. I: Programm des Gymnasiums zu Stuttgart. Stuttgart 1843.
  • Welfen und Gibelinge. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Reiches und der deutschen Heldensage. I: Allgemeine Zeitschrift für Geschichte (= Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 5). Veit, Berlin 1846, S. 317–369 (Digitalisaat).

Utruckts[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Schwäbische Volkssagen. Cod.poet.et.phil.qt.134,a–b vo de Würtebëërgische Landesbiblioteek z Stuegert (Digitalisat).

Literatuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Emily Gerstner-Hirzel: Schweizer Volkserzählungen aus dem Nachlass von Albert Schott. Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, Basel 1984, ISBN 978-3-908121-98-5, S. 7 f.
  • Eugen Schneider: Schott, Albert (Jurist). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 395–397. (Im Artikel über de Vatter, de Jurischt Albert Schott, häts au e paar Zylen über de Soo, de Filoloog Albert Schott.)
  • Enzyklopädie des Märchens Bd. 12, Sp. 182 f.

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Klaus Graf: Sagen rund um Stuttgart. Braun, Karlsruhe 1995, ISBN 3-7650-8145-0 (Digitalisaat).
  2. S zwäit Grundlaagewëërch über d Walser us dëre Zyt isch zwäi Jaar drufaben usechoo, nämli em Vorarlbëërger Josef von Bergmann syni «Untersuchungen über die freyen Walliser oder Walser in Graubünden und Vorarlberg. Mit einigen diese Gebiete betreffenden historischen Erläuterungen», Carl Gerold, Wien 1844.