Tschechoslowakei

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Československá Republika (bis 1960)
Československá socialistická republika (bis 1990)
Česká a Slovenská Federativní Republika (bis 1992)

Tschechoslowakischi Republik (bis 1960)
Tschechoslowakischi Sozialistischi Republik (bis 1990)
Tschechischi und Slowakischi Föderativi Republik (bis 1992)

D’Flagge vo Československá Republika (bis 1960)Československá socialistická republika (bis 1990) Česká a Slovenská Federativní Republika (bis 1992) Tschechoslowakischi Republik (bis 1960)Tschechoslowakischi Sozialistischi Republik (bis 1990)Tschechischi und Slowakischi Föderativi Republik (bis 1992)
S Wappe vo Československá Republika (bis 1960)Československá socialistická republika (bis 1990) Česká a Slovenská Federativní Republika (bis 1992) Tschechoslowakischi Republik (bis 1960)Tschechoslowakischi Sozialistischi Republik (bis 1990)Tschechischi und Slowakischi Föderativi Republik (bis 1992)
Wahlspruch: Pravda vítězí
Amtsschpraach Tschechisch, Slowakisch und Ukrainisch
Hauptschtadt Prag
Schtaatsform Republik
Schtaatsoberhaupt Staatspräsident
Regierigschef Ministerpräsident
Flächi 140.800 km²
Iiwohnerzahl 15.7 (1991)
Bevölkerigsdichti 123 Iiwohner pro km²
Währig 1 Krone
Gründig 28. Oktober 1918
Nationalhymne Kde domov můj und Nad Tatrou sa blýska
Nationalfiirtig 28. Oktober Dag vo de Staatsgründig
Ziitzone UTC +01:00
Kfz-Kennzeiche ČSR
Internet-TLD .cs glöscht
Vorwahl +47 glöscht
Czechoslovakia location map.svg

Tschechoslowakei isch de umgangssproochligi Name vome ehemolige Staat in Mitteleuropa. D Tschechoslowakei isch am 28. Oktober 1918 gründet worde as Tschechoslowakischi Republik (Československá Republika). Vo 1939 bis 1945 isch s Land völkerrächtswidrig under dütschi Hoheit grote und het noch em Chrieg si alt Naame wider aagnoo. 1960 isch de Staat i Tschechoslowakischi Sozialistischi Republik umbenännt worde und vo 1990 a hät er zwei Johr Tschechischi und Slowakischi Föderativi Republik gheisse.

Sit em 1. Januar 1993 isch d Tschechoslowakei ufteilt i di beide unabhängige Staate Tschechie und Slowakei.

Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Usrüfig vo de Unabhängigckeit de Tschechoslowakei ìm Johr 1918

Noch em Zerfall vu de östriichisch-ungarische Monarchii im Erschte Wältchrieg isch 1918 d'Republiik Tschechoslowakei entstande. Si hät sich us Böhmen, Mähre, Schlesie, de Slowakei un Transkarpatie zämmegsetzt, wudurch s Land au vu viile Dütsche, Ungare, Pole un Russene bewohnt gsi isch. Sälli hänn niene e Autonomii züegsproche griegt un hänn sällewäg Bsträbige gha, d'Tschechoslowakei usenandzdriibe. De Adolf Hitler hät die Umständ usgnutzt un mit de Unterstützig vum Konrad Heinlein vu de Sudetedütsche Partäi 1938 im Vertrag vu Münche s Sudeteland in sini Gwalt brocht. Pole hät die Regione an sii Gebiet aagschlosse, wu vu Pole bewohnt gsi sin, während Ungarn im Erschte Wiener Schidsspruch e Deil vu de Slowakei un Transkarpatie griegt hät.

«Chlini, aber eusi» zittgenössischi Karte von de Zweite Tschechoslowakische Republik (1938/39) nach em Vertrag vu Münche und em Erschte Wiener Schidsspruch

Im März 1939 hät sich d'Slowakei vu Tschechie drännt un sich fräiwillig im Hitler aagschlosse. S tschechisch Gebiet isch vu Dütschland bsetzt un als Protektorat Böhme un Mähre e Deil vum Dritte Riich wore, wu sini Regierig denne vu de Nazi unterstellt gsi isch. Am 15. März 1939 hät sich Transkarpatie für unabhängig erchlärt un isch no am gliiche Dag vu Ungarn bsetzt un am nechste Dag annektiert wore. Im Verlauf vum Zweite Wältchrieg sin insgsamt 390.000 Tschechoslowake ums Läbe chuu, devuu 83.000 Jude. Viili vu sälle Lüt sin in Konzentrations- odder Arbetslager odder ins Gfängnis chuu. Di bekanntesti Handlig vum tschechoslowakische Uffstand gege di Dütsche isch gsi, de Mord am Reinhard Heydrich, em Riichsprotektor vu Böhme un Mähre, wu am 27. Mai 1942 begange wore isch. Di dütschi Bsetzig hät abber erscht mit derre durch di sowjetische un amerikanische Alliierte e Änd gha.

Vertriebeni Sudetedütschi 1946

Noch em Chrieg sin viili vu de dütsche Minderheite in Richtig Dütschland un Östriich umgsidelt un verdribe wore. Vu de fast dräi Millione Dütsche hänn numme öbbe 250.000 dürfe bliibe, viili devuu sin spöter usgwandert. Ähnlig isch es de Ungare uff em Gebiet gange; sälli Umsidlige wirke sich hütt no uff s Verhältnis zu Dütschland un Ungarn us.

D Nato und de Warschauer Pakt 1973
D Samteni Revolution

Noch ere Abstimmig, wu d'Sowjetunion 1946 organisiert hät, isch Transkarpatie zu de Ukraiine chuu. D'Tschechoslowakei hät Mieh gha, d'Kluft zwüsche de beide Völcher z übberwinde. Durch d'Verbundeheit gegenübber de Sowjetunion hät di kommunisdischi Partäi schnäll an Bliebtheit gwunne un isch 1946 mit ere Mehrheit vu 38 Prozänt gwehlt wore. Im Johr 1948 hänn d'Kommuniste abber d'Kontrolle z Prag elei übbernuu un hänn e rein kommunisdischi Regierig gründet (si sälber hänn des als Revolution, ihri Gegner abber als Machtübbernahm bezeichnet). In de folgende vier Johrzehnt isch d'Tschechoslowakei e kommunisdischs Land blibe. D'Wareproduktion isch verstaatligt un d'Planwirtschaft iigfiert wore. D'Wirtschaft isch in de 50er- un 60er-Johr schnäll gwachse, e bitz weniger in de 70er-Johr, bis si in de 80er-Johr uff Problem gstoße isch. D'Bolitiik isch erscht in de 1960er-Johr widder tolerant wore; de Prager Friehlig 1968 unter de Fiehrig vum Alexander Dubček hätt fast e Regierig mit mehrere Partäie erreicht, d'Bewegig hät abber mit em Verdrag vu Warschau un em Iimarsch vu de Druppe e Änd gha. In de Folgezit isch d'Bolitiik widder vu Unterdruckig prägt gsi. Infolg vu de Samtene Revolution vum Novämber 1989 isch d'Tschechoslowakei widder zur Demokratii wore. Sit em 1. Januar 1993 isch d Tschechoslowakei ufteil i di beide unabhängige Staate Tschechie und Slowakei.

Landesname[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De offizielli Name vom Land isch die längschti Zit ČSR (Tschechoslowakischi Republik) und später ČSSR (Tschechoslowakischi Sozialistischi Republik) gsi. Die i de Umgangssproch gebrüchlichi Bezeichnig Tschechoslowakei hat a wechselvolli Gschicht, wo vor de Trännig in Tschechie und de Slowakei 1992 sogar in em Gedankenstrich-Krieg gipfelt isch.

  • Langform: Tschechoslowakischi Republik (Československá Republika)
  • Kurzform: Tschechoslowakei (Československo)

Geografi[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Topographischi Eigeschafte vù de Tschechoslowakei ìm Johr 1928-1938

De Staat isch us em tschechische, em slowakische und ennem karpatenrussische Landesteil (Podkarpatská Rus, hüt Karpatenukraine). De tschechischi Teil isch us de Länder Böhme, Mähre und Mährisch-Schlesie gebildet gsi. De Charakter vo de Landschaft isch i de einzelne Landesteile sehr unterschiedlich gsi. S westliche Gebiet isch Teil vom nord-mitteleuropäische Oberlandes ksie.

D Tschechoslowakei hat im Weste an Dütschland gränzt, im Norde a Pole, im Oste zersch an Rumänie und später at Sowjetunion und im Süde a Ungarn und Öschtriich.

Die gröschte Städt vo de Tschechoslowakei (1930)[1][2]
Rang Stadt Iwohner
1 Prag 849.000
2 Brno 265.000
3 Ostrau 125.000
4 Bratislava 124.000
5 Pilsen 115.000
6 Olomouc 66.000
7 Košice 58.000
8 Ústí nad Labem 44.000
9 Budweis 44.000
10 Liberec 39.000

Verwaltungsgliederig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Verwaltugsgliederig mit de historische Länder (1928-38,1945-48)
1918–1948

D Verwaltungsgliederig vo de Erschte Tschechoslowakische Republik isch äng ad Verwaltungsgliederig Österrichs-Ungarns aglideret ksi, d Gmeinde sind politische Bezirk ksie und sind i Kreise eingeteilt worde. Es hält sich lediglich de Name gänderet: De Politischi Bezirk isch en politický okres worde und de Kreis ein kraj worde. Die Iteilig hät sich während de Besatzigsziett nöt vormal gänderet.

1948–1992

1948 sind Kreisnationalkomitees igführt worde.

Bevölkerig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Sprachkarte vo de Tschechoslowakei nach de Volkszählig vo 1930

Im 1918 entstandene Staat händ d Tscheche und Slowake nöt die gesamte Bevölkerung usgmacht – etwa eis Drittel hät andere Nationalitäten akhört. De Vielvölkerstaat hat i de Volkszählig vo 1921 neben 8,761 Mio. Tscheche und Slowake au 3,1 Mio. Dütschi (23 %), sowie grossi Minderheite von Ungare, Roma, Russe, Ukrainer, Juden und Polen, kcha. Das a Dütschland gränzende Sudetenland isch bis 1945 mehrheitlich dütsch besiedelt ksi. D Tschechoslowakischi Republik isch 1945 als Staat vo de slawische Völker, de Tscheche und Slowake, wiedererrichtet worde. Durch die so genannte Beneš-Dekrete ischs 1945/46 zur Vertriebig vo de Dütsche cho.
D Amtssprache sind sit 1945 Tschechisch und Slowakisch ksi.

Nationalitäten der Tschechoslowakei 1921[3]
Nationalität Iwohner relativi Anzahl
Tschechoslowake 8,761 Mio. 64,35 %
Dütschi 3,123 Mio. 22,94 %
Ungare 0,745 Mio. 5,47 %
Russe und Ukrainer 0,461 Mio. 3,38 %
Jude 0,180 Mio. 1,32 %
Usländer 0,238 Mio. 1,74 %
Pole und anderi 0,102 Mio. 0,75 %
Gesamtiwohnerzahl 13,613 Mio. 100 %

Militär[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D 1918 gegründeti Tschechoslowakischi Armee isch 1954 in Tschechoslowakischi Volksarmee umbenänt worde. Si isch 1955 em Warschauer Pakt biiträte. 1990 hat si ihre Name wider im Tschechoslowakischi Armee gänderet. 1993 isch si uufteilt worde.

Sport[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Tschechoslowakischi Fussballnationalmannschaft isch mit vier Auftritten bi de Fussball-Weltmeisterschaft 1934 sehr agsehe ksi und hät de zweuti Platz beleit. A de Olympische Sommerspiel 1936 in Berlin hät Tschechoslowakei mit 163 Teilnehmern teil dragno. Sie hät drü Gold- und fünf Silbermedaille gwunme. Die 12. Ishockey-Weltmeisterschaft und 23. Ishockey-Europameisterschaft hät vom 11. bis 20. Februar 1938 in Prag statt gfunde. Dabi hät d Mannschaft vo de ČSR de dritt Platz beleit und hät Bronze kholt. 1947 isch d ČSR im Ishockey de Weltmeister worde. Emil Zatopek hät vier olympischi Goldmedaillen im Langstreckelauf gwunne.

Wirtschaft[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Wirtschaftsentwicklig vom Staat isch sehr unterschidlich ksi. Im Zitrum vo de Erste Republik (1920-1938) ischs de Wirtschaft relativ guet gange und ČSR isch de wirtschaftlich mächtigschti Nachfolgestaat vo Österiich-Ungarn ksii. Durch d Wirtschaftskrise vo 1932-35 ischs Land schwach ksi und Industri isch 40 % zruck gange und es hät zusätzlich no ca. 1 Mio. Arbeitslosi gä. Nach de Erholig sichs em Staat von 1938-39 schlächt gange. Nach dem Zweite Waltchrieg isch d Tschechoslowakei 1946/47 innere witere wirtschaftliche Krise ksi und hat müesse uf Druck vo de Sowjetunion d Teilnahm am Marschallplan zrückzie. Nach dem sich d Wirtschaft zu de Zit vom Sozialismus erholt hät, hät s Land vo 1990 bis 1993 eneuti wirtschaftlichi Problem ka.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Taschenlexikon ČSSR. Bibliographisches Institut, in Zusammenarbeit mit dem Enzyklopädischen Institut der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaft Prag (ČSAV Československá akademie věd Praha), Leipzig 1983 (ohniISBN).
  • Rudolf Chmel, in: Ludwig Richter, Alfrun Kliems (Hrsg.): Slowakische Kultur und Literatur im Selbst- und Fremdverständnis, Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08676-5 (= Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 22, S. 13 ff.).
  • Stephan Dolezel, Karl Bosl (Hrsg.): Die demokratisch-parlamentarische Struktur der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Oldenbourg, München/Wien 1975, ISBN 3-486-44381-X (Vorträge der Tagung des Collegium Carolinum in Bad Wiessee am Tegernsee vom 28. 11. bis 1. 12. 1974).
  • Jörg K. Hoensch: Geschichte der Tschechoslowakei. 3. Auflage, Kohlhammer, Stuttgart 1992, ISBN 3-17-011725-4.
  • Rüdiger Kipke, Karel Vodička: Rozloučení s Československem, Český spisovatel, Prag 1993, ISBN 80-202-0447-4 (tschechisch); deutsch: Abschied von der Tschechoslowakei. Ursachen und Folgen der tschechisch-slowakischen Trennung. Wissenschaft und Politik, Köln 1993, ISBN 3-8046-8803-9.
  • Karel Vodička: Dělení Československa. Deset let poté…, Volvox Globator, Prag 2003, ISBN 80-7207-479-2 (tschechisch).

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Tschechoslowakei – Sammlig vo witere Multimediadateie

Einzelnachwies[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Czech Republic – historical demographical data of the urban centers
  2. Slovakia – historical demographical data of the urban centers
  3. Quellen der Volkszählungsergebnisse: Československá republika – obyvatelstvo, in: Ottův slovník naučný nové doby (Anfang der 1930er Jahre) und infostat.sk