Deutsches Kaiserreich
| Dütschs Riich 1871–1918 |
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| Verfassig | Verfassig vom Dütsche Riich vom 16. April 1871 | ||||
| Amtssprooche | Dütsch | ||||
| Hauptstadt | Berlin | ||||
| Regierigsform | Konstituzionelli Monarchii | ||||
| Staatsoberhaupt – 1871 bis 1888 – 1888 – 1888 bis 1918 |
dr Dütsch Kaiser, Köönig vo Pröisse Wilhelm I. Friedrich III. Wilhelm II. |
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| Regierigschef – 1871 bis 1890 – 1890 bis 1894 – 1894 bis 1900 – 1900 bis 1909 – 1909 bis 1917 – 1917 – 1917 bis 1918 – 1918 |
Riichskanzler Fürst Otto von Bismarck Graf Leo von Caprivi Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst Fürst Bernhard von Bülow Theobald von Bethmann Hollweg Georg Michaelis Graf Georg von Hertling Prinz Max von Baden |
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| Flechi – 1910 |
540.858 km² |
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| Iiwooner – 1871 (1. Dez.) – 1890 (1. Dez.) – 1910 (1. Dez.) |
41.058.792 49.428.470 64.925.993 |
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| Bevölkerigsdichdi – 1871 – 1890 – 1910 |
76 Iiwooner pro km² 91 Iiwooner pro km² 120 Iiwohner pro km² |
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| Wäärig | 1 Mark = 100 Pfennig | ||||
| Gründig – 1. Januar 1871 – 18. Januar 1871 |
Wo d Novämberverdrääg in Chraft dräte si Broklamazioon |
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| Nazionaalhümne | Käini. Kaiserhymne: Heil dir im Siegerkranz |
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| Nazionaalfiirdig | inoffiziell am 2. Septämber (Sedandaag) | ||||
| Zitzoone – 1871 bis 1893 – 1893 bis 1918 |
käi äihäitligi Zitzoone UTC+1 MEZ |
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| Kfz-Kennzäiche – 1871 bis 1907 – 1907 bis 1918 |
käi äihäitligi Regelig D |
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| Charte | |||||
S Dütsche Riich zwüsche 1871 und 1918, amtlig Deutsches Reich, wird im Allgemäine as Dütschs Kaiserriich bezäichnet. In dere Zit isch dr dütschi Nazionaalstaat e konstituzionelli Monarchii gsi, wo bundesstaatlig organisiert und am monarchische Brinzip usgrichtet gsi isch.
S Riich isch gründet worde mit dr Broklamazioon vom pröissische Köönig Wilhelm I. zum Dütsche Kaiser am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal im Schloss Versailles noch em Siig im Dütsch-Franzöösische Chrieg vom Norddütsche Bund und de süddütsche Staate, wo mit em verbündet gsi si. Dr erst dütsch Nazionaalstaat isch uf chläidütscher Grundlaag und under dr Heerschaft vo de pröissische Hohezollere entstande.
Wääred em Kaiserriich isch Dütschland wirtschafts- und sozialgschichtlig dur d Hoochindustrialisierig brägt gsi. Ökonomisch und sozial-strukturell isch in de letschte Joorzäänt vom 19. Joorhundert us eme Agrarland en Industriiland worde. Au d Bedütig vom Dienstläistigssektor isch gwaggse, wo dr Handel und s Bankwääse sich entwicklet häi. Die franzöösische Chriegsreparazioone noch 1871 häi d Wirtschaft no witer aakurblet bis es 1873 zum sogenannte Gründerchrach choo isch, und die langjöörigi Konjunkturkrise, wo vo däm usglööst worden isch, het s Waggsdum für e Zit usbrämst. Das het zwar erheebligi politischi Folge ghaa, het aber an dr strukturelle Entwicklig zum Industriistaat nüt gänderet.
D Gsellschaft het sich stark afo verändere: d Bevölkerig isch rasch gwaggse, d Binnewanderig und d Urbanisierig häi die stedtische und industrielle Zentre versterkt. D Gsellschaftsstruktur het sich wääsentlig veränderet, wil die stedtischi Arbäiterbevölkerig grösser worden isch und – vor allem vo öbbe 1890 aa – au dr nöi Middelstand us Techniker, Aagstellte, und chliine und middlere Beamte sterker worde isch. Die wirtschaftligi Bedütig vom Handwärk und vo dr Landwirtschaft hingege isch eender zrugggange, wemm mä sä uf iiri Biidrääg zum Bruttosozialprodukt beziet. Dr Aadel allerdings het sis hooche gsellschaftlige Brestiisch bhalte und au si vorherrschendi Rolle bim Milidäär, in dr Diplomatii und dr hööchere Zivilverwaltig.[1]
Die inne- und ussepolitischi Entwicklig het dr Otto von Bismarck bestimmt, dr ersti Kanzler, wo vo dr Riichsgründig bis 1890 im Amt gsi isch und am lengste vo alle Riichskanzler gregiert het. Si Regierigszit cha mä in e relativ liberaali Faase, wo vo innepolitische Reforme und vom Kulturkampf brägt gsi isch, und in e eender konservativ brägti Zit noch 1878/79 iidäile. As Zäsur gältet dr Übergang zum Staatsintervenzionismus mit dr Iifüerig vo Schutzzöll, vo dr Sozialversicherig und vom Sozialistegsetz.
Dr Bismarck het sich Müe gee, s Riich ussepolitisch mit eme komplexe Bündnissüsteem abzsichere. In siner Amtszit het au dr dütsch Imperialismus in Übersee aagfange, wenn er au erst spööter intensiviert worde isch. Wäge däm het s immer mee internazionaali Inträssekomflikt mit andere Koloniaalmächt gee, bsundrigs mit dr Wältmacht Groossbritannie.
D Zit noch dr Eera vom Bismarck wird vilmol as s Wilhelminische Zitalter bezäichnet, wil dr Kaiser Wilhelm II. (vo 1888 aa) nochdäm dr Bismarck entloo worden isch, persönlig groosse Iifluss uf d Politik usgüebt het. Allerdings hä drnääbe au anderi Aktöör, wo zum Däil mit em konkurriert häi, e wichdigi Rolle gschbiilt. Si häi d Entschäidige vom Kaiser beiiflusst und wäge däm het s vilmol usgsee, wie wenn si Politik widersprüchlig und unberächebar sig.
D Masseverbänd und Volksbardeie si gwaggse und au d Press het immer mee Bedütig überchoo und mit iire die öffentligi Mäinig. Nit zletscht wäge däm het d Regierig mit ere imperialistische Wältpolitik, mit ere antisozialdemokratische Sammligspolitik und ere populääre Flotterüstig brobiert, mee Understützig vo dr Bevölkerig überzchoo. Ussepolitisch het aber im Wilhelm sis Strääbe noch Wältmacht Dütschland in d Isolazioon driibe und mit dere Politik het s Riich drzue biidräit, ass d Gfoor vom ene groosse Chrieg gröösser worde isch. Wo dr Ersti Wältchrieg[2] schliesslig 1914 usglööst worde isch, isch s Riich in e Meerfrontechrieg verwicklet worde. Au in dr Innepolitik het s Milidäär an Iifluss gwunne. Wo denn aber de Erfolg an de Fronte usbliibe und immer mee Soldaate gfalle si und dr Häimet sich die soziali Noot versterkt het, isch d Monarchii immer weniger populäär worde.
Erst gege s Ändi vom Chrieg isch s 1918 zu de Oktoberreforme choo, wo under anderem bestimmt häi, ass dr Riichskanzler s Verdraue vom Riichsdaag müessi haa. Scho bald druf isch in dr Novämberrevoluzioon d Republik usgrüeft worde, und die verfassigsgääbendi Nazionaalversammlig z Weimar het s Riich 1919 as parlamentarischi Demokratii konstituiert. S hütige Dütschland isch völkerrächtlig mit em Dütsche Riich vom Joor 1871 idäntisch, au wenn sich d Form vo dr Regierig und s Staatsgebiet sithär e baar Mol gänderet häi.
Litratuur [ändere]
Überblicksdarstellige
- Margaret Anderson, Sibylle Hirschfeld (Übersetzung): Lehrjahre der Demokratie – Wahlen und politische Kultur im Deutschen Kaiserreich. Steiner, Stuttgart 2009 ISBN 978-3-515-09031-5.
- Volker Berghahn: Das Kaiserreich 1871–1914. Industriegesellschaft, bürgerliche Kultur und autoritärer Staat (= Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte; Bd. 16), 10., völlig nöi bearb. Ufl., Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-608-60016-2. (Rezension)
- Ewald Frie: Das Deutsche Kaiserreich (= Kontroversen um die Geschichte). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-14725-1.
- Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1996, ISBN 3-548-26557-X.
- Heinrich Hirschfelder, Wilhelm Nutzinger: Das Kaiserreich 1871–1918. 2. Auflage, Bamberg 1999, ISBN 3-7661-4632-7.
- Gerd Hohorst, Jürgen Kocka, Gerhard Ritter: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch Bd.2: Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870–1914. Münche 1978, ISBN 3-406-05406-4.
- Matthew Jefferies: Imperial Culture in Germany, 1871–1918. Palgrave Macmillan, Basingstoke [u. a.] 2003, ISBN 1-4039-0421-9.
- Wilfried Loth: Das Kaiserreich. Obrigkeitsstaat und politische Mobilisierung. dtv, München 1996, ISBN 3-423-04505-1.
- Martina G. Lüke: Zwischen Tradition und Aufbruch. Deutschunterricht und Lesebuch im Deutschen Kaiserreich. Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-56408-0.
- Sven Oliver Müller, Cornelius Torp (Hrsg.): Das Deutsche Kaiserreich in der Kontroverse. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttinge 2009, ISBN 978-3-525-36752-0.
- Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866–1918. Arbeitswelt und Bürgergeist. Beck, Münche 1990, ISBN 3-406-34453-4.
- Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866–1918. Machtstaat vor der Demokratie. C.H. Beck, Münche 1992, ISBN 3-406-34801-7.
- Michael Stürmer: Das ruhelose Reich. Deutschland 1866–1918. Berlin 1983, ISBN 3-442-75526-3.
- Hans-Peter Ullmann: Das deutsche Kaiserreich 1871–1918. Suhrkamp, Frankfurt 1995, ISBN 3-518-11546-4.
- Volker Ullrich: Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871–1918. 5. Aufl., Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-11694-5.
- Volker Ullrich: Deutsches Kaiserreich. Fischer Kompakt. Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-15364-6.
- Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttinge 1973, ISBN 3-525-33542-3.
- Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der deutschen Doppelrevolution bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. 1849–1914. Beck, Münche 1995, ISBN 3-406-32490-8.
- Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte 1806–1933. Bd. 1, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-463-6.
D Era Bismarck
- Wolfgang J. Mommsen: Das Ringen um den nationalen Staat. Die Gründung und der innere Ausbau des Deutschen Reiches unter Otto von Bismarck, 1850 bis 1890. Propyläen-Verlag, Berlin 1993 (= Propyläen Geschichte Deutschlands 7/1), ISBN 3-549-05817-9.
Die Wilhelminischi Epoche
- Wolfgang J. Mommsen: Bürgerstolz und Weltmachtstreben. Deutschland unter Wilhelm II. 1890 bis 1918. Berlin 1995 (= Propyläen Geschichte Deutschlands 7/2), ISBN 3-549-05820-9.
- John C. G. Röhl: Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik uf books.google.de. C.H. Beck, Münche 1988 (TB 2002), ISBN 978-3-406-49405-5.
- John C. G. Röhl: Wilhelm II., C.H. Beck, Münche 1993–2008:
- Band 1: Die Jugend des Kaisers, 1859–1888 uf books.google.de. Münche 1993, ²2001, ISBN 3-406-37668-1.
- Band 2: Der Aufbau der Persönlichen Monarchie, 1888–1900 uf books.google.de. Münche 2001, ISBN 3-406-48229-5.
- Band 3: Der Weg in den Abgrund, 1900–1941. München 2008, ISBN 978-3-406-57779-6. (online-Rezension von Lothar Machtan, Institut für Geschichtswissenschaft, Universität Bremen auf H-Soz-u-Kult)
S Kaiserriich und dr Erst Wältchrieg
- Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 (1961), Droste 2000 (Nachdruck der Sonderausgabe 1967), ISBN 3-7700-0902-9.
- Jürgen Kocka: Klassengesellschaft im Krieg. Deutsche Sozialgeschichte 1914–1918. Göttinge 1978, ISBN 3-525-35984-5.
- Gunther Mai: Das Ende des Kaiserreichs: Politik und Kriegführung im Ersten Weltkrieg. Münche 1993, ISBN 3-423-04510-8.
Weblingg [ändere]
S dütschsprochig Wikisource hät Originaltegscht zum Thema „Historische Rechtstexte zum Deutschen Kaiserreich“.
- Das Kaiserreich Umfangriichi Site vom Dütsche Historische Museum
- Gsetz, wo d Verfassig vom Dütsche Riich vom 16. April 1871 beträffe
- documentArchiv.de – Dokumänt über s Dütsche Kaiserriich, u. a. Sammlig vo Rächtsnorme, wo in dr Zit vo 1870/71 bis 1918 erloo worde si
- Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reichs um 1900/1910
- Überblicksartige Monographie zum Kaiserreich von Gerd Feser (PDF) (296 kB)
- Reichstagsprotokolle 1867–1895
- Deutsche Geschichte in Bildern und Dokumenten. 1866–1890, 1890–1918 (engl.)
- HGIS-Germany – historisch-geographisches Informationssystem der deutschen Staatenwelt seit 1815 (konkret: 1820–1914)
- Innen- und Außenpolitik im Kaiserreich
- Überblicksseite zu den Reichstagswahlergebnissen zwischen 1867 und 1918 (Tabellen bezüglich Parteien, Stimmenanteilen, Mandaten etc.)
- Bundesarchiv: Die Reichskanzler des Deutschen Reiches 1871 bis 1918
[ändere] Fuessnoote
- ↑ F.-W. Henning: Die Industrialisierung in Deutschland 1800 bis 1914. Schöningh, Paderborn 1973, S. 203 ff.
- ↑ Im änglische Sproochruum het sich dr Naame „Groosse Chrieg“ as Sünonüüm für en Erst Wältchrieg erhalte.