Schwäbische Schreibweisa vo professionelle Autora

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Dialäkt: Schwäbisch

Firs Schreiba vom schwäbischa Dialekt geit’s – wia fir andre Mundarda au – koine eiheitliche Regla. Drom hot sich jeder schwäbische Autor sei oigena Schreibweis zuaglegt. Dui weicht oft mehr odr weniger vo dr Hoch-Schreibweis ab. Es folget a baar Beispiilssätz vo einige Autora aus vorschiidene schwäbische Regiona vom Barock bis en d Gegawart, wo zeiga sollet, welche Ondrschiid doo meglich send. Als professionell geldet en deam Artikl soddiche Schreiber, wo (zomendescht zom Doil) Biacher em Dialekt vorfasst hend.

Rosemarie Bauer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1936 z Metzenga, se schreibt ihre schwäbische Werk meischdens zamma mit dr Doris Oswald, wo em gleicha Johr en dr gleicha Stadt uff d Welt komma ischt, so au beim folgenda kloina Ausschnidd aus oim vo selle zwoi ihre Gedicht.)

Dr Feldschpion

Ben i heit da Feldweag na,
seng tiri, tirallala,
mitem Fernglas auf dr Nas
pirsch i mi durchs hohe Gras.
Guck ond bässle, was bassiert,
was zom Gucka sich rendiert.

(aus: Klärle, ons lauft d Zeit drvo, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 2. Ufflag 1993, ISBN 3-87421-166-5)

Sebastian Blau[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1901 z Raodaburg am Necker, † 1986 z Samedan em Kanton Graubinda)

„Kender, froget uire Leut,
obs et ebbes z schleifet geit:
Beile’, Hope’, Schere’, Messer –
brengets nao, je maih, je besser,
daß des Gschäft ao ebbes trait”,
hot dr Schereschleifer gsait.

(aus: Dr Scheraschleifer us-em Buach Die schwäbischen Gedichte des Sebastian Blau, Deutsche Verlags=Anstalt, ohne Johresoogab ond ohne ISBN-Nommer)

Franz Georg Brustgi[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1903 z Ötlenga – heitzodag a Stadtdoil vo Kirche ondr Teck, † 1991 z Waldburg em Landkreis Raveschburg[1])

„Ma‘! Ma‘!“ schreit mitten in der Nacht das Weib auf. „Ma‘, stand schnell auf, ‘s ischt e Maus en dr Schlofkammer!“„Laß mr mei Rueh! Was goht des mi a‘?“ brummt der Mann; „i be doch koi Katz!“

„Mr woißt jo nemme, was mr tue soll“, meint der Riedmoserbauer, „allweil hoißt‘s, ma soll d‘ Wasserkraft besser ausnutze, und sobald mr en Schoppe Wasser en d‘ Milch schütt‘, wurd mr ei‘gsperrt.“

(aus: Heiteres Schwabenbrevier von Tübinger Goge und Stuegerter Früchtle, von de Älbler und dene vom Ober- und Unterland, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1959, ohne ISBN)

Michel Buck[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Michel Buck uff-ra odadirda Uffnahm

(* 1832 z Aedenga, † 1888 z Ehenga an dr Donau

Dor Text leid en drei Fassonga vor, dia må sich vonenandor ondorschaeded. Älle drei zaeged-se edd edd em Buck sae åegena Schreibweis, weil älle Rausgäbor en sae originala Schreibweis aegriffa hend.

Dor aerschde Rausgäbor, dor Friedrich Pressel schreibd-s als oenzichor offa[2]. Dor zwåede, dor Sebastian Blau håd em Pressel sae Form weidor vorendored, schreibd aber niggs dorvo. De dridde, dor Helmuth Mojem ond d Monika Wolf[3], hend em Pressel sae Ausgab ao leichd vorendored, schreibed abor wia dor Sebastian Blau niggs dribor.

Nåchfolgend d aerschde zwåe Ausgaba zom Vorgleich:

Uffm Bussa Textform I [4] (Friedrich Pressel)

Siehscht du d Schnaiberg dött am Himmel,
wo se ouffstahnt uffam Boda?
S Land drum, des de Riesaschimmel
Bärig noufgôht bis an d Knota?

Seall ischt d Schweiz, und des ischt Schwôba,
S Milland s oi’ und s Brodland s ander –
So hôt jedas seine Gôba.
Jetz, nô welam thuat mers ahnder?

Siehni dött da Schnai so glüaha,
In der Ôbedsonn vergloschta,
Siehni dô des Land so blüaha,
Ka’n a Liabi dô verroschta?

Uf em Busse’[5] Textform II [6] (Sebastian Blau)

Siehst du d Schnaiberg dött am Himmel,
wo se aufstahnt uffam Bode’?
S Land drum, des de Riese’schimmel
bärig naufgôht bis an d Knote’?[7]

Seall ist d ‘Schweiz, und des ist Schwôbe’,
s Milland[8] s oi’ und s Brotland s ander –
so hôt jedes seine Gôbe’.
Jetz, nôh welam tuat mrs ahnder?

Siehni dött de’ Schnai so glüahe’,
in dr Obedsonn vergloste’,
siehni dô des Land so blüahe’,
ka’n e’ Liabi dô verroste’?

Cäsar Flaischlen[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Cäsar Flaischlen

(* 1864 z Stuegert, † 1920 z Gundlsheim)

Uf ’m Bah’hof

Do stand i ond stand en de Bode me nei,
guck d’ Glois naus, ond guck ebbe doch nex rei.

„Verspäteng!“ Natürlich! ond ist’r nô henn,
nô bist du womöglich erst net emôl drenn.

Drom wann d’emôl wieder so wegroisa witt,
nô machet m’r s gscheidter: nô fahr’ i glei mit.

(Quell: dr Cesar Flaischlen uff-ma Internet-Pordal[9])

Otto Keller[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1875 z Stuegert, † 1931 z Stuegert)

Eigentlich isch’r gar koi richtiger Freind von mir gwea, dr Karle, ‘r war meh a guater Bekannter – a Johres fufzeah han’n kennt, vielleicht au no a bißle länger. Er isch em großa ond ganza a guater Kerle gwea, ond wenn ebbes an’m ausz’setza gwea isch, no bloß des oine, daß’r älle vier Wocha a-n-andre Beschäftigong g’het hot. Liabe Zeit, was isch der Kerle net scho älles gwea! Annoncesammler, Reschärschör fir a Auskonftei, Buachhalter beim Viehhändler, Reisender en a Stucker zwanzig Branchena, Dedektiv bei dr Wach- ond Schließg’sellschaft, ond dr liabe Hemmel woiß, was no älles.

(aus: Dr Karle Schlotzer em Buach ‘s End vom Liedle, Verlag Karl Knödler Reutlingen, ISBN 3-87421-118-5)

August Lämmle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1876 z Ludwigsburg, † 1962 z Leaberg)

Steig nuf de Berg, guck naus ens Land,
was miar e schöne Hoimet hant!
Do leit für sich e kleine Welt,
drom rom send Berg ond Hügel gstellt,
ond drüber ist dr Hemmel deckt,
ond dronter ist dui Welt versteckt.

(aus: Schwobeland, entnomma us-em Lesebuch für die Volksschulen für das 5. und 6. Schuljahr, Gemeinschaftsverlag der Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart und Badenia, 1956, ohne ISBN)

Armin Lang[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Armin Lang zwischa seine zwoi Gschepf

(* 1928 z Holzkircha, † 1996 z Stuegert)

(A Zwiigespräch zwischa de Zeichentrick-Figura Äffle ond Pferdle uff-em Arbeitsamt)

Äffle: Halloli, i möcht mi als Arbeitsloser melda!
Pferdle: Beruf?
Äffle: Kauboy!
Pferdle: Wo willsch denn schaffa?
Äffle: In Schtuttgart!
Pferdle: Aber do gibts doch koine Rindviecher!
Äffle: Hosch du a Ahnong, deswega bin i ja do!

(aus: Pferdle & Äffle – Viecher send au blos Menscha!, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 1993, S. 50, ISBN 3-8062-1087-X)

Bernd Merkle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1943 z Esslenga am Necker)

D Ahna

Voller Ronzla isch ihr Gsichd,
sauber hot se s Hoorwerk grichd,
so hockt se en dem Lehnstuahl drenna
ond om se rom, do scherrad Henna.

D Brill rutschd faschd von ihrer Nos,
am Bächle dronda schnäddred d Gos,
ond s Kätzle schnurrad uff am Schoß,
ond s Stricka, des hot d Ahna los.

(aus: So semmer hald, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1987, ISBN 3-87421-155-X)

Eduard Mörike[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Eduard Merike uf ra Lidografii vom Bonaventura Weiß us em Johr 1851

(* 1804 z Ludwigsburg, † 1875 z Stuegert)

Ufam Kirchhof am Chor
Blüeht a Blo-Holder-Strauß,
Do fleugt a weiß Täuble,
Vors taga tuet, aus.

Jetzt kenn i mein Schatz
Und sei linneweiß Gwand,
Und sei silbernes Ringle
Von mir an der Hand.

Drei Wocha vor Ostra,
Wanns Nachthüehle schreit,
Do macha mer Hochzig,
Mei Schatz hot mer’s gsait.

(aus: Das Stuttgarter Hutzelmännlein)

Doris Oswald[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1936 z Metzenga, se schreibt ihre schwäbische Werk meischdens zamma mit dr Rosemarie Bauer. Drom wuud auf da kurza Ausschnidd vom langa Gedicht Der Feldspion vorwiisa, wo weider oba zitiirt ischt.)

Rudolf Paul[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1933 z Kirche)

(1) Dr Herrgott ischd mae Hirt,
fehla duet mr s an nex.
(2) En saftige Wiesa läßt’r me lagera,
an ruhige Wässerla führt r me nô.
(3) Mae Seel frischd r emmer wieder auf,
r führt me auf de richdige Weg,
des ischd r saem Nåma schuldig.
(4) Au wenn e durch en donkla Talgrond wandere,
brauch i koe Ohael fürchta, weil du bei mir bist;
dae Stecka ond dae Prügel machat me sicher.

(aus: Bibel für Schwoba, Psalm 23, Vers 1–4)

Dor Rudolf Paul isch oenor vo de weniche Autora, dia må Auskonfd gäbbed, wia-se ir Schreibweis durchdenggd hend[10]: å schreibd-or fir Nasal-laut, dia må vom-a a härkommed, ô fir älle Nasal-Laud, dia må vo e, i ond o härkommed.

Ondorschaeda duad-or en saneor ganza Bibl konsequend zwisch-em aldhochdeidscha Diphthong ae ond-em middlhochdeidscha Diphthong ei, em Beisbiil oba also mae, saem, Ohael usw. näaba bei, ond dåelweis zwischa aldhochdeidsch ao [aǒ] ond middlhochdeidsch au [ou].

Ausordem schreibd-or schwäbisch-phoneddisch ae ond oe sdadd hochdeidsch beaeflussd ai ond oi, em Beisbiil oba also mae, saem, Ohael ond koe, sdadd mai, saim, Ohail ond koi. Edd ganz konsequend isch dorgega ischd (sch fir [ʃ] ond wåechor Auslaud d) diräggd näaba bist (s fir [ʃ] ond hardor Auslaud t), so ao an andore Sdella en saenor Bibl.

Gerhard Raff[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Gerhard Raff mit seira „Wirtemberg“-Trilogii

(* 1946 z Stuegert)

A Seel vom a Mensche

Sie werdet den Hermann Scheufele net kenne aus Ontertürkheim. Der isch anno 29 en dere schlechte Zeit nüber nach Amerika. Hot eigentlich Mechaniker glernt ghet, aber des hend se seinerzeit koine braucht en Kalifornie. Noch isch’r halt Moler worde. Ond hot sei Sach so guet gmacht, daß’r bald sei oigener Herr gwä isch. Ond des hot sich romgsprocha mit dr Zeit, daß es beim Scheufele koin Bschiß gibt ond koin Pfusch. Ond dui ganz Hottwollee vo Hollywood isch sei Kondschaft worde. Ond do hot’s Leut dronter, die hend Geld wie Heu ond badet en goldene Badzuber. Wenn die wölltet, könntet se heut mittag no ganz Kaltetal[11] uffkaufe ond hättet emmer no a volls Bortmonnee.

(aus: Herr, schmeiß Hirn ra! – Die schwäbischen Geschichten des Gerhard Raff, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, 1993, ISBN 3-421-06257-9)

Rösle Reck[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1929 z Wilfenga, heitzodag a Ortsdoil vo Dachsberg em Südschwarzwald)

Erntedank-Gebet vo-ma schwäbischa Bauer

Heit mecht i Dir danka, Herr,
fir dia Gaba, wo Du huier
wieder gea hoscht, daß mein Kär[12]
ebavol ischt ond mei Schuier.

D’ Frucht hot ausgea, Geaschta, Woiza
haun-i uf dr Laube doba.
‘s Ackerfueter vo de Hoiza
ond mei Hai, i kas bloß loba.

(aus: Älles ischt menschlich, Schwäbische Gedichte von Rösle Reck, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1986, ISBN 3-87421-145-2)

Manfred Rommel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1928 z Stuegert, † 2013 au en dera Stadt)

Im Wirtshaus

Karle zu Fritz: „Mußt du net hoim?“ – Fritz: „Noi, mei Frau ischt ein Engel!“ – Karle: „I muß gange, meine lebt noch.“

(aus: Schwäbisches Allerlei, Hohenheim Verlag, Stuttgart, Leipzig, 2009, S. 81, ISBN 978-3-89850-170-5)

Sebastian Sailer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Sebastian Sailer

(* 1714 z Weißahorn, † 1777 z Obermarchtal)

Gott Vater

Nuits ist nuits und wead nuits weare’
drum hao’n i wölle’ e’ Wealt gebäare’,
grad um dui Zeit,
wos nimme viel schneit
und bessere Lüftle’ geit.

I bi schao’ längst mit dem Wease’n umgange’,
do denk i endli, will’s gaoh nu’ im Früahling a’fange,
wenn d Lerche’ singet und kummet dia Schwalme’,
wenn der Schnai vergôht und blühet die Palme’.
Nôhdeam i gschlôfe’ wenig Nächt,
hao’n i dächt:
Jetz will i gaoh’ dra’, weils an mer ist,
im Name’ des gekreuzigte’ Hearre’ Jese’ Christ.

(us-em Sengspiil Die Schwäbische Schöpfung, dr Ofang vom erschda Uffzug, entnomma us-em Buech ob denn die Schwaben nicht auch Leut wären … vom Sebastian Blau, Kapitel 10 Klassiker, Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen, 1967, ohne ISBN)

Paul Schmid[ändere | Quälltäxt bearbeite]

a Plakat vom Paul Schmid seim Enkele Oliver Michael Gutmann

(* 1895 z Sulz am Necker, † 1977 z Sulz am Necker])

Ode auf Stuttgart

I ben vom Land rei ond ganz gwiiß koi’ Städter
Ond doch de rechte Weg von Dir entzückt.
Ich liebe Dich. I mag de. (Des klengt netter.)
Vorausgesetzt, dass Dir an mir was liegt.
---
Ob Du net manchmol au beim Autotuten
An selle schöne, alte Zeite’ denkst,
Wo Du e’ Garte’ gwä’ bist, in dem Stuten
Sich tummelt hent, vermutlich ohne Hengst?

(Quell: Thomas Faltin: Der ‚Kunstmüller‘ kommt neu zu Ehren, a Artikel en dr Stuegerter Zeidong vom 7. Okdober 2013, Ausgab fir da Kreis Beblenga,
S. 16)

Heinz-Eugen Schramm[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1918 z Ulm, † 1998 z Diibenga)

D’ Goge’

Dronte’ rond om d d‘Mordiogaß
leabt e bsondre Mensche’raß:
Leut wia Bööm send des mit Möckel
härter noh wia Backstoi‘bröckel.

Aber enne’ dren – potz Blitz! –
hocket viel Verstand ond Witz,
ond se wisset vieles besser
wia so mancher Herr Professer.

(aus: Tübinger Gogen-Witze, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 52. Ufflag 1984, hendrer Omschlagdeckel, ISBN 3-87421-099-5)

Thaddäus Troll[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1914 z Stuegert, † 1980 z Stuegert)

No ben e halt gschwend nomgfloga noch Sidney, ond glei vom Flugplatz aus han e sellem Kerle telefoniert. ‘sisch am Samschdich gwesa, ond do hen dia gsagt, er sei scho seit Freidich em Weegend ond komm erscht am Mondich wieder. Drom kommet dia Kerle au uf koin greana Zweig! Nô han e gsagt, saget ehm doch Bscheid, daß i mit ehm schwätza muaß, er soll gfellichscht aus’m Weegend zrickkomme. No hen dia bloß glacht. Er sei achthondert Kilometer weit weg em Busch. Wisset Se, des isch so weit wia Markgrenenga von Hamburg.

(aus: Deutschland deine Schwaben, 4. Kapitel Das Bäuerliche, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1967, ISBN 3-455-07740-4)

Werner Veidt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1903 z Erfurth[13], † 1992 z Baggena)

D’ Adlerwirte von Rosenau
Ischt e liebe alte Frau.
Von weit ond breit, von nah ond fern,
Jeder hot des Weible gern.

Se ischt beliebt im Schwobeland,
Ihr guete Küche ischt bekannt,
Ond wer gern trinkt e Fläschle Wei’,
Kehrt bei dr Adlerwirte ei’.

(aus D’ Adlerwirte von Rosenau us-em Buach i möcht amol wieder a Lausbua sei, Verlag Karl Knödler Reutlingen, ISBN 3-87421-037-5)

Friedrich E. Vogt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1905 z Stuegert, † 1995)

Han scho’ emmer d Bänkla möga!
Hättst mit zwanzg mi gfrògt, worom,
hätt ganz oi’fach gsagt: „Ha, komm,
d Bänkla send zom Liaba do!”

(aus: Von de Bänkla us-em Buach Täätsch-Zeit, Verlag Karl Knödler, Reutlingen, 1973, ISBN 3-87421-039-1)

Dor Friedrich E. Vogt isch oenor vo de ganz weniche Autora, dia må sich ibor ihr Schreiweis Gedangga gmachd hend. Mor fended-se ausfirlich en saem Biachle "so ischs!" uff de Seida 78-80[14] ond en saem Buach "schwäbisch in Laut und Schrift S. 184-187.[15]. Ondor andrem schreibd-or dia siiba schwäbische Haobdvokal als "a, ä (konsequend "ä", nicht wie oft hochdeutsch als "e"), e, i, o, ò, u", also z. B. "Mässer" (Messer) oder "Blòòs (Blase). Nasalirde Vokal schreibd-or so, dass-or a Auslassungszåecha dranãhengd, also z. B. "a´ Ma´" (ein Mann), "he´" (hin, kaputt), oi´fach (einfach) ond "Moo´" (Mond).

Alfred Weitnauer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

(* 1905 z Kempta em Allgai, † 1974 z Obergenzburg)

Aber des sag i ui: Wemmr des Jesuskindle auskommt – a was, auskommt – es isch mr ja scho so guet wie auskomme – sind ganz alloi Dir schuld. Hättet Dir d’Adress gfunde, wie n es uier Pflicht und Schuldigkeit gwea wär, hätt ma beizeite zue deam Kindle luege könne und a Engele draus mache. Es wär uns alle wöhler gwea, au deam Kindle. Land’s nu groß weare, des wachst ui über de Kopf! Mit deam Jesuskindle stoht uns allmitanand koi Lieb it auf, Dir wearets verleabe! Auf d’ Schriftgelehrte und Pharisäer hot as jetz scho an Bick, obwohl’m die durch ihr Dummheit ‘s Leabe grettet hand. Aber i, i komm durch uier Dummheit in die Geschicht nei wie der Pontius ins Credo.

(aus Drei Könige im Schwabenland, Schlussmonolog vom Herodes, Allgäuer Zeitungsverlag Kempten, 1979, ISBN 3-88006-019-3)

Carl Borromäus Weitzmann[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Carl Borromäus Weitzmann en seim ledschda Lebensjohr

(* 1767 z Mondergenga, † 1828 z Ehenga an dr Donau)

Tod

Staoh’t auf, staoh’t auf, ihr faule Schwänz!
Ihr Beattelleut und Exallenz!
Vergeasset Haut und Knoche’ it
und neahmet uire Sünde’ mit!
Brr dumdumdum, brr dummdummdumm.

Denn euer Ärgster sitzt beim Gricht
und hôt de’ Schnauzbart scho em Gsicht.
Er hôt en Türke’säbel a’
und d Wôg vom Metzger Bastia’.
Brr dumdumdum, brr dumdumdum.

Und dear si zua de Schôf bekennt,
deam wead sei’ Nam ufs Hiare’ brennt;
und dear si num schlait zua de Böck,
dean zoichnet ma’ mit Tuifelsdreck.
Brr dumdumdum, brr dumdumdum.

(us dr Komeede Das Weltgericht oder Der schwäbische Jupiter in seinem Grimme, dr Ofang vom zwoida Uffzug, entnomma us-em Buech ob denn die Schwaben nicht auch Leut wären … vom Sebastian Blau, Kapitel 10 Klassiker, Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen, 1967, ohne ISBN)

Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Franz Georg Brustgi uf deutsche-digitale-bibliothek.de
  2. Vgl. Buck Bagenga, hrsgeg. von Friedrich Pressel, Heilbronn 1891, S. 71f
  3. Michael Buck, Bagenga', Sämtliche Dialektdichtungen, herausgegeben und kommentiert von Helmuth Mojem und Monika Wolf, Konstanz 2005
  4. Michael Buck, Bagenga, Oberschwäb. Gedichte, herausgeg. von Friedrich Pressel, Heilbronn 1891, S. 90f.
  5. Zom bessra Vorstendnis sei erwehnt, dass dr Busse als heiliger Berg vo Oberschwaben gildet.
  6. Entnomma aus-em Buech Ob denn die Schwaben nicht auch Leut wären … vom Sebastian Blau, Kapitel 10 Klassiker, Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen, 1967, ohne ISBN.
  7. Knote = Knöchel
  8. Milland = Milchland
  9. Aber weh do’ hot s! Vom Haselnußroi’ Derhoim ond Drauße uf azkurs.org
  10. Bibel für Schwoba S. 12
  11. Kaltental ischt a Stadtdoil vo Stuegert
  12. Kär = Keller
  13. Dr Werner Veidt isch zwar en Thiirenga uff d Welt komma, abr scho als Kend mit seine Eltra ens Schwobaland omgsiidlet.
  14. Friedrich E. Vogt, so ischs!, Stuttgart 1978, ISBN 3 7984 0385 6
  15. Friedrich E. Vogt, schwäbisch in LAUT UND SCHRIFT, Stuttgart 2. Aufl. 1979, ISBN 3 7984 0340 6