Präz

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Wappe
S Wappe vo Präz
Basisdatä
Staat: Schwiiz
Kanton: Graubünde (GR)
Region: Region Viamalaw
Gmeind Cazis
PLZ 7424
Koordinate: 749901 / 17766646.7333289.4000051200Koordinaten: 46° 44′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O; CH1903: 749901 / 177666
Höchi: 1200 m ü. M.
Flächi: 11,35 km²
Iiwohner: 159 (31. Dezämber 2009)
Website www.praez.ch
Präz

Präz

Charte
Charte vo Präz
ww

Präz (rätoromanisch Prez im örtliche Dialäkt, Preaz im sutselvische Schriftidiom) isch e Dorf i de politische Gmeind Cazis, Region Viamala, Kanton Graubünde.

Geografii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Präz lait am öschtliche Abhang vum Heinzeberg un isch de nördlichst Ort am Heinzeberg. Näbem Huufedorf Präz bstoot de Ort uss de Wyyler Dalin (romanisch Dagliegn; 1236 m ü. M.) un Daschlinas (rom. Raschlegnas; 800 m nordöstlich vum Dorf; 947 m). Unterhalb vum Dorf sind d Ruine vo de Burg Heinzeberg.

Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Präz

Zum erschte Mool urkundlich erwäänt wird Präz 1290/98 als Paretz. D Burg Heinzeberg unterhalb vo Präz isch de Sitz vo de Landsherre gsi, zerscht vo de Vazer, deno de Werdeberger un de Rhäzünser. 1475 isch d Herrschaft ohni d Burg aa de Bischof vo Chur cho. Syt 1505 het Präz chilchlich zue Portein ghört. 1525 isch de Ort zum reformierte Glaube überträtte. 1709 sin di letschti Herrschaftsrächt vum Bischof ussgchauft worde. D Fahrstrooss isch 1904 fertiggstellt worde.

Syt em 1. Januar 2010 ghört di ehemolig politisch Gmeind zämme mit Cazis, Portein, Sarn un Tartar zur neue Gmeind Cazis, isch also e Frakzion vo Cazis.

Bevölcherig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Yywohnerentwigglig
Joor 1803 1850 1900 1950 2000 2005 2009
Yywohnerzaal 286 303 201 231 178 170 159

Sprooche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ursprüngli isch z Präz Sutsilvanisch, e rätoromanischi Mundart gschwätzt worde. Präz isch zwar die Gmeind am Heinzeberg, wo sich s Romanisch am lengschte het chönne halte, einewäg isch de yyheimisch Dialäkt hüt fascht ussgstorbe. D 90%-Schwelle isch scho bi de Volchszäälig vo 1880 chnapp mit 89,9 % unterstritte worde. No 1941 hen 58,7 % s Romanisch als Muettersprooch aagee; d Mehrheit hets 1960 verlore. 1990 hen no öbe 20 % aagee dass si Romanisch schwätze; 2000 sin es aber numme no 8 % gsi. De yyheimisch Dialäkt wird no vo ei bis zwei Dutzend Lüt gschwätzt, wo aber nümmi alli vor Ort wohne.[1] No bis in d 1950er isch es in mangi Familie mit de Chinder gschwätzt worde un bis in d 1960er isch uff de Gass näbem Dütsche au Romanisch gschwätzt worde.[2] Uss de 1980er wird deno aber berichtet:

In unseren Tagen redet man einzig in Präz und Dalin in beschränktem Mass in der Familie Romanisch. Die Schuljugend spricht ausschliesslich Deutsch mit den Eltern. [...] Je länger desto häufiger unterhalten sich auch Romanen in Präz und Dalin auf Deutsch. [...] Romanisch wird ausschliesslich im familiären Bereich und selten im Gruppenbereich gesprochen, allerdings auch dort nur, wenn es sich um angestammte Teilbereiche innerhalb des Haushaltes und der Landwirtschaft handelt.

Clau Solèr, Theodor Ebneter - 1988: Romanisch im Domleschg[3]

D Schuel isch no im ganze 19. Joorhundert zweisproochig gsi. Debi het, im Gägesatz zue de meischte andre Gmeinde am Heinzeberg un im Domleschg, s Romanisch schynts en starchi Stellewärt gha. 1838 isch zwar im Schuelbericht au Dütschunterricht belait, aber no 1895 isch s Dütsch in de 2. oder 3. Klass numme als Fremdsprooch unterrichtet worde, un ersch in de 5. oder 6. Klass als Unterrichtssprooch yygfiert worde. Um d Joorhundertwendi isch aber numme no Dütsch unterrichtet worde. Au in de 1930er, wo vili Gmeinde in de Gegend 1-3 Stunde Romanisch in de Wuch yygfiert hen, isch mer z Präz numme bim Dütsche blibe. 1945 isch aber en romanische Chindergarte, e Scoleta, eröffnet worde. Gleitet worde isch d Scoleta vo de Anna Capadrutt, wo als e bsunders engaschierti Persönligkeit für s Romanisch gilt. 1950 het mer au wider e paar Romanischstunde yygfiert. Die Stunde sin im Verglych zue andri Gmeinde in de Gegend sehr übig gsi, wie de Mathias Kundert schrybt: „Das Program der Unterstufe umfasste Gesang, Gedichte, Verse, Übersetzungen und bis in die 1960er-Jahre sogar Romanischschreiben. Es ist anzunehmen, dass zu Beginn der 1970er-Jahre in keiner anderen Gemeinde der Region noch so engagiert romanisch unterrichtet wurde wie in Präz.[4] Einewäg sin es immer numme hööggschtens 2 Stunde pro Wuch gsi, was d Romanischkenntniss nit het chönne noochhaltig feschtige. Hüt chönnte aber no vili ehemooligi Schieler einewäg no guet Romanisch verstoo. Wo d Anna Capadrutt im Joor 1979 d Arbet uffgee het, isch d Scoleta gschlosse worde, un au de Romanischunterricht isch nümmi wytergfiert worde.[5]

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5
  • Kundert, Mathias: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg (19./20. Jahrhundert). Kommissionsverlag Desertina, Chur 2007, ISBN 978-3-85637-340-5.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Präz – Sammlig vo Multimediadateie

Fuessnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Frogg 2006 in Kundert 2007, pp.69
  2. Kundert 2007, pp. 68
  3. Kundert 2007, pp. 69
  4. Kundert 2007, pp. 70
  5. Kundert 2007, pp. 71