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Gailinge am Hochrhi

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Wappe Dütschlandcharte
Wappe vo dr Gmei Gailinge am Hochrhi
Gailingen am Hochrhein
Dütschlandcharte, Position vo dr Gmei Gailinge am Hochrhi fürighobe
Koordinate: 47° 42′ N, 8° 45′ O
Basisdate
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Übergang vo Hoch- zu Nideralemannisch
Regionalvariante: Übergang vo Hochrhii- zu Bodeseealemannisch
Lokalvariante: Gailingemerisch
Bundesland: Bade-Württebärg
Regierigsbezirk: Friburg
Landchreis: Konschtanz
Höchi: 469 m ü. NHN
Flächi: 13,2 km²
Iiwohner:

2976 (31. Dez. 2022)[1]

Bevölkerigsdichti: 226 Iiwohner je km²
Poschtleitzahl: 78262
Vorwahl: 07734
Kfz-Chennzeiche: KN
Gmeischlüssel: 08 3 35 026
Adress vo dr
Gmeiverwaltig:
Hauptstraße 7
78262 Gailinge am Hochrhi
Webpräsenz: www.gailingen.de
Burgemeischter: Thomas Auer
Lag vo dr Gmei Gailinge am Hochrhi im Landchreis Konschtanz
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Karte

Gailinge am Hochrhi isch e Dorf am Hochrhi isch e schtaatlich anerkannte Erholungsort. S'liit im Süde vum Hegau im Landkreis Konschtanz i Bade-Württeberg. In dr Amtssproch chennts mer au als Gailingen am Hochrhein, a de Fasnet säget si au Gelagé (sell wird „Gelaschee“ uusgschproche). Hütztag wohnet i sellem Dorf rund 3000 Lüt.

Geografii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Geografisch Log[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Gailinge liit im Süde vum Hegau am Hochrhi ufenere Höhi vu 400 bis 630 Meter überem Meeresschpiegl. 's Dorf ziet sich am Südhang vum Rauheberg und ufere alti Flussterrasse vum Rhi hii, iigrahmt vu Wald uf de Bergsite und im Oschte und Felder im Weschte.

Die alti Flussterrasse bricht relativ steil zum Fluss ab und bütet gueti Häng für de Wiiabau. Bi Fön hätt mer en fantastische Blick uf d' Alpekette, die sich denn am ganze Horizont erstrecke. Direkt gegenüber vu Gailinge liit 's chlini und wege sinere mittelalterliche Architektur uusgschproche hübschi Städtli Diessehofe.

Nochbergmeinde[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D' Gmeind grenzt im Norde a de Gottmadinger Ortsteil Randegg, im Oschte ad' Schwiizer Gmeinde Buäch und Ramse im Kanton Schaffhuuse, im Süede ad' Schtadt Diessehofe im Kanton Thurgau und im Weste a Dörflinge im Kanton Schaffhuuse. Iigrohmt vu de Schwiz, aber politisch zu Dytschland ghörig isch Büesinge, die Nochbergmeind, die im Weschte ufem halbe Weg zwische Gailinge und Schaffhuuse liit.

Gschichti[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Gailinge isch 965 s'erscht Mol inere Urkund erwähnt worde. De Name goht ufene alemannische Sippenfüehrer mit em Name „Gailo“ zruck, wo's Dorf worschinli im 5. Jahrhundert gründet het. De Ort hätt zerscht de Herre vu Gailinge ghört, bevor er 1465 unter d' Landeshoheit vu de Habsburger ko isch. Im Rahme vu de Gebietsverschiebige dur de Reichsdeputationshauptschluss isch di Gmeind 1806 as Großherzogtum Baden gheit.

Religione[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E Bsonderheit vu Gailinge isch über vili Johrhundert de hohi jüdisch Bevölkerigsaateil gsi. Nach em End vum Drißigjährige Chrieg isch de erste Jude (1657) erlaubt wore, sich do niderzlo. Zwei Jahrzehnt spöter händ si di mildtätig Bruederschaft Chewra Kadischa gründet und de jüdisch Fridhof aaglegt, wo bis hüt guet erhalten isch. 1830 hät mer z Gailinge, wo jo vu 1827 bis 1925 de Sitz vuneme Bezirksrabbinat gsi isch, e Synagoge iigweit, wo bis zu de Zerschtörig dur d Nazi im Johr 1938 Bschtand gha het. I de Mitte vum 19. Johrhundert sind d Hälfti vu de Iwohner im Dorf jüdischi Bürger gsi (1862 sin nämlich 990 gegenüber de 982 Christe gsi), und vo 1870 bis 1884 het di Gsamtgmeind au en jüdische Burgermeischter, de Leopold Guggenheim, gha.

Gailinge isch dötmols nit nume di zweitgröscht Gmeind im Nelleburgische Hegau gsi (nach Stockach und no vor Radolfzell und Singe!), sondern hät au eini vu de gröschte israelitische Gmeinde vu Bade gha. S Gemeindlebe mit, dur berühmti Rabbiner und Lehrer gschaffene, religiöse und soziale Irichtige (Rat- und Schuelhuus, zentrali Wasserversorgig, Krankehuus, Altersheim) hät bis zur unrühmliche Zit i de Naziherrschaft als musterhaft golte. Di weschtjiddisch Mundart vo Gailinge hät d Florence Guggenheim-Grünberg beschribe.[2]

Politik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Burgemeischter siit 1833:

  • 1833–1841: Michael Held
  • 1841–1845: Johann Nepomuk Schneble
  • 1845–1852: Michael Held
  • 1852–1856: Johann Nepomuk Auer
  • 1856–1859: Peter Heidel
  • 1859–1869: Christian Schneble
  • 1869–1870: Matthias Auer
  • 1870–1884: Leopold Hirsch Guggenheim
  • 1884–1891: Conrad Auer
  • 1891–1921: Oswald Auer
  • 1921–1928: Otto Schneble
  • 1928–1933: Josef Ruh
  • 1933–1935: Friedrich Hermann
  • 1935–1939: Alois Sproll
  • 1939–1944: Willi Becher
  • 1944–1945: Emil von Ow
  • 1945–1946: Josef Ruh
  • 1946–1948: Karl Auer
  • 1948–1954: Richard Schneble
  • 1954–1971: Martin Schneble
  • 1971–1986: Ernst Ege
  • 1986–2018: Heinz Brennenstuhl
  • siit 2018: Thomas Auer

Kultur un Bauwerk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • d Nikolaus-Kapell us em 12. Jh.
  • di katholisch Pfarrkirch St. Dionysius (neigotisch, baut 1907–1911)
  • s Bürgerhuus (früejer s jüdisch Schuelhuus)
  • s Liebenfelsische Schlössli (um 1750)
  • Villa Rhiiburg (1866 baut im Stil vo de Neorenaissance)
  • verschideni historischi Trotte
  • di deckt Holzbrugg über de Rhii
  • de Jüdisch Fridhof (17. Jh.)
  • s Jüdisch Museum Gailinge im Bürgerhuus

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Naftali Bar, Giora Bamberger: Der jüdische Friedhof in Gailingen / Bet ha-ḳevarot ha-Yehudi be-Gailingen, Memor-Buch, 2 Bände. Gemeinde Gailingen, Verein für die Erhaltung des Jüdischen Friedhofes in Gailingen, Gailingen / Zürich 1994, LCCN 93-117120 (in deutsch, Grabinschriften in deutsch und hebräisch, 1889 Fotos aller Grabsteine, Abschrift und Übersetzung deren Inschriften, Belegungsplan und -liste).
  • Eckhardt Friedrich, Dagmar Schmieder-Friedrich (Hrsg.): Die Gailinger Juden. Materialien zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Gailingen aus ihrer Blütezeit und den Jahren der gewaltsamen Auflösung (= Schriftenreihe des Arbeitskreises für Regionalgeschichte e. V. Nr. 3). Arbeitskreis für Regionalgeschichte, Konstanz 1981, ISBN 3-923215-02-9.
  • Detlef Girres: Auf den Spuren des jüdischen Gailingen. In: Alfred Georg Frei, Jens Runge (Hrsg.): Erinnern. Bedenken. Lernen. Das Schicksal von Juden, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen zwischen Hochrhein und Bodensee in den Jahren 1933 bis 1945 (= Hegau Bibliothek. Band 69). 2. Auflage. Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-7995-4127-5, S. 107–123 (1. Auflage Sigmaringen 1990).
  • Regina Schmid: Verlorene Heimat. Gailingen – ein Dorf und seine jüdische Gemeinde in der Weimarer Zeit (= Schriftenreihe des Arbeitskreises für Regionalgeschichte e. V. Nr. 7). Konstanz 1988, ISBN 3-7977-0217-5.
  • Walter Wolf; im Auftrag der Gemeinde Gailingen in Verbund mit dem Hegau-Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Gailingen – Geschichte einer Hochrheingemeinde (= Hegau Bibliothek. Band 98). Gulde Druck, Tübingen, ISBN 3-921413-93-1.
  • Eckhardt Friedrich, Dagmar Schmieder: Die Gailinger Juden. Materialien zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Gailingen aus ihrer Blütezeit und den Jahren der gewaltsamen Auflösung. In: Arbeitskreis für Regionalgeschichte e. V. (Hrsg.): Schriftenreihe des Arbeitskreises Regionalgeschichte Bodensee. 4. Auflage. Nr. 3. Hartung-Gorre, Konstanz 2010, ISBN 978-3-86628-347-3.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Gailingen am Hochrhein – Sammlig vo Multimediadateie

Fueßnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2022 (CSV-Datei).
  2. Florence Guggenheim-Grünberg: Gailinger Jiddisch. Göttingen 1961 (Lautbibliothek der deutschen Mundarten 22).