Hans Bickel

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Dialäkt: Züritüütsch
Hans Bickel (2012)

De Hans Bickel (* 8. Februaar 1957 z Blonay ob Vivis) isch en Schwyyzer Gërmanischt. Er isch Redakter am Schwyyzerischen Idiotikon und Titulaarprofässer a der Uniwërsitëët Basel.

S isch hauptsächli em Bickel sys Verdienscht, das s Idiotikon hüt nöd nu as truckts Wëërch, näi, au online cha naagschlage wëërde und daademit im 21. Jaarhundert aachoo isch. Au suscht setzt er sich starch defüür yy, dass s Idiotikon vomene räine Wöörterbuechundernäme zumenen Inschtituut mit ere ganze Räie vo Uufgabe im Gibiet «Spraach i de Tüütschschwyyz» wird. Und a syyneren Aarbetsstell z Basel hät er sich vill mit em Poschtulaat vo de plurizäntrische tüütsche Spraach usenandgsetzt, aso mit der Idee, das es nöd nu äis äinzigs «richtigs» Hoochtüütsch git, sondern das di verschidene nazionaale Wariante glyychbirächtiget sind.

sys Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Bickel isch im Wältschland uf d Wält choo, wo syn Vatter und syyni Mueter – beed Bëërnstämigi, de Vatter aber mit Wadtländer Bürgerrächt – es Puuregwëërb pachtet ghaa händ. Wenigi Jaar spööter isch d Familien i s Bëërner Seeland züglet, und de Bickel hät deete d Schuele bsuecht. Gstudiert hät er dänn Gërmanischtik, Etnologyy und Volchskund z Basel; s Lizänziaat hät er 1984 gmachet. Promowiert woorden isch er 1994 uf Aatraag vom Robert Schläpfer mit eren Aarbet über di Traditionelle Schiffahrt auf den Gewässern der deutschen Schweiz, wo uf de Daate vom Spraachatlas vo de tüütsche Schwyyz uufbout. Vorane, 1990, isch er aber na es Jaar z Amërika gsy, won er a der Uniwërsitëët Purdue z West-Lafayette, Indiana, am Natural Language Processing Laboratory mitgschaffet hät. Ab 1991 isch er a der Uni Basel Assischtänt gsy, und vo 1993 bis 1996 hät er glyychzyytig under em Ruedolf Trüeb am Spraachatlas vo de tüütsche Schwyyz mittaa. Dezue anen isch er vo 1996 bis 2012 au Expërt für de Tüütschunterricht im Kanton Tessyyn gsy.

2005 isch de Bickel Redakter am Schwyyzerischen Idiotikon woorde, er hät deet d Stell vom Peter Ott übernaa. Mit ere Sammelhabilitazioon isch er 2006 a der Uniwërsitëët Basel Privaatdozänt woorde, und syt 2012 würkt er – näbed syynere Aarbet am Idiotikon z Züri – as Titulaarprofässer z Basel.

sys Schaffe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

am und für s Idiotikon[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Am Idiotikon schryybt de Bickel natüürli Woortartikel – Byyspil stönd unen under «Pubikazioone».

Dezue ane hät er zwäi groossi Projäkt uufgläiset: S äint isch de digitaal Zuegang zum Wöörterbuech, wo underdesse wyyt furtgschritten isch: Syt 2010 cha me s Idiotikon online naaschlaa, und d Funkzioone wëërded naadisnaa uuspoue. Und s ander isch s Semantikregischter, wo men au scho eerschti Täil devoo cha bruuche. Daadebyy gaats drum, en gschnälleren Überblick über di äinzelnen Artikel im Idiotikon z güne, wo ja im Originaal nöd ganz äifach z läse sind.

Syt 2013 isch er für s Idiotikon Mitgliid im Management Committee vom COST-Projäkt European Network of e-Lexicography (ENeL).[1] Im ENeL isch s Idiotikon i de beeden Aarbetsgruppe Integrated Interface to European Dictionary Content und Retro-Digitized Dictionaries verträtte. Syt 2014 sitzt er na i de Projäktläitig vom histHub – Datenhub und Laboratory für Linked Open Data zu historischen Entitäten der Schweiz.[2] Daa gaats näbet vilem andere drum, d Glossaar vo de Schwyyzerische Rächtsquäle mit em Idiotikon z verbinde.

für d Namekund[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Bickel isch syt 2006 de Läiter vo ortsnamen.ch – Datenbank der schweizerischen Namenbücher, enere Plattform vo de Schwyyzer Ortsnamekund.[3] Syt 2016 isch er au Projäktläiter vom Soleturner Namebuech (Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch). Und syt 2017 isch er äine von Verträtter vo de Schwyyz im Ständigen Uusschuss für geograafischi Näme (StAGN) z Frankfurt am Main.[4]

Scho lang isch er au Stiftigsraat für s Baselbieter Namebuech (Namenbuch der Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft).[5]

a der Uniwërsitëët Basel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

A der Uni Basel isch de Bickel a verschidene Nationalfonds-Projäkt betäiliget (gsy), under anderem a Sprachen in der Schweiz (under em Robert Schläpfer, 1986–1989), am Schweizer Text Korpus (2004–2009, under der Annelies Häcki Buhofer; wird hütt am Schwyyzerischen Idiotikon wyytergfüert) und am Wörterbuch der festen Wendungen und Wortverbindungen der deutschen Sprache (2009–2013, zäme mit der Annelies Häcki Buhofer).

S wichtigscht Basler Projäkt isch aber s Wariantewöörterbuech: De Bickel isch 1997 bis 2004 und, für d Nöiuusgaab, namaal 2012 bis 2015 de Schwyyzer Läiter vom trinazionaale Projäkt Variantenwörterbuch des Deutschen gsyy. I dëm Wöörterbuech gaats drum, das näbed em tipisch bundesrepublikaanische Woortschatz (de Töitonisme) au der ööschteryychisch (d Auschtriazisme) und de schwyyzerisch (d Helwetisme) – und drüberusen au dëë vo chlynere Länder mit ere tüütschspraachige Bivölcherig – läkikograafisch glyychbirächtiget presäntiert wird. Zäme mit em Christoph Landolt hät er dän au na im Uuftraag vom Schwyyzerische Veräin für di tüütsch Spraach s Büechli Schweizerhochdeutsch zämegstelt, wo 2012 im Dudenverlag usechoo isch – daademit schlüüsst sich wider de Chräis zum Schaffe am Idiotikon.

syyni Publikazioonen in eren Uuswaal[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schweizerisches Idiotikon und Sprachatlas der deutschen Schweiz

  • Woortartikel i de Bänd XVI und XVII vom Schwyyzerischen Idiotikon; under anderem hät er daa (fascht alewyl au mit de Zämesetzige) Worg (mit worgen usw.), Wurg (mit würgen usw.), Wart (mit Bannwart usw.), Wasser (mit der eerschte Helfti vo de Zämesetzige), Wüsch (mit wüschen), d Zämesetzige mit -zue (ooni s Simplex), Zäch («Zecke») und Zëch («Zeche», mit zëche, Zëchete) gschribe.
  • Mitaarbet am Band VIII, Kapitel Wald- und Forschtwirtschaft, vom Spraachatlas vo de tüütsche Schwyyz; under anderem sind d Chaarte fällen (einen Baum), Axt, Axtstil, Sensenstil, Dreschflegelstil, Beil, Feile, Kette, Keil (zweimal), pflügen und Furche von em.

Monografye

  • zäme mit em Christoph Landolt: Duden. Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Useggëë vom Schwyyzerische Veräin für di tüütsch Spraach. Mannheim/Zürich 2012.
  • Traditionelle Schiffahrt auf den Gewässern der deutschen Schweiz. Wort und Sache nach den Materialien des Sprachatlasses der deutschen Schweiz. Sauerländer, Aarau/Frankfurt/Salzburg 1995 (Reihe Sprachlandschaft 17) (PDF).

Uufsätz

  • zäme mit em Lorenz Hofer und de Sandra Suter: Variantenwörterbuch des Deutschen – NEU. Dynamik der deutschen Standardvariation aus lexikografischer Sicht. I: Roland Kehrein, Alfred Lameli und Stefan Rabanus (Ug.): Regionale Variation des Deutschen. Projekte und Perspektiven. de Gruyter, Berlin 2015, S. 541–562.
  • zäme mit em Lorenz Hofer: Gutes und angemessenes Standarddeutsch in der Schweiz. I: Karina Schneider-Wiejowski, Birte Kellermeier-Rehbein und Jakob Haselhuber (Ug.): Vielfalt, Variation und Stellung der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2013, S. 79–100.
  • Fortschreitende Digitalisierung. Neue Zugriffe auf das Idiotikon. I: Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (Ug.): 150 Jahre Schweizerisches Idiotikon: Beiträge zum Jubiläumskolloquium in Bern, 15. Juni 2012. Bern 2013, S. 121–134 (PDF).
  • zäme mit em Markus Gasser, der Annelies Häcki Buhofer, em Lorenz Hofer und em Christoph Schön: Schweizer Text Korpus – Theoretische Grundlagen, Korpusdesign und Abfragemöglichkeiten. I: Annelies Häcki Buhofer (Ug.): Fortschritte in Sprach- und Textkorpusdesign und linguistischer Korpusanalyse II. I: Linguistik online 39 (3/2009), S. 5–31 (PDF).
  • Idiotikon digital. Überlegungen zu einer elektronischen Ausgabe des Schweizerdeutschen Wörterbuchs. I: Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 2006. [Zürich 2007], S. 13–26 (PDF).
  • Deutsch in der Schweiz als nationale Varietät des Deutschen. I: Sprachreport 4, 2000, S. 21–27 (PDF).
  • Dialekt – lokale Schreibsprache – überregionale Drucksprache. Sprachnormen in Basel am Ende des 16. Jahrhunderts. I: Edith Funk, Werner König, Manfred Renn (Ug.): Bausteine zur Sprachgeschichte. Referate der 13. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie, 29. September bis 3. Oktober in Augsburg. Winter, Heidelberg 2000, S. 29–42 (PDF).
  • Die Fachsprache der Fischerei im Schweizerdeutschen. I: L. Hoffmann, H. Kalverkämper und H. E. Wiegand (Ug.): Fachsprachen. Languages for special purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft. de Gruyter, Berlin / New York 1998, S. 1115–1120 (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 14).

Usegäberschaft

  • zäme mit em Ulrich Ammon und der Alexandra N. Lenz: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völig nöi biarbäiteti und erwyytereti Uuflaag. de Gruyter, Berlin 2016.
  • zäme mit em Ulrich Ammon und em Jakob Ebner: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. de Gruyter, Berlin 2014.
  • zäme mit em Robert Schläpfer (Ug.): Die viersprachige Schweiz. Mit Beiträgen von Walter Haas, Pierre Knecht, Ottavio Lurati, Jachen Curdin Arquint, Ricarda Liver, Werner Carigiet, Bruno Pedretti. Sauerländer, Aarau/Frankfurt/Salzburg 2000 (Reihe Sprachlandschaft 25).
  • Mehrsprachigkeit eine Herausforderung. Mit Beiträgen von Reinhard Bichsel, Hans Bickel, Bernard Cathomas, Urs Dürmüller, Natalie Patthey, Bruno Pedretti, Robert Schläpfer, Beat Schmid und Federico Spiess. Sauerländer, Aarau/Frankfurt/Salzburg 1994 (Reihe Sprachlandschaft 13).

Quäle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. EBeL
  2. histhub
  3. ortsnamen.ch
  4. StAGN
  5. Stiftung für Orts- und Flurnamenforschung Baselland.