Franz Josef Schild

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Der Franz Josef Schild (* 14. Augschte 1821 z Gränche; † 13. Dezämber 1889 au dört) isch en Dokter, Politiker, Volkschundler und Mundartschriftsteller im Schwiizer Kanton Soledurn gsi.

der Franz Josef Schild

Er het wie öppe der Alois Glutz zu den erschte ghört, wo Tegscht uf Soledurndütsch gschribe hend.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Der Franz Josef Schild isch ane 1821 z Gränche als Soon vom Veedokter und Buur Johann Philipp Schild und däm synere Frau Anna Maria Schild geb. Ris uf d Wält cho. Si Brueder Joseph Schild (1824–1866) isch Naturwüsseschaftler und Kantonsschuellehrer gsi und het sech ane 1863 als eine vo de Gründer und denn als erschte Presidänt vom Schwiizer Alpwirtschaftliche Veräin engaschiert, wo für d Verbesserig vo de landwirtschaftleche Betriib i den Alpe het welle luege.

Der Franz Josef Schild het a der Universität z Münche Medizin studiert und a der Uni Züri s Staatsexame gmacht. Derno het är als Dokter i sym Häimetort Gränche und sid 1876 i der Kantonshouptstadt Soledurn gschaffet, z’letscht als Spezialischt für Augeheilchund und für Chirurgii. Vo 1874 bis 1881 isch är für die Freisinnig Partei Kantonsroot gsi. Dr Schild isch ghürote gsi mit dr Fanny Fankhuuser.

Är het sech für Literatur, Volchskund und Archäologii inträssiert und isch eine vo de erschte Altertumsforscher vo Gränche gsi. Ane 1867 het är d Bedütig vomene uralte Schtei chly usserhalb vom Dorf Gränche, wo der Name Heidestei gha het, entdekt. Dä Felsblock het künschtlech gmachti Löcher; es isch e Schaleschtei, wo irgendwenn wärend dr Urgschicht so zwäggmacht worden isch. Der Schild het i dr Gägend vom Läberbärg au suscht immer wider archäologischi Sache beobachtet und für de Hischtorisch Verein vom Kanton Soledurn au Uusgrabige gleitet.

Der Schild het Gschichte i der Mundart vom soledurnische Bezirk Läbere gschribe und under em Übername Grossätti us em Läberbärg useggä. Ane 1889 isch der Franz Josef Schild z Gränche gstorbe. En Deil vo sym persönleche Nochlass isch jetz im Stadtarchiiv vo Gränche.

s Schaffe als Dichter[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Der Schild gilt als eine vo de früene Mundartschriftsteller vo der Schwiiz.[1] Er het schynts vil vo der Literatur verstande und em Johann Peter Hebel syni Wärch gschetzt, und er isch den sälber dra ggange, Gedicht und churzi Gschichte im Dialäkt vo synere Region am Jurasüdfuess weschtlech vo Soledurn ufzschribe, und do drby het er Redensarte, Sage und anderi Sache, won er im Volch ghört het, notiert, meischtens denn in eigeni Värs gsetzt und useggä. Wo d Mundart-Zytschrift Schwyzerlüt im achte Joorgang vo ane 1945 en Nummere ganz über d Soledurner Dialäktdichtig useggää het, isch der Schild i der erschte Helfti bi de Verfasser us alte Tage vorcho.

Im Joor 1853 isch z Züri s erschte Büechli vom Schild usecho mit em Titel Juraklänge in Solothurner-Mundart, vermischt mit einzelnen hochdeutschen Gedichten. Vo de vierzg churze Stückli, wo i däm Band abtrukt sind, isch chly weniger als d Helfti i der Mundart gschribe. Do derby hets es längs Spottgedicht über alti Versüech, z Gränche Wy azboue, en Värs übere Schnupftubak und eine über en Marchschteiversetzer, wo zumene brönnige Geischt worde sig; das Gedicht foot eso aa: Dur d’Längmatt goh-n-i nümme meh, dört isch es gar nit g’hür, dört chasch i feist’re Nächte g’seh e Ma, e Ma vo Für! I ha das nächti selber g’seh, bi-n-uf der Längmatt g’si; und – husch! do huschet us em Chlee es Fürli vor mi hi. Und wyters bringt das Büechli hochdütschi und schwyzerdütschi Tegscht i dr Värsform, wo vom Läbe ufem Land, vo der Natur, vo Sache, wo d Lüt i de Puuredörfer erläbe, vo alltägleche Situazione und vo der Liebi verzelle. Ums glyche goots i de hochdütsche Gedicht, wo der Schild vermuetli au i dere Zyt gmacht het. Und es het au Värs derby, wo der Schild offebar für bsunderi Glägeheite gschribe het. Zum Schluss bringt er de no es churzes Kapitel mit Erklärige vo dene Mundartwörter, won er vone vermuetet het, si sige nit allne Läser bekannt.

Ane 1860 het der Drucker Steinheil z Biel en Band useggä, wo der Franz Josef Schild zu Gunschte vo der Hebel-Stiftig gmacht het; die isch denn grad z Basel 100 Joor noch der Geburt vom Johann Peter Hebel gründet worde. Das Sammelwärch vom Schild heisst Aus dem Leberberg. Gedichte und Sagen in Solothurner Mundart. Beitrag zum schweizerischen Idiotikon. Das Wärch isch der erscht Band vom Schild syne Gschichte und Sage gsi.

Rymereie in Solothurner-Mundart, 1879

Wo der Kanton Soledurn am Ändi vo de 1870er Joore es Kantonsspital ygrichtet het, het der Dokter Schild e nöji Värssammlig useprocht, zum für das öffentleche Wärch en Bytrag z leischte. Das Büechli het er bim Zepfel z Soledurn lo truke. Es het der Titel: Rymereie in Solothurner-Mundart. Öppis ab ’em Schrybtisch vom Großätti us ’em Leberberg Und au das Wärch het der Undertitel Beitrag zum schweizerischen Idiotikon, und so het der Schild nomol syn dokumentarisch und sproochgeografisch Aaspruch azeigt. No vor der Yleitig het är am Afang vo däm Büechli zwöi Värs vom Hebel lo abdruke, wider zum Zeiche, ass em dä alemannisch Dichter wichtig isch, und vilecht au i der Meinig, syni nöie Värse stöje uf en Aart i der Nochfolg vom Hebel. Im Vorwort seit der Schild zu dene, wo das Büechli läse, wie guet d Nöchschteliebi sig und psunders d Fürsorg für die Chranke, was jo ebe uf d Understützig vom nöie Kantonsspital gmünzt gsi isch; am Schluss het er de no es hochdütsches Kapitel dritoo, wo d Gschicht vo däm Spital zämefasst. S Büechli het sächzää Numere, meischtens Gedicht i der Mundart, wos drin um Läbeswysheite, soziali und politischi Frooge goot, und de wider Erklärige zu divärse Mundartwörter. Es bar Värs het der Schild zu bsundere Aläss gmacht, zu der Bezirksschuel-Ywichig i Niederwil am 5. Mei 1878, d Feschtinschrifte für s Kantonale Schützefescht z Soledurn ane 1877, wo deils hochdütsch und deils i dr Mundart gschribe sind, und Tegschtplakat vo der kantonale Uusstellig vom Joor 1878. I dere Gwärbschau i der Halle vo der Rytschuel z Soledurn isch en Grubbe mit verschidene Öpfel z gsee gsi, wo der Schild derzue dä Värs het:

Der Öpfel, wo im Paradies,
Wie weisch, au gar i dummer Wys,
So donners viel Spektakel g’macht,
Wird hüt by-n-üs do nit verlacht.
Heb’ Sorg derzue und pfleg’ e rächt
Es läb’ mit ihm ’s ganz Obstbou-G’schlächt.

1880 het der Schild im ene andere Heft en Saag us der Gäget vo Gränche brocht: D’r Schlosstüfel im Bettleschloss. Do drin verzellt er, wie sid dere Zyt im Middelalter, wo der bös Vogt uf der Burg oben a Gränche und Bettlä tödet worden sig, däm si Geischt umegoot; er hüeti en ryche Schatz i de Ruiine vo der Burg, wo hüt no z gsee isch, und tüei alli die, wo ufem Wäg näbe dure z Bärg gönd, beläschtige:

Do obe spukt’r jetz sid sälber Zit i Tüfelsg’stalt, d’r Geist vom Vogt, m’r seit, er hock’ im Bode-n-inne ime Gang, uff riche Schätze-n-und uff Gäld, m’r glaubt für g’wüss, es sig e Chiste voll, und wenn’s d’r Eint’ und Anger g’luste thuet, wo-n-au d’r Mueth und au ’s Guräschi het und nohe grabt, so wird em währli gäng si Schufle-n-und si Charst und Bickel gno und jo, d’r Tropf cha frili z’friede si und danke, wenn’r ohni Präste-n-und mit heiler Hut vo so’re Chilbi chunnt.[2]

Der Dokter het gmaanet, me sell di alte Saage usem Land gnau aluege:

Wenn mängisch üsi Geischtergschichte
dir gar so arig Sache brichte,
luegsch d'Sach vo rächter Syte-n-a,
fingsch glych gäng öppis Wohres dra.

Im Pricht über d Mundartschriftsteller vom Kanton Soledurn im Heft Schwyzerlüt. Zytschrift für üsi schwyzerische Mundarte vom Herbscht 1945 cha me läse: Der Gränchner Doggter isch eine vo de beste Volkskundler worde, wo d Schwyz sälbi Zyt gha het. Syni Schrifte sy hüt no ne Guldgruebe.[3] Und dr Hans Ruef zellt em Schild syni Sprichwörter zu de guete regionaale Dialäktsammlige vo dr Schwiiz.[4]

d Värssammlig Der Grossätti vom Läberbärg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bi sinere Arbet und im Kontakt mid de Patiänte het der Franz Josef Schild gmerkt, dass bi de Lüt dennzumol no ganz vil originelli Gschichte, Sprüch und Uusdrück i der regionale Mundart pruchd worde sind. Won er den vo de Afäng für d Redakzioon vom ene schwiizerdütsche Sproochbuech mid em Name Idiotikon ghört het, isch er dra gange, zimli sistematisch die Sprochbischpil z sammle, und gly drufabe het är denn au zu de Korrespondänte vo dere Instituzion zellt.[5] Eso het är mid Sache us der Region am Jurasüdfuess, i der ländleche Gäget zwüsche Soledurn und der Kantonsgänze bi Gränche und vo der Aare bis an Jurahang mid de drü Dörfer Gränche, Bettle und Söuzech, es Stück a d Grundlage vo der Mundartforschig welle byträge. Und der Schild het gschribe, är möcht derzue ermuntere, au i andere Bezirke vom Land d Lokalsprooch z dokumäntiere, was den aber doch nume i wenige Regione so gmacht worden isch. Die Schrifte mid Värs, Gedicht und Sprüch us em Volk sind im 19. Johrhundert i der Dütschschwiiz beliebt gsi.

Der Großätti aus dem Leberberg
– s Titelblatt vo der Usgob vo 1864

Der Schild het en Huuffe Sprüch, Lieder und churze Tegscht ufgschribe, nach Theme und Sachberych zämegstellt und vom Joor 1860 a z Biel im Kanton Bärn bi der Druckerei Steinheil und spöter au bi andere Drucker useggä. Me cha vier Bänd vo dere Serii underscheide. S Büechli vo 1864 het der Titel:

Der Großätti aus dem Leberberg. Sammlung von Volks- und Kinderliedern, Spottreimen, Sprüchwörtern, Wetter- und Gesundsheitsregeln u.s.w. aus dem solothurnischen Leberberg, gesammelt von Frz. Jos. Schild. Ein Beitrag zum Schweizer-Idiotikon.

Im Vorwort beschrybt der Sprochsammler de Grund vo dere Arbet, und är seit, ass zwar nid alls vo däm Belegmaterial fürs Idiotikon vo de Schwiizer Mundarte, wo me ane 1862 het afo plane, nüzlech sig, ass är do dermit aber uf jede Fall vo der regionale sprochleche Volchskultur wett es Zügnis ggä. Das Büechli het grad e doppleti Yleitig, zerscht en lunigi Begrüssig an Läser, wo der Schild sälber i der Mundart gschribe het, und denn e sachleche Kommentar vom ene Fachmaa zu der Belegsammlig. Grad uf der erschte Syte cha me under der Überschrift Was der Großätti no z’b’richte het, gäb er afoht läse:

I wott der verzelle, wie im Leberberg die Alte lustigi Liedli g’macht hei, wie d’Ching ihri Zyt vertrybe, wie si spile-n- und rothe-n-; i säge der au, wie der Bur dört e-n- eigene Chopf het, wie-n- er no syr Manier red’t, no syr Manier der Pflueg i syr eigene Furre füert und ohni Bar’meter ’s Wätter bchönnt und z’letscht – i darf’s neue schier gar nit säge-n- und doch mueß es use – z’letscht b’richt i der no vom Häxewese by de-n- Alte, wie si d’ra glaubt, und wie si d’rin g’lybt und g’läbt hei. Du wirsch ab söttigem Züg lache. – I will der aber numme b’richte, wie si zu myr Chingszyt der Bur mit allerlei Aberglaube ’s Läbe sur g’macht het; du chasch de am beste g’seh, was me-n- Allerlei wegz’putze g’ha het, bis me so wyt cho isch, wo me jetze-n- isch.

Als Mitherusgäber und sprochliche Expärte het der Schild de Soledurner Kantonsschuelprofässer Georg Schlatter (1812–1872), wo über Sage und Literaturgschicht gforscht het, chönne gwünne. Au der Schlatter het scho vo Afang a zu de Gwährslüt vom Idiotikon ghört. Im Kommentar, won är im Joor 1863 gschribe het, erklärt är d Redakzionsarbet am Schild synere Värssammlig.[6] Ob der Schild sust no Kontakt zu Sprochforscher a de Universitääte vo dere Zyt gha het, isch nid klar; vilecht gids Schrifte i de persönleche Unterlage vo de damalige Literadurlehrer.

Zu de Lieder brichtet der Schlatter, was är derzue usegfunde het, wohär ass si chöme und vo wäm ass si gmacht und truckt gsi sind. Grad vo de Sprüch, Chinderreim und Rätsel isch ihm bekannt gsi, ass mängs dervo scho früener publiziert worden isch, und so het är dra dänkt, ass s Volch en Deil vo dene Gschichte nid nume mündlech, sondern au us Läsebüecher oder dur d Schuellehrer vernoh het. Wenn der Schild bim Zuelose gmerkt hed, ass d Lüt ihm Sache verzelle, wo offebar us ere neue hochdütsche Quelle chöme, oder wenn der Schlatter das vermuetet het, hend si die Stück nid i d Sammig ufgnoh.

Der Schlatter het au gseh, ass gwüssi literarischi Motiv i de Schrifte vom Karl Joseph Simrock, vom Ernst Ludwig Rochholz, vom Basler Theodor Meyer-Merian, vom Friedrich Heinrich Wilhelm Körte, vom Karl Friedrich Wilhelm Wander und andere vorchöme, und er zeigt, weli einzelne Motiv i der französiche und sogar i der schwedische Kultur bekannt sind. Es isch ihm und em Schild aber nid drum gange, d Wandertheme wüsseschaftlech z undersueche, wil si ebe eifach s neue Sproochmaterial us der eigete Umgäbig hend welle bekannt mache.

Bsunders vil originelli Sache glaubt der Schlatter im Berych vo de Sprichwörter und de Redensarte und bi de Bureregle gfunde z ha. Derwyl isch ihm au dört klar gsi, ass vil Sprüch und Zitat dur d Kaländer und uf anderem Wäg bi de Lüt bekannt worde sind; verdächtigi Bischpil het är bi der Redakzion wäggglo. Der Schlatter schrybt, ass är scho mid em Inträsse vo de Sageforscher rächni, wo i dene Zaubersprüch und Müschterli vom Aberglaube öpis Neus chönnte finde. Bi de Zaubersprüch liferet der Soledurner Bearbeiter Verwys uf Arbete vo anderne Sproochforscher; so chönn är derzue byträge, die ehemolige Verbreitig vo dene eigenartige, deils altertümleche Sprüch, wo d Landbevölkerig i der erschte Helfti vom 19. Johrhundert offebar no pruuchd het, besser z dokumäntiere.

Zum Schluss seit der Schlatter no, was är sech dänkt hed zu der Schrybwys vo dere Sammlig: Mit der Idee, einersyts der Volchskund z nütze und anderersyts die inträssierte Könner dezue azrege, au vo anderne Regione ähnlechi Schrifte usezgä, het är was d Rächtschrybig agoot, en Middelwäg gsuecht: … deshalb glaubten wir, uns in der Mitte halten zu müssen zwischen einer streng wissenschaftlichen Orthographie, wie Schmeller[7], Fromann[8] etc. sie eingeführt haben, und der ziemlich wilden Rechtschreibung neuerer im Dialekt geschriebener Bücher. Bi einzelne Sache hed är s so ghalte: Gedehntes i schreiben wir mit y; bei den übrigen Vokalen wird meistens nur die Schärfung durch die Verdoppelung der folgenden Consonanten bezeichnet. […] Bei den Diphtongen haben wir 'ou' für 'au' nur dort gesetzt, wo die Ausprache dies ganz deutlich forderte.

Bi all däm isch no z säge, ass der Franz Josef Schild bi synere Suech nach altem Volchsguet nid uf das yggangen isch, wo sech denn grad i der Wirtschaft und i der Gsellschaft veränderet het, nid uf die früeni Industrii und au nid uf die dramatische politische Gschäft vo dere Zyt; das hätt nid zu sym Projäkt basst. Nume grad i eim Värs, wo do chly wyter unden abdrukt isch, chunt einisch d Ysebahn vor.

Die Värs, Gedicht und Sprüch si guet acho, und es sind vone gly verschideni Uflage usecho. Do wird jetz d Version vo 1864 vorgstellt. Der Schild und der Georg Schlatter bringe dört drin iry Sache i acht Kapitel:

  • Volchslieder
Vo de Volchslieder isch zerscht usfüerlech s Alte Gränchner Lied, wo scho denn so gheisse het, kommäntiert. Vo däm alte Lied, wo denn sächs Strofe bekannt gsi sind, sig noch dr Meinig vom Schlatter nur die erschti scho lang als Lied i der Schwiiz vorcho; der Johann Gottfried Herder heig s i de Stimmen der Völker 1779 s erst Mol abdruckt,[9] und derno sig s no es baarmol neu usecho, au im Clemens Brentano sim Band Des Knaben Wunderhorn vo 1846 und bi Truckereie vo Soledurn. Die feuf wytere Strofe, wo me sid ere Usgab vo 1810 findet, sigen aber nid bim Singe uf em Land entstande, sondern dörfde imene Zirkel vo Lüt z Soledurn, wo me die neui Mundartliteradur pflegt het, dichtet worde sy, seit dr Schlatter. Öpe füfzg Joor nach em Schild het dr Bärner Literaturprofässer Otto vo Greyerz s alte Gränchner Lied i synere Liedersamlig Im Röseligarte nöi useggä.
Und denn chöme no zweu Spottlieder vo misslungene Jagderläbnis im Biet vo Soledurn im 18. Joorhundert. S einte Lied, wo von ere Wildsaujagd verzellt, het der Soledurner Sänger und Liederdichter Aloys Glutz (1789–1827) gmacht, wo am Afang vom 19. Johrhundert i der Schwiiz vil ufträten isch.
  • Us der Chinderwält
Zu dere Gruppe ghöre 79 Sprüch, Värs und Spiltext. Es Bischpil:
Über d’Aare
Bi-n-i g’fahre
Mit ’me wyße Schimmel.
Die lustige Buebe
Chöme-n- all’ i Himmel.[10]
  • Spottreim und Rätsel
Das Kapitel het 27 Spottreim und 59 Rätsel. Zum Bischpiil das Rätsel do:
E-n ysige Vater,
E schmutzigi Muetter,
Es wulligs Ching
Mit eme fürige Gring.
(D Lösig vom Rätsel isch: e brönnendi Cherze us Talg uf emene Yselüchter.)[11]
  • Sprichwörter und Redensarte
Do dervo het s 445 churzi Sprüch. Vil vo dene het im 20. Joorhundert d Soledurner Lehrerin, Schriftstellerin und Sagesammlerin Elisabeth Pfluger (* 1919) nach em Schild synere Sammlig neu useggä.[12] Es baar Müschderli:
Alli Johr e Chäs, git nit vil Chäs, aber alli Johr es Ching, git gly vil Ching.[13]
Wenn me-n- uff der Ysebahn fahrt, so sitzt me-n- ’em Düfel uff ’em Rügge.[14]
Es isch si nit der werth, wege ’me Leibli Brod der Ofe z’heize.[15]
  • Buureregle
179 Sprüch zum Verhalte im Huus, ufem Märet und im Fäld, vom Wätter, Monetssprüch. Bischpili:
Wenn me-n-e Chnecht dinget, isch’s besser, er blätzi d'Hose vornoche-n-, as hingernoche.[16]
’s git guet Wätter, der Jura isch blau und schynt wyt.[17]
  • Aberglaube, Sprüch über d Zuekumpft
Das sind 50 Sprüch und Värs, wo s um Tääg, Wuche, Johreszyte, s Hürote, Tier und um Vorahnige vo spötere Ereignis goot.
A ’me Mittwuche sell me nit i Berg fahre, ’s git gern Unglück.[18]
Wenn Eim d’Chleider i de Chäste vor de Müse fasch nit sicher sy und si se-n- Eim eister verfresse, so mueß me gly sterbe.[19]
Dört, wo d’Schwalmi[20] näste, zieht der Husfride-n- y.[21]
  • Zaubersprüch
50 Sprüch zum Häxe und Zaubere.
E Stierechopf unger d’Husfirst g’hänkt, isch guet gege d’Verhäxig vo der Waar.[22][23]
  • Sprüch über Chrankete
Es Bischpil:
Gege Wadechrampf. Me sell vor ’em Bett-goh d’Strümpf chrüzwys überenangere legge.[24]

Wärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Juraklänge in Solothurner-Mundart, vermischt mit einzelnen hochdeutschen Gedichten. Züri 1853.
  • Aus dem Leberberg. Gedichte und Sagen in Solothurner Mundart. Beitrag zum schweizerischen Idiotikon. Das Wärch, der erschd Band vo de Gschichte und Sage, isch im Joor 1860 useggä worde für d Hebel-Stiftig, äxtra uf d Hundertjohrfyr nach em Geburtstag vom Johann Peter Hebel; druckt het s der Buechdrucker Steinheil z Biel.
  • Der Großätti aus dem Leberberg: was derselbe in alten Zeiten gesungen und gereimt, und über Wind und Wetter, über Handel und Wandel, über geheure und nicht geheure Dinge in Schimpf und Ernst sich ausgedacht, gesammelt und getreulich nacherzählt von Franz Josef Schild. Zwei Bänd, Soledurn 1863 und 1873.
  • Der Großätti aus dem Leberberg. Sammlung von Volks- und Kinderliedern, Spottreimen, Sprüchwörtern, Wetter- und Gesundsheitsregeln u.s.w. aus dem solothurnischen Leberberg, gesammelt von Frz. Jos. Schild. Ein Beitrag zum Schweizer-Idiotikon. 1864 bim Steinheil z Biel druckt.
  • Aus dem Volk und für das Volk. Zwei Erzählungen in Solothurner Mundart nebst einem Anhang von Gedichten. Biel 1876.
  • Oeppis ab ’em Schrybtisch vom Großätti us ’em Leberberg. Rymereie in Solothurner Mundart. Beitrag zum Schweizerischen Idiotikon. Soledurn 1879.
  • Sennen-Fahrten, in fünf Liedern mit verbindender Deklamation in Solothurner Mundart. Textheft. Bärn 1883, mit Komposizione für Männerquartett vom Bieler Komponischt und Musiglehrer Friedrich Schneeberger (1843–1906).[25]
  • D’r Fenner-Joggeli [Johann Jakob Hugi]. Erzählung in Solothurner Mundart. Burtlef 1885.
  • D’r Tschempnisepp, Wätterprophet und Physigugg. 1889

Wärchuusgob

  • Neuusgob von ere Uswahl vo de Tegscht: Hans Brunner (Hrsg.): Franz Josef Schild, Grenchen. Olte 2012. ISBN 978-3-905848-64-9.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Band 1, 2. Uflag, Berlin New York 2001, Syte 451–455.
  2. Gedichte und Sagen in Solothurner Mundart. Erstes Bändchen, 1860.
  3. Schwyzerlüt. Zytschrift für üsi schwyzerische Mundarte. 1945, Syte 20.
  4. Hans Ruef: Sprichwort und Sprache am Beispiel des Sprichworts im Schweizerdeutschen. Studia Linguisitca Germanica 36. Berlin New York 1995, Syte 86.
  5. Lueg au: Rechenschaftsbericht des Schweizerischen Idiotikons an die Mitarbeiter, abgestattet von der Central-Commission im Herbst 1868, Syte 38.
  6. Der Großätti aus dem Leberberg. Sammlung von Volks- und Kinderliedern, Spottreimen, Sprüchwörtern, Wetter- und Gesundsheitsregeln u.s.w. aus dem solothurnischen Leberberg, gesammelt von Frz. Jos. Schild. Ein Beitrag zum Schweizer-Idiotikon, Syte V–XIV.
  7. Johann Andreas Schmeller (1785–1852), Lexikograf
  8. Georg Karl Fromann (1814–1887), Mundartforscher
  9. Ane 1779 isch vom Herder d Liedersammlig Volkslieder nebst untermischten anderen Stücken erschyne, wo erst i der zweite Usgab vo 1807 der Titel Stimmen der Völker übercho het.
  10. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 34.
  11. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 50.
  12. Elisabeth Pfluger: Aehnen am Bach heds au Lüt. 1983. ISBN 3-7260-0232-4
  13. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 63.
  14. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 63.
  15. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 65.
  16. Der Großätti aus dem Leberberg. Syte 98.
  17. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 108.
  18. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 120.
  19. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 123.
  20. Schwalmi: Mundartusdruck für: Schwalbe.
  21. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 124.
  22. Der Großätti aus dem Leberberg. 1864, Syte 132.
  23. d Waar: das isch s Vee im Stall.
  24. Der Großätti aus dem Leberberg. Syte 145.
  25. Biografischi Agobe zum Friedrich Schneebärger uf nb.admin.ch
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