Aargauerdüütsch

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Charte vum Kanton Aargau

Als Argauerdüütsch bezeichnet mer zämefassend d Mundarte, wo im Kanton Aargau gredt wärde.

Sproochgeografy[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Es äinhäitlechs Argauerdüütsch im ängere Sinn vom Wort gits nöd. Des het historischi Gründ. De Kanton Aargau isch bi sinere Gründig im Joor 1803 us verschidnige Territorie, wo jewils ihri eigeni Gschicht hei kha, zämegfüegt worde. Au di kulturell bedütendi Brünig-Napf-Rüüs-Linie lauft zmitz durch de hütig Aargau.

Im ganzen Aargau wärdet tradizionell hochalemanneschi Mundarte gredt. Z unterscheide isch vor alem d Sprooch im Weschtaargau, wo vo 1415 bis 1798 zum Bärnbiet ghört het, vo de Schprooch im Oschtaargau, bsunders was d è- un d ä-Lut agoot. So seit me im Weschte vo de Rüüss Schtäärn, Bäärg u schtäärbe, öschtlich vo de Rüüs ehnder Schtèèrn, Bèèrg u schtèèrbe. Im Oschtaargau, bsunders in de ehemolige Grafschaft Bade, isch d Näächi zum Züritüütsch und im Weschte zum Bärndütsch offesichtlech. S Frickdaal, wo bis am Änd vom Ancien Regime e Deil vom vorderöschtrychische Oberamt Brysgau gsi isch, het sich sprochlich immer ehnder gäge d Region vo Basel und vom Oberrhy orientiert, und s Fräiamt isch under am Yfluss vo Lozärn und Zug gsi.

D Sproch i de ehemalige Grafschaft Bade[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Scho innerhalb vo de ehemalige Grafschaft Bade isch d Sprooch nöd überall gliich. So säit mer zum Bischpil i de Stadt Bade Schtròòss un gèèl, im Umland ehnder Schtraass un gääl. Grad Bade u Wettige, wo Nachberört sin, hei dütlichi Unterschiid in de Ussprooch. So sait me z Bade nììd, denn und Wèèg (wi au öpe z Brugg), z Wettige aber nüüd, dänn u Wääg (wi au z Züri).[1] Dodergäge si di offene Hochzungevokal i, u und ü, im Gägesatz zum Züritütsch, scho i de alte Grafschaft Bade so offe – un witer im Weschte isch des no me usprägt –, dass Lüt, wo schpontan i de Mundart düent schriibe, hüfig es e, o un es ö bruuche. Die ussaag gseht denn zom Bispel so us: «Dodegäge send di offne Hochzongevokal i, u ond ü, em Gägesatz zom Zöridütsch, scho e de alte Grafschaft Bade so offe, ond wiiter em Weschte esches no me usprägt, dass Lüüt, wo schpontan e de Mondart dönd schriibe, hüfig es e, o ond es ö bruched.»[2]

Im Surbdaal hät sech lang e Sproochinsle vom Weschtjiddische chönne halte.

D Sprooch im Weschtaargau[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zu de Sprooch i de weschtleche Dääler vom Aargau gänd vor alem d Arbet vom Walter Bigler „Sägs einfach soo we deeer de Schnabu gwachse n esch“, die vom Jakob Hunziker über d Mundart vo Chilchlerb und vom Ernst Matter über d Sprooch vom Suuredaal Uskumft, und über d Sprooch i de Regioon vo Brugg de Hermann Blattner mit sym Wärch über d Mundart vo Schinznach.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Niklaus Bigler: Mundartwandel im mittleren Aargau. Eine Untersuchung zu den heutigen Sprachverhältnissen im Spannungsfeld zwischen Ost- und Westschweizerdeutsch. Bern/Frankfurt a. M./Las Vegas 1979 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, 264).
  • Niklaus Bigler: Der Aargau im Schweizerdeutschen Wörterbuch. Beispiele zur Organisation des Materialsammelns in einem mundartreichen Kanton. I: Schweizerdeutsches Wörterbuch. Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1984. [Züri] 1985, S. 9–21.
  • Walter Bigler: Sägs einfach soo we deeer de Schnabu gwachse n esch. E Hampfele Wöörter ond Uusdröck vo geschter ond höt. Berner Aargauer Mundartwörterbuch aus der Region Südwest-Aargau. Oftringen 2012.
  • Hermann Blattner: Ueber die Mundarten des Kantons Aargau (Grenzen; Eintheilung; Phonetik). Vocalismus der Schinznacherm[und]a[rt]. Brugg 1890.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Zur Sprachgeographie des Aargaus. I: Rudolf Hotzenköcherle: Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz, useggää vom Niklaus Bigler und em Robert Schläpfer under de Mitaarbet vom Rolf Börlin. Aarau/Frankfurt a. M./Salzburg 1984 (Reihe Sprachlandschaft 1), S. 79–90.
  • Jakob Hunziker: Aargauer Wörterbuch in der Lautform der Leerauer Mundart. Aarau 1877. Nohtruck Wiesbaden 1968.
  • Ernst Matter: Schproochmümpfeli us eusere Gäget. Von der Mundart des Suhrentales. Schöftland 1998.
  • Heinrich Meng: Mundartwörterbuch der Landschaft Baden im Aargau. Baden 1986.
  • Hans-Peter Schifferle: Dialektstrukturen in Grenzlandschaften. Untersuchungen zum Mundartwandel im nordöstlichen Aargau und im benachbarten südbadischen Raum Waldshut. Zürcher Dissertation, Bern 1995 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, 1538).
  • Hans-Peter Schifferle: Die Mundart von Zurzach in Geschichte und Gegenwart. I: Geschichte des Fleckens Zurzach, useggää vom Alfred und em Hans Rudolf Sennhauser und em Alfred Hidber. Zuurzi 2004, S. 527–545.
  • Hans-Peter Schifferle: Badisches und schweizerisches Alemannisch am mittleren Hochrhein. Gemeinsames und Trennendes. I: Grenzüberschreitungen. Der alemannische Raum – Einheit trotz der Grenzen?, useggää vom Wolfgang Homburger, em Wolfgang Kramer, de R. Johanna Regnath und em Jörg Stadelbauer. Ostfildern 2012, S. 173–197.

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Mundartwörterbuch der Landschaft Baden im Aargau, S. XVII
  2. Mundartwörterbuch der Landschaft Baden im Aargau, S. XVII