Hermann Burte

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Dr Hermann Burte - Sälbschtportrait anne 1941

Dr Hermann Burte (eigentli Hermann Strübe; * 15. Februar 1879 z'Muulburg; † 21. März 1960 z'Löörech) isch e ditsche Dichter und Moler gsi.

Sitter sinem alemannische Gedichtband Madlee (1923) bis in d 60er, 70er Johr het dr villfach uszeichneti und geerti Burte fascht unumstritte as dr grescht alemannisch Dialäktdichter nooch-em Hebel golte. Wäge sinere Mitwirkig im Nationalsozialismus isch si Wärk nooch 1945 neij bewärtet un vum e Deil Rezensente as politisch undragbar verworfe wore. Verschiidini Rezensente sin drgege fir e differenziärti Betrachtig vum Burte un sinem Wärk iidrätte. Noch däne seig e große Deil vu sinem Wärk unverfänglig un hit no läsenswärt. Allewäg isch mit sinere politische Afächtig aü s Asähne vu sinere alemannische Dichtig gsunke.

Aü as Moler het dr Burte gschafft; er sälber het si Dichtung hecher iigschetzt wiä si Molererei.

Dr Burte ase jung[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Hermann Strübe (spetere Dichternamme: Hermann Burte) isch am 15. 2. 1879 z Muulburg uf d Wält kumme. Sini Vorfahre sin vor allem Büüre, aber aü Wäber un Handwärker üs em alemannische Raüm gsii. Si Vatter, dr Friedrich Strübe (1842–1912) isch vu Steine gstammt un het as Buechhalter in ere Basler Fabrik im Wiisedal gschafft. Si Mütter isch d Elisabeth Strübe geb. Kuhny (1847–1917) gsii, d Dochter vum e Grummholz- (Wagner-) Meischter; däre sträng evangelische Fraü het dr Reformator un Sprochschepfer Martin Luther viil bedittet. Dr Hermann het fimpf Gschwischtrig gha.

Scho im Strübe Hermann si Vatter het alemannisch dichtet; er het dr Hebel, dr Schiller un bsunders dr Uhland verehrt. Im Elterehüüs het e Geischt gherrscht, wu im Hermann si Begabig zum Dichte gferderet het.

Noch dr Volksschuel z Muulburg un dr hechere Birgerschuel z Schopfe het er 1897 z Friiburg s Abitür gmacht. Drno her er z Karlsrueh d Akademie der bildenden Künste bsuecht – wiä si jingere Brueder Adolf, wu ebefalls zum Mole begabt gsii isch.

Zwische 1904 un 1907 het er zum Deil mit Stipendiä zwei Mol uf London un Paris kenne reise un het s geischtig Läbe derte kenne diäfer känne lehre. Unter em Iidruck vu dr Drame vum Shakespeare un dr Dichtig vum Burns het sich si Inträssi vu dr Molerei meh in Richtig Dichtig verschobe. Friili isch er nit vum Mole abkumme: er het siner Läbdig bsunders Landschafte in dr ängere un wittere Heimet gmolt (Elbilder, Aquaräll, Zeichnige). Sini Bilder neige meh zum Dramatische wiä zum Idyllische. Un dr het mit em Aüg vum e Moler dichtet.

Z Paris het dr Strübe sich witter mit Literatür bschäftigt, bsunders mit em Rabelais, em Balzac un em Baudelaire. Do het er aü si erscht alemannisch Gedicht gschriibe (1905). Ebefalls z Paris het er im Ramme vum e Briisüsschriibe si erscht Stick ufs Babiir brocht. Des het em aü dr Kontakt zum e Verleger iibrocht, dr isch vum Gideon Karl Sarasin, wu z Berlin Verleger gsii isch, unter Vertrag gnumme wore. Ab jetz het dr Strübe Hermann unter em Namme Hermann Burte vereffentligt – Burte het dr Held vu sinem erschte Stick gheiße.

Zu dr ditschsprochige Vorbilder vum Burte hän dr Jeremias Gotthelf, dr Friedrich Nietzsche un dr Carl Spitteler zellt. Dr ideologisch Iifluss vum Nietzsche un vu dr breite „völkische“ Bewegig, wu dertemol scho exischtiärt het, isch im Roman „Wiltfeber“ unverkännbar.

Durchbruch as Dichter[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dä Roman Wiltfeber isch im Friähjohr 1912 rüskumme; fir des Wärk het er 1913 (zämme mit em Schriftsteller Reinhard Sorge) dr renommiärt Kleist-Briis bikumme; mit em Wiltfeber het dr Burte e Durchbruch im ditschsprochige Raüm erreicht un isch iberregional bekannt wore. Mit däm Roman zeigt sich dr Burte scho friäh as bewußte Alemann, ditsche Nationalischt un - in dr Aüge vu Autore wiä dr Wolfgang Heidenreich - as Antisemit; diä ditsche Belang sin em aber wichtiger wiä d alemannische.

1914 isch er fir si Schaüspiil „Katte“ fir dr Schillerbriis nominiärt wore, aber wäge gritischem Inhalt het dr Kinnig vu Preuße (= dr Kaiser Wilhelm dr Zweit) s Veto iiglegt; 1927 her er dä Briis drno – zämme mit em Franz Werfel un em Fritz von Unruh – doch bikumme.

Wäge me Härzliide het er 1914 nit miäße oder nit derfe in dr Griägsdiänscht iirucke; Änds 1916 isch er drno doch no zu dr Poschtiberwachungsstell z Friiburg iizoge wore.

Zitewiis het er finanziälli Schwiirigkeite gha. Am 14. Juli 1913 schribt er an dr Walther Rathenau: „Mein Verleger versagt finanziell leider völlig. Er meint offenbar, seine Pferde würden besonders gute Rennen machen, wenn er ihnen das Futter entzieht.“

1917 schribt dr Burte Erinnerige an Begägnige mit em Walther Rathenau uf, eme jüdische Induschtriälle un Schriftsteller. Diä Frejndschaft isch 1912 dur dr Roman Wiltfeber entstande un im Briäfwägsel bis 1919 nochwiisbar. 1925 het dr Burte „Mit Rathenau am Oberrhein“ vereffentligt. Mer zue dr Frejndschaft mit em Rathenau lueg in sällem Artikel.

1923 het er – ebefalls bim Sarasin – si alemannische Gedichtband Madlee rüsbrocht. Diä Gedichter, wu uf 450 Sitte gsammlet sin, sin diä meischte scho um 1913 rum entstande, hän in dr Griägsjohr aber nit het kenne erschiine.

1924 het er an dr Universität Friiburg i.B. fir sini Verdiänscht um dr alemannisch Dialäkt dr Ehredokter verdlehnt bikumme.

Dr Dichter Rainer Maria Rilke het am 2. 12. 1924 im Briäf an dr Edmund v. Freyhold iber dr Burte gschriibe: "Ein Gedicht wie diese 'Himmlische Ernte', ist ein allgemeiner deutscher Besitz, ein Gut von solcher Reinheit und Gnade, daß es für sich allein ausreicht, den gründlichen Reichtum des Dichters für immer zu erweisen."

Vu 1925 ab isch dr Burte mit em Winterthurer Mäzen Werner Reinhart befreindet gsii un vu däm bis zu sinem Dot 1951 gferderet wore. Ass er vu sinere Lyrik un Dramatik nit rächt het kenne üskumme, isch siner Läbtig e Broblem gsii. Do het kei Mäzen kei Fade abbisse.

1926 isch e Frejndschaft zwischen em Burte un em jüdisch-elsässische Dichter Nathan Katz entstande, wu bis zum Dot vum Burte ghebt het - meh drzue lueg do.

Zwische 1908 un 1959 het dr Muulburger Dichter verschiidini witteri dichterischi Schrifte rüsbrocht: Sonett-Sammlunge, Drame un anderi Bihnesticker, hochditschi Gedichter, e Operetext un Ibersetzunge üs em Franzesische, lueg unte – Im Burte sini Wärk. Roman het er kenni meh gschriibe, si Schwärpunkt isch d Lyrik un s Drama gsii.

1929 isch er – unter em SPD-Burgemeischter Kuttler – Ehrebirger vu Muulburg wore, 1939 z Lerrach, 1957 z Efringe-Chilche.

Zwische 1919 un 1933 isch dr Burte Mitgliid vu dr Deutschnationalen Volkspartei gsii (1933 het si sich miäße uflese). Zwische 1924 un 1932 het er „Der Markgräfler“ mit rüsgä. Er isch en Verfächter vo ere völkische Ideologii gsi un het sich scho im 1925i en Schribtisch la mache, wo nach sim eigene Entwurf mit Hakechrüzmotiv gschmückt isch gsi.[1]

1932 het er noch eigenem Bekunde as Ditschnationale im e Flugblatt dr Hitler as Daübmann (Hochstapler) bschumpfe. Drno her er – noch eigenem Bekunde - zitewiis z Basel Unterschlupf vor Nochstellunge dur d SA gsuecht.

Im Burte si afängligi Gegnerschaft zu dr Nazi wird aü im e Artikel vum "Völkischen Beobachter" dittlig, wus drin heißt:

„Dass der Dichter des 'Wiltfeber' und 'Katte' sich heute im Dickicht autoritärer Phraseologie verfangen hat und sich nicht wiederzugebende Beschimpfungen des erwachenden Deutschlands leistete (…), das ist eins der traurigsten Kapitel aus der jüngsten Vergangenheit, auf das wir in anderem Zusammenhang noch eingehend zu sprechen kommen müssen.“[2]

Vu 1930 bis 1937 isch dr Burte im Rotary-Club Basel Mitgliid gsii, wu fir Humanität, Friide un Velkerverständigung iidrätte isch. Dä Club isch in dr USA grindet wore un het aü viil Jude as Mitgliider gha. 1937 isch d glichzittig Mitgliidschaft im Rotary-Club un in dr NSDAP verbotte wore.

Im Burte si Verhalte im Nationalsozialismus[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Anne 33 isch er in d „Deutsche Akademie der Dichtung“ iidrätte, wu unter nationalsozialischtischi Reschii gstellt gsii isch.

Am 12. Juni 1933 het er im e Briäf an dr Nohl anlässlig vu dr Biächerverbrännig dur d Nazi gschriibe, d Ditsche hebe „die Kampfmethoden ihrer Todfeinde“ ibernumme (lueg Orginalzitat 1).

Noch sinene Agabe heb si „Rede auf Hebel“ (19. Mai 1935) nit derfe im Radio iberdrage wäre, wel si e einzigi Huldigung an dä mild, grischtlig un mänschlig Dichter gsii seig.

Am 23. Jänner 1936 het er d Ufnahm in d NSDAP beadrait un het bal druf Kandidatestatus bikumme; am 1. Mai anne 37 isch dr Biidritt wirksam wore. E Amt in dr Bartei het er niä keins gha.

Am 18. Juni 1936 het er as erschte dr nej gstiftet Hebelbriis bikumme.

1938 bikunnt dr Burte dr „Großdeutsche Mundarten-Preis“

Afang 1939 Goethe-Medalie für Kunst und Wissenschaft.

Si Roman Wiltfeber vu 1912 isch vu dr Nazi üsgschlachtet wore un si Romanfigür (bzw. er sälber) zum „Seher des Dritten Reiches“ hochstilisiärt wore, so in ere Schrift vum Max Dufner-Greif 1939. Dr Rüdiger Hoffmann schribt do drzue 1988, dr Burte heb sich des biäte lo, dr heb sich schiints in däre Roll sogar gfalle, dr seig ebe ehrgizig gsii.

S Gedicht Hebel rassisch!, wu dr Burte 1939 z Muulburg vordrait het un im Markgräfler Jahrbuch 1940/41 vereffentligt het, setzt sich mit dr nationalsozialischtische Rasselehr kritisch üsenander. S wird vum Paul F. Wagner as "Ausdruck einer inneren Freiheit" vum Burte ghalte, wu Muet koschtet het: „Man stelle sich vor, was eine solche Lesung 1939 bedeutete!“[3]

Dr Burte isch e gschetzts Mitgliid im Basler PEN-Club gsii. Dr het in sällere Schriftstellerorganisation, wiä meh as er zu dr Nazi ibergange isch, wiä meh Positione im Inträssi vu dr ditsche Üssepolitik verdrätte.

Im Burte wird e Spitzeltätigkeit vorgworfe (3 Briäf im Friähjohr 1940 mit Stimmigsbricht); friili hets im PEN-Club niäme gä, wu nit gwisst het, ass dr Burte Nazi isch – dr isch uffe ufdrätte. Diä Bricht sin iber d Sicherheitsdienst-Außenstelle Lörrach uf Berlin ins Reichssicherheitshauptamt gange.[4]

1943 sin Sieben Reden von Burte erschiine. In dr Rede zwische 1940 un 42 vor ditsche Intelektuälle, wu an sich Broblem vu dr Dichtung un vum Kültürläbe zum Haüptinhalt gha hän, het er dr Hitler hochglobt, noch em Rüdiger Hoffmann meh wiäs zum Mindeschtpegel ghert, wu enne het miäße iihalte, wu effentlig het welle ufdrätte. In dr letschte Red „an Bartels“ finde sich glari antisemitischi Floskle. Friili wiche diä Rede zum Deil dittlig vu dr offiziälle Parteiliniä ab.

Ebefalls as Redner isch dr Burte vor dr Hitlerjugend, vor em Schwarzwaldverein un vor andere ufdrätte.

Dagbuechiidrag vum 14. 10. 1943

Im e Dagebuechiidrag vum 26. 5. 1942 wird dittlig, ass Vorträg vum Burte „verlangt“ wäre – „mich in Ruhe zu lassen, wäre die beste Politik des Dritten Reiches, aber viel zu gescheit, um geübt zu werden!“

Im Dagbuechiidrag vum 14. 10. 1943 schribt dr Burte nommol, ass er iberlegt, as Redner ufzhere. „Fast alle Fehler aller verflossenen Fürsten haben sich in wenigen Jahren unter – zusammengeballt: Es wird in der Tat genau das Gegenteil dessen erreicht, was man als Ziel angegeben hatte.“ Lueg Originalzitat 2 un Bild.

Während em Nationalsozialismus isch dr Burte in evangelischi Gottesdiänscht gange, was vu dr Nazis nit gärn gsähne gsii isch. Dr het zu grischtlige Fäschter religieesi oder anderi Gedichter, wu basst hän, vereffentligt; des beziige Dankschriibe vu Pfarrer u.  a. noch em Griäg.

Noch eigene Agabe isch im Dritte Rich si Drama Simson (1917) un si Stick Krist vor Gericht (1930) wäge altteschtamäntligem Thema bzw. grischtligem Inhalt verbotte gsii. Si Schauspiil „Mensch mit uns“ isch z Karlsrueh zwar ürufgfiährt wore, dr Gauleiter Wagner heb aber drfir gsorgt, ass es abgsetzt wird.

S git Hiiwiis druf, ass dr Burte un sini literarische Fähigkeite vu fiährende Nationalsozialischte ring gschetzt wore sin. Dr Bropagandaminischter Joseph Goebbels het anne 1936 iber s Burtes Drama Katte gschriibe:

„Das Stück ist ein Attentat auf die Tränendrüsen. Zu sentimental. (…) Ich lerne Burte kennen. Keine Leuchte. Ein alemannischer Spießer.“[5]

Dr Hermann Göring, dr zweithegscht Mann im Rich, het anne 43 zu s Burtes Textbuech vu dr Oper Das Schloss Dürande im e Telegramm gschriibe:

„es ist mir unfaßbar wie die Staatsoper diesen aufgelegten Bockmist aufführen konnte. Der Textdichter muß ein absolut Wahnsinniger sein.“[6]

Zu sinem 65. Geburtstag im Febber 1944 het dr Burte e Dotation vu 15.000 Riichsmark üs em Kulturfilm-Förderungsfonds bikumme. Ass Uftraggäber vu däre Dotation het dr Joseph Goebbels zeichnet.[7]

Noch em Griäg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vum Jülli 1945 bis im März 1946 isch dr Burte z Lerrach uf Aordnig vu dr franzesische Bsatzig üs politische Grind im Gfängnis gsii un drno üs Lerrach üsgwiise wore.

In ere Verteidigungsschrift 1947 bringt dr Burte vor, ass er am Afang gege dr Hitler un si Partei gsii sich, aber wun er gsähne het, ass sich si Macht feschtigt un d Wirtschaft akurblet wird, het er zum Hitler ghalte. Fir ihne seigs nimmi „um Partei und Antipartei, sondern um Reichstreue und ihr Gegenteil“ gange. (Lueg Originalzitat 3)

Dr Hermann Burte het noch em Griäg ke geischtigi Kehrtwändi gmacht. Si Wältasicht, wu d Nation un s Fiährertum e großi Roll drinne spiile, het sich scho in sinere Kindheit un Jugend rüsbildet gha; s Dritt Rich het er nit grundsätzlig gritisiärt, er het numme bstimmti „Üswigs“ un „Fähler“, wiä d Unterbindig vu dr Meinigsfreiheit, gritisiärt, aber nit si „nationali“ un „völkischi“ Üsrichtung. 1948 het er si "Mit Rathenau am Oberrhein" (z'erschd anne 25 as e Privtadruck erschiene) wieder rüsbrocht, wu si friähjeri Frejndschaft mit däm Jud bschriibe isch; dodermit het er zeigt, ass si Antisemitismus, wun er im Dritte Rich z erkänne gä het, nit si erscht un si letscht Wort isch.

1949 isch er im Verfahre vor dr Spruchkammer Friiburg (Entnazifiziärigsverfahre) as politisch minderbelaschtet iigstuft wore un het d Erlaübnis bikumme, sini bishärige Wärk witter z verbreite un aü in Zuekumft as Schriftsteller un Fäschtredner z schaffe; politischi Rede z halte un neiji Wärk mit politischem oder sozialpolitischem Inhalt z vereffentlige isch em friili verbotte wore.

Im Markgräflerland un driiber nüs isch dä Muulburger Dichter mit nationalem Rang alliwiil no in hochem Asähne gstande. 1957 isch er Ehrebirger vu Efringe-Chilche wore, wun er noch em Griäg gläbt het. Des Asähne isch friili durch effentligi Aklage alliwiil meh gminderet wore. Doch hän sich verschiidini Persenligkeite, wu dr Burte un si Zit üs eigenem Aluege kännt hän, zu ihm un sinere Dichtig bekännt, so dr Richard Gäng (1959), dr Raymond Matzen (1979), dr Georg Thürer (mehrfach), dr Wilhelm Altwegg (Hebel-Rüsgäber un Päsident vu dr Hebelgsellschaft, Basel, 1954, 1959), verschiidini Politiker un Kirchefiährer; unter däne wu dr Burte - viilmol nit unkritisch - gschetzt hän, sin etligi, wu im Dritte Rich verfolgt wore sin, so dr Reinhold Schneider (1954), dr Fritz von Unruh (1959), dr Rupert Gießler (1959, 1960), dr Nathan Katz (mehrfach) un anderi.

Dr Bundespräsident Theodor Heuss het anne 1952 vum Burte sini Wärk „Madlee“ un „Die Seele des Maien“ bikumme un druf gantwortet: „Ich habe (…) mich an ein paar Abenden in die beiden Gedichtbände mit Gewinn hineingelesen und sehe, daß Sie den Hebel’schen Ansatz ja individuell stark zu erweitern verstanden haben.“[8] Uf de andere Siit hät de Heuss über Burte gsagt, sii „Form brutaler Romantik“, sii ihm "innerlich völlig fremd" un dass es „groteske“ aseh würd, Burte un de Johann Peter Hebel uf einiri Stüfe z stelle.[9]

Am 21. März 1960 isch dr Hermann Strübe-Burte im Alter vu 81 Johre verstorbe; dr isch z Muulburg, in sinem Geburts- un Heimetort, begrabe.

Politische Stritt noch em Dot vum Dichter[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Am 24. 3. 1960 het dr Rupert Gießler, dr Feuilletonchef vu dr Badische Zittig, im Nochruef gschriibe, im Burte si greschti Leischtig seig „die Erneuerung der alemannischen Sprache im Gedicht“ gsii. Dr Gießler sait zwar, ass dr Burte „schlimme politische Irrwege“ unter dr Diktatur gange seig, aber mer miäß „im Licht des Todes“ dr Blick uf des richte, „was der Künstler in ihm, der Meister des Wortes geleistet hat, was das Bleibende über dem Vergänglichen ist.“

Um d Frog, eb dä Dichter noch s Rächt het, effentlig ghert un gehrt z wäre, ischs in dr Zit nochhär zu effentligem Stritt kumme. D Gränze zwische dr gegesätzlige Meinigsgruppe sin im große Ganze entlang vu Barteigränze gloffe.

Eini vu dr bsunders kritische Positione isch vum Magazin Der Spiegel verdrätte wore. Do wird dr Burte as „Blut-und-Boden-Sänger des Dritten Reiches“, „Mord-Barde Burte“ (1. April 1959) un „Blut-und-Boden-Barde“ un „NS-Dichter“ (Nr. 21.1989) bezeichnet.

Zu dr Verteidiger vum Burte het d Hermann-Burte-Gesellschaft (grindet 1960) ghert. Zu dr Redner un Publizischte, wu sich fir e differenziärti Bhandlung vum Burte iigsetzt hän, ghere dr Sangallemer Brofässer Georg Thürer, dr Rüdiger Hoffmann, dr Paul F. Wagner un etligi anderi. Si hän - wiä dr Gießler - drfir gsproche, ass mer an däm, was in s Burtes Wärk positiv isch, sott feschthebe.

E Stellungnahm mit ere große Wirkig isch e Sändig vum Südweschtfunk gsii, wu Änds 1978 un Afangs 1979 zwei Mol üsgstrahlt wore isch. Dr Rundfunkredakteer Wolfgang Heidenreich verdrittet do, ass dr Burte vu Afang a e geischtige Wägbereiter vum Nationalsozialismus gsii seig un sich im Dritte Rich dur sini Rede mitschuldig gmacht heb. Si Person seig nit teilbar in e guete un e schlächte Burte. E Benännung vun ere Schuel noch em Burte sei unmeglig.

Diä Sändunge sin im Zämmehang mit ere effentlige Üsenandersetzig kumme, wu zwoo Schuele im Markgräflerland noch em Burte hätte sotte benännt wäre. S Oberschuelamt Friiburg het diä Benännig drno verbotte. Muulburg het des Verbot akzeptiärt; Efringe-Chilche het d Benännig vu dr Schuel uf d Durnhalle verlageret.

1989/90 isch nomol zum e ähnlige Stritt mit eme monatelange Griäg vu dr Meinige in dr Zittige kumme, wu unter anderem d Hermann-Burte-Stroß z Mille hätt sotte e andere Namme bikumme.

Orginalzitat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

1. Briäf an dr Nohl, 12. 6. 1933 (Hermann-Burte-Archiv (HBA)): „Dinge, wie die sog. nationale Revolution muss man, um wahr zu sein, religiös bewerten. Was aus der Materie kommt, ist Dreck und geht zum Dreck zurück. Unter den jüdischen Büchern, die man am kommenden Sonntag in Karlsruhe fast amtlich verbrennt, fehlt - die Bibel! Diese Tatsache, dass man nicht folgerichtig sein darf, wiegt ungeheuer schwer zu Gunsten der Anderen. Wir geraten als Volk in den Fluch, den galuth, wie die Juden, wenn wir nicht im Geiste bleiben! An den sechstausend Jahren, gemessen, in deren Lauf Gottes Wort sich als wahr erwies, ist die jetzige Bewegung in Deutschland eine Episode. Die Deutschen haben völlig die Kampfmethoden ihrer Todfeinde – Todfeinde im Wesen! – angenommen!“

2. Tagebuchnotiz vum 14. 10. 1943 (HBA): „Ich überlege mir heute, ob es nicht für mich das einzig Richtige wäre, mich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, weder zu sprechen als Redner, noch im Rundfunk, sondern nur zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben mit dem Ziel: Sieg des deutschen Geistes ohne Waffen hach der Art der Schweiz: Deutschland die grössere Schweiz Europas, ohne Aggression: Das ewige Misslingen der Deutschen in der Politik, dieser Kunst, Erfolg zu haben, muss auf angeborenen Fehlern, Mängeln, Eigenschaften beruhen. Denn einmal müsste die Überlegenheit, falls sie vorhanden wäre, sich offenbaren. Tausend Jahre lang, von Karl dem Grossen zu Franz dem Kleinen ist unsere Geschichte von einer erstickenden Talentlosigkeit. Fast alle Fehler aller verflossenen Fürsten haben sich in wenigen Jahren unter – zusammengeballt: Es wird in der Tat genau das Gegenteil dessen erreicht, was man als Ziel angegeben hatte.“

3. Üs dr „Erwiderung von Hermann Strübe Burte (…)“ 1947 (HBA): „Als im Jahre 1933 Hitler an die Macht gelangte, Reichskanzler wurde, infolge allgemeiner Wahlen, die unter einer nichtnationalsozialistischen Regierung vollzogen wurden, also auf scheinbar legalem Wege, durch demokratische Mittel, und von Hindenburg, dem allverehrten Reichspräsidenten, in aller Form anerkannt wurden, kam ich als Gegner der Partei in eine schwierige, fast tragische Lage. (…)
Man macht sich heute (1947) nur selten eine richtige Vorstellung davon, welchen Hemmungen und Schwierigkeiten ein Mann, vor allem einer, dessen Name in der Öffentlichkeit bekannt war, sich aussetzte, wenn er damals 1933 nicht Pg (= Parteigenosse) war!
Opposition gegen Hitler war jetzt gleichbedeutend mit Widerstand gegen die Staatsgewalt! Es handelte sich von 1933 ab überhaupt nicht mehr um Partei und Antipartei, sondern um Reichstreue oder ihr Gegenteil! Zu dieser aussichtslosen Opposition, die ja auch später (1944) völlig erfolglos blieb, konnte ich mich nicht entschliessen; in das Ausland zu gehen, verbot mir meine Liebe zur Heimat und zum Vaterlande, zum deutschen Wesen; ich bin immer überzeugter Deutscher gewesen: Deutschland vor Allem! war mein Wahlwort, und es blieb mir nichts übrig, als das Ergebnis der Wahlen auch meinerseits anzuerkennen und meinen Frieden mit der Bewegung Hitlers zu machen.
Ich sah ausserdem, dass Hitler anfangs grosse Erfolge hatte, im Innern unbestritten, aber auch im Äusseren: (…) Wenn alle Mächte ihn anerkannten und ihre Vertreter nach Berlin schickten, ist es von einem deutschen Dichter, einem glühenden Patrioten, zu viel verlangt, er solle seinen Kanzler bekämpfen!“

Üs em Burte sinem dichterische Wärk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Uszeichnige und Ehrige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Ehrebürgerschaft vom Burte vo Lörrach isch noch em zweite Wältchrieg z Lörrach kontrovers diskutiert, em Burte aber nie aberchannt worde. Dr Bundespräsident Theodor Heuss, wo het solle Ehrebürger vo Lörrach werde, het di Ehrig abglehnt, wil d Stadt net uf d Ehrebürgschaft vom Burte het welle verzichte.

Im Burte sini Rede[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Lueg aü[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Literatür[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Auszüge aus Dokumenten im Nachlaß von Hermann Burte. Hermann-Burte-Gesellschaft. Lörrach 1978 (Heft)
  • Helmut Bender: Der Hundertjährige. Ein Beitrag zur Hermann-Burte-Diskussion. In: Badische Heimat, 59. Jahrgang, 1979, Heft 2
  • Otto Borst (Hrsg.): Das Dritte Reich in Baden und Württemberg. Stuttgarter Symposion. Band 1. Theiss, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0563-9.
  • Manfred Bosch: Der Johann-Peter-Hebel-Preis 1936–1988. Eine Dokumentation. Waldkircher, Waldkirch 1988, ISBN 3-87885-170-7.
  • Franz Burda (Hrsg.): Hermann Burte 80 Jahre. Burda, Offenburg 1959
  • Willi Ferdinand Fischer: A propos Hermann Burte. Erinnerungen und Gedanken 1979. Lörrach 1979 (Heft)
  • Wolfgang Heidenreich: Der Burte – Neuvermessung des alemannischen Dichters, Redners und Malers Hermann Burte – Texte, Analysen, Gespräche. (Manuskript vun ere SWF-Radiosändig am 19. 11. 1978, widerholt am 10. 2. 1979
  • Rüdiger Hoffmann: Der politische und der andere Burte. Vortrag am Burte-Abend in Haltingen am 7. November 1987. In: Das Markgräfler-Land. Heft 1 / 1988, rüsgä vu dr Arbeitsgemeinschaft Markgräflerland für Geschichte und Landeskunde e. V. un em Hebelbund Müllheim e. V.
  • Ernst Loewy: Literatur unterm Hakenkreuz. Das Dritte Reich und seine Dichtung. Eine Dokumentation. Hain, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-445-04760-X.
  • Raymond Matzen: Der Markgräfler Hermann Burte und der Sundgauer Nathan Katz. In: Das Markgräfler-Land, Band 2/1999, rüsgä vum Geschichtsverein Markgräflerland e.V., Schopfheim 1999
  • E. Müller-Ettikon: Zwei ungleiche Freunde. Zum 100. Geburtstag von Adolf Glattacker (30. 6. 1878) und Hermann Strübe-Burte (15. 2. 1879). In: Badische Heimat. Ekkhart 1979.
  • Kathrin Peters: Hermann Burte – der Alemanne. In: Rolf Düsterberg (Hrsg.): Dichter für das „Dritte Reich“. Biografische Studien zum Verhältnis von Literatur und Ideologie. Aisthesis, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89528-719-0.
  • Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon. Europa, Hamburg u. a. 2002, ISBN 3-203-82030-7.
  • Matthias Spranger: Dackeli, chly Gwackeli und ewiger Burte – ein neuerliches Aufstöhnen. In: Allmende, 24/1995
  • Georg Thürer: Zum hundertsten Geburtstag des Dichters Hermann Burte. In: Das Markgräfler-Land. Heft 1 / 2 1979, rüsgä vu dr Arbeitsgemeinschaft Markgräflerland für Geschichte und Landeskunde e. V. un em Hebelbund Müllheim e. V.
  • Gerd R. Ueberschär, Winfried Vogel: Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-14966-5.
  • Paul F. Wagner: Hermann Burte und seine Zeit. Binzen 1990 (Heft)

Üs em Nochlass vum Burte im Hermann-Burte-Archiv, Muulburg, verschiidini autobiografischi Fragmänt un Dokumänter, do drunter:

  • Erwiderung vom Hermann Burte Strübe auf Anklagen, Vorwürfe und Beschuldigungen. (1947)

Word-Datei im Hermann-Burte-Archiv zum Läbe vum Hermann Burte vu dr Ulrike Falconer, Stand 2004, unvolländet.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Quälle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Markgräfler Jahrbuch 1939, S. 102.
  2. Völkischer Beobachter, 18. November 1932
  3. Paul F. Wagner: Hermann Burte und seine Zeit. Binzen 1990. S. 30
  4. Allmende Nr. 64/65, S. 270–273.
  5. Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil I, Band 3/II, München 1966, S. 271f
  6. Abdruckt as Faksimile in Heinz. H. Stuckenschmidt: Zum Hören geboren. Ein Leben mit der Musik meiner Zeit. München 1979, S. 149 un zitiärt bim Werner Vogel: Othmar Schoeck, Leben und Schaffen im Spiegel von Selbstzeugnissen und Zeitgenossenberichten. Zürich 1976, S. 257
  7. Harald Noth: Bemerkungen zur Ausstellung "Hermann Burte und der Nationalsozialismus"
  8. Briäf vum Theodor Heuss vum 23. Mai 1952, abdruckt in: Willi Ferdinand Fischer: Apropos Hermann Burte. Erinnerungen und Gedanken 1979. Lörrach 1979.
  9. DER SPIEGEL 21/1989 vom 22.05.1989, Seite 80b-83