Skifahre

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Underschiedlichi Skischtil us verschiedene Epochene und Altersgruppene

S Skifahre (au Schifahre gschrybe) isch e Wintersport. En Skifahrer gleitet uf ere Skipiste oder im frye Gländ uf zwei Ski über de Schnee.

Meischtens wird mit dem Ausdruck Skifahre die breitesportlichi Variante gmeint. Für de Wettkampfsport git's degäge d Bezeichnig Ski Alpin. Skilauf als Gesamtkonzäpt vom Wintersport umfasst au de Langlauf, wo aber nit zum Skifahre im eigetliche Sinn zellt wird. Schtatt uf Ski cha mer ähnlich au uf Sand oder mit Grasski uf Gras fahre. Fürs Wasserskifahre bruucht mer degäge es Boot als Hilfsmittel, wo eim ziäht.

Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ursprüng z Norwege um 1860[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schneehuhnjäger auf der Hochebene Norwegens, en Illuschtration vom Vincent Stoltenberg Lerche für d Zytschrift Die Gartenlaube, 1872

Die norwegischi Landschaft Telemarken gilt allgemein als Urschprungsregion vom Skifahre als sportlichi Betätigung.[1] Weniger bekannt isch, dass bereits im 17. Jahrhundert vo Puure i de Krain brichtet worden isch, wo waghalsigi Abfahrte und sogar en Art Slalom uf Ski absolviert hend. Slawischi Ywanderer hend die Ski im 17. Jahrhundert us em nordöschtliche Russland uf Slowenie brunge.[2] De Krainer Bauernskilauf het für d Usbreitig vom Skifahre aber chuum Bedüütig gha. Es sind denn äbe d Norweger gsi, wo für die massivi Verbreitig vom Skisport z Europa und Nordamerika gsorgt hend. Us ihrere Art vo de Fortbewegig uf rudimentäre Brätter het au s Skispringe ghört. Zum s Training effiziänter z mache, hend sie nach Schprüng schnäll schtoppe müesse, um d Ufstiegszyt z verchürze. Drum hend sie die erschte Richtigswächsel bzw. Schtoppschwüng entwickle müesse. Es het de Telemark- und de Kristiania-Schwung gäh. De z Norwege entwickleti konkav gformti Ur-Ski het bereits über en Taillierig verfüegt, ähnlich wie modärni Carving-Ski.[3] Us dere urschprüngliche Fahrwys mit färsesytig nit fixiärter Bindig leitet sich au die andere Skitechnike (Langlauf, s Toureskilaufe und im wytere Sinn au s Skispringe) ab.

Entwicklig vom Skisport z Mitteleuropa nach 1880[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Die zuenähmendi Popularität vom Skisport z Norwege het i de zweite Hälfti vo de 1890er Jahre z Mitteleuropa zum ene regelrächte Ski-Boom gfüehrt. 1883 sind Ski nach norwegischem Vorbild vom Oberförschter Arthur Ulrichs gnutzt worde, um Schturmschäde i de Wälder vom Harz feschtzschtelle.[4] Au de oberbayrischi Forschtmeischter Maximilian Lizius het bi syne Reviergäng 1885 scho Ski bruucht, wo ihm vom ene norwegische Förschter gschänkt worde sind.[5][6] Norwegischi Ski sind importiert und erschti Skiverein gründet worde: z Dütschland 1891 z Todtnau, in de Schwiiz 1893 z Glarus und z Öschtrych 1901 z St. Chrischtoph am Arlbärg. Skandinavischi Schtudänte hend sich als Vermittler betätiget und es sind Lehrbüecher erschine. Ufgrund vom schteilere Gländ im Verglych zu Skandinavie isch s Erlehre vo de Schwüng aber aafänglich schwär gfalle. D Ufschtieg sind schwirig und müehsam gsi.[7] D Schwungtechnike sind drum de Bedingige aapasst worde: De Telemark-Schwung isch so veränderet worde, dass de vore liggendi usseri Ski ine grösseri Schtämmschtellig dräit worden isch, um so d Fortbewegig sicher und mit eme Brämse ändere z chönne.[8] Glychzytig hend die damalige Skifahrer d Schtämmschtellig vergrösseret, sodass mit beide Innekante vo de Ski het chönne grutscht wärde. Dur die Stämmtelemark gnännti Technik het d Brämswirkig chönne vergrösseret wärde.[9] Die norwegischi Technik, also d Fahrt uf de Taillierig vom Ski, isch abgwandelt worde. Eso isch de Stämmschwung und s Blockiere vom Ski-Skifahrer-System i Fahrtrichtig zumene wichtige Elemänt vo de wytere Skitechnike i de kommende Jahrzähnt worde.

De Begründer vo de alpine Skilauftechnik isch de Mathias Zdarsky gsi, wo zur Zyt vo syne Ski-Entdeckige z Lilienfeld z Niederösterreich gläbt het. Ihm wird die erschti Bärgabfahrt vo de Skigschicht zuegschribe.[10] Im Jahr 1897 het er die Lilienfelder Skilauf-Technik,[11] usegäh, es Buech, wo damals wägwysend fürs Skiwäse gsi isch. Syni Skilauftechnik het uf em Schtämmfahre berueht. Us ihm het er de erschti alpini Skischwung entwicklet, de Schlangeschwung. Er het sich bereits die taillierti Buuwys vo syne sälber konschtruierte Ski gnutzt. Debyy het er erchännt, dass d Taillierig automatisch kurvigi Schwüng ermöglichet.[12]

Ufschwung ab 1920 und Entwicklig zur Wettkampfsportart[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schtilschtudie vomene Skifahrer am Titlis im Jahr 1940

I de 1920er Jahr het dr alpini Skisport i de Alpe en erschte Ufschwung gnuu. Dur die vor em Erschte Weltchrieg usbuute Ysebahnlinie sind au im Winter meh Tourischten i d Bärge cho und die erschte Skischuelene usserhalb vo Skiclubs sind gründet worde, um ihne s Skifahre byzbringe (z. B. 1921 z Seefäld im Tirol und z Lech am Arlbärg). Äbefalls i dere Zyt hend d Film vom Arnold Fanck s Skifahre i d Kinos brunge und demi au Mänsche nöcherbrunge, wo bishär no nie im Winter i de Bärge gsi sind. Au d Feschtlegig vo Regle für e Slalom und d Organisation vo wiederchehrende Wettkämpfe wie em Arlbärg-Kandahar-Rennen und de Inferno-Abfahrt z Mürre gönd uf das Jahrzähnt zrugg. I de Folg het d Fédération Internationale de Ski (FIS) die alpine Diszipline i ihres Programm ufgnuu und 1931 z Mürre die erschte alpine Skiwältmeischterschafte usträit. Olympisch sind die alpine Skirenne mit de Winterspyl 1936 z Garmisch-Partenkirchen worde.

E wyteri bahnbrächendi Innovation im Skifahre isch d Entwicklig vom Parallelschwung dur de Seefälder Anton Seelos gsi. Mit dere Technik het er Aafang vo de 1930er Jahr by Wältmeischterschafte triumphiert. Als Trainer für die dütschi und französischi Nationalmannschaft het er d Basis für d Olympiasieg und Weltmeischterschaftstitel vo de Christl Cranz oder em Emile Allais gläit und het den nüüi Schwung international bekannt gmacht. Au hüt no isch de Parallelschwung Grundlag für s Buggelpischte- und Tüüfschneefahre und für s kontrollierte Befahren vo Schteilhäng.

Entwicklig zum Massesport um 1950[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E schtarch frequentierti Skipischte

D Entwicklig vom alpine Skilauf zum Breitesport isch im 20. Jahrhundert vor allem ab de 1950er Jahren dur de verschterchti Buu vo Skipischte mit Seilbahne und Skilift mit zuenähmender Beförderigskapazität wie au dur de schtarchi Uusbuu vo de tourischtische Infraschtruktur (Skigebiet, Skihüttene, Hotellerie usw.). So isch d Aazahl vo de Skifahrer vo 5 Millione wältwyt im Jahr 1950 uf 35 Millione im Jahr 1975 gschtige.[13] Debyy zellt weniger de Leischtigsgedanke (wie bim Wettkampfsport Ski Alpin) im Vordergrund, sondern d Bewegigserfahrig, s unmittelbare Naturerläbnis, soziali Kontäkt oder Underhaltig bim Après-Ski.

Skifahren isch i de Alpeländer hüt eini vo de beliebteschte Wintersportarte wie auch bedüütende Faktor vom Wintertourismus, äbeso z Skandinavie und andere europäische Mittelgebirg wie de Karpate, Pyrenäe, em Apennin oder de Appalache, de Rocky Mountains (USA und Kanada), Japan, Auschtralie, Nüüseeland und de südamerikanische Ande-Länder Chile und Argentinie. E wesentlichi wirtschaftlichi Bedüütig hend de Skitourismus und d Skiindustrie bsunders für d Schwiiz und Öschtrych. Zuenähmend schpilt de alpini Skisport au i andere Gebirg wältwyt (z. B. im iranische Elburs-Gebirge) en grossi Rolle. Er verbreitet sich aber au im Flachland immer meh, wo Skihallene buut wärded, wo mer s ganz Jahr über Skifahre cha. E sone Halle git's sogar z Dubai. Wältwyt isch au s Heliskiing verbreitet, mit eme Heli als Ufschtiegshilf, wo trotz ökologische Vorbehält vieli Hochgebirg vo de Wält (Himalaya, Altai, Kaukasus, u. a.) erschlosse het. En wytere Aschpäkt i dr Entwicklig vom Skisport sind Schuelskikürs als Underrichtsinhalt gsi, wo Skifahre als Breitesport im Alpenruum etabliert hend.[14]

Zu den bedüütende Nüüerge, wo s Skifahre breitetauglich gmacht hend, sind nach Parallelschwung vom Anton Seelos, wo s klassische Wädle möglich gmacht het, als Wyterentwicklung vo de Schtämmtechnik in de 1930er Jahr, de Umschtygschwung i de 1970er und s Carving in de schpaate 90er z erwähne. Au d Uusschtattig het sich veränderet. Im Gägesatz zum Telemark, wo mer mit eim lange Schtock gfahre isch, kännt mer sythär e Zweischtocktechnik.

Verbesserige im Skibuu und d Yfüehrig vo choschtegünschtiger Masseproduktion hend äbefalls zur Verbreitig vom Skifahre byträit, äbeso d Entwicklig vo de Sicherheitsbindig und dezue passendi Skischueh.

Mit zuenähmend höcherem Könne und besserer Skiusrüschtig het sich em „Extremskifahre“ bi Schteilwandabfahrte e bsunderi Variante vom Skilauf entwicklet. Scho de Mathias Zdarsky het 1905 zur Demonschtration vo de Überlägeheit vo synere Liliefälder Skilauftechnik am Schneebärg z Nideröschtrych s Breite Ries mit Ski abe gfahre. Am 29. April 1931 isch em Matthias Krinner und em Hermann Lanzl die diräkti Abfahrt vo de Weschtliche Karwändelspitze über d Wanne abe nach Mittenwald, was erscht 1969 wiederholt worden isch.[15] I de 1960er und 1970er Jahr sind de Schwiizer Sylvain Saudan und de Südtiroler Heini Holzer d Protagonischte vom Boom im Extremskifahre gsi, wobyy sie Fels- und Ysflanke mit 45°–55° Neigig in de Abfahrt bezwunge hend.

Fahrtechnik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Grundlegendi Bewegigsmuschter vom Skifahre im abfallende Gländ sind d Schussfahrt i de Falllinie, d Schrägfahrt schräg zur Falllinie, s sytliche Abbiege zum Hang us de Schussfahrt oder us de Schrägfahrt use, de sogenannti Boge (au Kurve gnännt) und de Bogewächsel über d Falllinie bzw. über d Schusslinie. Em Bogewächsel säit mer Schwung. D Technike, mit dene en Bogewächsel ygleitet wird, d Schwungtechnike, sind teilwys underschiedlich vo de Technike, mit dene de Boge funktional oder ästhetisch usgschtüüret wird. Dur de Schwung cha de Skifahrer e Richtigswächsel über d Falllinie vornäh, z. B. zum uf de präparierte Skipischte z blybe. Je nach Schwungtechnik wird d Hangabtriebschraft brämst und s Tämpo kontrolliert. S Glyche passiert, wenn de Skifahrer us de Falllinie bzw. us de Schusslinie use bloss mit eme Boge sytlich zum Hang zue brämsend abbiegt. Zuedäm dienet Schwüng und s Uusschtüüre vo de Böge em Erläbe vo Gschwindigkeit und Bewegigsästhetik.

Spezielli Technike und Aawändigsforme[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E 360°-Dräihig bim Slopestyle

De Breitensport Skifahre het einigi spezielli Technike und Aawändigsforme usebrunge:

  • S Buggelpischtefahren: s Skifahre uf Pischtene mit chlyner Hügelbildig
  • S Carving (engl. to carve = schnitze, schnyde): e Technik, bi dere d Schwüng vollschtändig uf de Kante gefahre wärded
  • S Freeride: s Skifahre dur nid präparierts Gländ
  • S Skibärgschtyge (Touregah): Bergsteigen bzw. Ufstieg mit Skifäll und Tourebindig im frye Gländ, und aaschliessender Abfahrt
  • De Slopestyle: über Kicker schpringe und s Bewältige vo andere Parkelemänt
  • S Telemarke: s Skifahre mit vertikal nid fixierter Färse, e historischi Technik, wo zuenähmend wieder pflägt wird
  • S Tüüfschneefahre: s Skifahre im tüüfe und lockere, nid präparierte Nüüschnee

Forschig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

I de Forschig wird syt de 1960er Jahr probiert, Bewegigsabläuf und biomechanischi Grundlage vom alpine Skifahre wüsseschaftlich darzschtelle. Das isch aber erscht in de 1980er Jahren dur de Münschteraner Sportwüsseschaftler und Mathematiker Georg Kassat glunge. Under andere widerläit er die vorherrschendi Hypothese, dass Parallelschwüng dur Be- und Entlaschtig usglöst wärded.[16]

Unfallgfahr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

E Pischtepatrouilleur mit Rettigsschlitte

Wie mit jedere Sportart sind au mit em Skisport Risike und typischi Verletzige verbunde, so dass d Sportmedizin vo de Skiunfäll es eignigs Fachgebiet ich, wo mit de sich wandelnde Technik au Änderige vo de typische Skiverletzige umfasst het. En hüüfigi Ursach vo Skiunfäll isch unapassti Gschwindigkeit a Pischtebedingige und/oder s eigene Fahrchönne. Überfüllti und schtarch beaspruchti, maschinäll beschnyyti Pischtene schtelled es erhöhts Risiko für Schtürz oder Kollisione dar. E Hauptursach für erhöhts Verletzigsrisiko isch die mangelndi Kondition und die dur das usglösti Ermüedig vo Skifahrer. Schlächt präparierts und unzwäckmässigs Material träit äbefalls Verletzigsrisike mit sich. S Fahre absyts vo markierte Pischtene isch bsunders gfährlich wäge Lawine und Abschtürz. Zum die Risike z minimiere, sind uf de Pischtene i vielne Länder d FIS-Regle vom internationale Skiverband FIS als grundlegendi Verhaltensrichtlinie gültig. Einigi Grichtsentscheid hend die Regle au als Grundlag vo de Rächtsprächig gnuu.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Skifahre – Sammlig vo Multimediadateie

Einzelnachwys[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Henry Hoek: Der Ski. 5. Auflage. München 1911, S. 201 ff.
  2. Mehl, Weltgeschichte, S. 25 ff.
  3. Walter Kuchler: Skirevolution Carving. Die neue Lust am Skifahren. Werne 1997, S. 17, 18
  4. Eerke U. Hamer: Arthur Ulrichs oder die Entdeckung sportlicher Winterfrische im Harz (= Materialien zur Niedersächsischen Sportgeschichte. Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte, Bd. 6). Hoya: NISH 1998.
  5. Maximilian Lizius: Am Hüttenherd, München 1949, S. 185
  6. Jost Gudelius: Die Jachenau, Jachenau 2008, S. 41
  7. Hans Zehetmayer: Zur Interdependenz von Skitechniken und Ski-Ideologien – Ein Beitrag zur Skigeschichte. In: Grüneklee, Alfred/Heckers, Herbert (Hrsg.): SPORTS-Schriftenreihe zum Wintersport. Band 19: Skifahren und Snowboarden heute. Düsseldorf 2005, S. 12
  8. Hoek, 1911, S. 119 ff.
  9. Zehetmayer 2005, S. 16
  10. Georg Bilgeri: Der alpine Skilauf. München 1922, S. 26.
  11. Mathias Zdarsky: Die Lilienfelder Skilauf-Technik. Hamburg 1897
  12. Zdarsky 1897, S. 33
  13. Innsbruck: der Winter wird verkauft, Der Spiegel 6/1976 vom 2. Februar 1976.
  14. „Wintersportwochen bringen die Gäste von morgen“ Archivlink (Memento vom 21. April 2012 im Internet Archive), WKÖ
  15. Mitteilungen des DAV Sektion Mittenwald von 1975
  16. Georg Kassat: Schein und Wirklichkeit parallelen Skifahrens, Münster 1985
Information icon.svg Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Skifahren“ vu de dütsche Wikipedia.

E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.