Alemanne (Name)

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e Münze vom römische Chaiser Konstanin II. usem Joor 324 mit de Uufschrift ALAMANNIA DEVICTA ("Alemannie bisigt")

De Name vo de Alemanne het im Lauf vo de Zitt Ändrige i de Bidüttig und im Gibruuch dörloffe.

Schriibig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Nochem Dude werd Alemanne und Alemannisch mit eme E gschribe, d Form mit emene A i de zwoot Silbe chunnt nöd vor. Trotzdem het sich i de wüsseschaftliche Literatur z Tütschland und i de tütsche Wikipedia d Verwendig vo de Form Alamanne (mit a) för s historische Volch döregsetzt. Bigründet werd da dodemit, as ase en Underschaidig zu de "noizittliche" Alemanne (mit e) gschaffe werdi. Die Lösig werd vo ainzelne Wösseschaftler verworfe, so vom Dieter Geuenich, wo maint, me schriibi onöd "Francen" oder "Saxen".[1] I de Schwiiz werd fast nume d Form Alemanne miteme E bruucht.

Öberliferig und Aawendig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Antiki[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Latinische luutet de Name maist Alamanni uf Altgriechisch hüüffig ᾿Αλαμανοί, Alamanoí, mit aim N, aber au ᾿Αλαμαννοί, Alamannoí.

De Stammname Alamanni isch zerstmool authentisch för s Joor 289 bilait. Zwoor nenet antiki Quelle im Zämehang mitem Chaiser Caracalla (211-217) ᾿Αλαμβαννοί, Alambannoí und ᾿Αλβανοί, Albanoí, wo e Tail vo de Wösseschaftler i "Alamannoí" verbessere möcht. Denn hettis scho vor em Dörbruch vom Limes Alemanne ggee, wa vomene Tail vo de Wösseschaftler bizwiiflet werd, well si d These vertretted, as d Alemanne erst noch 256 as Volch entstande sind.

De Landname Alamannia isch zerschtmool um 300 bizügt, wemer s Zügnis vo de Historia Augusta gelte loo möcht, scho im Joor 269.

De erst Chaiser wo de Siigername Alamannicus trait het, isch de Konstantin II. gsii. De Name het er ane 328 öberchoo, um di gliich Zitt ume, het au sin Brüeder de Siigertitel öberchoo.

Im Allgimaine hend d Römer ali Germane Alamanni gnennt, wo i de Decumates agri glebt hend, wääred abem 3. Joorhundert ali Germane am Niderrhii maist as Franci i de antike Quelle erschiinet. Abem 4. Joorhundert isch för s Land au Svevia, Svebia und s Volch au Svevi, Svebi bruucht wore. Allerdings sind di beede Bigriff nöd synonym, do de Begriff Svevi au för anderi Stämm bruucht woren isch.

Mittelalter[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Alemannische Herzogtum het bis zum Bluetgricht z Cannstatt ane 746 bistande. Bis zu dem Zittpunkt ane isch de Alemannename i de Quelle bruucht wore, spöötestens sit e Herstellig vom Herzogtum Schwoobe ane 911 cha nöme vo Alemanne gredt were. Althochtütschi Glosse öbersetzed latinisch Alamannus mit Alaman, aber mengisch au mit Suâb. De Walahfrid Strabo († 849) het gschribe, as Alamannia de latiinisch und Svevia de tütsch Name sai.

Noizitt[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Abgsie vo Historiker isch de Name Alemanne abem Hööchmittelalter nöme bruucht wore. Erst im 18. Joorhundert het mer sich im Badische uf die alte "alemannische Worzle" afange bsinne. Nochdem de Johann Peter Hebel ane 1803 sini Allemannischen Gedichte useggee het, isch s Wort Alemannisch populär wore. Im Lauf vom Romantismus und em Nationalsozialismus isch de Alemannename för verschidnigi Ideologie bruucht wore. Au d Wösseschaft het de Bigriff Alemannisch uufgriffe und er werd hüt no i de Volchschund (z. B. Schwäbisch-alemannischi Fasnet, alemannisches Fachwerk) und i de Dialektologii (Alemannischi Tielekt) bruucht. Allerdings weered sich immer wider Wösseschaftler geg de Sproochbruuch, well ase di faltschi Vorstellig entstäänd, as de historischi Stamm vo de Alemanne no hüt fortlebi. So werd statt Alemannisch för de Tielekt de Bigriff Westobertütsch vorgschlage.

Etymologii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Antiki Etymologie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De griechisch Historiker Agathias (6.Jh.) schribt:

»D Alemane (᾿Αλαμανοί) sind .. e zämegspüelte und buntgmischte Menschehuuffe, und da bidütti au ere Name.« [2]

Debii birüeft er sich uf de römisch Historiker Asinius Quadratus (um 250 n.Chr.). Moderni Forscher bizwiiflet zwoor as da Zitat vom Asinius stammi - wa aber sowiso kann Iifluss uf d Uussaag heb, und erchened i de Düttig e negative Undertoon, werum die Düttig nöd vo de Alemane selbe cho chöni.

E völig faltschi Etymologii het de römisch Grammatiker Servius um 400 uufgstellt, wo maint as d Stämm wo bim Fluss Lemannus lebid Alemanni (mit e!) gnennt wered [3] E Fluss Lemannus isch allerdings nöd bikannt, vermuetli maint er dodemit de Gempfersee, wo dozmol Lacus Lemanus ghaisse hett, wo aber nie Alemanne ghuuset hend.

Moderni Etymologie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di gloifigsti Etymologi gsiet im Name vo de Alemane e Zämesetzig usem Adjektiv *alla- »jede, ali« und em Substantiv *man(n)- »Maa, Mentsch«. De Name werd düütet as "Ali Mane" oder "Allmane" und söll sich druf bizüche, as d Alemane, frai nochem Agathias, us verschidnige Stämm entstande saied.

E moderneri Düttig wiist druf hii, as en Underschiid gitt, zwösched Germanisch *ala- "ganz, vollständig" und *alla- "jede, ali". De Name bidütti aso villmee "Voll-, Ganzmentsche". Asigi Selbstbizaichnige sind hüüffig uf de Welt und tiened as Abgrenzig zu anderne Ethnie, wo as weniger vollwertigi Mentsche aaglueget wered.

Äänlichi Woirtbildige gits au sus im Germanische. Im Gotische chunnt ainisch de Uusdruck in allaim alamannam [4] »i de ganze Mentschhait« vor, de Nominativ Plural müest got. *alamans »Mentschhait« luute. Altsächsisch alathiod und Altnordisch alþjóð bidütted "Gsamtvolch, Allgimainhait" und sind mit em Wort thiod "Volch" bildet. Altenglisch ælwihte »ali Gschöpf« isch en äänlichi Bildig mitem Wort wiht "Wese, Wicht".

Alemannie i anderne Sprooche[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Gegesatz zom Tütsche, wo de Alemannename im früene Mittelalter verschwunden isch, het de Name im Französische kontinuierlich witterglebt. Im nördliche Alt- und Mittelfranzösische sind no zwee Uusdrück för di Tütsche bruucht wore, nämli afrz. aleman, tiedeis (< theodisce) und mfrz. alemant, tiois. D Endig -t vo alemant isch abem 10. Joorhundert uufcho, äänlich au bi romant "romanisch" und normant "normännisch". Die zwee Bigriff sind ase verwendet wore, as tiois bruucht woren isch för s Niderfränkische bis und mit em Moselfränkische, alemant isch bruucht wore för s Rhiifränkische und s Alemannische. Denebt sind aber au gnaueri Bizaichnige bruucht wore wie flamenc, hollandois, loherains, bavier, zassons "Flämisch, Holländisch, Lothringer, Bairisch, Sachse". S Wort alemant het sich nodisnoo för de ganz tütschi Sproochruum döregsetzt und tiois verdrängt. Hüt gilt allemand för s Tütsche, wered för di Alemannische Tielekt de noi Bigriff alémanique gschaffe woren isch.

Uuffällig isch, as mittelhochtütschi Dichter usem Französische de Landname Alemânje (frz. Allemagne), so de Gottfried vo Stroossburg, und de Volchname Alemâne, so de Wolfram vo Eschebach, öbernoo hend.

Au anderi Sprooche hend usem Französische de Name "Alemannia" (frz. Allemagne) öbernoo.

Lueg no[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bileeg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Dieter Geuenich: Geschichte de Alemannen; Stuttgart 2005. ISBN 3-17-018227-7
  2. Agathias 1,6
  3. Servius: in georg. 4,278
  4. Skeireins

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Helmut Castritius: Semnonen - Juthungen - Alemannen; i: Die Franken und die Alemannen bis zur "Schalcht bei Zülpich" (496/97); Ergbd. zum RdGA, Bd. 19; Berlin 1998. ISBN 3-11-015826-4
  • Wolfgang Haubrichs: Nomen gentis. Die Volksbezeichnung der Alamannen. In: Jürgen Jaerling u. a. (Hg.): Röllwagenbüchlein. Festschrift für Walter Röll zum 65. Geburtstag. Tübingen: Niemeyer 2002, S. 19-42
  • Martina Pitz: Woher hat frz. allemand (< alamannus) sein -d?; i: Nomen et Fraternitas, Ergbd. zum RdGA, Bd. 62; Berlin 2008. ISBN 978-3-11-020238-0