Walahfrid Strabo

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen
S Kloschder Reichenau, wia’s heitzodag aussiht
Dialäkt: Schwäbisch

Dr Walahfrid Strabo, manchmol liist mr sein Nama au als Walahfried ond hin ond wiider au mit-dem Beinama von der Reichenau (* 808 odr 809 irgendwo am Bodasee, † 18. Auguscht 849 beim Ibrquera vo dr Loire ertronka), gilt laut-em Lexikon der Deutschen Literatur[1] als dr erschde Dichter vo dr alemannischa Litradur.[2] Em Hauptberuaf isch der Moo abr Benediktinermench ond als soddicher en dr Zeit vo 838 bis 849 Abt vom Kloschder Reichenau gwäa. Drneaba hot’r sich au noh Vordenscht als Botaniker ond Diplomat erworba. Sein Nama Strabo bzw. Strabus kommt us-em Ladeinischa ond hoißt Schiilender.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Walahfrid kommt so oms Johr 808 rom uff d Welt. Er stammt aus ganz oifache Vorheltnis. Scho em Kendesalder schicket-en seine Eltra ens Kloschder Reichenau. Deet vorfasst’r em Alder vo 15 Johr seine erschde Gedicht. Sei Lehrer Tatto ond dr Abt Erlebald kennet dean Bua ibrhaupt et leida ond stroofet-en mit viil Schläg ond Essensentzug. Als jonger Moo legt’r sei Ordensgelibde ab ond wechslet zom Kloschder Fulda. Deet wuud dr berihmde Rabanus Maurus zo seim Lehrmoischder. 829 – er ischt jetzt ogfähr zwanzg Johr alt – kommt’r an da Hof vom Kaiser Ludwig dem Frommen noch Aachen, wo-nr als Hilfspriischder em sella seim Weib, dr Kaiserin Judith, ondrstellt wuud. Sei Uffgab bestoht jetzt hauptsächlich do dren, ihrn jengschda Soh, da Prinza Karl, wo späder amol da Beinama der Kahle kriagt, zo erziha.

Weil dr Kaiser mit-em Walahfrid seira Arbet eißerscht zfriida ischt, ernennt’r den Moo 838 zom nuia Abt vom Kloschder Reichenau als Nochfolger vom Abt Erlebald. Do drmit duat’r deam jonga Moo an graußa Gfalla, weil dr Walahfrid de ganz Zeit a grauß Hoimweh noch-em Bodasee ghet hot. Noch-em Ableaba vom Ludwig dem Frommen kriaget seine Seh an riisiga Krach mitnander, weil se sich om d Ufdeilong vom Reich et einich werra kennet. Bald vorzeddlet sich dr Walahfrid en deane polidische Wirra, weil’r a glihender Vorehrer vom Keenich Lothar I. ischt, d Reichenau abr em Bereich vom Ludwig dem Deitschen ligt. Drom bleibt-em ledschtendlich nix anders ibrich, als Exil em Kloschder Speyer zo suacha. Zwoi Johr späder vorsehnt sich dr Walahfrid mit-em Ludwig ond koo uff d Reichenau en sei gelibts Kloschder zruckkehra ond wiider sei Amt als Abt ausiaba.

849 kriagt dr Walahfrid vom Ludwig dem Deitschen da Ufftrag, a Botschaft zom Karl dem Kahlen zo brenga, wo sich uff dr Seit weschtlich vom Rhei uffhelt. Sei Ziil erreicht’r abr et, weil’r beim Ibrquera vo dr Loire zviil Wasser vorschluckt ond so sei Leaba vorliirt.

A Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Allgemein[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Walahfrid gilt als oiner vo de wichdigschde Autora vo dr karolingischa Renaissance.[3]Sei erschts (bekannts) Werk ischt d Visio Wettini, wo dank dr Uffzoichnong vom Basler Bischof ond Reichenauer Abt Haito vom Johr 824 erhalda bliiba ischt. 827 ischt em Walahfrid sei bedeidenschts Werk entstanda, De cultura hortorum, a Dichdong ibr da Kloschdergarda, wo ondr dr Kurzbezeichnong Hortulus a graußa Bekanntheit erlangt hot. Weidre bedeidende Werk send De imagine tetrici, Mammae monachi, Sancti Galli ond Sancti Otmari.

Dr Walahfrid hot sich abr au als Lyriker betädigt. Scho em Alder vo 15 Johr hot’r em Nama vo seim Lehrer Tatto a Gedicht vorfasst. Als jonger Moo schreibt’r aus Dankbarkeit gegenibr seim Kaiser, em Ludwig dem Frommen, ond sellem seira Gaddin Judith a Gedicht ibrs Standbild vom Oschtgodakeenich Theoderich, wo vo Ravenna noch Aachen komma ischt. Zo erwehna ischt au, dass’r a Werk ibr da Ursprung ond d Entwicklong vo dr kirchlicha Vorfassong geschriiba hot, wo-nr mit de entsprechende weltliche Ämter vorgleicht.

Ausgaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Walafridi Strabi Fuldensis monachi opera omnia ex editione Duacensi et collectionibus Mabillonii, Dacherii, Goldasti, etc. nunc primum in unum coadunata accurante J.-P. Migne. 2 Bde. Paris 1879 (Patrologia Latina 113. 114).
  • Walahfridi Strabi carmina. In: Diese Reihe der Monumenta Germaniae Historica ist nicht bekannt
  • Vita Galli confessoris triplex. III: Vita auctore Wahlafrido. In: Diese Reihe der Monumenta Germaniae Historica ist nicht bekannt
  • De cultura hortorum (Über den Gartenbau). Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018199-2.
  • De cultura hortorum (Hortulus). Das Gedicht vom Gartenbau. Eigleidet ond rausgäa vom W. Berschin, mit Pflanzabilder vom C. Erbar. Mattes, Heidelberg 2012, 2. Aufl., ISBN 978-3-86809-040-6.
  • Visio Wettini (Die Visionen Wettis) A Eifihrong. Lateinisch-deitscha Ausgab ond Erleitronga vom Hermann Knittel: Mattes, Heidelberg 2009, 3. erw. Aufl., ISBN 978-3-86809-013-0.
  • Vita sancti Otmari. In: Diese Reihe der Monumenta Germaniae Historica ist nicht bekannt (834–838; Überarbeitung des um 830 von Gozbert verfassten Originals)
  • Libellus de exordiis et incrementis quarundam in observationibus ecclesiasticis rerum. (Lateinisch/englischa Ausgab ond a Kommendar, rausgäa vo dr Alice L. Harting-Correa. Brill, Leiden u. a. 1996, ISBN 90-04-09669-8)
  • Metrum Saphicum (Lob der Reichenau; Lateinisch/deitsch/alemannischa Ausgab vom Bruno Epple. Gessler, Friedrichshafen 2001, ISBN 3-86136-051-9)
  • Zwei Legenden. Versus Strabi de beati Blaithmaic vita et fine; De vita et fine Mammae monachi. Mattes, Heidelberg 2012, 2. erw. Aufl., ISBN 978-3-86809-014-7
  • Vita Sancti Galli / Das Leben des Heiligen Gallus (lateinisch/deitsch), Reclam 2012, ISBN 3-15-018934-9

Litradur ibr dean Moo[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Konrad Beyerle: Von der Gründung bis zum Ende des freiherrlichen Klosters (724–1427). In: Konrad Beyerle (Hrsg.): Die Kultur der Abtei Reichenau. Erinnerungsschrift zur zwölfhundertsten Wiederkehr des Gründungsjahres des Inselklosters 724–1924. 1. Teilband. Verlag der Münchner Drucke, München 1925, S. 92–108.
  • Walter Berschin: Walahfrid Strabo und die Reichenau. „Augia felix“. (= Spuren; Band 49). Dt. Schillergesellschaft, Marbach 2000, ISBN 3-933679-45-1.
  • Arno Borst: Mönche am Bodensee. 610–1525. Thorbecke, Sigmaringen 1978, ISBN 3-7995-5005-4 (ond vorschiidene spädere Ausgaba).
  • Albrecht Diem: Die «Regula Columbani» ond d «Regula Sancti Galli». Überlegungen zu den Gallusviten in ihrem karolingischen Kontext. In: P. Erhart, J. Kuratli, K. Schmuki, F. Schnoor und E. Tremp, (Hrsg.): Gallus und seine Zeit. Leben, Wirken, Nachleben (= Monasterium Sancti Galli; 7). Verlag am Klosterhof, St. Gallen 2015, ISBN 978-3-90590-613-4, S. 67-99.
  • Irmgard Fees: War Walahfrid Strabo der Lehrer und Erzieher Karls des Kahlen? In: Matthias Thumser/Annegret Wenz-Haubfleisch/Peter Wiegand (Hrsg.): Studien zur Geschichte des Mittelalters. Jürgen Petersohn zum 65. Geburtstag. Theiss, Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1448-4, S. 42–61.

Poschdume Ehronga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Z Rheistedda ischt a Gymnasium noch-em Walahfrid Strabo benannt worra.[4]
  • Uff dr Insel Reichenau geit’s a Walahfrid-Strabo-Schuel [5] ond an Walahfrid-Strabo-Weag[6]

Weblink ond Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Heinz Kindermann, Margarete Dietrich: Taschenlexikon der deutschen Literatur, Verlag Lebendiges Wissen, München, Humboldt Daschabuach Nr. 74, zwoida Uflag vo 1958, S. 217
  2. Manchmol wuud dr Walahfrid au als dr erschde schwäbische Dichder bezeichnet, abr des kommt wahrscheinlich doher, dass en sellra Zeit fascht älle Bodasee-Oowohner als Schwoba bezeichnet worra send.
  3. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D13081.php
  4. http://walah.alfahosting.org/contao/ (Site cha nüme abgrüeft wärde; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/walah.alfahosting.org
  5. http://www.ghs-reichenau.de/
  6. http://www.strassenweb.de/reichenau-baden/walahfrid-strabo-weg-324375.html