Jean Ziegler

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Jean Ziegler

De Jean Ziegler (* 19. April 1934 als Hans Ziegler z Thun, Schwiiz) isch e Schwiizer Soziolog, Politiker un Sachbuechautor.

Er isch au UN-Sonderbotschafter fir s Recht uf Nahrung un Mitglid vun de UN-Task-Force fir humanitäri Hilf im Irak. De Ziegler isch 1967-1983 un 1987-1999 Gämfer Abgordneter im Nationalrat fir d Sozialdemokratisch Partei vo de Schwiiz gsi.

De Ziegler gilt als e scharfzingiger Globalisierungkritiker. Er moniert unter ondrem, dass d Konzern jurischtischi Persone si derfe. Wege massiver Kritik on Schwyzer Banke in sinem Buech "Die Schweiz wäscht weißer" isch er als "Landesverräter" ogriffe un vu mehrere Inschtitute, zuem Teil erfolgrich, verklagt worre. Dr Prozess wege "Landesverrat" het aber zue me Freyschpruch gfiert.

Biografii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Jean Ziegler isch de Suhn vun eme ditschsprochige protestantische Omtsrichter gsi. In sinem Schtudium vun de Rechzswisseschafte isch er in dr Schwiizer Zofingerverein iitrette un het als iberzigter Antikommunischt gulte. Noch sine eigene Ussage isch er durich e zweijähriger Afrika-Ufenthalt als UN-Expert umittelbar noch dr Ermordung vum kongolesische Schtaatschef Patrice Lumumba un noch em Elend, wu ner dert gsehne het, zue re radikale Ändrung vun sine Grunduffassunge kumme.

De Ziegler het iberlegt, uf Kuba uszwandre. Aber noch sine eigene Ussage het em de Che Guevara gsait: "De Kopf vum Monschter isch hie. Hie isch dyn Platz, hie muesch kämpfe." De Ziegler isch in de Schwiiz bliibe, het vun do ab Soziologii schtudiert, isch vum Protestantismus zuem Katholizismus ibertrete un het statt dr ditsche d franzesisch Schproch brucht.

De Ziegler isch persenlig mit em Jean-Paul Sartre un de Simone de Beauvoir befrindet gsi. De Che Guevara het er bi dem sinem Bsuech durich d Schwiiz begleitet.

De Jean Ziegler isch bis zue siner Emeritierung im Mai 2002 Professor fir Soziologii on de Universität Gämf gsi un ständiger Gaschtprofässer on de Sorbonne z Paris.

In sine Sachbiecher het de Ziegler di historisch Rolle vun de Schwiiz mehfach kritisiert, unter ondrem wege ihrem Verhalte in de Nazizyt. Er het de politisch un wirtschaftlig Verantwortlige in dene Johr vorgworfe, durich de Ware- un Kapitalverkehr mit Nazidytschland iber Geldwäsch un Hondel mit Gold de Zweit Weltkrieg verlängert z ho. Er het aber au d Sowjetunion fir de Imarsch in Afghanistan kritisiert.

Dr Ziegler isch hit unter ondrem Mitglid vun dr UN-Task-Force fir humanitäri Hilf im Irak.

Zitat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • "De Tod zwingt uns zur Bilanz. Syne einzig Iberwindung isch d Iberzigung, dass mir om End sage kinne: I hab mit ondre zomme winigschtens so viil verändert, dass meh Sinn in d Welt kumme isch, meh Briederligkeit un meh Liebi. Nur des konn de Sinn vum Lebe si. Wege dem mien mir hondle." (us: Die Lebenden und der Tod)
  • "De Hunger bringt weltwit ugfähr 100.000 Mensche jede Tag um. Kum eber schpricht iber der Velkermord, vun ere Abhilf gonz z schwiige. Vor dem Hintergrund un bi dem vum zigellose Neoliberalismus vum Finanzmärik entlarvt sich des Gschwätz vu de Mächtige vun christlige Wert, vun Solidarität un Grechtigkeit als puri Heychelei."
  • "I hab mir gschwore, nie wider, au nit zuefällig, uf dr Syt vu de Henker z schtih."

Ehrige und Uuszeichnige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Stevenson-Gedächtnispriis (1966)[1]
  • Bruno-Kreisky-Priis für s politisch Buech[1]
  • Chevalier dans l'Ordre National des Arts et des Lettres (2000)[2]
  • „Prix littéraire pour les droits de l'homme“ (2008)[3]
  • Salzburger Landespriis für Zukumftsforschig (2008)[4]
  • Ehredoktorwürd vo dr Universität Brüssel (2008/9)[5]
  • Ehredoktorwürd vo dr Universität Paris 8 Vincennes-Saint Denis (2009)[6]
  • „Thunpriis“ vo dr Stadt Thun (2009)[5]

Werk (Uswahl)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Der Hass auf den Westen. Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren, Bertelsmann, September 2009, ISBN 3570011321
  • Das Imperium der Schande. Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung, Bertelsmann, 2005, ISBN 3570008789
  • Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher. Bertelsmann, München 2003, ISBN 3570006794
  • Wie kommt der Hunger in die Welt? Ein Gespräch mit meinem Sohn. Bertelsmann, München 2002, ISBN 3570300595
  • Wie herrlich, Schweizer zu sein. Goldmann 2002, ISBN 3442150035
  • Die Lebenden und der Tod. 2000
  • Die Barbaren kommen. Kapitalismus und organisiertes Verbrechen. Goldmann 1999, ISBN 3442150299
  • Das Gold von Maniema. Knaus 1996, ISBN 3813500322
  • Der Sieg der Besiegten. Unterdrückung und kultureller Widerstand. 1992, ISBN 3872943820
  • Die Schweiz wäscht weißer. Die Finanzdrehscheibe des internationalen Verbrechens, Droemer Knaur 1992, ISBN 3426048574
  • Genossen an der Macht. Von sozialistischen Idealen zur Staatsräson, Athenäum 1988, ISBN 3-610-08505-3
  • Das Schweizer Imperium. rororo 1986, ISBN 3499174960
  • Die Lebenden und der Tod. Ullstein 1986, ISBN 3548351549
  • Gegen die Ordnung der Welt. Befreiungsbewegungen in Afrika und Lateinamerika, Hammer 1986, ISBN 3872942727
  • Afrika: Die neue Kolonisation. Luchterhand 1980, ISBN 347288017-1, Titel vo dr Originaluusgab: Main basse sur l'Afrique, Éditions du Seuil, 1978

Noowiis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. 1,0 1,1 „Jean Ziegler - Reise gegen den Hunger “, 3sat, aagluegt am 17. März 2009
  2. „Jean Ziegler“, aagluegt am 17. März 2009
  3. „Jean Ziegler reçoit le Prix littéraire des droits de l'homme “, lalibre.be, 3. Dezember 2008
  4. „Jean Ziegler erhält Landespreis für Zukunftsforschung“, Salzburger Nachrichten, 20. November 2008
  5. 5,0 5,1 „Dass ich hier bin, ist ein reines Wunder“, Tagesanzeiger, 17. März 2009
  6. http://www.righttofood.org/new/PDF/ZIEGLER.pdf

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Jean Ziegler – Sammlig vo witere Multimediadateie

Video

Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Jean_Ziegler“ vu de dütsche Wikipedia.

E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.