Kleider machen Leute (Oper)

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dr Kombonischt Alexander von Zemlinsky
Dialäkt: Schwäbisch
dr Gottfried Keller em Alder vo 40ge uff-ra Fodografii vom Adolf Grimminger, Zirich 1860, vo sellem Moo stammt d Vorlage zom Libreddo.

Kleider machen Leute ischt a Komischa Opr – ursprenglich mit-ma Vorspiil ond drei Uffziig, späder omgarbeidet zo-ma Vorspiel ond zwoi Uffziig (zamma viir Bilder) – vom eschtreichischa Kombonischda Alexander von Zemlinsky (1871–1942). S Libreddo stammt vom Leo Feld ond beruaht uff dr gleichnamiga Novelle us-em Zyklus Die Leute von Seldwyla vom Schweizer Dichter ond Schriftsteller Gottfried Keller. Zom erschda Mol uff a Bihne komma isch des Werk am 2. Okdober 1910 an dr Wiiner Volksoper, d Neifassong am 20. April 1922 am Neia Deitscha Theader en Prag. Dr vorligende Ardikel behandlet d Neifassong. A Uffihrong do drvoo dauret rond zwoi-a-virdel Stond.

Orkeschtr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Firs Orkeschtr (Neifassong vo 1922) braucht-mr drei Fleeda, drei Obooa, zwoi Klarinedda, drei Fagodd, viir Herner, drei Trombeeda, viir Posauna, a Tuba, a Schlagwerk, a Harf, a Tscheleschda, a Klaviir ond a Streichergrubbe. Fir d Bihnamusik braucht mr zwoi Klarinedda, zwoi Herner, a Trombeed, a Bassposaun, a Klaviir ond a Geig.

Persona vo dr Handlong ond ihre Stemmlaga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Dr Wenzel Strapinsk, a Schneidergsell aus Seldwyla (Tenor)
  • sei Moischder (Sprechroll)
  • dr erschde Schneidergsell (Tenor)
  • dr zwoide Schneidergsell (Bass)
  • dr Amtsrat (Bass oder Bariton)
  • S Nettchen, em Amtsrat sei Dechterle (Sopran)
  • dr Melchior Böhni, Prokurischt bei dr Firma Quandt & Sohn z Goldach (Bariton)
  • dr Nodar Adam Litumlei (Bass)
  • d Frau Litumlei (Mezzosopran oder Alt)
  • dr Stadtschreiber Polykarpus Federspiel (Tenor)
  • dr eldre Soh vom Haus Häberlein & Cie. (Tenor)
  • d Frau Häberlein (Mezzosopran oder Alt)
  • dr jengere Soh vom Haus Pütschli-Nivergelt (Bariton)
  • dr Wirt vom Gaschthaus «Zur Waage» (Bass)
  • d Wirdin vo sellem Gaschthaus (Sopran)
  • d Kechin (Mezzosopran oder Alt)
  • dr Hausknecht (Tenor)
  • dr Kellner (Tenor)
  • dr Kellnerbua (Sopran)
  • dr Kutscher (Bass oder Bariton)
  • Manna ond Fraua aus Goldach (Chor)

Ort ond Zeit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dui Opr spiilt en dr Gmoind Goldach em schweizerischa Kanton St. Gallen am Ofang vom 19. Johrhondert.

Handlong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Zunftwabba vo de Schneider

S erschde Bild: Uff dr Landstroß[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Wenzel Strapinski, wo zledscht als Schneidergsell en Seldwyla gschafft hot, hot deet sein Denscht aufkindicht ond befendet sich jetzt uff Wanderschaft. Noch-ma alda Brauch wuud’r vo seine zwoi Mitgsella bis an d Stadtgrenz begleidet. De selle send neidich uff-em Wenzel sei vornehma Kleidong, bsonders sein tolla Mandel, wo-nr selber gschneidret hot. Noch-ma kurza Gspräch saget se „Adee“ zo-nem ond ganget wider da Weag zruck noch Seldwyla. Dr Wenzel aber macht sich uff da Weag noch Goldach. Bald wuud’r vo-ma Moo mit-ra prachtvolla Kutsch eigholt, wo vo-nem da Weag noch Goldach wissa will. Weil dr Schneider s gleiche Ziil vor Auga hot, wuud’r vom Kutscher eiglada mitzofahra.

S zwoide Bild: Z Goldach vor-em Wirtshaus «Zur Waage» mit Gardawirtschaft[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Prokurischt Böhni vo dr Firma Quandt & Sohn hot uffs Nettchen, deam Dechterle vom Amtsrat, a Aug gworfa. Dui aber will nix vo deam Kerle wissa ond geit-em an Korb. Uff oimol fehrt a Kutsch vor ond helt grad vor-em Wirtshaus. Wia no dr Strapinski en seim scheena Staat aussteigt, haldet-en d Eiwohner vo Goldach fir-an ganz hochadliga Herra ond begriaßet-en ondrteenich. Dr Kutscher ischt sauer, weil sich sei Fahrgascht ibrhaubt et bei-nem bedankt hot. Drom will’r deam oin zom Bossa doa, endem’r em Wirt sait, sei Zeche dät vom Herrn „Graf“ Strapinski zahlt werra.

E-ma Lauffeier spricht sich bei dr Bevelkerong rom, en dr «Waage» wär a polnischer Graf abgstiiga. Do druff tischt dr Wirt seim „vornehma“ Gascht vo seine beschde Sacha auf, ond dr sell loot sich älles gfalla. Viir Goldacher Honoraziora, dr Nodar Litumlei, dr Stadtschreiber Federspiel, dr Mebelhendler Häberlein ond dr Kachelhendler Pütschli-Nivergelt, treffet sich em Wirtsgarda zom Kardaspiila ond zom Raucha. Wia-se no erfahret, wer der Fremde sei soll, machet-se glei deam ihr Aufwardong ond biadet-em a Zigarr oo. Schliaßlich trifft au dr Amtsrat mit seim Dechterle ei. S Nettchen wuud em „Grafa“ vorgstellt, ond dr sell fendet des Mädle ganz entzickend. Bald kommt au dr Böhni drzua und wuud eifersichdich, wia-nr mit ooseha muaß, wia sei Schwarm deam Fremda scheene Auga macht. So guckt’r dean „Grafa“ a bissle gnauer oo ond bemerkt, dass der lauder vorstochene Fenger hot. Er kriagt raus, woher dui Kutsch komma ischt, ond macht sich uff da Weag noch Seldwyla.

Ganz außer sich platzt dr Wirt rei ond erklärt, der domme Kutscher häb aus Vorseha em Grafa sei ganz Gepäck mitgnomma. Sofort standet dia Honoraziora auf ond vorschwendet, aber bloß, om glei druff wiider zo komma mit Schlofrock, Nachtmitz ond andere Utensilia, wo-mr halt fir d Nacht so braucht. Dr Schneider ibrlegt, ob’r et en dr Nacht hehlenga abhaua soll, entschliaßt sich no abr doch zom Bleiba, weil’r sich jesasmäßich en s Nettchen vorliabt hot.

S dridde Bild: Em Haus vom Amtsrat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr „Graf“ Strapinski ischt vom Amtsrat en sei Haus eiglada worra. D Honoraziora ond dr Böhni send au scho doo. S Nettchen wuud aufgfordret, a Liadle zo senga. Weil dera Ufforderong au dr „Graf“ zuastemmt, tregt-se „Leg deine Wang’ an meine Wang’“ vom Heinrich Heine vor. Mit-ra mordsmäßiga Wuat em Bauch muaß dr Böhni mit oogucka, wia seller Fremde ond „sei“ Nettchen emmer meh zonanander fendet. Bei seim Bsuach en Seldwyla hot’r erfahra, wer dr Wenzel Strapinski en Wirklichkeit ischt. Er wardet bloß noh uff a passenda Gleagaheit, om sei Geheimnis preiszogeba.

Noch-em Essa will dr Strapinski erneit hehlenga abhaua. Doch bevor’r d Hausdiir erreicht, kommt s Nettchen drzua ond omarmd-en. Des siht dr Böhni. Der helt jetzt da Zeitponkt fir komma, om sei Bomb platza zo lassa. Er ruaft noch-em Amtsrat ond seine Gäscht. Om em Nettchen sei Ehr zo redda, kendiget de sell ond dr Strapinski ihr Vorlobong oo. Älle außrem Böhni wenschet viil Glick. Om des Ereignis wirdich zo feira, ladet dr Amtsrat de ganz Gsellschaft uff da Obed ens «Waldhaus» ei. Em Böhni kommt dui Eiladong ganz gleaga; denn en so-ma wirdiga Rahma dät sei Entlarvong wahrscheinlich noh a greeßra Wirkong entfalda.

S virde Bild: Em «Waldhaus»[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em «Waldhaus», sellra Wirtschaft zwischa Goldach ond Seldwyla, ischt älles fir a graußa Feier vorbereidet. Do drzua hot sich dr Böhni ebbes ganz Bsonders eifalla lassa: Er hot em Strapinski sein frihera Moischder mit seine zwoi Gsella ond sonscht noh a baar Leit vo Seldwyla ens «Waldhaus» bstellt. E-ma allegorischa Spiil sollet-se da falscha Grafa entlarva. Mit seim erschda Ufftridd kendicht Oiner oo, ma dät jetzt glei da alda Schneiderschwank Kleider machen Leute zom Beschda geaba.

D Uffihrong fangt oo. Dr alde Schneidermoischder tridd uff em gleicha Koschdiim, wo dr Strapinski ooghet hot, wia-nr noch Goldach komma ischt. D Eiwohner begriaßet-en ganz freindlich. Jetzt merkt de ganz Gsellschaft, dass-se vom Strapinski an dr Noos romgfihrt worra send. Der Kerle ischt gar koin Graf, sondern bloß a klois Schneiderle! Sowohl d Goldacher wia au d Seldwyler fallet mit Hohn ond Spodd ibr-en her. Pletzlich reißt em Strapinski dr Kraga, ond er setzt zom Gegaschlag oo: Wer sei denn dauernd ganz ondrtenich om-en romkrocha? D Birger vo Goldach! Häb er bloß oimol gsait, er wär a Graf? Noi! Schuld uffglada häb’r sich bloß geganiber em Nettchen!

Wia dr Wenzel ond s Nettchen alloi em Saal send, erklärt‘r dera, wia’s zo deane Vorwicklonga komma ischt. Kaum hot’r sein Vortrag beendet, stoht’r auf ond will ganga; aber s Nettchen helt-en zruck ond sait, sui dät-en trotzdem meega, au wenn’r „bloß“ a Schneidergsell ischt!

A bissle Gschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Kleider machen Leute ischt em Zemlinsky sei virda Opr. Gschriiba hot’r des Werk en de Johr 1906 bis 1910. Bald ischt’s et bloß de Kridiker, sondern au ehm selber klar worra, dass a baar Tekscht a bissle z lang worra ond dramaturgische Schwecha et zo ibrseha send. Drom hot’r mit-em Libreddischda krefdige Streichonga vorgnomma. Bei dr Premiere am Deitscha Theader en dr tschechischa Hauptstadt isch dr Erfolg so grauß gwäa, dass dui neia Fassong bald da Weag en d Opernheiser vo Dissldorf, Köln ond Zürich gfonda hot. Weil dr Zemlinsky jidischer Abstammong gwäa ischt, hend seine Werk während dr Herrschaft vo de Nazionalsozialischda en Deitschland[1] nemme uffgfihrt werra däffa ond send so en Vorgessaheit groda. Erscht en de 1970er Johr isch dr Zemlinsky gewissermaßa nei entdeckt worra ond wuud heitzodag wider an etliche Bihna gspiilt.

Uffnahm[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Us-em Johr 1990 geit’s a Dobbl-CD ibr-na konzerdanda Uffihrong vom Opernhaus Zürich mit-em Hermann Winkler, em Ueli Hunziker, em Rudolf A. Hartmann, dr Edith Mathis ond em Peter Keller en de Hauptrolla ondr dr Leidong vom Ralf Weikert, Marke Schwann Nr. 314 069.[2]

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Quell[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Rudolf Kloiber, Wulf Konold ond Robert Maschka: Handbuch der Oper, Deutscher Taschenbuch Verlag, Bärenreiter, Kassel, 13. Ufflag vo 2011, S. 878 bis 880, ISBN 978-3-423-34132-5

Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Eschtreich hot do drzua gheert.
  2. Nähere Ogaba zor Uffnahm.