HAP Grieshaber

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Dr HAP Grieshaber em Jôhr 1970
Dialäkt: Schwäbisch

Dr HAP Grieshaber – d Abkirzong HAP send d Ôfangsbuachstaba vo seine Vornama Helmut Andreas Paul –
(* 15. Februar 1909 em obrschwäbischa Rot an der Rot, † 12. Mai 1981 z Enenga ondr dr Achl) ischt a deitscher Holzschneider, Grafiker ond Môler gwäa.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em HAP Grieshaber sei Vadder

Dr HAP Grieshaber kommt am 15. Februar 1909 z Rot an dr Rot uff d Welt. Sei Vadder ischt Beamter em wirdabergischa Staatsdenscht ond hôt’s bis zom Vormessongsdirektr brôcht. Scho wenich Jôhr nôch-em HAP seira Geburt ziagt dui Familie Grieshaber nôch Nagold em Schwarzwald, wo der Bua 1915 eigschualt wuud. Em Vadder sei Beruaf brengt’s mit sich, dass viir Jôhr druff scho wiidr a Omzug ôôstôht, desmôl nôch Reitlenga. Seim Vadder isch d Uffgab zuagwiisa wôrra, vrschiidene Ortschafda uff dr Schwäbischa Alb zo vrmessa, ond emmr wenn’s meglich ischt, nemmt’r sein Jonga mit. Der sammlet fleißig Fossilia, wo vo sellra Zeit stammet, wo d Alb noh koi Gebirge, sondern a Jura-Meer gwäa ischt. Jedafalls wuud so scho en dr Kendheit vom HAP sei riisigs Entresse fir d Schwäbischa Alb gweckt, ond des soll sei ganz Leaba lang ôôhalda. Fir ehn geit’s koi andra Landschaft en Deitschland, wo’s mit dr Alb uffnemma kôô.

Wia em Grieshaber sei Schuelzeit rom ischt, macht’r z Reitlenga a Lehr zom Schriftsetzer ond Buachdrucker. Des langt-em abr et; drneaba wuud’r noh Moischtrschialer beim Professr Ernst Schneider en Stuegert, wo-nem d Konscht vo dr Kalligrafii beibrengt. Ondr deam Begriff vrstôht mr de bsondrs scheene Schrifda.

Nôch dr Ausbildong folget lengere Studia-Reisa nôch London ond Paris, en vrschiidene arabische Lender ond nôch Griichaland. 1933 ziagt’s-en wiidr hoim nôch Reitlenga. Bald druff vrlegt’r sein Wohnsitz ens Nôchbrdorf Enenga, wo-nr vo seim Vadder em Gewann Merôt am Fuaß vo dr Achl a grauß Giadle mit-ra Streiobstwiis gerbt hôt. Deet baut’r a Heisle mit-ma Atelier. Weil abr am 30. Januar 1933 dr Adolf Hitler Reichskanzler wôrra ischt ond mit ehm d Nazis an d Macht komma send ond de selle em Grieshaber sei Konscht ibrhaupt et basst – se schduafet-en als „entartet“ ei –, wuud der vo viile Leit hochglobde Kinschtler bald mit-ma Beruafsvrbot belegt. Drzua noh wuud-em vrbodda, en seim oigena Heisle am Berg zo wohna. Om sein Lebensondrhalt bestreida zo kenna, muaß’r jetzt als Hilfsarbeidr schaffa ond Zeidonga austraga. Seira kinschtlerischa Neigong kôô-nr jetzt bloß noh hälenga nôchganga. En de Jôhr 1936/1937 entstôht dr erschde Doil vom Zyklus „Die Schwäbische Alb“, wo schbätr amôl en de „Reutlinger Drucken“ erscheina sollet. Bald hôt abr au des heimliche Schaffa a End: 1940 kriagt’r da Stellongsbefehl zor Wehrmacht ond wuud en da Kriag gschickt. Fenf Jôhr druff kommt’r zerscht en d amerikanisch ond schbätr en d belgisch Kriagsgfangaschaft. Deet muaß’r em Bergwerk schaffa. Weil’r sich dô drbei a schwera Kranket zuaziagt, wuud’r em Juni 1946 vorzeidich entlassa. Endlich kô-nr wiidr en seim Heisle an dr Achl wohna ond en seim Atelier werkla.

Bald kommt au fir da Grieshaber dr grauße Aufschwong: Em Jôhr 1951 kriagt’r a Lehrstell an dr privada Bernstein-Konschtschual en Sulz am Necker. Deet nôô hôt’s au dui Môlore Riccarda Gohr vo Oschtpreißa vrschlaga. S dauret et lang, ond dia zwoi meeget sich ganz arg. 1953 dreddet-se mitnandr vôr da Traualtar. Dr Grieshaber adopdiirt dera ihr Dechterle Christiane. S Jôhr druff kommt de gemeinsam Dochter uff d Welt, wo dia zwoi Vornama Ricca Achalm kriagt. Uff Bidda vo seira Frau fangt dr Grieshaber drmit ôô, uff seim Ôwesa an kloina Privatzoo ôôzleget. Bald tummlet sich deet Pfaua, Fasana, Esel, Papageia, Affa, Siamkatza, vietnamesische Hengebauchsaua ond andre exodische Viicher. Des schbricht sich z Enenga ond en Reitlenga schnell rom mit dr Folge, dass sich an scheene Wochaend an Haufa Leit mit ihre Kendr uff da Weag zom Grieshaber seim Grondstick machet, om dia Viicher zo bestauna.

1953 heert dr Grieshaber an dr Bernsteinschual uff. Jetzt kriagt’r Professora-Stella an vrschiidene Konschtakademia, ondr andram vo 1955 bis 1960 an sellra vo Karlsruha. Oi Ausstellong mit seine Werk jagt de andr. Der guade Môô wuud ibrheift mit Preis ond Auszoichnonga. „Engel der Geschichte“ hoißt sei Zeitschrift, wo-nr en ooreglmäßige zeitliche Abstend erscheina lôht. A nuia Ausgab kommt emmr zo-ma Zeitponkt raus, wenn-em ebbes ondr de Negl brennt. Da ganza Erlees vo dera Arbet stifdet’r fir Naturschutzprojekt.

Em Lauf dr Zeit leabet sich dr Grieshaber ond sei Frau ausanandr. 1967 lernt‘r dui zwelf Jôhr jengera Schriftstellere Margarete Hannsmann kenna ond freindet sich mit-ra ôô. S dauret abr et lang, bis us dera Freindschaft meh wuud, nemlich a Partnerschaft firs Leaba. Zamma ondrnemmet-se an Haufa Wandronga ibr ihr geliibda Schwäbischa Alb ond brenget au mitnandr a Buach raus: „Grob, fein & göttlich – Die Rauhe Alb“. Zwischam Grieshaber seine Bildr standet dr Hannsmann ihre Alb-Gedicht.

Nôch-ra lengera Krankheit schliaßt dr Grieshaber am 12. Mai 1981 em Aldr vo 72 Jôhr en seim Haus am Fuaß vo dr Achl seine Auga fir emmr. Ondr-ra graußa Ôôteilnahm vo dr Bevelkerong wuud’r uff-em Enenger Friidhof beigsetzt. Sei Grab kô-mr heit noh ôôgucka.

Uff-em Grabstoi standet folgende Vers:[1][2]

IM HERZEN DER WELT
SCHNEIDET ER
DIE WELT
IN UNSER HERZ

MENSCHEN TIERE PFLANZEN
DINGE
ATMEN
IN UNENDLICHEM
FORMEN – UND – FARBEN – SPIEL

WIR SCHAUEN
UND
STAUNEN

Preis, Ehronga ond Auszoichnonga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1957: Obrschwäbischa Konschtpreis
  • 1961: Konschtpreis vo dr Stadt Darmstadt
  • 1962: Corneliuspreis vo dr Stadt Dissldorf
  • 1969: Dr Bundespräsident vrleiht-em s Grauße Vrdinschtkreiz dr Bundesrepublik Deitschland
  • 1968: Kuldurpeis vom Deitscha Gwerkschaftsbond
  • 1969: Zom Ôlass vo seim 60. Geburdsdag kriagt’r d Birgermedallje vo dr Stadt Reitlenga
  • 1971: Dürer-Preis vo dr Stadt Nirnberg
  • 1978: Gutenberg-Preis vo dr Stadt Leipzig
  • 1979: Am Grieshaber seim 70. Geburtsdag geit d Gmoid Enenga ihrer Feschthall da Nama „HAP-Grieshaber-Halle“
  • Nôch-em Ableaba vom HAP Grieshaber send en manche Stedt ond Derfer Strôßa ond Weag nôch-em benannt wôrra, so zom Beischbiil z Stuegert[3], z Reitlenga[4], z Enenga[5] ond en seim Geburtsort Rot an dr Rot[6]

A kloina Auswahl vom Grieshaber seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • D Josefslegende us-em Alda Teschdament als Bildrziklus en Linolschnidd fir d Stadtkirch vo Stuegert-Ondrtirkheim
  • Ois vom Grieshaber seine monumentalschde Kunschtwerk isch dr Sturmbock. Des ischt a 12 Meter langer Boomstamm aus Afrika, wo dr Kinschtler zo-ma Holzstock mit Motiv aus dr Reitlenger Stadtgschicht vrarbeidet hôt. Ausgschdellt isch des Werk em Foyer vom Reitlenger Rôthaus.
  • A grauß Wandfries (Mosaik) en dr HAP-Grieshaber-Halle z Enenga ondr dr Achl
  • Zäha Farbholzschnidd nôch Motiv vom Ballett Der Feuervogel vom Igor Strawinski (lueg s Bildle rechts)
  • Virzäha Farbholzschnidd nôch Motiv us dr Szenischa Kandade Carmina Burana vom Carl Orff
  • Dr Totentanz von Basel, 40 Farbholzschnidd
  • 13 Holzschnidd fir da Rôtssaal vom nuia Rôthaus Pforzheim, wo Motiv us dr Pforzheimer Stadtgschicht zeiget
  • D Holzschniddwand Der Rhein firs Stadttheater Bonn
  • Dr ledscht Holzschnidd Rückkehr in die Freiheit – Ängste und Hoffnungen

Freundeskreis HAP Grieshaber[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fascht uff da Dag gnau sechs Jôhr nôch-em Kinschtler seim Ableaba kommet en dr Aula vo dr Enenger Achalmschual oinige Leit zamma, wo grauße Bewondrer vom Grieshaber seira Konscht send. Se grendet an nuia Vorei mit-em Nama Freundeskreis HAP Grieshaber. Enenga als Grendongsort ischt bloß dô drom ausgsuacht wôrra, weil en deam Dorf sei Grab ischt; d Bedeidong vom Vorei selbr ischt ibrregional. Dr oinzich Enenger, wo sellra Grubbe ôôgheert, isch dr Birgermoischtr Jürgen Steinhilber. Zor erschda Vorsitzenda wuud em Grieshaber sei Nôchlassvrwaldere gwehlt, d Margot Fürst (1912 bis 2003) vo Stuegert. Der Vorei nemmt sich vor, em Grieshaber sei Werk zo erforscha ond jonge bildende Kinschtler mit-ma Stipendium zo ferdra. S Ledschdere ischt au em Grieshaber selbr emmr wiidr au grauß Ôliaga gwäa. Drom hôt’r zo deam Zweck fenf Jôhr vôr seim Ableaba zamma mit seim Freind ond Kinschtlerkollega Rolf Szymanski a Stifdong ens Leaba gruafa, wo-nr nôch-em Jerg Ratgeb (1480 bis 1526) benannt hôt. Seller Môô ischt – wia dr Grieshaber au – a schwäbischer Kinschtler gwäa, wo sich em Baurakriag (1524 bis 1526) mit de Landwirt vrbendet hôt ond drom vo de dômôliga Machthaber ombrôcht wôrra ischt. Sella Stifdong will dr Freundeskreis nui belaba, endem’r-se krefdich ondrstitzt.

Musea, wo greßre Bestend vom Grieshaber seine Werk hend[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • S Stedtische Kunschtmuseom Reitlenga („Spendhaus“)
  • S Kuldur- ond Museomszentrum em Wasserschloss Gladd em gleichnamiga Ortsdoil vo dr Gmoid Sulz am Necker
  • S Museom fir Kunscht ond Gewerbe en Hamburg
  • D Kunschthalle Recklinghausa
  • D Staatsgalerii Stuegert
  • S Schleswig-Holsteinische Landesmuseom Schloss Gottorf bei Schleswig

Litradur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Margot Fürst (Hrsg.): Grieshaber – Das Werk. Hommage zum 80. Geburtstag. Cantz, Stuttgart 1989.
  • Eckhart Gillen (Hrsg.): Deutschlandbilder. Kunst aus einem geteilten Land. Des isch dr Kadalog zor Ausstellong vo de 47. Berliner Feschdwocha em Martin-Gropius-Bau vom 7. September 1997 bis zom 11. Januar 1998, DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4173-3.
  • Paul Swiridoff: Die Holzwege des Hap Grieshaber. Künzelsau, 1999, ISBN 978-3-934350-11-3.
  • Margarete Hannsmann: Pfauenschrei. Die Jahre mit HAP Grieshaber. Albrecht Knaus, München/Hamburg 1986, ISBN 3-8135-0744-0

Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Gabriele Karus: Eningen – Portrait der Achalmgemeinde, rausgäa vo dr Gmoid Enenga ondr dr Achl, Vrlag Harwalik Reitlenga, 1990, S. 307 bis 310, ISBN 3-921638-26-7
  • Margarete Hannsmann: Der Alte vom Berg, a Uffsatz em Merian-Heft ibr d Schwäbischa Alb, Nr. 5-XXXV/C 4701 E, S. 131 bis 134
  • Lueg d Weblinks

Lueg au[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Jerg-Ratgeb-Preis, a Auszoichnong fir vrdiinde bildende Kinschtler; dr HAP Grieshaber ischt oiner vo de zwoi Stifder.

Oinzlne Nôchweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. En Großbuachstaba ond ohne Satzzoiche. Wer dean Schbruch vrfasst hôt, stôht et druff. Kenner wisset abr, dass es sich om a Gedicht vo dr Lyrikere Rose Ausländer handlet, wo-se ibr da HAP Grieshaber gschriiba hôt.
  2. http://www.belleville-verlag.de/scripts/buch.php?ID=330
  3. http://www.strassenkatalog.de/osm/hap-grieshaber-strasse,39687274w.html
  4. http://www.strassenkatalog.de/str/hap-grieshaber-weg-72766-reutlingen-suedstadt.html
  5. http://gv-eningen.blogspot.de/2009/02/nachlese-hap-grieshaber-weg.html
  6. http://telefonbuch-suche.com/a/rot-an-der-rot/hap-grieshaber-stra%C3%9Fe

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: HAP Grieshaber – Sammlig vo Multimediadateie

Fotola vom Grieshaber