Stuegert en dr schöngeischdiga Litradur

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Dialäkt: Schwäbisch

Ibr Stuegert, d Hauptstadt vo Bada-Wirdaberg, geit’s et bloß an Haufa Fachlitradur wia Bildbänd, Reisefihrer, Stadtbeschreibonga ond so weider, sondern au a ganza Roihe vo dr so genannda schöngeischdiga Litradur. Einige Beispiil:

Uff Hochdeitsch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Eduard Mörike

Zo de bedeidenschde deitsche Dichter us-em Schwôbalendle zehlt dr Eduard Mörike (1804 bis 1875). Seine ledschde Lebensjôhr hôt der Môô z Stuagert vorbrôcht. Deet hôt’r am Keenigin-Katharina-Stift, ama Gymnasium fir Mädla, Ondrricht en Litradur ond Deitsch gea. A litrarischs Denkmal gsetzt hôt’r sellra Stadt mit seira Märles-Novelle Das Stuttgarter Hutzelmännlein, gschriiba zo-ma kloina Doil sogar em schwäbischa Dialekt, was mr sonscht vo deam Dichter et gwehnt ischt. Rond 130 Jôhr später isch dui Gschicht vom Mörike seim Landsmôô Felix Huby (*1938) zo-ma Theaterstickle fir Kender vrarbeidet wôrra, wo 2003 em Stuegerter Schauspilhaus zom erschda Môl uff d Bihne komma ischt. De meischde Leit abr isch dr Huby bloß bekannt durch seine Kriminalroman om da Kommissar Bienzle, wo au z Stuagert spiilet ond etliche drvoo firs Fernseha vorfilmt wôrra send.

Dr Pfarrer ond Oberhofprediger Karl von Gerok (1815 bis 1890) isch zwar et z Stuegert uff d Welt komma, hôt abr lang en sellra Stadt gleabt ond gwirkt. Mit seim Gedicht Gruß an Stuttgart en elf Stroofa hôt’r dera Stadt a Liibeserklärong gmacht. De erscht Stroof gôht so:

Da liegst du nun im Sonnenglanz,
Schön wie ich je dich sah,
In deiner Berge grünem Kranz,
Mein Stuttgart, wieder da!
Liegst da, vom Abendgold umflammt,
Im Tale hingeschmiegt,
Gleich wie, gefaßt von grünem Samt,
Ein güldnes Kleinod liegt.[1]

Des Gedicht hôt wohl au a bissle drzua beitraga, dass d Stadt dean Môô zom Ehrabirger gmacht hôt.

Joachim Ringelnatz, vor 1925

Guad eigfanga hôt de schwäbisch Mentalideet dr sägsische Schriftsteller Joachim Ringelnatz (1883 bis 1934). En seim Gedicht Stuttgarter Wein- und Bäckerstübchen schildret’r, wia’s emma alda schwäbischa Wei-Stiible dômôls so zuaganga ischt. Gega End vom Gedicht ziagt’r s folgende Fazit:

Setze mich so ganz bescheiden hin
und vergaß auch nicht, sehr laut zu grüßen.
Dennoch ließen Blicke mich leicht büßen,
dass ich kein Stuttgarter bin.[2]

En seim Schlissl-Roman Monrepos oder Die Kälte der Macht schildret dr Manfred Zach (* 1947) da Uffstiig ond da Fall vom fikdiva schwäbischa Spitzapolidiker Oskar Specht. Es spricht an Haufa drfiir, dass mit dr Titlfigur dr einschdige bada-wirdabergische Minischderpräsident Lothar Späth gmoint ischt.[3]A graußer Doil vo deam Werk spiilt en dr Villa Reizenstein, em Sitz vom Minischterpräsidenda vo sellem Lendle. Des Bauwerk mit seine Schalthebl vo dr Macht spiilt abr au em Karl Napf (* 1942) seim autobiografischa Roman Der wahre Jakob – Das wundersame Leben des Emmerich Pulcher[4] ond em Manfred Rommel (* 1928) seira Biografii Trotz allem heiter[5] a graußa Roll.

Au uff manche auslendische Dichter hôt Stuegert so an graußa Eidruck gmacht, dass dia dui Stadt literarisch vorarbeidet hend. Als Beispiil seiet dr deenische Märlesdichter Hans Christian Andersen (1805 bis 1875), dr Schweizer Schurnalischt Victor Tissot (1845 bis 1917) ond dr irische Dramatiker Samuel Beckett (1906 bis 1989) erwehnt. Em Andersen sei Märle Die alte Kirchenglocke hôt an wôhra Kern: dô dren gôht’s om-an Doil vom Leaba vom Friedrich Schiller ond wia-nem nôch seim Ableaba uff-em Stuegerter Schlossplatz a Denkmal gsetzt wôrra ischt, entwôrfa vom deenischa Bildhauer Bertel Thorvaldsen. Richdich ens Schwerma kommt dr Tissot en seim Werk Reportagen aus Bismarcks Reich, wenn’r an Stuegert denkt: Es wird Zeit, dass wir diese so anmutige Stadt mit ihrer überaus gefälligen Wesensart verlassen, diese Stadt, in der die Bevölkerung ihre Gutmütigkeit bewahrt hat selbst unter der Pickelhaube. Stuttgart bleibt Deutschlands Lächeln, während Berlin nur die Grimasse ist.[6]

Dr Samuel Beckett, 1961 porträdiirt vom Reginald Gray

Dr Samuel Beckett schliaßlich ischt emmer môl wiidr z Stuegert gwäa, om firs Fernseha vom dômôliga Siddeitscha Rundfunk (SDR) – heit Sidweschtrundfunk – ois vo seine Theaterstickla zo inszeniira. Dr SDR hôt en dera Zeit sein Sitz en dr Neckerstrôß ghet, ond deet isch dr Becket oft spaziira ganga, wenn grad Drehpausa gwea send. Dôbei send-em d Vers fir sei Gedichtle La rue Neckar, uff Deitsch Die Neckarstraße, eigfalla, wo so ôôfangt:

Ne manquez pas à Stuttgart
la longue Rue Neckar.

S gleiche en dr Ibrsetzong vom Karl Krolow:

Vergesst nicht beim Stuttgart-Besehen
die Neckarstraße zu gehen.[7]

Nôch selle zwoi Zeila môg sich mancher, wo dui Strôß kennt, vorwondert d Auga reiba ond sich frôga, was denn bidde deam Môô an sellra ooscheinbara Strôß so gfalla hôt. Dr Gäg schliaßlich ischt, dass deet et bloß heitzodag nix los ischt, sondern au friher nix los gwäa ischt:

… und der Verdacht ist groß:
Hier war schon früher nichts los!

Uff Schwäbisch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

En ihrem muadersprôchiga Dialekt hend au a baar Autora greimde Vers uff ihr Hoimetstadt gmachet, so zom Beischbiil dr Otto Keller (1875 bis 1931). Vo deane viile Gedicht, wo d Handlong en Stuegert ôôgsidlet ischt, wend zwoi mit a baar Ausziig rauspickt:

dr Otto Keller (1875-1931)

S Parabli
A Bauer guckt sich Schtuagert a,
schtolz fahrt er en d’r Schtroßabah.
Er kommt net aus em Schtauna raus,
so schee ond groß isch Haus an Haus.
Des lohnt sich scho, potz sappermoscht,
wo d’ Fahrt bloß a paar Pfenneng koscht!

Sein Schirm, den loihnt der guate Ma
dicht neba sich so ogschickt na,
dass d’ Schpitza, wia’s mitonder goht,
em Laufgang mittla drenna schtoht.
Er merkt’s net – d’ Schtadt ischt halt so schee –,
Uf oimol, boms! – d’r Schirm isch hee![8]

„Gottliab“
I ka’s net saga, wia mer halt
so arg d’r Nama „Gottliab” gfallt.
Der hot en Klang, so wonderschee,
i woiß koin scheen’ra Nama meh,
ond duah-n-e me au no so b’senna,
ond wer’s net glaubt ond zweifelt dra,
sag oimol laut bloß vor sich na:
„Gottliab!“

Au bei d’r Liesbeth z’ Kaltatal,
do isch dees grada so d’r Fall;
wenn äls d’r Gottliab schafft d’ ganz Woch,
no lobt s’en meh wia bodahoch:
„I han en Ma, ‘s isch net zom saga,
i brauch me ‘s ganz Johr net z’beklaga,
ond Räusch -, ‘s ganz Johr fascht hot’r koin,
ihr liabe Leit, ‘s giebt halt bloß oin
‚Gottliab!‘“[9]

Kaldadaal ischt a Stadtdoil em Siida vo Stuegert. Dô drmit hôt’s au dr Reigschmeckde Werner Veidt (1903 bis 1992) ghet, wo zwar z Tiirenga uff d Welt komma, aber z Tamm bei Ludwigsburg uffgwachsa ond so zo-ma Schwôba wôrra ischt. Dr sell hôt seira Anna Scheufele aus Kaltetal mit sechs zwelfzeilige Strofa a literarischs Denkmal gsetzt:

Oh Anna Scheufele – aus Kaltetal,
Tochter vom Bürschtebender.
Du bischt mein Schtern, mein Ideal,
meine Zarah Zylender![10]

Des Gedichtle isch später au vortont ond vom Dichter selber uff-ra Schallpladd gsonga wôrra. Dô klengt’s glei viil schwäbischer, wia wenn mr da Tekscht vo-nem bloß liist!

D Friedrich-E.-Vogt-Stäffela

Au etliche Reim als Grondlag fir Liader hôt dr Stuegerter Sprôch-Wissaschaftler Friedrich E. Vogt (1905 bis 1995) gmachet, zom Beispiil em Gedicht Was tät mr au…?! mit-em Ondrtitel „Stoßseufzer eines Stuttgarters”, en seim Werk Zwische’m Hauptbah’hof und ‘em Schloßplatz ond en Dia steile Stuagerter Stäffela[11] S letscht-gnannde fangt so ôô:

En Stuegert – gucket selber nôch –
Dô kletteret ause m Tal
So an de tausend Stäffela,
En d Höh nuf überaal:
Dia steile Stuagerter Stäffe –
Dees woiß a jedes Kend –
Sen schuld, daß mir em ganza Land
Halt d »Stäffelesrutscher« send!

Oinzlne Nôchweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. http://gedichte.xbib.de/Gerok_gedicht_Gru%DF+an+Stuttgart..htm
  2. Aus tausend grünen Spiegeln, rausgäa vom Thomas Vogel, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8062-1159-0, S. 116
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8903510.html
  4. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart/München, 2003, ISBN 3-421-05456-8
  5. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart/München, 1998, ISBN 3-421-05151-8
  6. Aus tausend grünen Spiegeln, a. a. O., S. 117
  7. Aus tausend grünen Spiegeln, a. a. O., S. 115
  8. Otto Keller: Schnitz ond Zwetschga, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1994, ISBN 3-87421-132-0
  9. Otto Keller: Sacha ond Sächla, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1978, ISBN 3-87421-071-5
  10. Werner Veidt: Oh Anna Scheufele, Verlag Karl Knödler Reutlingen, 1991, ISBN 3-87421-040-5
  11. Friedrich E. Vogt: Nachlese, Silberburg-Verlag Tübingen, 2005, ISBN 3-87407-663-6