Romeo und Julia auf dem Dorfe (Oper)

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Jelka Rosen: A Porträä vo ihrem Moo, em Kombonischda Frederick Delius, Eel uff Leiwand, 1912
Dialäkt: Schwäbisch
Dr Gottfried Keller em Alder vo 40ge uff-ra Fodografii vom Adolf Grimminger, Zirich 1860, vo sellem Moo stammt d Vorlage zom Libreddo.


Romeo und Julia auf dem Dorfe (englischer Titl: A Village Romeo And Juliet) ischt a Musikdrama en sechs Szena vom bridischa deitschstemmiga Kombonischda Frederick Delius. Dr sell hot au – zamma mit seira Frau Jelka Rosen – s Libreddo vorfasst, wo uff dr gleichnamiga Novelle us-em Zyklus Die Leute von Seldwyla vom Schweizer Dichter ond Schriftsteller Gottfried Keller beruaht. Zom erschda Mol ibr d Bihne ganga isch des Werk am 21. Februar 1907 an dr Komischa Opr Berlin. En Großbritannien hot des Werk erscht am 22. Februar 1910 an dr Covent Garden Opera z London Premiere ghet. A Uffihrong dauret rond zwoiahalb Stonda.

D Musik vo dera Opr ischt bloß gemäßicht modern. D Tonalideet wuud nia volassa.

Orkeschtr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Firs Orkeschtr braucht-mr drei Fleeda, drei Obooa, a Englischhorn, drei Klarinedda, a Bassklarinedd, drei Fagodd, a Kontrafagodd, sechs Herner, drei Trombeeda, drei Posauna, a Tuba, a Schlagwerk, zwoi Harfa ond a graußa Streichergrubbe. Fir d Bihnamusik braucht mr a Geig, sechs Herner, zwoi Kornedd, zwoi Altposauna, a Trommel, Stahlpladda, Kirchaglocka ond a Orgel.

Persona vo dr Handlong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Dr Manz, a reicher Bauer (Bariton)
  • dr Marti, sei Nochbr, au a reicher Bauer (Bariton)
  • dr Sali, em Manz sei Jonger (Tenor)
  • s Vreneli, em Marti sei Dechterle (Sopran)
  • dr Schwarze Geiger (Bariton)
  • zwoi Baura (Bariton)
  • drei Beierenna (Sopran ond Mezzosopran)
  • d Pfefferkuachafrau (Sopran)
  • d Glicksradfrau (Mezzosopran)
  • d Schmuckwarafrau (Alt)
  • dr Possareißer (Tenor)
  • dr Karussell-Moo (Bariton odr Tenor)
  • dr Schiaßbuda-Moo (Bass)
  • s schlanke Mädle, a Landstreichere (Alt)
  • s wilde Mädle, a Landstreichere (Alt)
  • dr arme Hornischt, a Landstreicher (Tenor)
  • dr bucklige Bassgeiger, a Landstreicher (Bass)
  • drei Schiffer (Bariton ond Tenor)
  • Grubba vo Baura, Landstreicher ond Schiffer (Chor)

Ort ond Zeit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Handlong vo dera Opr ischt em fikdiva schweizerischa Ort Seldwyla oogsiidlet, so om d Midde vom 19. Johrhondert rom. Zwischem erschda ond em zwoida Bild liiget sechs Johr.

Handlong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S erschde Bild: A Brachland[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Vreneli ond dr Sali, d Kender vo de reiche Baura Marti ond Manz, send mitnander befreindet. Oiner vo ihre Lieblengsplätz, wo se sich gern zom Spiila zruckziaget, ischt uff-ma ganz vorwildrada Acker, wo sich genau zwischa de Grondstick vo ihre Vädder befendet. A-ma scheena Dag daucht deet a Kerle auf, wo vo älle Leit bloß als dr schwarze Geiger bezoichnet wuud. Dr sell behaupdet, der Acker wär sei Grondstick. Des wisset zwar au dia Vädder vo deane Kender, abr trotzdem dät jeder vo deane zwoi da Acker allzugern sich selber ondr da Nagl reißa. Dr schwarze Geiger ischt nemlich a Landstreicher ond zuadem au noh a oo-ehelichs Kend ond deshalb et en dr Lage, sei Recht durchzosetza. Drom soll des Brachland en nägschder Zeit effentlich vorsteigret werra. Weil dr Marti ond dr Manz sich gegaseidich beschuldiget, sich scho an Doil vo sellem Grondstick abzwackt zo hand, kriaget-se an firchderlicha Krach mitnander. Do druff befehlet-se Ihre Kender, sich da Omgang mitnander zo meida.

S zwoide Bild: Em Haus vom Marti[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Enzwischa send sechs Johr vorganga. En dera Zeit hend sich dr Marti ond dr Manz weaga sellem vorwildrada Acker gegaseidich mit mehrere Prozess ibrzoga. Dia hend so an Haufa Geld vorschlonga, dass dia zwoi jetzt bloß noh arme Beierla send. Ihre Kender hend sich en dera Zeit nemme gsäha. Abr a-ma scheena Dag packt da Sali a so starks Vorlanga, dass’r sich aufmacht, oms Vreneli zo bsuacha. Dui frait sich ganz arg, wia-se da Sali siht. S dauret et lang, ond boide schweret sich, uff ewich anander trei zo sei. Se vorabredet sich, am Obed uff-em vorwildrada Acker zo treffa.

S dridde Bild: Wiider uff-em Brachland[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wia s Vreneli ond dr Sali uff-em voreinbarda Platz ookommet, treffet-se wiider uff da schwarza Geiger. Der fordret’s auf, sich ehm oozoschliaßa ond mit en d Ferne zo ziha. Do drzua hend abr dia zwoi jonge Menscha koi Luscht. Uff oimol kommt dr Marti drher, wo sei Dechterle suacht. Wia der siht, dass sich dui mit-em Soh vo seim Erzfeind en de Arm leit ond sich kissa loot, kriagt’r a firchterlicha Wuat ond probiirt, s Vreneli vom Sali wegzoraißa. Do abr groodet dr Sali ganz außer sich ond vorsetzt deam Baura an Schlag, dass der uff da Boda senkt.

S virde Bild: S Haus vom Marti ond d Kirch vo Seldwyla[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Vreneli hockt alloi em Haus ond ischt traurich. Ihrn Vadder hot-se weaga seirea Kopfvorletzong noch Seldwyla ens Krankahaus brenga miaßa. S Haus ischt enzwischa vorkauft worra, ond morga muaß des Mädle ausziaga, ohne zo wissa wo noo. Dr Sali kommt ond bereit sei Ausraschda uff-em Acker. S Vreneli zeigt Vorstendnis. Wiider fallet sich dia zwoi en d Ärm ond nemmet sich vor, vo jetzt oo emmer beianander zo bleiba. Wia-se eigschloofa send, hend-se boide da gleicha Troom: Se sehet sich als Brautpaar en dr Kirch vo Seldwyla.

S fenfde Bild: Uff-em Rommelplatz[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Vreneli ond dr Sali ganget ens Nochbordorf Berghald, wo d Leit d Kirchweih feiret. Uff-em Feschplatz standet a Schiaßbude, a Karussell, an Haufa Vorkaufsbuda, ond fahrende Hendler preiset ihre Wara oo, z. B. Lebkuacha ond oo-echda Schmuck. Allzu gern dät s Vreneli au ebbes kaufa, abr s Geld ischt halt knabb. Au a baar Leit aus Seldwyla treibet sich do rom. Wia de selle s Vreneli ond da Sali erkennet ond sich luschdich machet ibr dia zwoi, hend-se gnuag vo deam Fescht ond vorlasset da Rommelplatz.

S sechsde Bild: Em Gaschthaus «Zum Paradiesgarten»[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Endlich hot des jonge Pärle an Platz gfonda, wo’s so guat wia koiner kennt: Em Gaschthaus «Zum Paradiesgarten». Deet stoßet-se jetzt scho zom dridda Mol uff da Schwarza Geiger. Der spiilt zom Danz auf ond vorbrengt en deam Wirtshaus a baar scheene Stonda mit seine Landstreicher-Gsella: em schlanka ond em wilde Mädle, em arma Hornischda ond em buckliga Bassgeiger. Wiider werdet s Vreneli ond dr Sali vom Fiidler uffgfordret, mit-em zo komma ond a freis hemmongslos Leaba zo fihra, abr dia zwoi wisset, dass-se fir so a Leaba et gschaffa send. So nooch ond nooch wuud’s-en bewusst, dass-se zwar zo-anander gheeret, abr ohne Geld ond ohne Hoimet koi Meglichkeit hend, a Leaba en Wirde zo fihra. Bloß em Jenseits koo-se koi Macht meh trenna.

Am Flussufer ischt a Boot oobonda, bis obanoo oogfillt mit Hei. En des steiget-se nei. Dr Sali bendet d Leine los ond ziagt da Stepsel raus.

A Auswahl vo de Uffnahma[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Johr Senger Dirigent, Orkeschtr Marke
1948 Rene Soames,
Vera Terry,
Gordon Clinton,
Denis Dowling,
Frederick Sharp
Sir Thomas Beecham,
Royal Philharmonic Orchestra ond Chor
EMI Classics
1971 Robert Tear,
Elizabeth Harwood,
John Shirley-Quirk,
Benjamin Luxon
Meredith Davies,
Royal Philharmonic Orchestra
John Alldis Choir
EMI Classics
1989 Arthur Davies,
Helen Field,
Thomas Hampson,
Stafford Dean,
Barry Mora
Charles Mackerras,
ORF Symphonieorchester
Arnold-Schönberg-Chor
Decca Records
1995 Eva-Christine Reimer,
Karsten Russ,
Klaus Wallprecht,
David Midboe, Attila Kovacs
Klauspeter Seibel,
Philharmonisches Orchester der Landeshauptstadt Kiel
(uff Deitsch gsonga!)
cpo

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Quell[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Rudolf Kloiber, Wulf Konold ond Robert Maschka: Handbuch der Oper, Deutscher Taschenbuch Verlag, Bärenreiter, Kassel, 13. Ufflag vo 2011, S. 121 bis 123