Berthold Auerbach

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Dialäkt: Schwäbisch
Dr Berthold Auerbach, a Porträt mit-ra Schriftprob us dr Midde vom 19. Jôhrhondert

Dr Berthold Auerbach – mit-em richdiga Nama hôt’r Moses Baruch Auerbacher ghoißa – (* 28. Februar 1812 z Nordstedda, heit a Stadtdoil vo dr Graußa Kreisstadt Horb am Neckar em Landkreis Freidastadt, † 8. Februar 1882 z Cannes am Middlmeer) ischt a deitscher Schriftsteller gwäa.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Abstammong, Ausbildong, Jugendjôhr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Berthold Auerbach kommt am 28. Februar 1812 z Nordstedda uff d Welt. Er ischt’s neinde Kend vom Ehepaar Jacob Auerbach ond dr Edel Frank. Zäah Jôhr schbätr wuud en seim Geburtsort de erscht jiidisch Elementarschual vom Keenigreich Wirdaberg ereffnet. Deet schicket-en seine Eltra nô. Nôch-em Vorbild vo seim Großvadder soll au dr Berthold amôl a Rabbiner werra. Em Alter vo 13 Jôhr feiret’r sei Bar Mitzwa. Em gleicha Jôhr wuud’r vo seine Eltra uff d Talmud-Schual nôch Hechenga gschickt. Abr scho zwoi Jôhr schbätr isch d finanziell Lage vo dr Familie Auerbach so brenzlich, dass-se koi Schualgeld meh zahla kô. Jetzt zuit Dr Auerbach vo Hechenga nôch Karlsruha om, wo-nr d Rabbinatsschuel besuacht. Deet wohnt’r bei seim Onkl Meier Auerbach ond schliaßt a lebenslanga Freindschaft mit-seim weit Vrwandta Jacob Auerbach.

1830 wechslet dr Auerbach ans Obere Gymnasium nôch Stuegert. Deet simbadisiirt’r mit dr vrboddena Schialer- ond Studendavrbendong Amicitia. Wia-nr em zwoida Ôlauf d Uffnahmepriafong bestôht, kriagt’r a klois keeniglichs Stipendiom. Zwoi Jôhr druff fangt’r an dr Uni Diibenga ôô, Rechtswissaschafda zo studiira, geit des abr bald zogonschda vom Fach Philsosophie widr uff. Z Diibenga tridd dr Auerbach dr vrboddena Burschaschaft Germania bei. Wia abr deet druff dr polidische Druck emmr erger wuud, beôtragt dr Auerbach em Merz 1833 an Reisepass, om ens boirische Ausland nôch Mincha reisa zo kenna.

Berthold Auerbach

Nôh em gleicha Jôhr emmatrikulisiirt’r sich en Mincha firs Fach Philosophie ond geit au glei sei Empfehlongsschreiba bei seim schwäbischa Landsmôô Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling ab. S Jôhr druff wuud dr Auerbach am 23. Juni môrgnets om Faive vrhafdet ond als radikal-liberaler Burschaschafter weaga staatsfeindlicher Omtriib ondr Polezeiaufsicht gstellt. [1] Dô druff wuud’r zwangsematrikuliirt, däff abr gnadahalbr sei Studiom z Heidelberg abschliaßa.

Am 12. Dezember 1836 wuud dr Auerbach zo zwoi Monat Feschdongshaft vrurtoilt, wo-nr glei em Monat druff uff-em Hohaschberg ôôtridd. Zo sellra Zeit send deet fascht bloß Burschaschafter eigschberrt. Drom isch des Gfengnis em Volksmund Demagogenherberge ghoißa wôrra. Genau zwoi Monat schbätr wuud dr Auerbach nôch Stuegert entlassa. Weil’r jetzt als Vorbestrafter nemme Rabbiner werra kôô, entschliaßt’r sich, s mit dr Schriftstellerei zo probiira.

Freier Schriftsteller[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Am 3. Okdobr 1838 wuud dr Auerbach z Frankfurt am Main en d Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröte uffgnomma, wo-nr bis zo seim Leabensende trei bleibt. Drei Jôhr schbätr kommt sei Ibrsetzong vom gesamda Werk vom Philosopha Baruch Spinoza raus, wo-nr vom Ladeinischa ens Deitsche ibrsetzt hôt. Dr ganz grauße lidrarische Durchbruch glengt-em abr em Jôhr 1843 mit seine Schwarzwälder Dorfgeschichten. Zom erschda Môl en dr Litradurgschicht schildret a Schriftsteller a ganz Dorf vom erschda bis zom ledschda Haus. Des Werk hôt dr Erzehlgaddong dr Dorfgschicht sein Nama uffprägt ond so indrnazionale Autora beeiflusst wia da Honoré de Balzac, da Iwan Sergejewitsch Turgenew und da Leo Tolstoi,[2]

Vo 1849 bis 1859 leabt dr Auerbach z Dresden, wo-nr ondr andrem seine Drama Andreas Hofer ond Der Wahlspruch rausbrengt. Z Dresden entstandet au sein Roman Neues Leben, wo-nr em Lehrer ond Schualreformer Carl Reinhardt a Denkmal setzt, sowia d Erzehlonga Friedrich von Schwaben ond Der Bauer von Kulmbach. En Leipzig erscheint vo 1858 bis 1869 reglmäßig jedes Jôhr Berthold Auerbach’s Deutscher Volkskalender mit Beiträg vo namhafde Autora, ondr andrem vom Schweizer Gottfried Keller, wo-nr 1856 z Dresden kennaglernt ond Freindschaft mit-em gschlossa hôt. Em Jôhr 1860 schickt-em dr sell zor Vreffentlichong a nuia Novell ohne Titl. Dr Auerbach geit-ra da Nama Das Fähnlein der sieben Aufrechten, ond ondr sellem Titl isch des Werk oina vo de beliebdeschda Gschichda vom Gottfried Keller wôrra. Au durch em Auerbach sei posidiva Beschbrechong vo dr Novella-Sammlong Die Leute von Seldwyla hôt’r wesentlich zor Pobularideet vom Keller em deitscha Schbrôôchroom beitraga.

Kranket, Tod ond Beisetzong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Herbscht 1881 – dr Auerbach ischt enzwischa fascht 70 Jôhr alt – zuit sich dr Dichtr a schwera Longaentzendong zua. Uff Empfehlong vo seim Hausarzt macht’r sich uff da Weag nôch Cannes am Middlmeer, om deet bei-ra lengera Kur widr Erholong zo fenda. Am 13. Dezembr bezuit’r seine Zemmer en dr Villa Mauvarre, dr Privatklinik vom Dr. Tritschler. Mit dr Erholong klappt’s abr nemme; am 8. Februar 1882 schliaßt’r deet seine Auga fir emmer.

Am 15. Februar 1862 schliaßlich wuud dr Berthold Auerbach ondr dr graußa Ôteilnahm vo dr Bevelkerong uff-em jidischa Friidhof en seim Hoimetort Nordstedda emma Ehragrab beigsetzt, wo-ma heit noh ôôgucka kôô.

Poschdume Ehronga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Seit-em Jôhr 1982 vrleiht d Stadt Horb zom Ôdenka an ihrn berihmda Soh a Berthold-Auerbach-Litradurpreis.
  • Em Jôhr 1986 ischt em Nordstedder Barockschloss em Auerbach seim Hoimetort Horb-Nordstedda a klois Museom fir da Schriftsteller eigrichdet wôrra. Lueg dô drzua da Ardikl Berthold-Auerbach-Museum.
  • Z Horb-Nordstedda ischt au a Schual nôch-em Auerbach benannt wôrra.[3]

Akduella litrarischa Bedeidong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Seine Schwarzwälder Dorfgeschichten, wo ibr da Zeitraum vo 1843 bis 1854 rauskomma send, hend em Auerbach an Welterfolg beschert. Se send en fascht älle eiropäische Schbrôcha ibrsetzt wôrra, heitzodag abr em Graußa ond Ganza vrgessa. Aus heidiger Sicht send-se a bissle zo scheefärberisch ghalda, ond ällzo-deitlich send Mahnong, Moral ond d Erbauongsabsicht vom Vrfasser et zo ibrheera.[4]

Seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Auerbach-Denkmal en Stuagert-Bad Cannstatt (1909 gschaffa vom Hermann Volz
A Medallje mit-em Bildnis vom Berthold Auerbach
  • Friedrich der Große. Sein Leben und Wirken; 1834
  • Das Judenthum und die neueste Literatur; Essay, 1836
  • Spinoza; Roman, 1837
  • Das Sängerfest zu Frankfurt a. M.. In: europa 1838, S. 481 ff.
  • Dichter und Kaufmann; Roman, 1840
  • Der Brückenweg (Viadukt) bei Burtscheid in der Nähe von Aachen, In: Deutsches Familienbuch 1843, Bd. 1, S. 409.
  • Schwarzwälder Dorfgeschichten; Erzählonga, 1843 bis 1854
    • Diethelm von Buchenberg
    • Die Frau Professorin
  • Oskar; a Trauerspiil, 1844
  • Der Gevattersmann (Kalender); 1844 bis 1848
  • Schrift und Volk. Grundzüge der volksthümlichen Literatur; 1846
  • Tagebuch aus Wien; 1849
  • Andree Hofer; a Trageede, 1850
  • Deutsche Abende; Reden, 1851
  • Neues Leben; Roman, 1852
  • Der Wahlbruder. Trauerspiel in 5 Aufzügen. Dresden [1855]. (Bloß als Manuskript druckt)
  • Barfüßele; Erzählung, 1856
  • Volkskalender; 1858-1868
  • Der Wahrspruch. Schauspiel in 5 Akten. Leipzig: Weber 1859. (Bloß als Manuskript druckt)
  • Joseph im Schnee; Roman, 1860
  • Goethe und die Erzählungskunst, 1861 (Digitalisat)
  • Auf der Höhe; Roman, 1865
  • Das Landhaus am Rhein; Roman, 1869
  • Wieder uns! Gedenkblätter zur Geschichte dieser Tage. Stuttgart: Cotta 1871.
  • Zur Guten Stunde. Gesammelte Volkserzählungen. 2 Bend. Stuttgart: Hoffmann 1872.
  • Walfried; Roman, 1874
  • Tausend Gedanken des Collaborators; Aphorismen, 1876
  • Drei einzige Töchter; Novella, 1875
  • Nach dreißig Jahren. Neue Dorfgeschichten; 1876
  • Landolin von Reutershöfen; Roman, 1878
  • Der Forstmeister; Roman, 1879
  • Brigitta; Roman, 1880
  • Barfüßele. - Stuttgart : Cotta, 1870 Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Briaf[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Briefe an seinen Freund Jakob Auerbach. Ein biographisches Denkmal. Mit Vorbemerkung von Friedrich Spielhagen und dem Herausgeber [Jakob Auerbach]. 2 Bend. Frankfurt a.M.: Literarische Anstalt, 1884.

Litradur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Biacher
  • Bernd Ballmann, Albrecht Regenbogen (Hrsg.): 150 Jahre Schwarzwälder Dorfgeschichten von Berthold Auerbach 1843-1993. Dokumentation und Aufsätze zu einer neuen Erzählform im Vormärz. Kultur- und Museumsverein, Horb/N. 1994.
  • Uwe Baur: Dorfgeschichte. Zur Entstehung und gesellschaftlichen Funktion einer literarischen Gattung im Vormärz. Fink, München 1981, ISBN 3-7705-1544-7 (Zugl. Habilitationsschrift, Universität Graz)
  • Hermann Bausinger (Hrsg.): Berthold Auerbach - Dorfgeschichten. Eine kleine Landesbibliothek Nr.19, Klöpfer und Meyer, Tübingen 2011, ISBN 3-940086-70-3
  • Anton Bettelheim: Berthold Auerbach. Der Mann, sein Werk, sein Nachlaß. Cotta, Stuttgart 1907. Digitalisat 14,7 MB
  • Walthari Dietz: Weltanschauung und Reflexion bei Berthold Auerbach. Dissertation, Universität Würzburg 1925.
  •  Kerstin Hagemeyer: Jüdisches Leben in Dresden. Ausstellung anlässlich der Weihe der neuen Synagoge Dresden am 9. November 2001. Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Berlin 2002, ISBN 3-910005-27-6.
  • Matthias T. Kill: Berthold Auerbach als Schriftsteller. Dissertation, Universität Bonn 1924.
  • Hermann Kinder: Poesie und Synthese. Ausbreitung eines deutschen Realismus-Verständnisses in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Athenäum, Frankfurt/M. 1973, ISBN 3-7610-0215-7, S. 116–135.
  • Hermann Kinder: Berthold Auerbach - "Einst fast eine Weltberühmtheit". Eine Collage. Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011, ISBN 3-86351-005-4
  • Peter Mettenleiter: Destruktion der Heimatdichtung. Typologische Untersuchung zu Gotthelf, Auerbach, Ganghofer. Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 1974.
  • Kerstin Sarnecki: Erfolgreich gescheitert. Berthold Auerbach und die Grenzen der jüdischen Emanzipation im 19. Jahrhundert

(Oldenburgische Beiträge zu Jüdischen Studien; Bd 17). Universitätsverlag, Oldenburg 2006, ISBN 3-8142-2019-6 (früherer Titel Das jüdische Selbstverständnis).

  • Thomas Scheuffelen: Berthold Auerbach 1812-1882 (Marbacher Magazin/Sonderheft; 36/1985). Deutsche Schillergesellschaft, Marbach/N. 1986 (gleichzeitig Katalog der Ständigen Ausstellung im Berthold-Auerbach-Museum in Horb-Nordstetten).
  • Rosemarie Schuder: Deutsches Stiefmutterland. Wege zu Berthold Auerbach. Hentrich & Hentrich, Teetz 2003, ISBN 3-933471-40-0 (Jüdische Memoiren; Bd 9).
  • Peter Zimmermann: Der Bauernroman. Antifeudalismus - Konservativismus - Faschismus. Metzler, Stuttgart 1975.
  • Moses Isaac Zwick: Berthold Auerbachs sozialpolitischer und ethischer Liberalismus. Kohlhammer, Stuttgart 1933 (zugl. Dissertation, Columbia Univ. New York).
Uffsätz
  • Anton Bettelheim: Auerbach, Berthold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 412–419.
  • Peter Brugger: Berthold Auerbach - Geschichte eines Bucherfolgs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.22.02.2012, Geisteswissenschaften.
  • Anita Bunyan: Volksliteratur und nationale Identität. Zu kritischen Schriften Berthold Auerbachs. In: Martina Lauster (Hrsg.): Deutschland und der europäische Zeitgeist. Kosmopolitische Dimensionen in der Literatur des Vormärz. Aisthesis-Verlag, Bielefeld 1994, ISBN 3-925670-83-1, S. 63-89.
  • Jürgen Hein: Berthold Auerbach. Ein Literaturpädagoge des 19. Jahrhunderts. In: Josef Tymister u.a. (Hrsg.): Beiträge zur Didaktik und Erziehungswissenschaft. Festschrift für Theodor Rutt. Schöningh, Paderborn 1971, ISBN 3-506-70715-9 (Bd. 1-2, hier speziell Bd. 1, S. 193).
  • H. D. Horch: Judenbilder in der realistischen Erzählliteratur. In: Herbert A. Strauss, Christhard Hoffmann (Hrsg.): Juden und Judentum in der Literatur. Dtv, München 1985, ISBN 3-423-10513-5, S. 140–171.
  • Nancy Kaiser: Berthold Auerbach. The Dilemma of the Jewish Humanist from Vormärz to Empire. In: German Studies Review, Bd. 6 (1983), S. 406.
  • Fritz Martini: Auerbach, Berthold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 434 f.
  • M. Pazi: Berthold Auerbach – dem jüdischen Autor der deutschen Dorfgeschichte zum 100. Todestag. In: Neue Deutsche Hefte, Bd. 29 (1982), H. 1, S. 95–109.
  • Jonathan Skolnik: Writing Jewish History between Gutzkow and Goethe. Auerbachs „Spinoza“ and the Birth of Modern Jewish Historical Fiction. In: Prooftexts. A Journal of Jewish Literary History, Bd. 19 (1999), Heft 2, S. 101-126.

Oinzlne Nôchweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Umtriebe
  2. Em Tolstoi seira Bibliothek send em Auerbach seine gsammlete Werk uff-em erschda Platz vom erschda Biacher-Brett gschdanda. "Diesem Schriftsteller habe ich es zu verdanken, daß ich darauf kam, eine Schule für meine Bauern zu eröffnen und mich für die Volksaufklärung zu interessieren."so dr Tolstoi en: Eugen Schuylers Erinnerungen
  3. http://www.gs-horb-nor.fds.bw.schule.de/
  4. W. Grabert + A. Mulut: Geschichte der deutschen Literatur, Bayerischer Schulbuch-Verlag, 11. Ufflag 1966, S. 359

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Berthold Auerbach – Sammlig vo Multimediadateie

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