Alhambra-Edikt

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D Underschrifte vom Ferdinand und vo dr Isabella (yo el Rey, yo la Reyna), vom köönigliche Sekretär Juan de Coloma und s Siogel under dr kastilische Wersioon vom Alhambra-Edikt

S Alhambra-Edikt au as Decreto de la Alhambra oder Edicto de Granada bekannt,[1] isch 1492 mit zwäi nid idäntische Teggst erloo worde, äine für d Herrschaftsgebiet vo dr Chroone vo Kastilie und dr ander für die vo dr Chroone vo Aragón. Die kastilisch Wersioon isch vo de katholische Köönig Isabella vo Kastilien und Ferdinand II. vo Aragón in sinere Funkzioon as Ferdinand V. vo Kastilie underschriibe. Die aragonesisch Wersioon isch nume vom Ferdinand II. vo Aragón underschriibe.[2] S Edikt het aagordnet, ass d Juude us alle Territorie vo dr Chroone vo Kastilie und vo dr Chroone vo Aragón vom 31. Juli vom Joor aa verdriibe wurde, wenn si bis denn nit zum Christedum konwertiert häi.

Die ersti organisierti christligi Rebellioon gege die muslimischi Herrschaft het z Asturie im Joor 718 aagfange, und het zur Reconquista gfüert. D Reconquista isch im Joor 1492 mit dr vollständige Erooberig vom letschte muslimische Herrschaftsberiich uf dr iberische Halbinsle, em Emiraat vo Granaada, und em Alhambra-Edikt ume gsi.[3]

Mit em Edikt het d Verdriibig von ere Bevölkerigsgrubbe aagfange, wo sit Joorhunderte uf dr iberische Halbinsle aasäässig gsi isch. Es het e hufe Conversos gee, Juude, wo mäistens under massivem Druck zum Christedum „bekeert“ worde si und won ene s Volk verächtlig au Marranos gsäit het, und die si under em Generalverdacht vo dr Spanische Inkwisizioon gstande, ass si im Ghäime immer no Juude sige. Immer wider het mä brüeft, öb die Zwangsdaufte wirklig Christe si. D Conversos, wo in de Inkwisizioonsverfaare wäge Heresii verurdäilt worde si, si hüfig noch sogenannte Autodafés öffentlig uf em Schiterhufe verbrennt worde. D Inkwisizioon het sich nume mit daufte Christe und nit mit Juude befasst.

Am 16. Dezämber 1968, wo d Synagoge z Madrid iigweiht worde isch, isch s Alhambra-Edikt vo de katholische Köönig vo dr spanische Regierig für unwirksam erkläart worde, aber erst am 1. April 1992 het s dr spanisch Köönig Juan Carlos I. für immer usser Chraft gsetzt.[4]

Zum Aalass vom 500. Jooresdaag vom Alhambra-Edikt het s spanische Parlamänt 1992 e Kooperazioonsabkomme mit em Verband vo de jüüdische Gmäinde in Spanie verabschiidet, wo d Beziejige zwüschen em spanische Staat und de Bürger bo jüüdischer Konfession reeglet.[5]

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Georg Bossong: Die Sepharden. Geschichte und Kultur der spanischen Juden. Beck, Münche 2008, ISBN 978-3-406-56238-9.
  • Jürgen Wenzel: Die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492. Vorgeschichte und Vergleich mit der Stellung anderer Minderheiten im christlichen Teil Spaniens (1369–1516). Books on Demand, Nordersted 2013, ISBN 978-3-8482-6063-8, S. 180.
  • Michael Grüttner: Die Vertreibung der spanischen Juden 1492. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 47, 1996, S. 166–188.
  • Steffen Jost: 1492 als spanischer Erinnerungsort. Entwicklung und Wandel des kulturellen Gedächtnisses in Spanien. VDM, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-10925-2. (Rezension; PDF; 53 kB).
  • Béatrice Leroy: L’expulsion des juifs d'Espagne. Berg international, Bariis 1990, ISBN 2-900269-63-6 (Faits et représentations).
  • Asunción Blasco Martínez: La expulsión de los judíos de España en 1492. In: Kalakorikos: Revista para el estudio, defensa, protección y divulgación del patrimonio histórico, artístico y cultural de Calahorra y su entorno. Nr. 10, 2005, S. 9–36 ([2] [abgerufen am 18. April 2015] spanisch).

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wikisource Alhambra-Edikt im dütschsprochige Wikisource
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Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. hebräisch: Gerush Sfarad גירוש ספרד.
  2. Asunción Blasco Martínez: La expulsión de los judíos de España en 1492. In: Kalakorikos: Revista para el estudio, defensa, protección y divulgación del patrimonio histórico, artístico y cultural de Calahorra y su entorno. Nr. 10, 2005, S. 13 f. ([1] [abgerufen am 18. April 2015] spanisch).
  3. Leo Trepp: Die Rückeroberung Spaniens durch die Christen – Die Inquisition. In: Die Juden; Volk, Geschichte, Religion. Rowohlt, Hamburg 1999, ISBN 3499 606186, S. 61–62.
  4. „König Juan Carlos I. besuchte am 1. April 1992 die Synagoge von Madrid, entschuldigte sich für den Akt der Barbarei, den seine Vorgänger fünfhundert Jahre zuvor begangen hatten, und setzte das Vertreibungsedikt feierlich und unwiderruflich außer Kraft. Die Vereinigung Erensia Sefardi verlieh ihm daraufhin 1994 ihren Preis Angel Pulido....“ zitiert noch: Georg Bossong: Die Sepharden. Geschichte und Kultur der spanischen Juden. Beck, Münche 2008, ISBN 978-3-406-56238-9, S. 114.
  5. Uwe Scheele: Die schwierige Rückkehr nach Sepharad. In: Jüdische Zeitung. 2. Mai 2009.
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