Pierre Boulez

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Dr Pierre Boulez (2004)

Dr Pierre Boulez [ˈpjɛʀ buˈlɛz] (* 26. Merz 1925 z Montbrison, Département Loire; † 5. Jänner 2016 z Bade-Bade)) isch e französische Komponist, Dirigänt und Muusigtheoretiker gsii.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dr Pierre Boulez anne 2008 bi dr Donaueschinger Musikdäg

Dr Pierre Boulez, wu aigetli zerscht het welle Mathematik un tächnischi Wisseschafte studiere, isch anne 1943 Kumpesizionsschueler vum Olivier Messiaen am Pariser Konservatorium wore un het derno 1945/46 bi dr Andrée Vaurabourg, dr Frau vum Arthur Honegger, un em René Leibowitz studiert. Är isch vu 1946 bis 1956 musikalische Laiter vum Ensemble Madeleine Renaud/Jean-Louis Barrault im Théâtre Marigny gsii. Anne 1951 het er si in dr Groupe de Recherches Musicales vum Pierre Schaeffer mit dr Musique concrète bescheftigt un het 1952 zum erschte Mol di Internazionale Feriekirs fir Neji Musik z Darmstadt bsuecht. Dert het er 1955 bis 1967 as Dozänt un as Dirigänt vum Darmstädter Kammerensemble gwirkt.

Anne 1954 het er z Paris d Kunzärtraie Domaine Musical grindet, wun er bis anne 1967 glaitet het, un isch Gaschtdirigänt vum Sidweschtfunk-Orkeschter z Bade-Bade wore. Derzue het er 1960 bis 1963 an dr Musikakademy z Basel un 1963 an dr Harvard University z Cambridge (Massachusetts) glehrt.

Im Johr 1966 het er as Wagner-Dirigänt debutiert mit em Parsifal bi dr Bayreuther Feschtspiil, wun er 1976 bis 1980 dr Ring vum Nibelung in dr zescht umstrittenen Inszenierig vum Patrice Chéreau dirigiert het. No dr aafangs wieschte Kritik het die Uffierig bal as „Johrhundertring“ gulte.

Vu 1967 bis 1972 isch er Gaschtdirigänt vum Cleveland Orchestra gsii, vu 1971 bis 1975 het er s BBC Symphony Orchestra un vu 1971 bis 1977 as Noofolger vum Leonard Bernstein s New York Philharmonic Orchestra glaitet. Är het z Paris am Centre Beaubourg s Institute de Recherche et de Coordination Acoustique-Musique (IRCAM) grindet, wun er vu 1976 bis 1992 Diräkter dervu gsii isch. A z Paris het er s Ensemble InterContemporain (EIC) grindet un isch 1976 bis 1979 Laiter vun em gsii. Anne 1984 het er mit em Frank Zappa zämmegschafft un het sibe Kumesizione vum Zappa dirigiert, wu uf em Album Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger erschine sin. D LP isch z Paris ufgnuu wore, d Musiker het dr Boulez mit sym 16-chepfige Ensemble InterContemporain gstellt.

Ab dr 1990er Johr het dr Boulez as Dirigänt in Kunzärt un CD-Ufnahme mit große Tradizionsorkeschter zämmegschafft, unter anderem mit dr Berliner Philharmoniker un dr Wiener Philharmoniker. Anne 2004 isch er as Dirigänt vum Parsifal (Inszenierig: Christoph Schlingensief) retuurchuu uf Bayreuth.

Unter dr Laitig vum Boulez sin am 17. Oktober 2008 uf dr Donaueschinger Musikdäg bim Ereffnigskunzärt Stuck vum Fabián Panisello, dr Isabel Mundry un en Enno Poppe mit em SWR Sinfonyorkeschter Bade-Baden un Friburg urufgfiert woren un derzue sy aige Wärch Figures – Doubles – Prismes (1963/1968).

Dr Pierre Boulez het z Bade-Bade gläbt, ihri Verbundehait het d Stadt 2004 dur d Verleihig vu dr Guldenen Ehremedallie un 2015 mit dr Ehreburgerschaft zaigt.

Im Alter vu 90 Johr isch dr Pierre Boulez in sym Wohnort Bade-Bade gstorbe.

Muusig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Näben em Karlheinz Stockhausen und em Luigi Nono ghöört dr Pierre Boulez sit dr Middi vo de 1950er Joor zu de hervorstehendste Verdräter vo dr musikalische Avantgarde, speziell vo dr serielle Muusig. In sine Komposizione verbindet dr Boulez Razionalität und Logik mit de poetische Dradizione vo dr französische Muusig, bsundrigs vom Impressionismus. Sini ersti Schaffensfaase isch von ere üsserst kritische Iistellig zum äigene Wärk wie zu de Komposizione vo andere brägt. So het er immer wider Uffüerige vo konserwativere Kollege gstöört und vili Früewärk wider zruggzooge. Aber au spööter het er sini eltere Wärk die ganz Zit überarbäitet, so dass si kä ändgültigi Form öberchoo häi, sondern immer nume Stuefe vom ene kompositorische Entwiggligsbrozäss daarstelle.

Wärk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Kammermuusig, Ansambel- und Orchesterwärk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 12 Notations (1945) für Klavier
  • Bearbäitige für Orchester:
  • Notations I-IV (1978; revidiert 1984)
  • Notation VII (1997)
  • Klaviersonate Nr. 1 (1946)
  • Sonatine für Flöte und Klavier (1946)
  • Klaviersonate Nr. 2 (1947)
  • Livre pour quatuor (1948/49) für Striichkwartett
  • Polyphonie X (1951) für 18 Instrumänt
  • Études (1952) für Doonband
  • Structures für zwäi Klaviere
  • Livre I (1952)
  • Livre II (1956–1961)
  • Schauspiilmuusig (1955) zur Orestie-Übersetzig vom Paul Claudel
  • Klaviersonate Nr. 3 (1955–1957)
  • Strophes (1957) für Orchester
  • Doubles für Orchester (1958)
  • Erwiterig (1964): Figures-Doubles-Prismes
  • Eclat für 15 Instrumänt (1965 ff.)
  • Domaines für Klarinette solo (1961–1968)
  • Fassig für Klarinette und 21 Instrumänt in säggs Grubbe
  • Nöibearbäitig: Dialogue de l’ombre double
  • Fassig für Klarinette und Elektronik (1982–1985)
  • Fassig für Fagott und Elektronik (1995)
  • Livre pour cordes für Striichorchester (1968 ff.)
  • Multiples (1970 ff.)
  • …explosante-fixe…
  • Fassig für Flöte, Klarinette und Trompete (1972)
  • Bearbeitung der Flötenstimme: Mémoriale für Flöte und acht Instrumente (1985)
  • Fassig für Flöte, Klarinette, Trompete, Harfe, Vibraphon, Violine, Viola, Violoncello und Elektronik (1973)
  • Bearbeitungen der Violinstimme:
  • Anthèmes (1991) für Violine
  • Anthèmes II (1997) für Violine und Elektronik
  • Fassig für Vibraphon und Elektronik (1986)
  • Schauspielmusik (1974) zu Ainsi parla Zarathoustra von Jean-Louis Barrault (nach Friedrich Nietzsche)
  • Mémoriales (1973–1975) für Orchester
  • Rituel in memoriam Bruno Maderna für Orchester (1975)
  • Messagesquisse (1976/77) für Solo-Wiolontschello und säggs Wiolontschelli
  • Fassig für Solo-Viola und säggs Wiole (2000)
  • Répons (1981) für säggs Instrumentalsoliste, Kammeransambel, Computerkläng und Live-Elektronik
  • Dérive I (1984) für Flöte, Klarinette, Klavier, Wibraphon, Wioline und Wiolontschello
  • Initiale (1987; revidiert 1992) für siibe Bläächblööser
  • Dérive II (1988; revidiert 2006) für elf Instrumänt
  • Incises (1994; revidiert 2001) für Klavier
  • Neubearbäitig und Erwiterig: Sur Incises (1996/98) für drei Klavier, drei Harfe und drei Schlagzüüger

Wokalkomposizione[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Fassig für Sopran, Alt und Kammerorchester (1946)
  • Fassig für Sopran und großes Orchester (1950/51)
  • Le soleil des eaux. Teggst: René Char
  • Hörspiilmuusig (1948)
  • Kantate (1950)
  • Le marteau sans maître (1952–1955) für Altstimm, Altflöte, Gitarre, WVibrafoon, Xylorimba, Schlagzüüg und Wiola. Teggst: René Char
avant «l'Artisanat furieux»Commentaire I de «Bourreaux de solitude»«l'Artisanat furieux»Commentaire II de «Bourreaux de solitude»«Bel édifice et les pressentiments» version première«Bourreaux de solitude»après «l'Artisanat furieux»Commentaire III de «Bourreaux de solitude»«Bel édifice et les pressentiments» double

Urauffüerig 1955 z Baade-Baade, Läitig: Hans Rosbaud, Symfoniiorchester vom Südwestfunk

  • Pli selon pli. Portrait de Mallarmé (1957–1962; revidiert bis 1989). Teggst: Stéphane Mallarmé
  • 1. Don (1960–1962) für Sopran und Orchester. Teggst: «Don du poème» («Je t’apporte l’enfant d’une nuit d'Idumée!»; Oktober 1865, Erstdruck April 1884)
  • 2. Improvisation I sur Mallarmé (1957) für Sopran und Kammerensemble. Teggst: «Le vierge, le vivace et le bel aujourd’hui» (Erstdruck Merz 1885)
  • 3. Improvisation II sur Mallarmé (1957) für Sopran und Kammerensemble. Teggst: «Une dentelle s’abolit» (Erstdruck Januar 1887)
  • 4. Improvisation III sur Mallarmé (1959) für Sopran und Orchester. Teggst: «A la nue accablante tu» (Erstdruck April/Mai 1895)
  • 5. Tombeau (1959) für Sopran und Orchester. Teggst: «Tombeau» («Le noir roc courroucé que la bise le roule»; Erstdruck Januar 1897)
  • Über das, über ein Verschwinden (1969; Komposition von Clytus Gottwald für Chor nach einem Text von Pierre Boulez in memoriam Theodor W. Adorno).
  • cummings ist der dichter (1970; revidiert 1986) für 16 Solostimmen (4S.4A.4T.4B) oder gemischten Chor und 27 Instrumente. Teggst: Edward Estlin Cummings (us de Poems 1923–1954)

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Schrifte vom Pierre Boulez[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Boulez on Music Today. Faber & Faber, London 1971, ISBN 0-571-09420-1 (Übersetzung: Susan Bradshaw und Richard Rodney Bennett).
  • Anhaltspunkte. Belser, Zürich 1976, ISBN 3-7630-9016-9.
  • Wille und Zufall. Gespräche mit Célestin Deliège und Hans Mayer. Belser, Stuttgart 1977, ISBN 3-7630-9024-X (Übersetzung: Josef Häusler und Hans Mayer).
  • Leitlinien. Gedankengänge eines Komponisten. Kassel 2000, ISBN 3-7618-2009-7 (Übersetzung: Josef Häusler).
  • Jean-Jaques Nattiez (Hrsg.): Dear Pierre – cher John. Pierre Boulez und John Cage – der Briefwechsel. Hamburg 1997 ISBN 3-434-50098-7 (Übersetzung: Bettina Schäfer und Katharina Matthewes).

Schrifte über e Pierre Boulez[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Martin Demmler: Komponisten des 20. Jahrhunderts. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-010447-5 (S. 46ff.)
  • Theo Hirsbrunner: Pierre Boulez und sein Werk. Laaber-Verlag, Laaber 1985, ISBN 3-89007-047-7.
  • Jean-Noel von der Weid: Die Musik des 20. Jahrhunderts. Insel-Verlag, Frankfurt am Main & Leipzig 2001, ISBN 3-458-17068-5 (S. 272ff.)

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Pierre Boulez – Sammlig vo Multimediadateie
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