Otto Stern (Physiker)

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Porträtfoti vom Otto Stern

De Otto M. Stern (* 17. Februar 1888 z Sohrau, Oberschlesie; † 17. August 1969 z Berkeley) isch e dütsche, 1933 i d USA emigrierte Füüsiker und Nobelpriisträger (1943).

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Otto Stern isch Sohn vom Mühlebsitzer Oscar Stern und synere Frau Eugenie gsi und isch usere wohlhabende jüdische Familie cho. Syni Härkumft het em Stern au spöter finanzielli Unabhängigkeit im Wüssschaftsbetrieb. NEr het s gmischt-konfessionelle Johannesgymnasium z Breslau bsuecht. Nach em Abitur 1906 het er s Studium vo de Mathematik und Naturwüsseschafte aagfange, under anderem bim Arnold Sommerfeld z Münche, z Friburg und a dr Universität Breslau. Experimentalphysik het er bim Otto Lummer und Ernst Pringsheim studiert. Bsunders het er aber statistischi Mechanik und Thermodynamik im Sälbststudium us de Schrifte vom Ludwig Boltzmann, Rudolf Clausius und Walther Nernst glehrt. Er het 1912 a dr Universität Breslau i physikalischer Chemie bim Otto Sackur promoviert (mit ere Dissertation über de osmotischi Druck vo Choledioxid i konzentrierte Lösige). Im glyche Jahr isch er zum Albert Einstein a d Karls-Universität Prag ggange und isch im denn 1913 a d Eidgenössische Technische Hochschule uf Züri gfolgt, wo er sich 1913 i physikalischer Chemie habilitiert het. Mit em Einstein, wo am Aafang vo synere Karriere als Füüsiker als Spezialist für Thermodynamik ggulte het, het de Stern über d Problem vo de statistische Mechanik gforscht. Mit im het ne e läbenslangi Fründschaft verbunde. Er isch z Züri auch i Kontakt mit em Paul Ehrenfest und em Max von Laue cho. 1914 isch er a d Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main ggange, woner sich 1915 für theoretische Physik umhabilitiert het. Als Privatdozänt für theoretischi Physik isch er bis 1921 z Frankfurt bblibe, underbroche vom Wehrdienst im Erste Wältchrieg. Für de het er sich früeh frywillig gmäldet und isch a de russische Front gsi,[1] zerst als Gfryte und denn als Underoffizier. De Max Born het defür gsorgt, dass er ine Forschigsabteilig vo der Universität Berlin cho isch.[2] 1919 het er de Profässoretitel übercho und isch Assistent vom Max Born z Frankfurt worde. In dere Zyt het er sich vo de theoretische Physik wäg- und uf d Experimentalphysik zuebewegt.

1921 het de Stern e Ruef uf nes Extraordinariat für theoretische Physik an dr Universität Rostock übercho, woner bis 1922 bbliben isch. De Wächsel het au mit em Antisemitismus z Frankfurt ztue gha, wo verhinderet het, dass er em en etatmässigi Professur gäh hät.[3] 1923 isch er als Ordinarius und Direktor as nüügegründete Institut für physikalische Chemie vo de Universität Hamburg berüefe worde. Z Hamburg het en ängi Fründschaft mit syne Kollege, em Astronom Walter Baade, em Mathematiker Erich Hecke und em Füüsiker Wolfgang Pauli aagfange. Zu syne Post-Doktorande hend det de Isidor Isaac Rabi und de Ronald G. J. Fraser ghöört. 1930/31 isch er Dekan vo de Uni Hamburg gsi und vo 1931 bis 1932 Mitgliid vom Uni-Senat. 1931 isch er zum korrespondierende Mitgliid vo de Göttinger Akademy vo de Wüsseschafte gwählt worde.[4]

De Otto Stern und d Lise Meitner, 1937
Plakette a de Universität Hamburg
Erinnerungstafle z Frankfurt, am Huus vom Physikalische Verein

Wäges synere jüdische Härkumft[5][6] isch er 1933 i d USA emigriert und het 1939 di US-amerikanische Staatsbürgerschaft aagnuu.[6] Er isch vo 1933 bis zur Emeritierig 1945 Forschigsprofässer vo de Physik am Carnegie Institute of Technology z Pittsburgh gsi. Z Kalifornie het er sich im Jahr 1946 zur Rueh gsetzt. Er isch 1969 währed eme Kinobsuech ame Härzinfarkt gstorbe.

Mitgliedschafte und Ehrige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Stern het 1943 als „Anerchännig für sy Bytrag zur Entwicklig vo de Molekularstrahl-Methode und für syni Entdeckig vom magnetische Momänt vom Proton“ de Nobelpriis für Physik übercho. Zwüsched 1901 und 1950 isch er der am meiste für de Nobelpriis nominierti Physiker gsi, mit 82 Nominierige.

D Universität Frankfurt het de Otto Stern ggehrt, indem si s 2011 fertiggstellte zentrale Hörsaal- und Bibliotheksgebüüde am nüüe Campus Riedberg nach im benännt het. Es heisst Otto-Stern-Zentrum.[7] D Stern-Gerlach-Medaille vo de Dütsche Physikalische Gsellschaft (DPG) ist nach im und em Walther Gerlach benännt.

1960 isch er Ehredokter vo dr ETH Zürich worde und isch Mitgliid vo verschidene nationale Akademie gsi. I d Göttinger Akademy vo de Wüsseschafte isch er spöter wider yträtte, nachdäm er i de NS-Zyt usgschlosse worden isch.

Schrifte[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Horst Schmidt-Böcking, Karin Reich, Alan Templeton, Wolfgang Trageser, Volkmar Vill (Hrsg.): Otto Sterns Veröffentlichungen. 5 Bände, Springer Spektrum 2016.
  • Horst Schmidt-Böcking, Alan Templeton, Wolfgang Trageser: Otto Sterns Gesammelte Briefe. Band 1, Springer Spektrum 2018.
  • Eine direkte Messung der thermischen Molekulargeschwindigkeit. In: Zeitschrift für Physik. 2, 1920, S. 49–56.
  • Ein Weg zur experimentellen Richtungsquantelung im Magnetfeld. In: Zeitschrift für Physik. 7, 1921, S. 249–253.
  • mit W. Gerlach: Der experimentelle Nachweis des magnetischen Moments des Silberatoms. In: Zeitschrift für Physik. 8, 1921, S. 110–111.
  • mit W. Gerlach: Der experimentelle Nachweis der Richtungsquantelung im Magnetfeld. In: Zeitschrift für Physik. 9, 1922, S. 349–352.
  • mit W. Gerlach: Das magnetische Moment des Silberatoms. In: Zeitschrift für Physik. 9, 1922, S. 353–355.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Horst Schmidt-Böcking und Karin Reich: Otto Stern. Physiker, Querdenker, Nobelpreisträger. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-942921-23-7.
  • Peter Toennies, Horst Schmidt-Boecking, Bretislav Friedrich, Julian Lower: Otto Stern (1888–1969) – the founding father of experimental atomic physics. In: Annalen der Physik. Band 523, 2011, S. 1045–1070.
  • Bretislav Friedrich, Dudley Herschbach: Stern and Gerlach – how a bad cigar helped reorient atomic physics. In: Physics Today, Dezember 2003, S. 57 (Digitalisat, PDF auf physlab.lums.edu.pk).
  • Emilio Segré: Otto Stern 1888–1969. Biographical Memoirs National Academy of Sciences, (Digitalisat, PDF auf nasonline.org).
  • Dieter Hoffmann: Otto Stern. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 25, Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. 281 f.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Otto Stern – Sammlig vo Multimediadateie

Einzelnachwys[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Porträt bei Jüdische Denkmäler Frankfurt (Memento vom 5. Juni 2015 im Internet Archive)
  2. Nancy Greenspan: Max Born. Spektrum Verlag, S. 83.
  3. Astrid Ludwig, Der vergessene Nobelpreisträger, Frankfurter Rundschau, 28. Dezember 2010, Horst Schmidt-Böcking über Otto Stern.
  4. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Band 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Band 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 233.
  5. Wolfgang Walter: Otto Stern: Leistung und Schicksal. In: Mitteilungen, Gesellschaft Deutscher Chemiker. Band 3, 1989 (gdch.de [PDF]).
  6. 6,0 6,1 Emilio Segre: Otto Stern 1888–1969. In: National Academy of Sciences (Hrsg.): Biographical Memoirs. 1973 (englisch, nasonline.org [PDF; 1000 kB]).
  7. Mammutprojekt: Die Zukunft der Universität hat schon begonnen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: fr-online.de. 27. Juni 2011, archiviert vom Original am 19. Dezember 2014; abgruefen am 19. Dezember 2014.
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