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Hans Bernoulli

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Hans Bernoulli, 1928
Dialäkt: Baseldütsch
Stockbrunne vom Hans Bernoulli z Frankfurt (Oder) vo 1912

Dr Hans Bernoulli (1876-1959) isch ä Schwiizer Architekt, Schtädtebauer und Hochschuellehrer gsi; er het vo 1897 a z Dütschland gschafft, bis er 1912 an d ETH Züri grüeft worden isch.

Dr Hans Benno Bernoulli isch as Sohn vom Büroagschdellte Theodor Bernoulli am 17. Februar 1876 z Basel uf d Wält cho. Si Schwöschder isch d Elisabeth Bernoulli gsi, won ä Frauerächtlere gsi isch und sich gegen ä Alkoholismus engagiert het. Er het s Humanistische Gymnasium z Basel ohni d Matur verlo und denn ä kaufmännische Lehr agfange, won er au nid fertig gmacht het.

Mit 18 het er ä Lehr as Bauzeichner bi de Architekte Alfred Romang und Wilhelm Bernoulli agfange. Die het er abgschlosse und het vo 1897 bis 1898 an dr Technische Hochschuel München schdudiert. Dört isch er ä Schüeler vom Friedrich von Thiersch gsi. Im Johr druf isch er biim Thiersch as Mitarbeiter in siim brivate Architekturatelier agschdellt gsi.

Er isch vom Thiersch underschdützt worde, won er 1900 an die Technischi Hochschuel Karlsruhe gangen isch. Noch siim Schdudium het dr Bernoulli vo 1901 bis 1902 bi verschiednige Architekten z Darmstadt und z Berlin volontiert. 1902 het er sich as freischaffende Architekt z Berlin niiderglo und isch zäh Johr dört bliibe. Er isch au Dozent an der Technische Hochschuel (Berlin-) Charlottenburg und an dr Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin gsi. In dere Ziit het er ä baar Schdudiereise noch Österreich, Italien und Dänemark gmacht. 1904 het er z Berlin d Anna Ziegler, ä Dochter vom Pfarrer Heinrich Ziegler ghürotet.

1912 isch er dr Chefarchitekt vo dr Basler Baugesellschaftworde. Im Johr druf het er Schdädtebau an dr Eidgenössische Technische Hochschuel z Züri (ETHZ) underrichdet; sechs Jahre schbööter isch er Brofässer worde. 1938 isch ä Skandal uusbrooche, wo dr Bernoulli siini politische satirische Gedicht veröffentligt het. Als Freiwirtschaftler und Ahänger vom Silvio Gesell het er sich sehr kritisch über die staatligi Finanzpolitik güsseret. Er isch frischtlos entlo worde, und het si Brofässertitel verlore, wil er mit soonige Asichte für d ETHZ undragbar siig.

An siim 71. Geburtstag het er vo dr Universität Basel dr Ehrentitel Dr. h.c. übercho. 1947–1951 het er dr Landesring der Unabhängigen (LdU) im Nationalrat für Basel-Stadt verdrätte.

Noch em Zweite Wältchrieg het er ghulfe die zerschdörten Schdädt wiider ufzbaue. Zsämme mit em Silvio Gesell het dr Bernoulli dr schwiizerisch Freiwirtschaftsbund gründet. As Politiker het er sozial-liberali Asichte verdrätte und sich sehr für ä soziale Wohnigsbau engagiert. Mit Garteschtadtsiedlige (z. B. d Bernoullihüüser an der Hardturmstrooss z Züri) oder der Iinfüehrig vo vorfabrizierte Bauelemente in de schboote Vierzigerjohr.

Er het siis ganze Läbe lang d Schbekulation bekämpft und het sich für d Kommunalisierig vom Boden iigsetzt (Zitat: „Grund und Boden der Stadt, Hausbesitz den Privaten“).

Z Warschau het er sich aktiv bi Schdadtbauexperiment und em Wiiderufbau bedeiligt. Au z Ungarn und in Österreich isch er as Beroter tätig gsi. D Hüüser z Züri hätte zum Selbschtchoschtebriis sötte verchauft wärde, für dass au d „Büezer“ si hätte chönne chaufe. Mä cha im Bernoulli mit siine schtädtebaulige Asichte durchuus ä Nochfolger vom Friedrich Ostendorf gseh. Dr Bernoulli het au d Zeitschrift für eine natürliche Wirtschaftsordnung gründet.

Er isch 83 Johr alt gsi won er am 12. September 1959 z Basel gschdorben isch.

Siedlige

  • 1914–1929: „Bernoullihüüser“ z Züri, Hardturmschtross
  • 1919: „Bernoullihüüser“ z Gränche, Rebgass 61–67
  • 1920–1923: Gnosseschaftssiidlig „Im langen Loh“ z Basel, Im Langen Loh
  • 1920–1921: „Wasserhaus-Siedlung" z Münchestei, "Neui Welt"-Quartier
  • 1924–1934: Wohnbebauig „Hirzbrunnenareal“ z Basel
  • 1925: „Siedlig im Vogelsang“ z Basel
  • 1944–1948: Gnosseschaftssiedlig „Im Landauer“ z Basel

Zweckbaute

  • 1906: Wohn- und Gschäftshuus „Haus Brandenburg“ z Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm
  • 1908–1909: Büro- und Gschäftshuus vo der Fa. Fischbein & Mendel z Berlin-Kreuzberg, Lindenstraße 44–47
  • 1908–1910: Sozialgebäud für die Chemische Fabrik Griesheim Elektron z Offenbach am Main
  • 1909–1910: „Hotel Baltic“ z Berlin
  • 1912: „Oderbrunnen“ (auch „Steinbockbrunnen“) z Frankfurt (Oder)
  • 1912–1913: (Ä zweits) Gschäftshuus vo der Fa. Fischbein & Mendel z Berlin (??)
  • 1914–1915: Gschäftshuus „Lällenkönig“ z Basel
  • 1914–1915: Frauenarbetsschuel z Basel
  • 1915–1916: Tramdepot am Dreischbitz z Basel
  • 1923: Getreidesilo (gen. „Bernoullisilo“) z Basel, Hafenstrasse 7
  • 1956: Erweiterig vom Realgymnasiums z Basel (mit Mumenthaler und Meier)

Architektur

  • Aus dem Skizzenbuch eines Architekten. Wepf, Basel 1943
  • Die organische Erneuerung unserer Städte. Wepf, Basel 1942
  • Die Stadt und ihr Boden. Verlag für Architektur, Erlenbach 1943
  • Zeitschrift für eine natürliche Wirtschaftsführung

Wirtschaftspolitik

  • Der Goldschwindel. Genossenschaft Ver. Freiwirtschaftlicher Schriften, Bern 1927
  • Im Irrgarten des Geldes. Freiwirtschaftliche Geschichte des Währungssystem. Verlag des Pestalozzi-Hauses, Bern 1935

Lyrik

  • Das Karnickel und andere blutige Späße über unsere Wirtschaftsführung. Gedichte. Verlag des Pestalozzi-Hauses, Bern 1939
  • Der Staatsknecht und andere Reimereien über die Nöte unserer Zeit. Seltisberg, Gedichte 1991
  • Karl Nägelin-Gschwind: Hans Bernoulli. Architekt und Städteplaner. Birkhäuser, Basel 1993. ISBN 3-7643-2829-0
  • Werner Schmid: Hans Bernoulli. Städteplaner, Politiker, Weltbürger. Meili, Schaffhausen 1974. ISBN 3-85805-044-X
  • archithese. Zeitschrift und Schriftenreihe für Architektur und Kunst (6/81). Verlag Arthur Niggli AG, Zürich 1981.
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