Gulses

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen

D Gulses sind di hethitischen Schicksalsgöttine. Si chönd as e Gruppe (Gulses) oder au as en anzelni Göttin (Gulsa) uuftrette. Bi de Luwier isches nume e Göttin, d Gulza und im jüngere Tielekt d Kwanza. Bi de Palaer bildet Gulzannikes wider e Gruppe.

Name[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Name vo de Schicksalsgotthaite chan uf uranatolisch *kuels- „zaichne, schriibe“ zruggfüert were.[1] Zo de Zitt, wo d Biwonner vo Anatolie d Schrift nume vo de assyrische Händler gchennt hend ooni die selber z bruuche, isch d Schrift as nebis Magisches bitrachtet wore. Doozmol isch de Göttername *Kwals- entstande und drususe stamed hethitisch Kulš- sowie palaisch und luwisch Kulz-, wobii di erst Silbe mitem Kailsschriftzaiche GUL gschribe woren isch. Im End vom 13. Joorhundert v.Chr. isch im Luwische d Konsonantegruppe /lz/ zo /nz/ wore, so ass us *Kwalz- d Form Kwanz- entstanden isch. D Verchüpfig vo Schrift und Schicksalsmächt isch au us anderne Kultuure bikannt.

I altassyrische Uurchunde us Kültepe im 18. Jh.v.Chr. findet sich d Persoonenäme Kulsawashe und Kulzia. Somit isch de hethitisch und de luwisch Göttername indirekt dör die Näme bilait. Im Hieroglypheluwische us de neohethitische Zitt findet sich underem andere de Manename Kwanza-Yarri, e Zämesetzig us de Näme vo de Schicksalsgotthait und dem Pestgott Iyarri. Asigi Persoonenäme, wo us zwee Götternäme bistönd, sind z Anatoolie recht verbraitet gsii. Di letschte Zügnis stamed us de klassische Antiki, wie z. B. Kouanzapeas und Konzapeas (Κουανζαπεας, Κονζαπεας: luw. Kwanza-piya- "Goob vo de Kwanza") und Kozapigramis (Κοζαπιγραμις: luw. Kwanza-pihrammi "mit em Glanz vo de Kwanza").

Funktion[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Gulses sind för Schicksal vom Mentsch verantwortlich und si biglaitet en vo de Giburt bis zum Tood. Im Kult vo de luwische Göttin Huwassanna wered si zäme mit de hethitische Gotthaite Haristassi und em „günstige Tag“ vereert, de isch en Euphemismus för de Taag womer sterbt. Haristassi isch e Huus- und Familigotthait, wo de Platz, wo d Giburt stattfindet, bischützt. D Gulses handlet hüüffig zäme mit de Muettergöttine oder de Hannahanna, wo för d Giburt zueständig sind. Si vergend Stärchi, langs Lebe, Erfolg und Liebi vo de Götter, aber au Schicksalsschlääg und e früene Tood,

Well i de anatolische Vorstelige de Mensch uus Leem gmacht woren isch, spillt s Flussuufer e wichtigi Role i Giburts- und Rainigungsritual. D „Gulses vom Flussuufer“ (heth. Gulses wappuwas) wered aagrueffe um schlechts Schicksal abzwende. En asigs cha dör schwarzi Magi (heth. alwanzatar) erzügt were, indem me us Leem e Bild vomene Mentsch macht. Um sich vom böös Zauber z lööse, werd am Flussuufer a de „Gulses vom Flussufer“ gopferet, mit de Bitt, si söled doch da schlechti Bild em Zauberer zrugggee. Oder s wered Zunge us Leem gformet und die in Fluss inegrüert. Dör Analogiizauber lööset sich den di bööse Wort vom Zauberer mit dene Leemzungen uuf. Imene andere öberlifrete Ritual werd a de Gulses e Schooff gopferet, mit de Bitt, di „übli Gulsa“ söli eweggoo und di „gueti Gulsa“ söll wider zruggcheere.

Nebet de Muettergöttine und de Hannahanna trettet i de hattische Mythologii au di baide Schicksalsgöttine Estustaya und Papaya uuf. Die sitzed im Uufer vom Schwarze Meer und spined de Lebesfade vom hethitische König, e Zuug wo bi de hethitische Gulses feelt.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Alfonso Archi: The Anatolian Fate-Goddesses and their Different Traditions. In: Eva Cancik-Kirschbaum: Diversity and Standartization. Akademie Verlag, 2013, ISBN 978-3-05-005756-9, S. 1–26.
  • Volkert Haas: Die hethitische Literatur. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2006, ISBN 978-3-11-018877-6.
  • Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.
  • Ilya Yakubovich: The Luwian deity Kwanza. In: Aramazd VIII, 2014, ISSN 1829-1376.

Bileeg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Alwin Kloekhorst: The Hittite Inherited Lexicon. Brill, ISBN 978-90-04-16092-7, S. 569 f.