Grossisrael

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S historische Eretz Israel
nach Gen 15,18-21 LUT
Gebiet, wo noch em Sechstagekrieg vo Israel besetzt worde si.

Grossisrael (hebräisch: ארץ ישראל השלמה, Eretz Israel HaSchlema „Vollständigs Land Israel“, under de Befürworter sälber vilmol nume „Eretz Israel“) isch e politischi Forderig vo jüdische, vereinzelt au vo christliche Gruppierige in und usserhalb vo Israel. S Gebiet vo Grossisrael würd, je noch dr Wältaaschauig, nume Israel und die palestinensische Gebiet westlig vom Jordan umfasse, oder au no Teil vo dä Länder Libanon, Syrie und Ägypte, was de Iflussberich vom jüdische Staat enorm würd usdehne.

Die Ideologii sorgt vor allem in arabische und muslimische Länder für verschideni Verschwörigstheorie.

D Entwicklig vor und nach de Gründig vom Staat Israel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr revisionistischi Zionismus, wo i de 1920er Jahr as Strömig innerhalb vo de zionistische Bewegig entstande isch, hät e Errichtig vom ene jüdische Staat uf de Gebiet vom historische Königrich Israel gfordert.[1] Im Juni 1948 isch die revisionistisch-zionistischi Cherut-Partei, wo spöter i de Likud-Partei ufgange isch, gründet worde und hät das Gebiet beidsits vom Jordan au nach de Gründig vom Staat Israel als „die jüdischi Heimstätte“, wo ei „historischs und geographischs Ganzes“ bildet, beasprucht. Bis zum Juni 1967 isch d Cherut die einzigi politischi Partei in Israel gsi, wo die Haltig verträte hät.[2] Mit de israelische Eroberige im Sechstagekrieg im Juni 1967 hät d Grossisrael-Idee Zuespruch au usserhalb vom rechts-nationalistisch und nationalreligiöse Lager übercho.[3] Im August 1967 isch d Großisrael-Bewegig gründet worde, wo de Aschluss vo de eroberte Gebiet as Muetterland gfordert hät. I de Wahle vo 1969 sind mehreri vo ihrne Mitglider is israelische Parlament, d Knesset, gwählt worde. Spöter het d Gusch Emunim-Bewegig d Großisrael-Bewegig abglöst.[4]

D Forderige vo de säkulare Parteie und Gruppierige, wo es Großisrael befürworte, beschränke sich hüt i de Regel uf die palestinensische Gebiet, wo vo Israel im Juni 1967 erobert worde si. D Likud-Wahlplattform für d Knessetwahle vo 1977, wo de Likud erschtmols ad Macht brocht händ, enthaltet s Verspreche, dass es „zwische em Meer und em Jordan kei anderi Souveränität wird gebe als die israelischi“.[2] Im Herbscht 2008 hät de damaligi israelischi Premierminister Ehud Olmert, es ehemaligs Mitglid vo de revisionistisch-zionistische Betar Jugendorganisation, internationali Schlagzeile gmacht, won er de „Traum von em Groß-Israel“ für tot erklärt hät.[5]

Gebietsasprüch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Gebietsasprüch sind im Lauf vo de Gschicht underschidlich gsi. So hät es Afangs no Gebietsasprüch uf Jordanie gäh, wo aber nume vo dr rewisionistische Herut-Bardei understützt worde si. Sone Grossisrael würd ä Flächi vo ca. 100.428 km² haa, öbbe fümfmol sovil wie dr hütig Staat Israel. Noch em Säggsdaagchrieg häi sich die mäiste Fordrige uf d Gebiet beschränggt, wo im Chrieg bsetzt worde si. Aber scho denn isch s de mäiste klaar gsi, ass d Sinaihalbinsle, wo historisch nid zu Eretz Israel ghöört, im Fall vom ene Friide mit Egüpte zrugggee wurd, was dr rewisionistisch Brömieeminister Menachem Begin im Camp-David-Abkomme 1982 gmacht het. Au dr Gasasträife stoot historisch Egüpte grad so nooch wie Israel. Wo denn dr Ariel Scharon 2005 alli jüdische Siidler us em Gasasträife verdriibe und die letschte israelische Drubbe abzooge het, het en das politisch vil kostet, weniger wil d Lüt nid uf historischi Gebiet häi welle verzichde, sondern eender wil si Angst vor Aagriff über d Gränze äwägg ghaa häi, was denn au, in Gränze, bassiert isch. Au dr Aaspruch uf d Golanhööchine wird weniger historisch-ideologisch und mee sicherhäispolitisch begründet. S Westjordanland hingeege und vor allem Jerusalem isch s Härzstück vo jedere Groossisraelbeweegig. Dört häi sich d Israelite vor drei Joorduusige niidergloo, wo si in Kanaan sässhaft worde si, und vo dört us häi si denn d Küstenebeni und Galiläa eroberet. Käi Befürworter vo dr Groossisraelidee wurd dorum uf das Gebiet verzichde.

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Richard Edwards: Revisionist Zionism. In: Spencer Tucker, Priscilla Mary Roberts (Hrsg.): The encyclopedia of the Arab-Israeli conflict: a political, social, and military history. ABC-CLIO, 2008, ISBN 978-1-85109-841-5, S. 863–866 (englisch, online [abgerufen am 5. Januar 2012]).
  2. 2,0 2,1 Ya'akov Shavit: Revisionists, Zionist. Some Historical Notes on the Development of the Right in Zionist and Israeli Politics. In: Encyclopaedia Judaica. Band 17, Macmillan Reference USA, 2007, S. 262-267, abgerufen am 5. Januar 2012 (änglisch).
  3. Julia Brauch: Nationale Integration nach dem Holocaust: Israel und Deutschland im Vergleich. Campus Verlag, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-593-37622-9, S. 147 ff. (online [abgerufen am 13. Dezember 2011]).
  4. Stephan Maul: Israel auf Friedenskurs? Politischer und religiöser Fundamentalismus in Israel. Wirkungen auf den Friedensprozess im Nahen Osten. LIT Verlag, Münster 2000, ISBN 3-8258-4535-4, S. 90 (online [abgerufen am 3. Januar 2012]).
  5. Olmert realistisch „Groß-Israel am Ende". In: n-tv.de. 14. September 2008, abgerufen am 3. Januar 2012.
    Scott MacLeod: Olmert's Lame-Duck Epiphany About Palestinian Peace. In: Time Magazine. 30. September 2008, abgerufen am 5. Januar 2012 (änglisch).