Gottfried von Einem

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Dialäkt: Schwäbisch

Dr Gottfried von Einem (* 24. Januar 1918 z Bern em gleichnamiga schweizerischa Kanton, † 12. Juli 1996 en Oberdürnbach – heitzodag a Stadtdoil vo Maissau en Eschtreich –), ischt a eschtreichischer Kombonischt gwäa.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Gottfried von Einem kommt am 24. Januar 1918 z Bern uff d Welt. Sei Vadder isch dr eschtreichische k. u. k. Milidär-Attaschee William von Einem ond sei Mueder d Baronin Gerta Louise. Wia der Bua drei Johr alt ischt, ziagt dui Familie om noch Malente.[1]. Sei Schuelausbildong erhelt seller Bua 1938 z Plön ond en Ratzeburg. Noch-em Abidur kriagt’r an dr Berliner Staatsoper a Stell als Korrepetidor, späder wuud’r Assischdent bei de Bayreuter Feschtspiil. Erscht em Alder vo 24 Johr studiirt’r z Berlin Kombosizioo beim Boris Blacher (1903–1975). Mit deam Moo vorbendet dr Einem a lebenslanga Freindschaft. Em Einem sei erschds greeßers Werk isch des Ballett Turandot, wo 1944 z Dreschden zom erschda Mol ibr d Bihne goht.

Noch-em End vom Zwoida Weltkriag ziagt dr Gottfried von Einem om noch Salzburg, wo-nr maßgeablich an dr Geschdaldong vo de dordige Feschtspiil beteiligt wird. 1947 wuud em Rahma vo selle Feschtspiil em Einem sei erschda Opr uruffgfihrt: Dantons Tod, noch-em gleichnamiga Drama vom Georg Büchner. Do drbei zeigt sich, dass dr Einem a gschickts Händle hot fir des, was bihnawirksam ischt. Mit deam Werk schafft’r da internazionala Durchbruch.

Noh deitlicher zeigt sich em Einem sei bihnawirksams Talent bei seira nägschda Opr, Der Prozess, noch-ra Vorlag vom Franz Kafka, wo 1953 an seim jetziga Wohnort Wien mit-ma graußa Erfolg zom erschda Mol uff-a Bihne kommt.

Am 29. Januar 1956 wird em Friedrich Dürrenmatt sei Theaderstick Der Besuch der alten Dame em Zircher Schauspiilhaus uruffgfirt. Vormuatlich noh em selba Johr wohnt dr Gottfried von Einem ara Uffihrong bei, ond so nooch ond nooch spiilt’r mit-em Gedanka, aus deam Stoff a Opr zo macha. Er setzt sich mit-em Dürrenmatt en Vorbendong ond tregt-em sein Ploo vor. Dr Dürrenmatt loot sich fir des Vorhaba erwerma ond sagt em Einem zua, sei Drama zo-ma Libreddo omzoschreiba. Ogfähr a Virtl vom Stoff fellt do drbei dr Scher zom Opfer, weil sonscht a Uffihrong z lang daura dät. Ganz gschdricha wuud dui Szene, wo dr Lehrer sein ledschda Vorsuach ondrnemmt, d Claire Zachanassian omzustemma, ond em Ill sei Audofahrt. 1970 isch dui Opr zom Uffihra ferdich. S erschde Mol uff d Bihne kommt des Werk abr erscht em Johr druff an dr Wiener Staatsoper.

Em Einem sei ibrnägschda Opr hoißt Jesu Hochzeit ond stellt a moderns Mysterienspiil dar. Abr scho vor dr Uruffihrong sorgt des Werk fir an handfeschda Skandal. Erzkonservadive Kadolika sehet sella Opr als a Goddesläschderong oo. D Lotte Ingrisch – enzwischa em Einem sei Frau – legt ihr Libreddo em Wiiner Kardinal Franz König (1905–2004) vor, om priafa zo lassa, ob dui Kridik vo de Konservadive berechtigt ischt. Dr König abr koo dean Vorwurf et teila, ond so goht des Werk am 18. Mai 1980 em Theater an der Wien zom erschda Mol ibr a Bihne.

Am 12. Juli 1996 schliaßt dr Gottfried von Einem em eschtreichischa Oberdürnbach seine Auge fir emmer. 78 Johr alt ischt’r worra. Sei ledschda Ruah fendet’r uff-em Fridhof Hietzing, wo-nr a Ehragrab kriagt.

Familie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Gottfried von Einem isch zwoimol vorheiradet gwäa, zerscht mit dr Lianne geborene von Bismarck ond zledscht mit dr Lotte Ingrisch, wo au d Libreddi zo a baar vo seine Opra gschriiba hot. Aus-em Einem seira erschda Ehe isch dr eschtreichische SPÖ-Polidiker Caspar Einem hervorganga. Sei Großneffe Max von Einem ischt Posaunischt ond komboniirt au, allerdings em Bereich vom Jazz.

Musik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Einem sei Musik ischt bloß gemäßigt modern ond zom greeschda Doil tonal. Drom erschliaßt-se sich au vorheltnismäßich leicht ema greeßera Publikom als dui vo viile vo seine komboniirende Zeitgenossa. Uff d Leitmotivtechnik, wo vom Richard Wagner amol eigfihrt worra ond vo viile Nochfolger ibrnomma worra ischt, hot dr Einem koin Wert glegt. En manche vo seine Werk fendet mr sogar Spura vom Jazz. Em Vorheltnis zom Einem seine Opra fallet seine reine Instrumentalwerk vo dr Bedeidong her et ens Gwicht.

Ehronga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1955 isch-em Gottfried von Einem dr Theodor-Körner-Preis vorliha worra.
  • 1958 hot’r da Preis der Stadt Wien für Musik kriagt.
  • 1960 ischt’r a außerordentlichs Mitglied vo dr Akademie der Künste, Berlin (West) worra.
  • 1965 ischt-em dr Große Österreichische Staatspreis für Musik vorliha worra.
  • 1974 ischt-em s Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst vorliha worra.
  • 1975 ischt’r Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR worra.
  • 1979 ischt’r Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West) worra.
  • 2002 ischt’r vo dr israelischa Beherde Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern auszoichnet worra, weil’r ondr andrem en de ledschde zwoi Johr vom Zwoida Weltkriag da deitsch-jidischa Musiker Konrad Latte ondrstitzt hot.

A Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bihnawerk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1944: Prinzessin Turandot, a Ballett
  • 1947: Dantons Tod, a Opr noch-em gleichnamiga Drama vom Georg Büchner
  • 1952: Rondo vom Goldenen Kalb, a Ballett
  • 1952: Pas de Coeur oder Tod und Auferstehung einer Ballerina, a Ballett
  • 1953: Der Prozess, a Opr noch dr gleichnamiga Erzehlong vom Franz Kafka
  • 1957: Medusa, a Ballett
  • 1964: Der Zerrissene a Opr noch dr gleichnamiga Posse vom Johann Nestroy
  • 1971: Der Besuch der alten Dame, a Opr noch-ma Libreddo vom Friedrich Dürrenmatt, wo dr sell noch seim gleichnamiga tragischa Luschtspiil vorfasst hot
  • 1976: Kabale und Liebe, a Opr noch-ma Libreddo vom Boris Blacher ond dr Lotte Ingrisch noch-em gleichnamiga Drama vom Friedrich Schiller
  • 1980: Jesu Hochzeit, a Opr noch-ma Libreddo vo dr Lotte Ingrisch
  • 1990: Der Tulifant, a Opr noch-ma Libreddo vo dr Lotte Ingrisch
  • 1998: Luzifers Lächeln, a Opr noch-ma Libreddo vo dr Lotte Ingrisch

Konzertande Musik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1943: Capriccio für Orchester
  • 1955: Konzert für Klavier und Orchester
  • 1967: Konzert für Violine und Orchester
  • 1975: An die Nachgeborenen, a Kandade fir Sopran, Bariton, Chor ond Orkeschtr
  • 1976: Streichquartett
  • 1981: Lieder vom Anfang und Ende, fir a middlera Stemmlag ond Klaviir

Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Der Musik Brockhaus, Wiesbaden: Brockhaus; Mainz: Schott (1982), ISBN 3-7653-0338-0
  • Friedrich Herzfeld: Das Lexikon der Musik, Ullstein, Frankfurt am Main – Berlin – Wien (1976)
  • Rudolf Kloiber, Wulf Konold ond Robert Maschka: Handbuch der Oper, Deutscher Taschenbuch Verlag, Bärenreiter, Kassel, 13. Ufflag vo 2011, S. 160 bis 162, ISBN 978-3-423-34132-5
  • Lueg d Weblink

Weblinks[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Oinzlne Nochweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Dui Stadt leit em heidiga deitscha Bundesland Schleswig-Holstein