Gemeini Alroune

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Dialäkt: Bärndütsch
Gemeini Alroune
Alraune-Kreta.jpg

Gmeini Alroune (Mandragora officinarum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnig: Nachtschatteartigi (Solanales)
Familie: Nachtschattegwächs (Solanaceae)
Underfamilie: Solanoideae
Gattig: Alroune (Mandragora)
Art: Gemeini Alroune
Wüsseschaftlige Name
Mandragora officinarum
L.
D Wurzle vo der Gemeine Alroune
Unryfi Frücht vo der Gemeine Alroune
Di Gemeini Alroune (Mandragora officinarum)

Di Gemeini Alroune (Mandragora offivinarum), isch e Pflanzeart us der Gattig Alroune u ghört zur Familie vo de Nachtschattegwächs (Solanaceae). Ihri Wurzle wärde ou Alrounewurzle gnennt. Si isch i der Antike als Zouberpflanze gschetzt gsi u drum i de kulturgschichtleche Traditione ygsetzt worde.

Beschrybig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Erschynigsbild u Bletter[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di Gemeini Alroune isch eini de meh oder weniger stängellose, usduurende chrutige Pflanze. Di fleischig, chräftigi, sech oft i zwöi bis drü Teili spaltendi, Pfahlwurzle, wachst rächt verzweigt dür z Ärdrych. Si chöi sech bis zu 40 Santimeter i tiefi grabe.[1]

Di Bletter stöh in ere grundständige Blattrosette u sy gstilet. D Blattspreite sy behaart bis unbehaart u variert i Form u Grössi. Meischtens isch si aber ellipseförmig bis verchehrt-eiförmig u sy höchstens 45 Santimeter läng. Ds Verhältnis vo der Längi u der Breiti lyt zwüsche 1 : 1,5 u 1 : 10. Der Blattrand isch gwället u lyt offe uf em Bode. D Bletter sy dunkelgrüen u hei e runzeligi Struktur.[1]

Blüete[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Blüete stöh einzel i der Blattachsle, a Blüetestile, wo i ihrer Längi starch variere. Si wärde aber höchstens 15 Santimeter läng. Di zwittrige Blüede sy radiärsymmetrisch u füfzählig mit doppleter Blüetehülle. Di füf 6 bis 28 Millimeter länge Kelchbletter sy uf em ne Drittel bis zur Helfti vo ihrer Längi verwachse. Die bis zur Fruchtryfi nur meh oder weniger wachsende Chegelzapfe sy 3 bis 15 Millimeter läng u loufe spitz zue. Di für wysslech-grüene bis hellblauen oder violette u zwüsche 12 bis 65 Millimeter länge Chronbletter sy nur a ihrem Grund oder bis zur Helfti vo ihrer Längi gloggeförmig verwachse. D Chornzapfe sy zwüsche 6 u 60 Millimeter läng.

Di füf Stoubbletter sy mit der undere Helfti vo der Chrone verwachse, d Stoubfäde sy zwüsche 7 bis 15 Millimeter läng u di gälbe bis bruune Stoubbüütle hei e längi vo 2,5 bis 4,0 Millimeter. Der Stoubbüütel cha mängisch in ere hellblaue farb uf. Das isch aber eher sälte. Der Griffel isch 8 bis 20 Millimeter läng u isch höcher als der Stoubbüütel. Der Fruchtchnopf isch a syre Basis vom ene drüssige Diskus umfangen u ändet in ere chopfige Narbe.

Frucht u Same[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di eichammerige Beeri sy chugelig bis ellipsoidisch mit em ne Durchmässer vo 5 bis 40 Millimeter. Bi der Ryfi färbe sech d Beeri gälb bis gälb-orangsch.[2] D Same sy 2,5 bis 6 Millimeter läng, niereförmig u gälb bis hellbruun.

Chromosomezahl[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Chromosomezahl betreit 2n = 24 oder 96.[3]

Verbreitig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di Gemeini Alroune chunnt wild im gsamte Mittelmeerruum vo Portugal bis Griecheland, so wi der Türkei, z Nordafrika u im Nahe Oschte vor. Si wachst im Ödland u bevorzugt trochnigi, sunnigi bis halbschattigi Plätz uf liecht sandigem Bode. Zum Byspil am Wägrand, i Oliveheine oder bi Ruine.

Syschtematik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Erschtveröffendlichung vo der Mandragora officinarum isch im Jahr 1753 dür e Carl vo Linné im Species Plantarum erschine.[4] D Herbscht-Alroune vo früecher als eigeti Art Mandragora autumnalis Bertol. isch abgränz worde, wird nach kladistische Undersuechige uf morphplpgischer Grundlag abglehnt, si isch nur no es Synonym für di Gemeini Alroune.[5] Wyter wichtigi Synonym für die vilgstaltigi Art sy Mandragora vernalis Bertol. u Mandragora haussknechtii Heldr.[5]

Verwändig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Alroun-Männdli u Alroun-Wybli im Hortus sanitatis 1491

Houptartikel: Alroune (Kulturgschicht)

D Alroune beinhaltet i gwüsse Teile parasympatholytisch würkendi Alkaloide wi Hyoscyamin u Scopolamin. Die sy früecher als Aphrodisiakum, Narkotikum u Schmärzmittel bruucht worde. Si isch aber ou als halluzinogeni Droge bruucht worde u het als Zouberwurzle dient.

E Vergiftig füehrt zum ne anticholinerge Syndrom, wo Symptom wi Huutrötige, es trochnigs Muul. Unrue, Schläfrikeit u/oder Halluzinatione, Verwirrig, Pupillenerwyterig, Härzrhythmusstörige sowi komatösi Zueständ u Bewusstlosigkeit bis zum Tod wägere Atelämig mit sech bringt.[6][7]

Quelle u Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Stefan Ungricht, Sandra Knapp, John R. Press: A revision of the genus Mandragora (Solanaceae) I: Bulletin of the Natural History Museum. Botany series. Band 28, Nr. 1, 1998, Syte 17-40, online.
  • Hüseyin Fakir, Hasan Özçelik: Mandragora officinarum L. (Solanaceae): A new record for the flora of Turkey. I: African Journal of Biotechnology. Band 8, Nr. 15, 2009, Syte 3560-3564.
  • Jürgen Müller: Pharmaca diabolica und Pocula amatoria. Zur Kulturgeschichte der Solanaceen-Alkaloide Atropin und Skopolamin. I: Würzburger medizinhistorische Forschungen 17, 1998, Syte 361-373

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Gmeini Alroune – Sammlig vo Multimediadateie

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. 1,0 1,1 Ruprecht Düll, Irene Düll: Taschenlexikon der Mittelmeerflora. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-494-01426-5, Syte 208f.
  2. Stefan Ungricht, Sandra Knapp, John R. Press: A revision of the genus Mandragota (Solanaceae). I: Bulletin of the Natural History Museum. Botany series. Band 28, Nr. 1, 1998, Syte 30, online.
  3. Mandragora autumnalis bi Tropicos.org. I: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  4. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, Syte 181 Digitalisat
  5. 5,0 5,1 Stefan Ungricht, Sandra Knapp, John R. Press: A revision of the genus Mandragora (Solanaceae). I: Bulletin of the Natural History Museum. Botany series. Band 28. Nr. 1, 1998, Syte 17-40, v. a. 30-33, online.
  6. Andreas Alberts, Peter Mullen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere. Kosmos, Stuttgart 2006, ISBN 3-440-10749-3.
  7. Bert Marco Schuldes: Psychoaktive Pflanzen. Nachtschatten Verlag, Solothurn 1994, ISBN 3-925817-64-6
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