Nicolaus Copernicus

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Nikolaus Kopernikus (Portrait us Thorn - am Afang vom 16. Johrhundert)

Dr Nicolaus Copernicus (latinisiert vo Niklas Koppernigk, oft au Nikolaus Kopernikus gschrieba), 1473-1543, isch ä katholischer Domherr ond Glehrter gwä, wo nebaher als Aschdronom gforscht hot ond's moderne heliozentrische Sunnesyschdem begründet hot.

Biografii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Nikolas Koppernigk isch am 19. Februar 1473 z Thorn en Preissa uf d Wält cho. 1491 het er and dr Universidät vo Krakau mit humanischdischi, mathematischi und wahrscheints au aschdronomische Schdudie agfange. Vo 1496 het er z Bologna wältligs und geischdligs Rächt schdudiert. 1497 het er die niidere Brieschderweihe übercho und isch ins ermländische Domkapitel z Fraueburg ufgnoh worde dank em Iifluss vo siim Unggle, em Bischof Lukas Watzelrode. Er het denn z Bologna underem Aschdronomiibrofässer Dominico Maria Novarra Aschdronomii gschdudiert, isch für ä churzi Ziit z Rom gsi und 1501 nach Ermland hei gange. Denn her er z Padua und z Ferrara gschdudiert und dört zum Doker vom Chillerächt promoviert und denn Medizin schdudiert, zwecks daß er seine Kollega versorga ko. Vo 1506 het er in Ermland as Beroter vo siim Unggle, em Bischof vo Ermland, z Heilsberg gläbt und het siini Theori vom heliozentrische Sunnesyschdem afo entwickle. 1512 isch er uf Fraueburg zrugg, vo 1516 het er s Land vom Domschdift verwaltet und isch 1523 dr Generaladminischdrator vo dr Diözese worde. Er isch am 24. Mai 1543 z Fraueburg gschdorbe.

S heliozentrische Sunnesyschdem[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im 16. Johrhundert isch d Notwendikeit von erä Kaländerreform allgemein anerkennt worde. Dr Kopernikus het die antike Theorie kennt und uf Grund vo de neue Beobachtige wo gmacht worde si, het er sich dra gmacht es Syschdem z entwickle, wo eifacher wär und so d Kaländerreform wurd ermöglige. Scho om 1514 herom het er in siim Commentariolus die wichdigschde Pünggt vo siiner These ufgschriibe ond an einige befreundete Glehrte vrteilt: D Sunne schtoht im Zäntrum und alli Blanete, au d Ärde, kreise um sä ume. D Ärde dreiht sich jede Dag eimol um ihri eigeni Achse und dr Mond bruucht für zum d Ärde umkreise öbbe ä Monet. D Bahne vo de Himmelskörper si kreisförmig.

Em Kopernikus siis Opus magnum isch s sächsbändige De revolutionibus orbium coelestium libri VI gsi. Er hat lang zögert sei Werk zom veröffentlicha, bis er weit iber 60 Johr alt gwe isch, aber einige deitsche Astronoma ond katholische Geistliche hend ihn iberredet, während Lutheraner die Theori abglehnt hend weil d'Bibel öbis anders saga dät. Dr jonge Rheticus hots dann 1543 en Nürnbärch drucka lassa, dr Kopernikus hats grad no gseha kurz bevor er gstorbe isch. Es isch im Babscht Paul III. gwidmet gsi und bis zum Erlass vo dr Indexkongregation 1616 vo dr katholische Chille nid verurdeilt worde. An Grond drfür isch au daß dr Reformator Osiander anonym ond eigamächtig a Vorwort dazugschrieba hot, wo er d' Lehr vom Kopernikus bloß als gschickte Rechenmethode ausgibt, wo koi Weltmodell sei soll.

Erscht dr Johannes Kepler het s heliozentrische Syschdem vo siine gröbschde Ungenauikeite befreit, wo vom Kopernikus siine kreisförmige Blanetebahne hergschdammt hei. Im Kepler siini Bahne si elliptisch und dorum dr Wirklichkeit besser, wenn au nid vollkomme, abasst gsi. Außerdem hot dr Kepler rausgfonda, daß des widersprüchliche Vorwort vom Osiander stammt.

Streiterei[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Iber 200 Johr lang isch er "Borussus mathematicus Torinesis" ghoißa worda, also "Preißischer Mathematiker aus Thorn". Em 19. Jahrhondert, wo's koin polische Staat geba hot, hend Pola an "Mikolaj Kopernik" als oin von de ihre ausgeba, weil sich an Teil von Preissa 1466 selbständig gmacht hot, ond sich em Kampf gegen dr Deitsche Ritterorda dem Kenich von Pola onderstellt hot. Gschwätzt ond au gschrieba hot er abr em Mittelniderdeitscha Dialekt von de Hansestädt, aber offizielle Schrifta nadirlich älle en Ladeinisch verfaßt. Altgriechisch hot er au kenna, ond sogar Gedichte von Simocatta übersetzt ond veröffentlicht. Deitsche Historiker hend denne Pola widersprocha, ond dr Kopernikus als Deitscha bezeichnet, au wenn sei Hoimat nia Teil vom Heiliga Römischa Reich gwä isch. Seit dem zweite Weltkrieg streitet dia Glehrte nemme om d' Nationalität, ond hoisset ihn oifach Europäer. En Pola wird "Kopernik" aber emmer no offiziell als "großer Pole" gfeiert ond uf Briefmarka oder Geldschei abbildet, bsonders zom 500. Geburtstag anno 1973. Seit iber 200 Johr isch er aber au en dr Walhalla, wia andere Geistesgrößa "teutscher Zunge" au.

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

dtv-Lexikon, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1970, Band 10, S.260

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Friahe Biografie
Forschongsliteratur
  • Hans Blumenberg: Die Genesis der kopernikanischen Welt. Frankfurt a.M. 1975
  • Martin Carrier: Nikolaus Kopernikus. München 2001, ISBN 3-406-47577-9.
  • Jürgen Hamel: Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994. ISBN 3-86025-307-7.
  • Georg Hermanowski: Nikolaus Kopernikus. Zwischen Mittelalter und Neuzeit. Verlag Styria, Graz 1985, ISBN 3-222-11592-3.
  • Thomas S. Kuhn: Die kopernikanische Revolution. Braunschweig u.a. 1981, ISBN 3-528-08433-2.
  • Leopold Prowe: Nicolaus Coppernicus. Zwei Bände. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1883 [2]
  • Werner Thimm: Nicolaus Copernicus. Zum 500. Geburtstag des großen Astronomen. Ein Bilderbogen. Rautenberg Verlag, Leer 1973 (ZVAB.com)
  • Hans Schmauch: Copernicus, Nicolaus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, S. 348–355.
  • Markus Piccio: Nicolaus Copernicus (1473-1543): Schulzeit und Studium [3], in „Concilium medii aevi. Zeitschrift für Geschichte, Kunst und Kultur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ (Band 2, 1999) [4]
  • Andreas Kühne: The reception of Copernicus as reflected in biographies, Abstract zur 2nd International Conference of the European Society for the History of Science, Krakau, 2006
  • Owen Gingerich: The Book Nobody Read : Chasing the Revolutions of Nicolaus Copernicus. New York, Walker 2004
  • Edward Rosen: Copernicus and the scientific revolution. Malabar 1984, 0-89874-573-X
  • Gudrun Wolfschmidt (Hrsg.): Nicolaus Copernicus (1473–1543) Revolutionär wider Willen. [Begleitbuch zur Copernicus-Ausstellung. Ausstellung vom 22. Juli bis 19. Oktober 1994 im Zeiss-Großplanetarium in Berlin anlässlich des 450. Todestages von Copernicus und seines vor 450 Jahren in Nürnberg veröffentlichten Hauptwerks De revolutionibus]. Stuttgart 1994, ISBN 3-928186-16-7.
  • Erich Sommerfeld (Hrsg./Verf.): Die Geldlehre des Nicolaus Copernicue, Akademie-Verlag Berlin,1978 u. NEUNPLUS 1, 2003 ISBN 3-936033-11-0
  • Erich Sommerfeld: Copernicus (1473-1543) und die Katoptrik, NEUNPLUS 1,2001, ISBN 3-936033-04-8

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Nicolaus Copernicus – Album mit witere Multimediadateie