Leopold Mozart

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Dialäkt: Schwäbisch
Leopold Mozart

Dr Leopold Mozart (* 14. Novembr 1719 en Augschburg, † 28. Mai 1787 en Salzburg) isch an deitschr Komponischt gwäa. De meischde Leit isch’r abr bloß en Begriff als Vaddr vom Wolfgang Amadeus Mozart.

Eileidong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Schwoba behaubtet gern vo sich, dass ihr Stamm viel Dichter ond Denker hervorbrocht hot, was au stemmt. Abr ois kennet se bestimmt et vo sich saga: nemlich dass se uf em Gebiet vo dr Musik au ganz vorna mitschwätza kennet. Suacht mr noch daude Kombonischda, wo ma au heit no kennt, ond des et bloß em Schwobaland, no fallat de meischde Leit bloß zwoi ei: da Friedrich Silcher ond da Leopold Mozart, da Vaddr vom graußa Wolfgang Amadeus. Ja manche Schwoba ganget sogar so weit, dass se behaubtet, au d e r sei a Schwob gwä, weil’r en schwäbischa Vaddr ghet hot.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Leopold Mozart wird am 14. Novembr 1719 en Augschburg gebora. Sei Vadder isch dr Buachbendermoischtr Johann Georg Mozart ond sei Muadr d Anna Maria geborene Sulzer. Vo 1727 bis 1736 goht’r ufs Jesuitagymnasium St. Salvator en seira Hoimatstadt. Sei Abi bestoht’r mit ma hervorragenda Zeignis. Eigentlich dät’r jetzt gern a Studiom am Lyceum ofanga, abr grad en deam Johr, wo-ners Abi macht, stirbt sei Vaddr, ond sei Muadr, wo acht Kender zo versorga hot, ko sich des et leischda.

A Johr spätr, am 26. Novembr 1737, klappt’s no doch no mit ma Studium. An deam Dag wird’r an dr Uni Salzburg als Student vo dr Rechtswissaschaft, dr Logik ond dr Theologie „inskribiert“. Er isch zwar a glaibiger Katholik, abr glicklich macht en des Studium et. Viel meh entressiert en d Musik! Dui Glegaheit, deam Hang nochzoganga, geit’s 1739: Er wird Kammerdiener ond Musiker beim Grafa Thurn-Valsassina.

1747 heiratet dr Leopold d Anna Maria Pertl aus Salzburg. En dera Ehe erblicket sieba Kender ‘s Licht vo dr Welt, abr feif drvo sterbet schau em erschda Lebensjohr. Em Mozart sei schwäbischa Abstammong zeigt sich en seim bis zom Oigasenn energischa, zäha ond grüblerischa Wesa ond seim manchmol reacht derba Humor. Er isch a scharfer Menschabeobachtr, a vielseitig gebildeter Ohänger vo dr Aufklärong, a Mo vo absolutr Pflichttreie ond a ganz vorzüglicher Erzieher ond Lehrer, hauptsächlich vo seine oigene Kender. Sei Weib isch en ällem grad s Gegatoil drvo: a lebensfroha, humorvolla Salzburgere mit ma starka Senn fürs Theatr. Abr trotz odr vielleicht grad weaga deane Gegasätz ischt dui Ehe harmonisch ond glücklich.

Mit Hilf vom Grafa Thurn-Valsassina fendet’r au bald a Stell als Geiger bei dr erzbischöflicha Salzburger Hofkapell. Sei Leischdong ibrzeigt älle maßgebliche Herra, sodass’r 1757 zom Hofkomponischda ond 1762 gar zom Vizekapellmoischtr ufsteigt. Domit isch abr sei Karriere au scho beendet.

Em Leopold sei Soh Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus, wia-nr mit em ganza Noma hoißt, kurz: s „Wolferl“, isch no a ganz jongs Büable, grad emol vier Jährla alt, do merkt dr Vaddr deam sei außergewöhnlicha musikalischa Begabong. Er schränkt deshalb sei Hauptarbet a bissle ei ond widmet sich verstärkt dr musikalischa Erziehong vom Wolfgang ond seira Schwester, dr Maria Anna, em „Nannerl“. Mit deane zwoi Kender goht’r uf Tournee ond loht se als Wonderkender feira. Nadierlich hot’r vo deane Uftritt au oigene Vorteil draus zoga.

Em Lauf dr Zeit schreibt dr Leopold Mozart an Haufa Sinfonia, Konzert, Divertimenti, Serenada ond Oratoria ond luschtige Charaktrstückla. Viele vo seine Werk send abr heitzotag vorscholla. Sei Stil wird beeiflusst vo dr Mannheimer Schual ond vo dr italienischa Inschtrumentalmusik. Er verschliaßt sich abr au et de Eifliss, wo en dera Zeit weit vom Norda en Süda romgschwabbt kommet, zom Beispiel dera Musik vom Christian Philipp Emanuel Bach aus Hamburg.

Am 28. Mai 1787 stirbt dr Leopold Mozart em Altr vo 67 Johr en Salzburg.

A Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Buach

„Versuch einer gründlichen Violinschule“, Augsburg 1756. Des Buach isch au en viele andre Sprocha ibrsetzt worda (1766 ens Hollendische, 1770 ens Franzesische ond 1804 ens Russische) ond beweist, dass dr Loepold Mozart grauße ond guade pädagogische Fähigkeita ghet hot.

Musikalische Werk

  • Sonate sei per chiesa e da camera a tre
  • Litaniae de venerabili sacramento
  • Konzert für Trompete, zwei Hörner und Streichorchester en D-Dur mit de Sätz
    • Adagio
    • Allegro moderato
  • Die musikalische Schlittenfahrt mit de Sätz:
    • Nr. 1: Ouvertüre: Resolutum – Allegro maestoso
    • Nr. 2: Die Verwirrung in den Ställen: Allegro
    • Nr. 3: Die Schlittenfahrt: Allegretto
    • Nr. 4: Das Schütteln der Pferde: Largo
    • Nr. 5: Aufzug: Marsch
    • Nr. 6: Festmusik: Allegro
    • Nr. 7: Aufzug: Marsch
    • Nr. 8: Die Schlittenfahrt: Allegretto
    • Nr. 9: Das vor Kälte zitternde Frauenzimmer: Andante
    • Nr. 10: Des Balles Anfang: Menuet
    • Nr. 11: Der Kehraus: Allegro
    • Nr. 12: Die Schlittenfahrt: Allegretto
  • Die Bauernhochzeit, a ganz ruschdikals Werk, wo Dudlsack ond Leyer a graußa Roll spielet, mit folgende Sätz:
    • 1. Marcia villanesca
    • 2. Menuett
    • 3. Andante
    • 4. Menuett
    • 5. Finale: Molto allegro

Kendrsinfonie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Lange Zeit hot d Kendrsinfonie als Werk vom Joseph Haydn oder vo deam seim Bruadr Michael Haydn golda, bis a Musikwissaschaftler rausgfonda hot, dass dr Leopold Mozart dr eigentliche Komponischt isch. Deshalb hoißt’s au en fascht älle Musiklexiko „ursprünglich irrtümlicherweise Michael oder Joseph Haydn zugeschrieben“. En neuerer Zeit glaubet a baar Forscher, se hättet jetzt d Originalhandschrift vo dr Kendrsinfonie em ma Kloschtr en Tirol entdeckt ond ihr Schöpfer sei dr Benediktinerpater Edmund Angerer. Jetzt glaubet mr des halt au noh.

Medie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Loudspeaker.svg Menuet in C-Dur (Datei, ?)

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Constantin von Wurzbach: Mozart, Leopold. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich.  Bd 19. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1856–1891, S. 287 (uf Wikisource).
  • Ludwig Siegfried Meinardus: Mozart, Leopold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 421 f.
  • Walther Brauneis: Am Grabe Leopold Mozarts. Tod und Begräbnis von Mozarts Vater im Spiegel der Berchtold zu Sonnenburgschen Familienchronik. In: Andrea Lindmayr-Brandl, Thomas Hochradner (Hrsg.): Auf eigenem Terrain. Beiträge zur Salzburger Musikgeschichte. Festschrift Gerhard Walterskirchen zum 65. Geburtstag. Selke Verlag, Salzburg 2004, ISBN 3-901353-32-1, S. 401–416.
  • Ernst-Ludwig Theiss: Die Instrumentalwerke Leopold Mozarts nebst einer Biographie. Gießen 1943, (Gießen, Univ., Diss., 1943), (Auszüge in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 62/63, 1960, ISSN 0342-3131, S. 397–468).
  • Florian Langegger: Mozart: Vater und Sohn. Eine psychologische Untersuchung. Atlantis-Musikbuch-Verlag, Zürich u. a. 1978
  • Martin Kluger: W. A. Mozart und Augsburg. Vorfahren, Vaterstadt und erste Liebe. context Medien und Verlag, Augsburg 2007, ISBN 978-3-939645-05-4.
  • Erich Valentin: Leopold Mozart, Porträt einer Persönlichkeit. Paul List Verlag GmbH & Co. KG, München 1987, ISBN 3-471-79011-X
  • Wolfgang Plath: Mozart, Leopold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 238–240.
  • Monika Reger: Mozart, Familie - Johann Georg Leopold. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Uusgab, Wien 2002 ff., ISBN 978-3-7001-3077-2; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
  • Karsten Nottelmann: W.A. Mozart Sohn. Der Musiker und das Erbe des Vaters. 2 Bände. Bärenreiter, 2009
  • Cliff Eisen: Leopold-Mozart-Werkverzeichnis (LMV). Beiträge zur Leopold-Mozart-Forschung 4, Wißner-Verlag, Augsburg 2010, ISBN 978-3-89639-757-7.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]