Friedrich Silcher

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Dialäkt: Schwäbisch
Friedrich Silcher

Dr Friedrich Silcher (* 27. Juni 1789 en Schnait, † 26. Auguscht 1860 z Diibenga) isch a deitscher Kombonischt, Schriftsteller, Musiklehrer ond Konzertdirigent gwäa.

Sei Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Philipp Friederich Silcher – so sei ganzer Nama – kommt am 27. Juni 1789 en dr Remsdalgmoid Schnaidt, wo heit zo Weistadt gheert, uf d Wealt. Weil dô sei Vaddr, dr Johann Karl Silcher, Schualmoischtr isch, soll dr Jong au emohl dean Beruaf ergreifa. Wia dr Bua 14 Johr alt ischt, schickt en sei Vaddr zom Ferdinand Auberlen noch Fellbach als „Schualknecht“ en d Lehr. Dobei muass ma wissa, dass dr Ferdinand Auberlen a ganz ô-gseanr Musiker isch, wo vo de Männergsangverei arg gschätzt wuud, weil’r fir dia viil Liadr en Noda gsetzt hot.

1806 kommt’r als Lehrghilf an-na Schual noch Schorndorf. Neabaher isch’r noh Hauslehrer vom Kreishauptmann Freiherr vo Berlichenga, ama Vorwandta vo sellem, wo durch da Geede ond weaga seira eiserna Hand so beriihmt worra isch. Dr Freiherr schätzt sein Hauslehrer ganz arg, ond wia-nr drei Johr spätr noch Ludwigsburg omziaht, losst’r sein ganza Eifluss spiila ond erreicht, dass dr Silcher a Stell bei dr Ludwigsburger Mädlesschual kriagt.

Mr muass wissa, dass Ludwigsburg seit 1718 d Hauptstadt vom Herzogtum Wirdaberg isch, seit dr Eberhard Ludwig uf Dränga vo seira Mätress Wilhelmine von Grävenitz d Residenz vo Stuegert deet no hot vorlega lau. Weil abr dr Hofadl et bloß s Wohl vom Land em Senn hot, sondern sich au nôch Luschdbarkeida sehnt, isch em Ludwigsburger Schloss a Theatr eibaut worra, wo oft Konzert ond Opra ufgfihrt werret. So kommt’s, dass sich en Ludwigsburg zwoi berihmde Kombonischda ufhaldet, wia dr Silcher en dui Stadt ziagt: dr Carl Maria von Weber ond dr Badener Conradin Kreutzer. Dia zwoi lernt dr Silcher deet kenna ond freindet sich mit en ô. Boide mergat bald, was für a grauß musikalisch Käpsele dr Silcher isch. Se rôtet-em, er soll doch d Musik zo seira Lebensufgab macha.

Noch seira Ludwigsburgr Zeit folget zwoi Johr en Stuegert. Deet wohnt’r ondram gleicha Dach wia dr Conradin Kreutzer, nemlich beim Klavierbauer Johann Lorenz Schiedmayer. Obwohl’r jetzt a freier Musiker ond Musiklehrer isch, nemmt’r no Kombositionsonderricht bei seim Mitbewohner Kreutzer. Wia deam sei Denscht en Stuegert aus ischt, setzt’r bei seim Nochfolger Johann Nepomuk Hummel da Onderricht fort.

Em Johr 1817 wuud an dr Universidet Diibenga d Stell vo-ma Musikdirektr eigrichtet, ond dr Friedrich Silcher – er isch grad emol 28 Johr alt – isch dr erschte ibrhaupt, wo sich deet mit-em Titl „Universitätsmusikdirektor“ schmicka derf. Vo jetzt ô geit’r em evangelischa Stift ond em kadolischa Konvikt Onderricht em mehrstemmiga Senga, hot ibrhaupt de ganz effentlich Musik zo leita, et bloß an dr Uni, sondern au em Seminarium. Obwohl’r mit dera Arbet eigentlich voll ausglaschdet ischt, komboniirt’r no fleißig Klaviir- ond Orglmusik, Orkeschtruvertiira, Kammermusik, Klaviirliadr ond so ganz neabaher sammlet’r no ibr 300 Volksliadr aus ällr Welt ond richtet se zom Senga ei für Fraua-, Männer- ond gmischte Cheer.

Wia dr Friedrich Silcher 33 Johr alt ischt, heiratet’r d Luise Enslin, wo a Dochter vom a Kaufmô aus Diibenga ischt. Em Lauf vo dr Zeit kriagt des Paar drei Kender: zwoi Mädla ond oin Bua.

1829 gründet dr Friedrich Silcher d „Akademisch Liadertafel“ in Diibenga. Dui isch de erscht rein studentisch Liadrtafel vo ganz Deitschland. Zeah Johr spätr folgt d Grindong vom „Diibenger Oratoriaverei“. A Novum en dr Gschicht vo dr Musik isch, dass zom erschta Mol au Fraua en so-ma Verei Miglid werra kennet.

Am 22. Septembr 1860 stirbt dr Friedrich Silcher en Diibenga em Altr vo 71 Johr. Begraba wuud’r uf em alta Diibenger Stadtfriedhof, wo ma heit noh sei Grab ôgugga kô.

A kloina Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Biacher[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Melodien aus dem württembergischen Choralbuche dreistimmig für Schulen, Kirchen und Familien bearbeitet nebst einer kurzgefaßten Anleitung zum Choralgesange (1819 und 1824)
  • Vierstimmiges Choralbuch für Orgel- und Clavierspieler (1828)
  • Geschichte des evangelischen Kirchengesangs (1844)
  • Gesanglehre für Volksschulen und Singchöre (1845)
  • Harmonie- und Compositionslehre (1851)

Liadr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Es send scho sehr viele Melodia, wo dr Silcher gschrieba hot, dass se dô omeglich älle ufgführt werda kennet. Dui kleina Auswahl, wo dô folgt, beschränkt sich deshalb uf a baar Liadr aus em süddeitscha Room:

  • Am Necker, am Necker, dô ischt a jedes gern
  • Durchs Wiesedal gang i jetzt na
  • Zu dir zieht’s mi hin, wo i geh und wo i bin
  • Wo a kleins Hüttle steht, ischt a kleins Gütle
  • Wie han i doch so gern die Zeit, wenn’s Frühjohr wieder kommt
  • Wenn alle Brünnlein fließen
  • E bissele Lieb und e bissele Treu
  • Rosestock, Holderblüt, wenn i mei Dirnderl sieh
  • Muss i denn, muss i denn zum Städtele naus
  • Mei Mutter mag mi net
  • Mei Maidle hot a Gsichtle
  • Alleweil ka mer net lustig sei
  • Zu Straßburg auf der Schanz
  • Jetzt gang i ans Brünnele

Zwoi Werk für a grauß Orkeschtr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ouverture in c-Moll
  • Ouverture in Es-Dur

Beispiel für d Kammermusik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Variationen für das Pianoforte über Gib mir die Blumen
  • Variationen für das Pianoforte über das Volkslied In einem kühlen Grunde
  • Divertissement für Flöte und Klavier aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber

Ausgwählde Motetta[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Sechs viirstemmige Hymna oder Figuralgesänge, op. 9, dô dren enthalta send

  • Ehre sei Gott in der Höhe (Weihnachtsmotette)
  • Schau hin nach Golgatha (Passionsmotette)

Ehronga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1852 hot’r vo dr Universidet Diibenga da Dr. phil. vorlieha kriagt.
  • Am 8. Juni 1857 hot en dr Schwäbische Sängerbond zo seim Ehramitglied ernannt.

Gsangbuach[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vo seine Choräl fendet sich heit noh em Evangelischa Gsangbuach:

  • So nimm denn meine Hände (Nr. 376) em überregionala Toil ond
  • Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth (em regionala Toil für Wirdaberg, Nr. 606)

Museum[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Silcher sei Geburtshaus en Weistadt-Schnait isch vom Schwäbischa Sängerbond zo-ma Museum ausbaut worra. Em Mittlponkt stoht dobei natiirlich s Leaba ond Wirka vo deam graußa schwäbischa Musiker.

Litradur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hermann Josef Dahmen: Friedrich Silcher, Komponist und Demokrat; a Biografie, 1989 erschiena em Thienemann Verlag Stuegert (Edition Erdmann), ISBN 3522626508
  • Harry Beyer: SILCHER, Philipp Fried(e)rich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 10, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X, Sp. 319–322.
  • Silcher. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Uflag. Bd. 14, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, ‎ S. 974.
  • Weber: Silcher, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 319–324.
  • Friedhelm Brusniak: Silcher, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24. Duncker & Humblot, Berlin 2009, S. 412–414.

Tonträger[ändere | Quälltäxt bearbeite]

A Querschnitt durch sei musikalischs Schaffa geit dui CD Loreley – Chöre, Kammermusik, Ouvertüren. Ausführende send s Radio-Sinfonieorkeschtr Stuegert onder dr Leidong vom Uros Lajovic, dr Sidfunk-Chor onder dr Leidong vom Rupert Huber, dr Robert Dohn schbiilt Fleet ond d Susan Wenckus Klaviir. Carus Digital Recording Nr. 83.119. Dui CD enthält au a omfangreichs Booklet mit ma Lebenslauf ond viele entressante Sacha.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wikisource S dütschsprochig Wikisource hät Originaltegscht zum Thema „Friedrich Silcher“.