Victor Hugo

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
Dr Victor Hugo, öbbe 1875
Si Underschrift

Dr Victor-Marie Hugo [viktɔʁ maʁi yˈɡo] (* 26. Februar 1802 z Besançon; † 22. Mai 1885 z Bariis) isch e franzöösische Schriftsteller gsi.

Er het e Hufe Gedicht, Romään und Theaterstück gschriibe und as literarische, aber au politische Publizist gschafft. E Hufe Franzoose dänke, ass er dr grösst franzöösisch Autor überhaupt sig. Si Wärk ghöört zum Däil zur Romantik, zum Däil zum Realismus.

Lääbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Won er Chind gsi isch, isch si Vater weenig dehäi gsi und si Mueter isch fremd gange. 1812 häi sich d Eltere rennt und dr Hugo het mit dr Mueter z Bariis gläbt. Mit sächzääni het er afo Jura studiere. 1819 het er e literarischi Uszäichnig im ene Dichdwettbewärb überchoo und im Joor druf e Gratifikazioon für sini Ode sur la mort du duc de Berry („Ode über den Tod des Duc de Berry“). In däm Joor het Le Conservateur im Hugo si erst Roman, Bug-Jargal, veröffentligt, 1822 isch si erst Gedichtband Odes et poésies diverses erschiine und dr Hugo het d Adèle Foucher ghürootet. Si häi fümf Chinder ghaa, aber nume s letschte, d Adèle, wo 1830 uf d Wält choo isch, het iire Vater überläbt.

Für si Roman Han d'Islande, wo 1823 erschiine isch, het er wie scho für si erst Gedichtband, e köönigligi «Pension» überchoo, wo d Familie drvo het chönne lääbe. Er het denn zum literarische Salon vom Charles Nodier ghöört, wo sich die ersti Generazioon vo de franzöösische Romantiker versammlet het. Er isch denn no Royalist gsi, aber under em Iifluss vo sine nöije Fründ het er die opposizionelle Liberaale afo understütze.

Im Roman Le dernier jour d'un condamné à mort, wo 1829 uusechoo isch, het er d Doodesstroof kritisiert und indiräkt s royalistische Reschiim. Sis historische Theaterstück Marion Delorme, isch vo dr Zensur verbote worde. Im Drama Hernani, wo am 25. Februar 1830 urufgfüert worden isch, het er all i Reegle vom klassizistische franzöösische Theater broche, was e Skandaal zur Folg ghaa het, wo as „bataille d'Hernani“ (Schlacht um Hernani) in dr Litratuurgschicht bekannt worde isch.

1831 het er äins vo sine erfolgriichste Wärke uusegee, dr Roman Notre Dame de Paris (dt: „Der Glöckner von Notre-Dame“), wo um 1480 gspiilt het. Noch dr Julirevoluzioon vo 1830 het er s historische Stück Le roi s'amuse („Der König amüsiert sich“, 1832) veröffentligt, wo aber verbote worde isch. Erst 1837 isch dr Hugo mit em Louis-Philippe persöönlig bekannt worde und isch em politisch nööcher choo.

Denn het er sich vo sinere Frau scho drennt ghaa, wo mit em Sainte-Beuve e Verheltnis ghaa het, und er het am Aafang vo 1833 d Schauspiilere Juliette Drouet ghürootet, won er mit ere bis zu iirem Dood 1883 zämmebliibe isch.

1841 isch er in d Académie française gweelt worde. 1845 het en dr Köönig Louis-Philippe zum Vicomte gmacht. d. h. zum Mitglied auf Lebenszeit der Pairskammer, des parlamentarischen Oberhauses (das allerdings nach der Februarrevolution 1848 abgeschafft wurde). Wo d Februarrevolution 1848 usbroche isch, isch er zerst begäisteret gsi, het aber noch em Juni-Ufstand vo de Bariiser Arbäiter dr konservativ „Parti de l'ordre“ und dr Bresidänt Louis-Napoléon Bonaparte afo understütze. As konservative Abgordnete het er aber Reede ghalte, wo sozial angaschiert und politisch liberal gsi si. Er isch au gege d Vivisektion und in dr Société protectrice des animaux[1] aktiv gsi.

Im Exil[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wo dr Bonaparte am 2. Dezämber 1851 sich mit eme Staatsträich zum Bersidänt uf Lääbenszit gmacht het, isch er in d Opposizioon gange, verhafdet und schliesslig us Frankriich verbannt worde. Er isch uf Jersey und denn uf Guernsey go lääbe und het sich vo dört über e Bonaparte, wo sich im Dezämber 1852 zum Kaiser het lo usrüefe, lustig gmacht und iim «Napoléon le Petit» gsäit.

1862 isch Les Misérables uusechoo und e groosse Erfolg worde. Au Sammlige vo Gedicht, wo din vili politisch und sozial angaschierti Text gsi si, het er immer wider uusegee. Zämme mit em Honoré de Balzac het er für e Uurheeberrächt kämpft und für d Bärner Überiikumft zum Schutz vo Wärk vo dr Litratur und dr Kunst.

Die letschte Joor[ändere | Quälltäxt bearbeite]

En Ufnaam vom Félix Nadar
D Beärdigung vom Victor Hugo am 1. Juni 1885

Wo dr Kaiser Napoléon III. gstürzt worden isch, isch dr Hugo 1871 us em Exil zrugg. 1876 isch er in Senat gweelt worde. Zwäi Joor druf het er e Schlaagaafall ghaa.

Dr Victor Hugo isch am 22. Mai 1885 gstorbe und im Panthéon begraabe worde.

Wärk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Statue vom Victor Hugo z Saint Peter Port

S literarische Wärk vom Victor Hugo umfasst acht Romään, nüün Dramene, vili Gedicht und e Hufe chliineri Schrifte.

Öbbe e Viertel vo sine Text noch 1849 isch politisch motiviert und angaschiert. Si Posizioon gseet uf en erste Blick widersprüchlig us: Er isch für s Profitmache gsi aber au für soziali Grächtigkäit. Er isch liberal gsi, aber gege Lüt, wo d Profit nit eso investiert häi, dass si zum Vordäil für Alli wurde. Er het Chrieg und Gwalt ghasst, aber zum Widerstand ufgrüeft, wenn s drum gangen isch, d Demokratii z verdäidige. Meereri vo sine Wärk het dr Vatikan uf en Index vo de verbotnige Büecher gsetzt.

Näbe sim literarische Wärk het dr Victor Hugo en umfangriichs zäichnerischs Œuvre hinderloo, wo vor allem in siner Exilzit entstande isch.

Romään[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Draame[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Polemike[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Napoleon le Petit (Zum Staatsstreich vom Napoleon III.), 1851

Reede[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • La défense du littoral
  • La condition féminine
  • L'enseignement religieux
  • Plaidoyer contre la peine de mort
  • contra a ingnorancia

Verfilmige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • 1923: Der Glöckner von Notre Dame: Regie: Wallace Worsley (USA)
  • 1928: The Man Who Laughs (dütsch Der Mann, der lacht): Reschii: Paul Leni (USA) mit em Conrad Veidt
  • 1934: Les Misérables: Reschii: Raymond Bernard (Frankriich)
  • 1935: Les Misérables: Reschii: Richard Boleslawski (USA) mit em Fredric March und Charles Laughton
  • 1939: Der Glöckner von Notre Dame: Reschii: William Dieterle (USA) mit em Charles Laughton und Maureen O'Hara
  • 1943: Les Misérables: Reschii: Ferando A. Rivero (Mexiko)
  • 1948: I Miserabili: Reschii: Riccardo Freda (Italie)
  • 1950: Les Misérables: Reschii: Lewis Milestone (USA), mit dr Debra Paget und Sylvia Sidney
  • 1953: Sea Devils (dütsch Im Schatten des Korsen) (noch Les travailleurs de la mer): Reschii: Raoul Walsh (USA) mit em Rock Hudson
  • 1956: Der Glöckner von Notre Dame ( Notre Dame de Paris: Reschii: Jean Delannoy (Frankriich/Italie), mit em Anthony Quinn und Gina Lollobrigida
  • 1958: Les Misérables: Reschii: Jean-Paul Le Chanois (Frankriich/Italie/DDR), mit em Jean Gabin, Bourvil und Elfriede Florin
  • 1966: Marie Tudor : Reschii: Abel Gance (Frankreich)
  • 1976: Die Liebe und die Königin (noch Marie Tudor): Reschii: Martin Eckermann (DDR)
  • 1978: Les Misérables: Regie: Glenn Jordan (Groossbritannie), mit em Richard Jordan, Anthony Perkins und Cyril Cusack
  • 1982: Der Glöckner von Notre Dame: Reschii: Michael Tuchner (Ängland), mit em Anthony Hopkins und Lesley-Anne Down
  • 1982 und 1985: Les Misérables: Reschii: Robert Hossein (Frankriich), mit em Lino Ventura
  • 1995: Les Misérables: Reschii: Claude Lelouch (Frankreich), mit em Jean-Paul Belmondo
  • 1996: Der Glöckner von Notre Dame: Disney-Drickfilm (USA)
  • 1997: Der Glöckner von Notre Dame: Reschii: Peter Medak (USA), mit Mandy Patinkin, Salma Hayek und Richard Harris
  • 1998: Les Misérables: Reschii: Bille August (USA, England, Dütschland), mit em Liam Neeson, Uma Thurman und Geoffrey Rush)
  • 2000: Les Misérables – Gefangene des Schicksals: Reschii: Josée Dayan (Frankriich, Italie, Spanie, Dütschland, USA), mit em Gérard Depardieu, John Malkovich und Veronica Ferres
  • 2002: Ruy Blas (dütsch Ruy Blas, der Geliebte der Königin): Reschii: Jacques Weber (Frankriich), mit dr Carole Bouquet und Gérard Depardieu)

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Gerda Achinger: Victor Hugo in der Literatur der Puskinzeit (1823–1840). Die Aufnahme seiner Werke und seine Darstellung in der zeitgenössischen Literaturkritik. Böhlau, Köln 1991 (= Bausteine zur Geschichte der Literatur bei den Slaven 37) ISBN 3-412-03590-4
  • Michael Backes: Die Figuren der romantischen Vision. Victor Hugo als Paradigma. Narr, Tübingen 1994 (= Romanica Monacensia; 45) ISBN 3-8233-4785-3
  • Karlheinrich Biermann: Victor Hugo. Rowohlt, Reinbek 1998. Monographien #50565 ISBN 3-499-50565-7
  • Fred Duval, Thierry Gioux: Hauteville House. Finix, Hadamar 2012 ISBN 978-3-941236-67-7
  • Martin Feller: Der Dichter in der Politik. Victor Hugo und der deutsch-französische Krieg von 1870/71. Untersuchungen zum französischen Deutschlandbild und zu Hugos Rezeption in Deutschland. Phil. Diss., Marburg 1988
  • Norbert Glas: Im Zeichen des Saturn. Victor Hugo – Leben und Gestalt. Mellinger, Stuttgart 1975. (= Wege, Ziele, Geistgestalten, 6)
  • Peter Heidenreich: Textstrategien des französischen Sozialromans im 19. Jahrhundert am Beispiel von Eugene Sues Les mystères de Paris und Victor Hugos Les misérables. Tuduv, München 1987. (= Tuduv-Studien; Reihe Sprach- u. Literaturwiss.; 22, seit 2004 Imprint des Herbert Utz Verlag) ISBN 3-88073-219-1
  • Thomas Hilberer: Victor Hugo. Les contemplations. Struktur und Sinn. Romanistischer Verlag, Bonn 1987. (= Abhandlungen zur Sprache und Literatur; 3) ISBN 3-924888-16-7
  • Rosemarie Hübner-Bopp: Georg Büchner als Übersetzer Victor Hugos. Unter Berücksichtigung der zeitgleichen Übersetzungen von "Lucrèce Borgia" und "Marie Tudor" sowie der Aufnahme Victor Hugos in der deutschen Literaturkritik von 1827 bis 1835. Peter Lang, Frankfurt 1990. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, 1177) ISBN 3-631-42651-8
  • Eugène Ionesco: Das groteske und tragische Leben des Victor Hugo. Popa, München 1985 ISBN 3-9800542-7-6
  • Fritz Peter Kirsch: Probleme der Romanstruktur bei Victor Hugo. Verlag Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 1973. ISBN 3-7001-0028-0
  • Heinrich Mann: Victor Hugo. In: Geist und Tat. Franzosen von 1780 bis 1930. Essays, Berlin 1931. Wieder Fischer TB, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-12860-9
  • Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Frankfurt 2005. ISBN 3-458-34793-3
  • Jörg W. Rademacher: Victor Hugo. Deutscher Taschenbuchverlag #31055, München 2002 (dtv-Portrait) ISBN 3-423-31055-3
  • Harald Wentzlaff-Eggebert: Zwischen kosmischer Offenbarung und Wortoper. Das romantische Drama Victor Hugos. Universitätsbund Erlangen-Nürnberg 1984. (= Erlanger Forschungen; Reihe A, Geisteswissenschaften; 32) ISBN 3-922135-33-1
  • Horst Jürgen Wiegand: Victor Hugo und der Rhein. "Le Rhin" (1842/45), "Les Burgraves" (1843). Bouvier, Bonn 1982 (= Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, 330) ISBN 3-416-01705-6
  • Adolf Wild: Victor Hugo und Deutschland. Zeichnungen, Bücher, Dokumente. 6. Februar – 31. März 1990 im Gutenberg-Museum. Schmidt, Mainz 1990. ISBN 3-87439-208-2
  • Barbara Vinken: Zeichenspur, Wortlaut. Paris als Gedächtnisraum. Hugos "À l’Arc de Triomphe", Baudelaires "Le Cygne." In: Gedächtniskunst: Raum-Bild-Schrift. Studien zur Mnemotechnik. Hg. Anselm Haverkamp & Renate Lachmann. Suhrkamp, Frankfurt 1991, es NF 653, S. 231 – 262
  • Winfried Wehle: Das dunkle Licht der Phantasie. Zur lyrischen Modernität Victor Hugos um 1830. (zu "Les Djinns"). In: E. & J. Leeker (Hgg.): Text - Interpretation - Vergleich, Festschrift für M. Lentzen, Berlin 2005, S. 120–135.PDF
  • Pascal Tonazzi: Florilège de Notre-Dame de Paris (anthologie), Editions Arléa, Paris 2007, ISBN 2-86959-795-9

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. http://www.spa.asso.fr/37-presentation-societe-protectrice-animaux.htm
  2. Dütsch mit em Ditel: Die Neue Zeit, Lörrach 1946; mit Churzditel in: Victor Klemperer (Hg): Französische Erzählungen von Chateaubriand bis France Dieterich'sche, Leipzig 1951

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Victor Hugo – Sammlig vo Multimediadateie

Wikisource Victor Hugo im dütschsprochige Wikisource
Wikisource Victor Hugo im dütschsprochige Wikisource
Wikisource S dütschsprochig Wikiquote hät Zitat zum Thema „Victor_Hugo

Information icon.svg Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Victor_Hugo“ vu de dütsche Wikipedia.

E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.