Thingsus

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De Mars Thingsus isch en germanische Gott gsii, wo zäme mit de baide Alaisiagae vereert woren isch. De Thingsus isch e früeni Form vom Zio gsii.

Öberliferig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Am Hadrianswall, wo z England d Nordgrenze vom Römische Riich bildet het, sind vill römischi Truppe stationiert gsii, drunter au Germane. Die Soldate hend wie öberall im Riich vill Widmige a d Götter ufgstellt. De friesisch Stamm Tuihanti het zwo Inschrifte em Mars Thingsus und a de baide Alaisiagae Beda und Fimmilena gwidmet. Noch de Tuihanti isch hüt di holländisch Landschaft Twente binennt. E dritti Inschrift nennt die baide Alaisiagae Baudihillia und Friagabis und isch vomene Maa mitem germanische Name Hnaudifrid gstiftet wore [1].

Thingsus[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Name Thingsus isch Germanisch und isch en Ablaitig zum Thing, em germanische Gricht (urgerm. *þingaz „Thing, Grichtsversammlig“; lbrd. thinx). De Thingsus isch somit e Rechtsgott gsii. Am germanische Thing hend jo nume die weerfähige Mane tailnee töre, drum passt au d Gliichsetzig mitem römische Gott Mars. E wittere Hiiwiis uf sini Vereerig lit im Ortsname Dinslaken vor, wo im früene Mittelalter au Martis lacus ghaisse het. Au de Dienstag, de hochtütsch Name vom Ziischtig isch vo dem Gott abglaitet: (westgerm. *Þingses dagaz > mnd. dingesdach).

Alaisiagae[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Alaisiagae sind e Paar vo zwo Göttine. Si werdet mit verschidnige Näme binennt. Ai Inschrift nennt sie Beda und Fimmiliena, di ander Baudihillia und Friagabis. Die erste baide Näme werdet zu de altfriesische Rechtsbegriff bodthing »Schulzegricht« und fimelthing »Groofegricht« gstellt, wa guet zum Thingsus as e Rechtsgott passt. Die andere Näme sind i dere Hiisicht schwiriger: d Friagabis isch di »Freigebigi«, d Baudihillia vellicht »Rechtssprecheri«. De Name Alaisiagae werd am beste mit em Wort »Eer« (germ. *aizjô; ahd. êra) i Verbindig broocht. En alternativi Düütig will i de baide Göttine Walküre gsie und stelet d Näme zu an. eisa »förestörme« und fima »pressiere, haste«.

Die latinisch Inschrift ergitt is Germanische öbersetzt e germanischei Langzile wo stabet: *baiþôz Alaisjagôz Bedô anþi Fimmilenô »a de baide Alaisiage Beda und Fimmilena«, doch da chönnt au nume blosse Zuefall sii.

Quelle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. RIB 1593, RIB 1594, RIB 1576

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Siegfrid Gutenbrunner: Die germanischen Götternamen der antiken Inschriften, Halle (1936).
  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart (3. Aufl.) 2006. ISBN 978-3-520-36803-4.

Lueg au[ändere | Quälltäxt bearbeite]