Jacques Offenbach

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Dr Jacques Offenbach uff-ma Fodole vom Félix Nadar
Dialäkt: Schwäbisch

Dr Jacques Offenbach (* 20. Juni 1819 z Köln, † 5. Okdobr 1880 en Paris) ischt a franzeesischer Kombonischt, Cellischt, Dirigent ond Theader-Direkdr vo deitsch-jidischer Abstammong gwäa. Er gildet zwar als dr Schepfer vo dr Musik-Gaddong Operette, hot abr au Opra, Ballett- ond Kammermusik gschriiba.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

A Gedenkdafl am Jacques Offenbach seim Geburtshaus am Graußa Griichamarkt 1 z Köln

Dr Jacques Offenbach kommt am 20. Juni 1819 ondrem Nama Jakob Offenbach z Köln uff d Welt. Sei Vadder isch dr Synagoga-Kantor Isaac Ben-Juda Offenbach, wo sein Familia-Nama Eberst aus Liabe zo seim Geburtsort en Offenbach abgendret hot. Der lehrt sein Soh scho en friher Kendheit da richdiga Omgang mit Streichinstrument, zerscht s Geiga- ond hendrher noh s Cello-Spiila. Der jonge Kerle ischt so arg begabt, dass-em sei Vadder bald nix meh beibrenga koo. Drom schickt’r-n en dui Stadt, wo grad en Musikerkreis da beschda Ruaf hot: noch Paris. Au deet lernt s Jakeble saumäßich schnell, so dass’r scho em Alder vo 15 Johr als Cellischt em Orkeschdr vo dr Opéra-comique mitspiila därf. Om dui Zeit rom endret’r sein Vornama Jacob ens franzeesische Jacques.

Bald lernt dr Jacques Offenbach da siiba Johr eldera deitscha Kombonischda Friedrich von Flotow (1812–1883) kenna, wo z Frankreich scho an guada Nama hot. Dr sell fihrt sein jonga Freind en de bekannde Pariser Salons ein, wo der mit seim Cello-Spiil Uffseha erregt. S dauret et lang, bis’r da Ehratitl Liszt des Violoncellos vorliha kriagt.

S Tidlbild vom Klavierauszug vom Einaktr Die beiden Blinden

1839 schreibt dr Offenbach sei erschts klois Werk fir d Bihne, a Vaudeville..[1] Elf Johr späder wuud’r Dirigent am Théâtre francais. Deet steiret’r fir de nuie Theaderstickla d Schauspiilmusik bei. Am 5. Juli 1955 schliaßlich ereffnet’r sei oiges klois Theader, uff de Champs Elysées d Bouffes Parisiens. Uffihra duat’r bloß oigene kleine musikalische Theaderstickla, wo oft et amol a halba Stond dauret ond wo mr d Mitwirkende an oira Hand abzehla koo. S erschde hoißt Die beiden Blinden, hot grad amol zwoi handelnde Persona ond dauret 20 bis 25 Mendudda. Weil des abr fir an Theader-Obed zwenich ischt, folgt noch-ra Paus glei nomol a Einaktr: Die weiße Nacht. Noch zahlreiche weidre Einaktr ischt 1958 a greeßrs Werk nan dr Reihe: Orpheus in der Unterwelt, a opéra bouffe en zwoi Akt. Des Stick handlet zwar en dr Antike, abr mit deane Seidehiib uff d Obrichkeit ond andre effentliche Zuastend ischt s gegawärdige Zwoide Kaisserreich vom Napoléon II. gmoint. Dia Werk machet da Offenbach et bloß weithin bekannt, sondern berihmt. So bleibt’s et aus, dass’r scho noch kurzer Zeit en der Passage Choiseul a greeßrs Theader oomiada koo: s Théâtre Comte ond a baar Johr späder s Théâtre de Variétés. Deet erleabet fascht äll seine greeßre Werk ihr Uruffihrong, so zom Beispiil 1864 Die schöne Helena, 1866 Ritter Blaubart, 1867 Die Großherzogin von Gerolstein ond 1869 Die Banditen.

Dr Jean-Alexandre Talazac en dr Titlroll vo Hoffmanns Erzählungen en dr Uruffihrong 1881

1870 bricht dr Deitsch-Franzeesische Kriag aus, ond uff oimol ischt s Glick em Offabach nemme hold. S Volk dischdanziirt sich von-em, sellem gebirdiga Deitscha, obwohl’r seit 1860 de franzeesisch Staatsogeherichkeit hot. Sogar seine Libreddischda Halévy ond Meilhac ziaget sich von-em zruck, obwohl-se johrelang guat mit-em zammagschafft hend. Jetzt muaß dr Offenbach lerna, wia’s ischt, wenn mr kinschtlerische Fehlschläag eistecka muaß. Fantasio, Der schwarze Korsar ond La Braconnière send ganz erfolglos. Bald schiabt’r an graußa Schuldaberg vor sich her. 1875 muaß dr Offenbach sei Théâtr de la Gaîté schliaßa, wo-nr erscht zwoi Johr vorher ibrnomma hot.

En de folgende Johr ondrnemmt dr Offenbach a graußa Tournee durch de Voreinichde Staada vo Amerika. Dr kinschtlerische Erfolg helt sich zwar en Grenza, brengt deam Moo abr immerhin so viil Geld ei, dass’r seine Schulda bis uff da ledschda „Pfennich“ zruckzahla koo.

Mit-em zuanehmenda Alder ploget da Offenbach emmer meh Krankheida. Vor allem macht-em d Gicht arg zo schaffa. Jetzt will’r sich noh oi kinschtlerischs Ziil erfilla, nemlich mit Erfolg en da Bereich vo dr graußa Opr vorzostoßa, nochdem sei Vorsuach vo 1864 mit de Rheinnixen ganz drneabaganga ischt. Desmol greift’r uff a Libreddo vom Jules Barbier zruck: Hoffmanns Erzählungen, a fandasdischa Opr en drei Akt mit-ma Vor- ond ama Nochspiil.[2]

Am 5. Okdober 1880 schliaßt dr Offenbach seine Auga fir emmer. 61 Johr alt ischt’r worra. D Uruffihrong vo seim Spätwerk Hoffmanns Erzählungen erleabt’r nemme. Sei ledschda Ruah fendet’r uff-em Friidhof Montmartre en Paris.

Bedeidong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wia scho en dr Eileidong erwehnt, gildet dr Offenbach als Schepfer vo dr Musik-Gaddong Operedde, genauer: vo dr moderna Operedde, obwohl er selbr bloß a baar vo seine Werk so bezeichnet hot. Meischdens hot er d Begriff opéra bouffe ond opéra comique vorwendet, was-mr mit Komische Oper übersetza koo. Dr Begriff Operette isch de franzeesisch Vorkleinerong vom Begriff Oper, bedeidet also Kleine Oper. Dr Begriff Operette ischt aber scho lang vor-em Offenbach uffkomma, bloß hot mr do drmit friher meischdens a oi-akdiga Opr odr a reladiv kurza Opr so bezeichnet. Was abr nei beim Offenbach ischt, des isch d Satire, d Lächerlichmachong vom Milidär, d Gsellschaftskridik mit-ma Schuss Erotik ond d Parodii vo dr graußa ernschda Opr, zom Beispiil vo soddiche, wo dr Giacomo Meyerbeer am Haus vo dr Grand Opéra rausbrocht hot. Au en Wien hot dui nuia Kunschtgaddong an graußa Ooklang gfonda, so dass-es bald a baar eschtreichische Kombonischda em Offachbach nochgmacht hend, zerscht dr Franz von Suppé (Die schöne Galatée, Bocaccio) ond späder, ibr Omweag, dr Johann Strauß (Sohn) (Die Fledermaus, Der Zigeunerbaron). Dia Kombonischda hend zwar au a geniala Musik gschriiba, abr dr Stoff vo ihre Operedda hot nemme des ghet, was – lueg weider oba – em Offenbach seine Werk so einzigardich gmacht hend. Vorherrschend ischt bei de selle Wäaner d Gmiadlichkeit gwäa, et selda vorbonda mit Sendimentalideet.

A Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Opra[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Les Fées du Rhin (Die Rheinnixen), a graußa romandischa Opr en viir Akt (1864)
  • Les Contes d'Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen), a fandaschdischa Opr en fenf Akt noch Gschichda vom E. T. A. Hoffmann (1881)

Operedda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Plakat zor Ufführong vo dr zwoida Fassong vom Orpheus 1874 em Théâtre de la Gaîté

(Hendr-em Titl ischt emmer uff franzeesisch oogeaba, wie dr Offenbach selber sei Werk bezoichnet hot.)

  • Les deux aveugles (Die beiden Blinden), bouffonerie musicale en oim Akt (1855)
  • Ba-ta-clan, chinoiserie musicale en oim Akt (1855)
  • Le violoneux (Die Zaubergeige), opéra bouffe en oim Akt (1855)
  • Le 66, Opérette en oim Akt (Juli 1856, Théâtre des Bouffes-Parisiens); en-ra deitscha Bearbeidong als Die beiden Savojarden
  • Le financier et le savetier (Der Schuster und der Millionär), opéra bouffe en oim Akt (September 1856, Théâtre des Bouffes-Parisiens)
  • Le mariage aux lanternes (Die Verlobung bei der Laterne), opéra bouffe en oim Akt (1857)
  • Vent du soir ou l’horrible festin (siehe: Häuptling Abendwind oder Das gräuliche Festmahl), opérette bouffe en oim Akt (1857)
  • Orphée aux enfers (Orpheus in der Unterwelt), opéra bouffe en zwoi Akt (1858)
  • Mesdames de la Halle, opérette bouffe (1858)
  • La chatte métamorphosée en femme (Die verwandelte Katze), opéra bouffe en oim Akt (1858)
  • Geneviève de Brabant, opéra bouffe en drei Akt (1859)
  • Un mari à la porte (Ein Ehemann vor der Tür), opéra bouffe en oim Akt (1859)
  • La chanson de Fortunio (Fortunios Lied), opéra-comique en oim Akt (1861)
  • M. Choufleuri restera chez lui le... (Salon Pitzelberger), opéra bouffe en oim Akt (1861)
  • Monsieur et Madame Denis (Herr und Frau Denis geben sich die Ehre), opéra-comique en oim Akt (1862)
  • Lischen et Fritzchen (Lieschen und Fritzchen), conversation alsacienne en oim Akt (1863)
  • La Belle Hélène (Die schöne Helena), opéra bouffe en drei Akt (1864)
  • La Vie parisienne (Pariser Leben), opéra bouffe en fenf Akt (1866)
  • La Grande-Duchesse de Gérolstein (Die Großherzogin von Gerolstein), opéra bouffe en drei Akt (1867)
  • Barbe Bleue (Ritter Blaubart), opéra bouffe en drei Akt (1866)
  • Les bavards (Die Schwätzer), opéra bouffe (1867)
  • Le château à Toto (Totos Schloss), opéra bouffe en drei Akt (1868)
  • Le pont des soupirs, (Die Seufzerbrücke) Opera bouffon in vier Akten (1868)
  • La Périchole (Die Straßensängerin), opéra bouffe en drei Akt (1868)
  • L’ile de Tulipatan (Die Insel Tulipatan), opéra bouffe en oim Akt (1868)
  • La princesse de Trébizonde (Die Prinzessin von Trapezunt), opéra bouffe en drei Akt (1869)
  • Les Brigands (Die Banditen), opéra bouffe en drei Akt (1869)
  • Fantasio, opéra-comique en drei Akt (1872)
  • Pomme d’Api, opérette (1873)
  • Le voyage dans la lune, opéra-féerie, frei noch-em Jules Verne seim Roman Von der Erde zum Mond. So laudet au dr deitsche Titl vo deam Werk. (1875)
  • La Créole (Die Kreolin), opéra-comique en drei Akt (1875)
  • Madame Favart, opéra-comique en drei Akt (1878)
  • La fille du tambour-major (Die Tochter des Tambourmajors), opéra-comique (1879)

Ballett[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Le Papillon (Der Schmetterling), a Ballett-Pantomime en zwoi Akt (1860)
  • Gaité Parisienne, a Ballett en oim Akt noch Melodia vom Jacques Offenbach zammagschdellt ond bearbeidet vom Manuel Rosenthal (1938)

Konzertande Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Concerto militaire in G-Dur für Cello und Orchester (1850)
  • Schüler-Polka (1860, dr Nama kommt do drvoo, dass dr Offenbach dui Polka ama Mädle namens Clara Schüler gwidmet hot.)
  • Ouverture für großes Orchester (1873)
  • Souvenir d'Aix-les-Bains (1873)
  • American Eagle Waltz (entstanda 1876 während-em Offenbach seim Aufenthalt en de Voreinichde Staata)

A Auswahl vo dr Litradur ibr da Jacques Offenbach[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Siegfried Kracauer: Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-518-58348-7.
  • Harald Reil: Siegfried Kracauers Jacques Offenbach: Biographie, Geschichte, Zeitgeschichte, Lang, New York, NY / Frankfurt am Main u.a. 2003, ISBN 0-8204-3742-5.
  • Alphons Silbermann: Das imaginäre Tagebuch des Herrn Jacques Offenbach. Piper Verlag, München 1991 [Erstveröffentlichung: Bote & Bock, Wiesbaden 1960].
  • P. Walter Jacob: Jacques Offenbach. rororo Bildmonographie Nr. 50155, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1997, ISBN 3-499-50155-4.
  • Heinz-Klaus Metzger, Rainer Riehn (Hrsg.): Jacques Offenbach. Band 13 aus der Reihe Musik-Konzepte, Edition Text + Kritik, München 1980, ISBN 3-88377-048-5.
  • Alexander Faris: Jacques Offenbach. Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1982, ISBN 3-254-00015-3.
  • Josef Heinzelmann: Offenbach, Jacques. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 480–482.
  • Jean-Claude Yon: Jacques Offenbach. Gallimard, Paris 2000, ISBN 2-07-074775-1.
  • Thomas Schipperges, Christoph Dohr, Kerstin Rüllke: Bibliotheca Offenbachiana. Jacques Offenbach (1819–1880) – eine systematisch-chronologische Bibliographie. Dohr, Köln 1998, ISBN 3-925366-48-2.
  • Peter Hawig: Jacques Offenbach. Facetten zu Leben und Werk. Dohr, Köln 1999, ISBN 3-925366-57-1.
  • Ute Mittelberg: Daphnis et Chloé von Jacques Offenbach. Ein Beitrag zur Libretto-Forschung im 19. Jahrhundert.. Dohr, Köln 2003, ISBN 3-925366-92-X.
  • Peter Ackermann, Ralf-Olivier Schwarz und Jens Stern (Hrsg.): Jacques Offenbach und das Théâtre des Bouffes-Parisiens 1855. Musikverlag Burkhard Muth, Fernwald 2006, ISBN 978-3-929379-15-0.
  • Ralf-Olivier Schwarz: Vaudeville und Operette. Jacques Offenbachs Werke für das Théâtre du Palais-Royal. Musikverlag Burkhard Muth, Fernwald 2007, ISBN 978-3-929379-18-1.
  • Peter Hawig: Einladung nach Gerolstein. Untersuchungen und Deutungen zum Werk Jacques Offenbachs. Musikverlag Burkhard Muth, Fernwald 2008, ISBN 978-3-929379-20-4.
  • Herbert Eulenberg Jacques Offenbach in: Schattenbilder – 20 Musikerporträts Econ, Düsseldorf 1965.
  • Alain Decaux: Jacques Offenbach Komponist der Belle Epoque (Originaltitel: Offenbach, roi du second empire, übers. von Lilli Nevinny), Lübbe, Bergisch Gladbach 1978, ISBN 3-404-01024-8 (= Bastei Lübbe, Band 61032 Biographie, Erstausgabe bei Nymphenburg, München 1960 unter dem Titel: Offenbach, König des zweiten Kaiserreichs).
  • Alexander Flores: Offenbach in Arabien. In: Die Welt des Islams, Band 48, Nr. 2 (2008), S. 131–169,

Quella[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hellmuth Steger, Karl Howe: Operettenführer – Von Offenbach bis zum Musical, Fischer Bücherei Frankfurt am Main (1958)
  • Friedrich Herzfeld: Das Lexikon der Musik, Ullstein, Frankfurt am Main – Berlin – Wien (1976)
  • Der Musik Brockhaus, Wiesbaden: Brockhaus; Mainz: Schott (1982), ISBN 3-7653-0338-0
  • Rolf Fath, Anton Würz: Reclams Opern- und Operettenführer, Philipp Reclam jun., Stuttgart, (2004), ISBN 3-15-010513-7

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Jacques Offenbach – Album mit Multimediadateie

Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Als Vaudeville hot mr ursprenglich ällseits bekannde Liader bezeichnet, wo en a Stegreifstickle eigarbeidet worra send, späder die Stickla selber. S Vaudeville gildet als oina vo de Vorstufa zo dr klassischa Operedde.
  2. Heitzodag wuud des Werk en dr Regl als Opr en fenf Akt bezeichnet.