Isis-Inschrift

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D Isis-Inschrift in de Chile St. Sebastian z Wettige

D Isis-Inschrift isch e Steitafle, wo in de Wettiger Sebastian-Chile iigmnuuret isch und us de Römerziit stammt. Es isch s einzig Zügnis vomene Isis-Tempel uf em Gebiet vo de hütige Schwiiz.

Fundgschicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Wänn und wo d Isis-Inschrift genau gfunde worde-n-isch, isch nöd bekannt. Zum erschte Mol schriftlich bezügt isch si durch en Iitrag vom Aegidius Tschudi, wo vo 1533 bis 1535 zum erschte Mol Landvogt z Bade gsi isch. Der Iitrag isch handschriftlich uf de Iibandinnesite vomene Buech gmacht und isch nöd datiirt. Vermuetlich isch de Stei aber öppe zu de Ziit, wo-n-er z Bade gsi isch, gfunde worde oder einigi Johr vorher. Jedefalls göhnd Historiker davo us, dass de Tschudi Informatione «us erste Quelle»[1] gha het. De Schtei isch damals scho im Turm vo de ehemolige Dorfchile iigmuuret gsi. Nach em Tschudi isch de Schtei irgendwo im Eigital gfunde worde, aber gsicheret isch das nöd und en Hiwiis uf de Standort vom Tempel isch es au nöd.

Em Tschudi sin Iitrag[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im dorf Wettingen, nach bim closter des namens und by der statt Baden in Årgow gelegen an dem gloggenthurm / ist ein alte geschrifft in eim grossen vierecketen Stein / der selbig stein ist vor ziten ze der Römer richßnung [?] gemacht und an einem heidnischen tempel ob der thür des ingangs des selben tempels gestanden im täly am Legerer / dann die meier ze Wettingen sagend, dz sy den stein da selbs dannen gepracht / wie wol ietz gantz kein anzöigung einicher statt alda ist / ußgenommen das die ackerlüt vil zitz im grund hüpsch murstein / gehört haben, dz vor uralten ziten ein statt daselbs gewesen / und heißt die selb gelëgenheit jetz Müllern / ligt unden am Lëgerer bergly / hinderem dorf Wettingen / ein halben rosslouff vom dorf / Die alten dorflütt wüssend ouch von alti wegen nit, wenn oder wie die selb statt abgangen / sagend allein, es sy ein heidnischi statt da gstanden. Ich acht, das Baden die ober statt ob den bëdern nachwërtz von den selben steinen gebuwen / dannenthare dz gstein als hinweg geführt und kein anzöigung mere alda ist und stat am stein also ...

D Inschrift[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Original vo de Inschrift isch in en Steiblock inne gmeislet. De Stei isch 1.30 Meter lang, 80 cm höch und 30 cm tüf. In de alte Dorfchile isch de Stei in de Fassade vom Chileturm iigmuuret gsi und het bim Bau vo de Sebastian-Chile im Innere vom Iigangsportal en noie Platz gfunde.

D Inschrift lutet:

Latinischer Originaltekscht Übersetzig
Deae Isidi templum a solo Der Göttin Isis hat Lucius Annusius Magianus
I. Annusius Magianus von seinem Vermögen einen Tempel von Grund
de suo posuit vik[anis] Aquensib[us] auf für die Dorfbewohner von Baden errichtet.
ad cuius templi ornamenta Zur Ausstattung dieses Tempels haben seine
Alpinia Alpinula coniunx Gattin, Alpinia Alpinula, und seine Tochter,
et Peregrina fil [ia] X (=denarios) C dede [-] runt. L[ocus] d[arus] Peregrina, 100 Denare gegeben. Der Platz wurde
d[ecreto] vicanorum. auf Beschluss der Dorfbewohner zur Verfügung gestellt.

Einzelnochwiis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Geschichte der Gemeinde Wettingen, S. 43

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Herausgegeben von der Ortsbürgergemeinde Wettingen: Geschichte der Gemeinde Wettingen, Baden 1978.