Ignaz Heinrich von Wessenberg

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der Ignaz Heinrich vo Wessebärg
Bruschtfiguur vom Ignaz Heinrich vo Wessebärg, z Konstanz
Grabdafele füre Wessebärg im Konstanzer Münster

Dr Ignaz Heinrich Karl, Freiherr vo Wessebärg-Ampringe (* 4. Novämber 1774 z Dresden; † 9. Augschte 1860 z Konstanz) isch e römisch-katolische Theoloog un Schriftsteller gsi. I der Zyt vo dr spoote Uufklärig het är e bedütendi Rolle im Kulturläbe und i der Chilepolitik vom düütsche Südweschte gspiilt.

sis Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Freiherrr vo Wessebärg, us dr alte adelige Familie vo de Wessebärg im Aargau, isch as Soon vom Philipp Karl vo Wessebärg, wo Minischter vo dr Kurfürschtin vo Sachse gsi isch, z Dresden uf d Wält cho. Ufgwachsen isch er z Fäldkirch im Brysgau. Är het z Augschbrg, z Dillinge, z Würzburg un z Wien d Theology, d Filosofy un d Rächtswüsseschaft studiert. Ane 1797 isch är i d Domkapitel z Konstanz und z Augschbrg ufgnoo worde, und anne 1802 isch är Generalvikar fürs Bischtum Konstanz worde und bischöfliche Verträtter bi den Äiggnosse i dr nöie helvetische Republik. Dr Wessebärg het im Sinn vo dr Uufklärig d Liturgy ernöieret und modärnisiert, sogar mit meh Elimänt vo dr dütsche Volkssprooch. Ihm verdankt me Reforme vom Chileläbe un vo dr Chilemusig im Piet vom Konstanzer Bischtum; är wird au as Lieddichter ufgfüert, öppe mit em Lied «Geist vom Vater und vom Sohn!», wo au im refermierte wirtebärgische Chilegsangsbuech vo ane 1846 stoot.[1]

Wo der Wessebärg no gwüssi für di katolischi Chile obligatorischi Fäschttääg ufghobe un sech bi gmischtkonfessionelle Paar grosszügiger zeigt het as me s gwöönt gsi isch und en Komflikt mit em päpschtleche Nunzius i der Schwiiz gha het, isch das Ganze aber nodisno für konservatyvi Chreft i dr Schwiiz z wyt ggange; und wo dr Theoloog denn ufem Wiener Kongress mit dr Idee cho isch, en düütschi Nazionalkirche yzrichte, isch Füür im Tach gsi. Das alls het me z Rom nid gärn gseh, und so het dr Papscht dr Wessebärg nid as Verwääser fürs Konstanzer Bischtum wellen anerchäne, wo sid der Säkularisazionswälle vo 1803 in ere kritische Laag gsi isch. Dozmol het dr Bischof nümme z Konstanz gläbt, sondern z Meersburg, und i der alte Bischofstadt het er en Verträtter gha, das isch under em Bischof Karl Theodor von Dalberg ebe dr Ignaz Heinrich vo Wessebärg gsi. Wo dr Bischof Karl Theodor gstorben isch, het s Kapitel dr Wessebärg zu däm sym Nochfolger gwählt, aber dr Papscht Pius VII. het die Wahl nid bestätiget.

Ane 1821 het me z Rom s alte alemannische Bischtum Konstanz eifach grad ganz ufglöst – tänk ebe zum de Wessebärg loos z wärde und en dra z hindere as liberal gsinnte Bischof im dozmol gröschte düütsche Bischtum erscht rächt e politische Macht z übercho. S grosse Piet vo dr Diözese isch ufdeilt worde in die düütsche Bischtümer Frybeg und Rotteburg und die dütsche Diözese Basel und Chur. D Regierig vo Baade het dr Wessebärg no in sym Ampt z Konstanz bhalte, bis me sech mit dr Kurie z Rom einig gsi isch, wie die nöie Bischtümer sölle funkzioniere. Me häti z Charlsrueh gärn dr uufklärti und prominänti Wessebärg als erschte Bischof vo Frybeg gseh, aber das het Rom au wider abglähnt. So isch dr Wääg vo däm tüechtigen und wytsichtige Maa i der Amptschile abproche wonner öbbe füfzgi gsi isch. Zwöi vo sine Schrifte sin z Rom uf en Index vo de verbottene Büecher choo.[2] Im Wessebärg sym ufgschlossne Sinn isch denn vo anderne im nöie Bischtum Frybeg no e Zytlang wyter gschaffet worde und me seit, är sig dört i dr Afangszyt eini vo de wichtigschte Persone gsi.[3]

Spöter het dr Ignaz Heinrich vo Wessebärg as vilsytige Schriftsteller, Forscher und Theoloog z Konstanz gläbt. Es git vonnem fasch föifhundert Schrifte. Sini grossi Privatbiblioteek het er dr Stadt Konstanz gschänkt. Mit em wytume bekante evangelische Dichter und Theoloog Johann Peter Hebel, wo am äneren Ändi vo Baade gläbt het, het dr Wessebärg Briefkontakt gha – über d Konfässionsgränze wäg. Au dr Hebel het sech, für die evangelischi Syte, für es nöiers Chileläbe ygsetzt. Andersch as dr Hebel schynt dr Wessebärg sälber chuum Sache i der alemannische Mundart gschribe z ha.

Em Wessebärg sis Läbe und sis Dänke inträssiere d Forschig bis hüt. Dr sälpständig Theoloog gältet bi de Schwiizer Chrischtkatolike as Vorryter vonnere modärne, liberale Chile. Das chunt grad au vo dämm, ass dr Wessebärg dr Begriff «Chrischtkatolisch» ygfüert het und uf sis Sing- und Gebätbuech, wo 1812 dr Bischof as ofizielli Schrift für d Diözese usegää het, dr Titel “Christkatholisches Gesang- und Andachtsbuch” gsetzt het.[4]

D Strooss z Konstanz, wo dr Freiherr gläbt het, treit hüt sin Name. Di chaufmännischi Schuel z Konstanz heisst “Wessenberg-Schule”.[5]

Wärch (Uuswahl)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Der Geist des Zeitalters. Züri 1801
  • Die Folgen der Säkularisationen. 1801
  • Die deutsche Kirche, ein Vorschlag zu ihrer neuen Begründung und Einrichtung. 1815
  • Blüthen aus Italien (Gedichte). Zürich 1820
  • Über den sittlichen Einfluss der Romane. Ein Versuch.Konstanz 1826
  • Die großen Kirchenversammlungen des 15. und 16. Jahrhunderts. 4 Bänd. Konstanz 1840
  • Gedanken über die neue Gestaltung des Deutschen Bundes zum Behuf der Verwirklichung und Sicherung einer wahrhaft nationellen Einigung aller Deutschen. Züri 1848
  • Sämtliche Dichtungen. 7 Bänd. Stuttgart 1834–1854
  • Über die Bildung der Gewerbetreibenden Volksklassen überhaupt und im Großherzogtum Baden insbesondere. Konstanz 1833
  • Kurt Aland (Herusgäber): Ignaz Heinrich von Wessenberg: Unveröffentlichte Manuskripte und Briefe. 4 Bänd. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1968-1970

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Victor Conzemius: Ignaz Heinrich von Wessenberg In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.
  • Johann Friedrich von Schulte: Ignaz Heinrich Karl Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 147–157.
  • Michael Bangert: Bild und Glaube. Ästhetik und Spiritualität bei Ignaz Heinrich von Weseenberg (1774-1860). Fribourg 2009.
  • Joseph Beck: Freiherr Ignaz Heinrich von Wessenberg. Sein Leben und Wirken. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der neueren Zeit. Auf der Grundlage handschriftlicher Aufzeichnungen Wessenbergs. Freiburg im Breisgau 1862.
  • Franz Xaver Bischof: Das Ende des Bistums Konstanz. Hochstift und Bistum Konstanz im Spannungsfeld von Säkularisation und Suppression (1803/03 – 1821/27. Münchener Kirchenhistorische Studien, Bd. 1. Stuttgart, Berlin, Köln 1989.
  • Karl-Heinz Braun: Heinrich Schreiber und Ignaz Heinrich von Wessenberg – Spätaufklärer. In: Achim Auernhammer, Hans-Jochen Schiewer (Hrsg.): Poeten und Professoren. Eine Literaturgeschichte Freiburgs in Porträts. Freiburg 2009, S. 169–191.
  • Karl-Heinz Braun (Hrsg.): Bildung bei Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774–1860) – „…wie unzählig Viele sind noch gar nicht über den dürren Buchstaben hinweggekommen!“. Tagungsberichte der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg. Freiburg 2014.
  • Karl-Heinz Braun: Hermann v. Vicari und Ignaz Heinrich v. Wessenberg. Zwei Prälaten im kirchenpolitischen Vergleich. In: Freiburger Diözesan-Archiv, 107, 1987, S. 213–236.
  • Karl-Heinz Braun: Wessenberg, Ignaz Heinrich von (1774–1860). In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon. Duncker & Humblot, Berlin 1983, ISBN 3-428-05447-4, S. 808–812.
  • Christina Egli: Ignaz Heinrich von Wessenberg. Seine Beziehungen zu den Bonapartes auf Schloss Arenenberg. Schriften des Vereins für Gesichte des Bodensees und seiner Umgebung, 132 2014.
  • Karl Hausberger: Wessenberg, Ignaz Heinrich Freiherr von. In: Manfred Heim (Hrsg.): Theologen, Ketzer, Heilige. Kleines Personenlexikon zur Kirchengeschichte. München 2001 S. 398 f.
  • Erwin Keller: Die Konstanzer Liturgiereform unter Ignaz Heinrich von Wessenberg. Freiburger Diözesan-Archiv, 85. Freiburg 1965.
  • Karl Kühner: Ignatz Heinrich Freiherr von Wessenberg und seine Zeitgenossen. Lichtgestalten aus dem Katholizismus des 19. Jahrhunderts. Heidelberg 1897.
  • Klaus Oettinger: Freiherr Ignaz von Wessenberg. Zu seiner Geltungsgeschichte in der kirchlichen Öffentlichkeit. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 128, 2010), S. 119–137.
  • Johann Ulrich Schlegel: Die Beziehungen zwischen Johann Gaudenz von Salis und Ignaz Heinrich von Wessenberg. Zürich 1976.
  • Manfred Weitlauff: Dalberg als Bischof von Konstanz und sein Konstanzer Generalvikar Ignaz Heinrich von Wessenberg. In: Karl Hausberger (Hrsg.): Carl von Dalberg. Der letzte geistliche Reichsfürst. Schriftenreihe der Universität Regensburg, 22. Regensburg 1995, S. 35–58.
  • Manfred Weitlauff: Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774–1860). Domkapitular von Konstanz und Augsburg, Generalvikar des Bistums Konstanz. Kirchlicher Reformer und Kirchenpolitiker zwischen Säkularisation und Neuorganisation der Kirche Deutschlands. Mit einem Quellen- und Dokumentenanhang. Zum 150. Todestag. Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte. Bd. 44. Augsburg/Lindenberg 2010.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Ignaz Heinrich von Wessenberg – Album mit Multimediadateie

Wikisource Ignaz Heinrich von Wessenberg im dütschsprochige Wikisource

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Iganz Heinrich von Wessenberg: Geist vom Vater und vom Sohn!» In: Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg. 1846. Nummere 202.
  2. Es isch um die Schrifte ggange: Die Stellung des römischen Stuhles gegenuber dem Geiste des 19. Jahrhunderts. Züri 1833. – Die Bisthumssynode und die Erfordernisse und Bedingungen einer heilsamen Herstellung derselben. Freiburg, 1849.
  3. Ignaz Heinrich von Wessenberg uf ebfr.de
  4. Christkatholisches Gesang- und Andachtsbuch zum Gebrauche bey der öffentlichen Gottesverehrung im Bisthum Konstanz (Erster Theil: Für den vormittägigen Gottesdienst): Für den vormittäglichen Gottesdienst. Konstanz 1812.
  5. Ignaz Heinrich von Wessenberg. Zur Namensgebung der Schule uf wessenbergschule-konstanz.de