Flamenco

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Dänzere mit Kastaniette

Flamenco (spanischi Uusprooch: flaˈmeŋko) isch d Bezäichnig für e Grubbe vo Lieder und Dänz us Andalusie, aber o us anderne spanische Piet, wie d Farruca us Galizie. Er zaichnet isch uus dör heftige, liideschaftliche Tanz und düstere, melanchgolische Gsang. S wichtigst Musiginstrument vom Flamenco isch d Gitarre. D Terminologii vom Flamenco underschaidet sich zom Tail vo de andere spanische Musig und vili Uusdrügg stamed usem andalusische Tielekt. Sit 2010 ghört dr Flamenco zum Immaterielle Kulturerb vo dr Menschhäit.[1]

Uursprung[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Flamenco isch starch mit moderne Mythe verbunde. So werd i de Populärliteratur, aber o i villne Fachbüecher gschribe, as de Flamenco vo de spanische Zigüüner, de Gitanos, abstammi, mengisch au as er di maurischi Musig fortsetzi; sogär spanischi Jude wered bimüet. Chorz, ales Minderhaite, wo vo de katholische Cherche und vo de spanische Machthaber underdruggt wore sind. Asigi romantischi Mythe, wo em Flamenco zom "Exootische par excellence" verchlääred und urchigi Authentizität ufebischwööret, wered biwusst ufrecht erhalte, well sich dodemit guets Kapitaal useschloo loot.

Entstande isch de Flamenco abem uusgeende 18. Joorhundert, vor alem i de Städt Sevilla und Cadiz und er het us de traditionelle andalusische Volksmusig gschöpft. D Gitanos hend dodebii e gwüssi Role gspillt, vor alem aber Bruefsmusiger, wo de Stil nodisnoo witerentwigglet hett, bis er di bikannti Form agnoo hett. Wie aber di andalusischi prä-Flamencomusig entstanden isch und weli Worzle si hett, cha wösseschaftlich nöd eruiert were.

de Name[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Herkunft vom Name Flamenco isch nöd ganz chlar und s gitt vili faltschi Etymologie. D commnis opinio vo de Forschig isch, as s spanische Wort flamenco, wo uursprüngli »flämisch« maint, mit de Zitt sini Bidüttig gänderet hett, nämmli vom semantische Wortfeld, "flämisch, fremdländisch" zo "frömd, uuffällig, abartig". Da Wort hett denn o die früene Vertreter und Ahänger vo de noie Musigszene i de andalusische Vorstädt chöne bizaichne und isch im End uf de Musigstill öbertrait und iigengt wore. Anderi Erchläärige, as de Name »Flamingo« bidütti, well d Chlaider vo de Tänzerine as bunt saiet, oder vo latiinisch flama »Flamme« (spanisch: llama) chöm, well de Tanz ase füürig sai, paased nume oberflächlich. En Ablaitig us arabisch fellah menguh »arme Buur« isch sproochlich und sachlich schlichtweg faltsch.

Bistandtail vom Flamenco[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Flamenco wird gsunge (cante), Instrumänt wärde gspiilt (toque), bsundrigs d Gitarre (guitarra flamenca) und danzt (baile). Charakteristisch für d Muusig si metrischi Grundmuster (compás) und ass d Melodik und d Harmonik hüfig modal gänderet wärde.

  • S Gitarrespiil (toque) isch vor alem wichtig bi de Biglaitig vo Gsäng. S Gittarespiil hett sich im Lauf vo de Flamencogschicht immer mee entwicklet und hütt sind Gitarresoli zimmli verbraitet und biliebt, uursprüngli isch d Gitarre nume e Biglaitinstrument vom Gsang und Tanz gsii. Anderi wichtigi Musiginstrument vom Flamenco sind d Giige, und d Kastagnette (castañuelas).
  • De Gsang (cante) isch düster und schwermüetig und singt vo unendlichem Laid, oder wie de Sänger Manuel Torre gsait hett: »De gueti Gsang macht nöd fröölich; er schmerzt!«.
  • De Tanz (baile) isch zom Tail recht heftig, d Mane und d Fraue tanzed nöd direkt mitenand. D Biwegige vo de Fraue sind waicher, chönd au zom lasziife naige, d Biwegige vo den Mane chönd recht zaggig und kantig sii.
  • Zuerüef (jaleos) und rhythmischi Understützig chömed usem Publikum oder vo de jaleadores" ("Zuerüeffer") und sind en Antwort uf de Gsang und en Uufforderig a d Musiker. De bkianntist Zueruef usem Flamenco isch ¡olé!. Dezue chunnt Chlatsche (palmas), Fingerschnalze (pitos) und schloo mit Tanzstögg ('batónes').

Musikalischi Äigeschafte[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Metrik, d Rhythmik, s Tempo[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr metrische Struktur vo de Palos, de dradizionelle musikalische Forme vom Flamenco, säit mä compás. Si cha in dr Notazion im 12/8-, im 3/4- bzw. 6/8- oder im 4/4- bzw. 2/4-Takt daargstellt wärde. E Hufe Palos gseen in dere Daarstellug wie alternierendi Taktarte (compás alterno) us, wo e 6/8- und e 3/4-Takt abwäggsle. Eso entstöön charakteristischi Betoonigsmuster, wie z. B. daas vo dr Soleá:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
. . | . . | . | . | . |

Dr Flamenco cha acompasado (öbbe: „in Takt brocht“) usgfüert wärde, d. h. rhüthmisch determiniert, oder libre (frei). S Tempo vom ene Stück wariiert zwüsche 80 (z. B. Tientos) und 230 (z.B. Bulerías) Viertel-Note bro Minute.

D Tonalidäät, d Melodik und d Harmonik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Abstiigends e-Phrygisch im Flamenco, hüfigi Alterazione si in Chlammere

E Hufe Palos stöön im sogenannte modo dórico, wo mä nit mit em dorische Modus vo de Chilledoonarte sött verwäggsle. Si Naame chunnt vo dr antike griechische Doonart mit däm Naame und entspricht öbbe dr Doonart, wo mä hüte as phrygisch bezäichnet. Usserdäm chömme Moll (modo menor) und Dur (modo mayor) as Doonarte vor. Harmonisch wird vilmol die sogenannti Andalusischi Kadänz verwändet.

Stiilrichtige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Flamenco setzt sich us villne verschidnige Musigstill (palo) zäme. Es gitt bsunders schwermüetigei palos, wie d Siguiriyas und d Soleares, mittelmässig schwermüetige, wie d Malagueñas und Fandangos, und liechti, wo gär is frööliche in gönd, wie d Alegrías oder Sevillanas.

Sänger[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Äine vo de berüemtiste Flamenco-Sänger isch dr Camarón de la Isla (1950-1992, bekannt as El Camarón), wo s Album Soy gitano von em vo alle Flamenco Album am mäiste verchauft worde isch.[2] Anderi bedütendi Sänger, wo dr Flamenco im 20. Joorhundert brägt häi, si dr Antonio Mairena (1909-1983), dr Enrique Morente (1942-2010) und d Fernanda de Utrera (1923-2006) gsi. Zu de bekannte Sänger hützudags ghööre d Estrella Morente, d Niña Pastori und d Pastora Soler.

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  •  Claus Schreiner (Hrsg.): Flamenco gitano-andaluz. Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-22994-4.
  •  Gerhard Steingress: Cante Flamenco: Zur Kultursoziologie der andalusischen Moderne. Peter Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-30474-9.
  •  Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8.
  •  Bernard Leblon: Flamenco. Palmyra, 2007, ISBN 3-930378-70-1.
  •  Stefan Krüger: Die Musikkultur Flamenco: Darstellung, Analyse und Diskurs. Hamburg 2001 (Dissertation Universität Hamburg, PDF, 1,0 MB).
  •  Anja Vollhardt (Text), Elke Stolzenberg (Fotos): Flamenco: Kunst zwischen gestern und morgen. Weingarten Verlag, 1988/1996, ISBN 3-8170-4006-7.
  •  Gerhard Graf-Martinez: Flamenco Gitarrenschule Band 1, Lehr- und Nachschlagewerk. Schott, Mainz 1994, ISBN 3-7957-5083-0.
  •  Gerhard Graf-Martinez: Flamenco Gitarrenschule Band 2, Lehr- und Nachschlagewerk. Schott, Mainz 1994, ISBN 3-7957-5084-9.
  •  Donn E. Pohren: The Art of Flamenco. Bold Strummer Ltd, 2005, ISBN 0-933224-02-8.

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Flamenco und Peking-Oper sind immaterielles Kulturerbe
  2. López, Carmen (1994c): Camarón de la Isla. Teil 3. Tage der Liebe und des Ruhms., S. 20.

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Flamenco – Sammlig vo Multimediadateie
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