Ereignis

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En Ereignis (vo althochdütsch: irougen, dütsch: eräugen = vor Auge schtelle, zeige[1]) findet immer denn schtatt, wenn sich öbbis verändere duet, wenn öbbis bassiert.

Arte vo Ereignis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Di Versuech vo nere Iteilig in ereignisarmi un ereignisreichi Ort un Zite sin immer willkürlich, wil uf de Mensch zentriert, vo demhär schitere sie ufgrund vo ihre innere Widersprüchlichkeit.

Ereignis in de Ontologie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In de Ontologie bezeichnet e Ereignis öbbis sich veränderndes, e Gescheh, also e prozessuali Entität im Gegesatz zue me Ding odr e Subschtanz.

Übr d' Natur vo me Ereigniss gits widersprüchlichi Aschauige. Di eint sieht es Ereignis als e Folg vo der Sache a:

Bi jedem Ereignis wirkt in de Regel e (physikalische) Kraft uf Materie i un verändert sälli (atomari) Ordnig.

Di ander Aschauig sieht di Ereignis glichsam als Vorussetzig vo Sache a:

D' Ereignis manifeschtiere sich in Sache.

Gegewärtige Verträter vo sällere Ereignis-Ontologie isch im bsundere Alfred North Whitehead.

Für Martin Heidegger bekundet sich im Ereignis es Zämmeghöre vom Mensch mit em Si als de Offeheit in de Zit, in sällere sich öbbis zeige un dütet wärde cha.

Zitat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • „En Ereignis isch zerscht, dass ich nit verschtand. Es bschtoht do drin, dass ich nit verschtand: das, was ich nit verstoh, und es isch zerscht, dass ich nit verschtand, di Tatsach, dass ich nit verschtand: mi Unverschtändnis.“Jacques Derrida (2001; in: Philosophie in Zeiten des Terrors, ISBN 3865723586, S. 123)

Ereignis in dr Relativitätstheorie[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In dr Relativitätstheorie wird e durch Ort un Zit feschtglegte Punkt vo dr Ruumzit als Ereignis bezeichnet.

Ereignis in de Medizin[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In de Medizin gits schwerwiegendi unerwünschti Ereignis (SUE; Serious Adverse Event – SAE) als Folg vo medizinische Maßnahme. E schwerwiegends unerwünschtes Ereignis isch jedes unerwünschti Ereignis, des

  • zuem Dod fuehrt.
  • läbensbedrohend isch (d' Läbensgfahr muess tatsächlich bschtande ha)
  • e Krankehusuffenthalt erforderlich macht odr verlängert.
  • zue nere durhafte odr entscheidendi Behinderig fuehrt.
  • e kongenitale Anomalie odr e Geburtsdefekt isch.
  • en anders, noch de medizinische Ischätzig klinisch e relevants Ereignis isch.

Aschtronomischs Ereignis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

En aschtronomischs Ereignis isch en am Himmel zue me bschtimmte Ziptpunkt schtattfindendes Phänomen. Mänggi aschtronomischi Ereignis träte mit hocher Regelmäßigkeit i, wie d' Mondphase. Anderi aschtronomischi Ereignis unterliege keine direkte Periodizitäte wie Okkultatione durch Planete. Nit alli aschtronomische Ereignisse chönne vorusgsait wärde.

Witerfuehrendi Informatione[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Beiträge zur Philosophie. Vom Ereignis.
    • von Martin Heidegger, Friedrich W. von Herrmann

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. noch Duden Herkunftswörterbuch Etymologie der deutschen Sprache. ISBN 3-411-20907-0.