Diminutiv

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A Diminutiv isch a Verkleinerigsform vun emme Subschtantiv eme Verb oder sogar ere Partikel, wu manchmol äu als Koseform oder Verharmlosigsform gnutzt wird. Bispiil: Vun emme liabe Bua wird gärn als Büabli gsproche.

Substantiv[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Allemannische hets ä bsundri Bewandnis demit: Was im Hochdytsch ä aghängts -lein odr -chen isch, des isch im Schwebische ä -le un im räschdliche Alemannisch ebbe ä -li. Wichtig isch noch z wisse, dass – ähnlich wia bii dr Holländr – mr im Alemannische viil öfder a Diminutiv bruchd als im Hochdytsche. Des isch wahrschiinlich ainer vu d Gründ, worum d norddytschi Lit sälli wu alemannisch schwätze „niedlich“ odr „süss“ finde. Vom Schwobeland wird deswäge ofd äui als vum „Ländle“ gsproche. Ländle seit me aber, wills ebbe glai isch, au em Fürschtetum Liechtestai. S Schwäbisch hôt drzuâ au no an oegana Diminutiv – Plural auf -la, den s Allemannisch sonschd et onderscheidat (oe Guatsle isch also Singular ond a baar Guadsla send Plural).

Verb[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Alemannische, cha mitem Suffix -le bzw. -ele au e Verb verchlineret werde, chunnt denn aber maistens e negativi Bidütig öber: schäffele (e bitzeli schaffe, aber nöd ernsthaft), jöömmerle (ständig joommere), pützle, pützele (nöd speditiv putze), chöcherle (uf chliinem Füür choche), spilele (zu chliine Chind), schlööffele (vo chliine Chind). Die Endig chan aber nöd a jedes Verb aneghengt werde.

Die Endig chan au a Substantiv aneghängt werde, au do naigt d Bedütig eener is Negativi, nöd Ernsthafti: kompjüüterle (am Computer Zit verplemperle), käfele (gmüetli Kafi trinke und tratsche), lädele (sinnloos vill Zügs iichaufe), chröömle bidütet i de Ostschwiz „Geld verputze“ (zu Chroom Chrimschrams).

Partikel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Im Alemanisch cha men es -eli und ähnlich au a Partikel aahänke. Das töönt dän chinderspraachlich oder aber äifach locker und humorvoll: Waaseli(waas) wottsch dänn? Wääreli(wäär) säit das? Soo(de)li, daa hetted mers. Woodeliwoo gseesch dänn das?

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

für d Schwyz
Übersichtswärch
Grammatike
  • Ludwig Fischer: Luzerndeutsche Grammatik. 2. Uufl. Hitzchilch 1989, S. 459–471, 499–505.
  • Werner Marti: Berndeutsch-Grammatik. Bärn 1985, S. 196–200, 202–204.
  • Rudolf Suter: Baseldeutsch-Grammatik. 3. Uufl. Basel 1976, S. 182–185, 196–198.
  • Albert Weber: Zürichdeutsche Grammatik. 3. Aufl. Züri 1987, S. 327–335, 363–367.
Spezialundersuechige
  • Werner Hodler: Beiträge zur Wortbildung und Wortbedeutung im Berndeutschen. Bärner Diss. Francke, Bern 1915; Nochdruck Kraus, Nendeln/Liechtenstein 1970, S. 113–130.
  • Roland Hofer: Suffixbildung im bernischen Namengut. Die Diminutiva auf -ti, -elti, -etli und die Kollektiva auf -ere. Ein Beitrag zur Namengrammatik. Bärner Diss. Basel 2012.
  • Hans Kuhn: Verbale l- und r-Bildungen im Schweizerdeutschen. Huber, Frauefäld 1961 (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung XI) (Digitalisaat).
  • Heinrich Lüssy: Umlautprobleme im Schweizerdeutschen. Untersuchungen an der Gegenwartssprache. Huber, Frauefäld 1974 (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung XX) (zum Diminutiv S. 172–208; Digitalisaat).
  • Esther Odermatt: Die Deminution in der Nidwaldner Mundart. Zürcher Diss. Züri 1903.