Aprilscherz

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Yyladung zur „Leuewäschig“ am 1. April 1857 im Tower vo London

En Aprilscherz isch de Bruuch, syni Mitmänsche am 1. April dur erfundeni oder verfälschti, meistens spektakuläri oder fantastischi Gschichte, Erzellige oder Informatione i d Irri z füehre, also „inezlegge“ oder si „zum Narre haa“. Zur Uflösig vom Schwindels ghört de Spruch „April, April“. D Tradition vom Aprilscherz gits i de meiste europäische Länder und z Nordamerika. Z Spanie und Latynamerika kännt me die Scherz am 28. Dezämber, em Tag vo de unschuldige Chind (schbanisch Día de los Santos Inocentes).

Au I Zytige und Zytschrifte, i Radio- und Färnsehsänder oder uf Websyte wärded d Läser oder Hörer dur Byträg, wo glaubhaft wirked, aber erfunde sind, „i April gschickt“. Gwüssi übertribe dargstellti Details vo dene Mäldige liferet aber Hiwys druuf, dass si gar nid wahr sind.

Ursprüng[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Redensart „i April schicke“ cha me z Dütschland scho 1618 nachewyse.[1] De Begriff Aprilscherz isch aber erst i de zweite Hälfti vom 19. Jahrhunderts uufcho. Im Dütsche Wörterbuech vo de Grimm-Brüedere vo 1854 isch de Aprillsnarr ufgfüehrt, aber no nid dr Aprilscherz.[2]

Werum grad de 1. April zum Tag für bsunderi Scherz worden isch, isch bis jetz unbekannt. Gsicheret isch luut em Theolog Manfred Becker-Huberti nume, dass es scho im Volchsglaube vo dr Antike vili Unglückstääg ggäh het, wo au dr 1. April dezuezellt het.[3]

Als Erchlärige wärded hüüfig ungsicherti Tatsache us em Mittelalter und de früehne Nüüzyt anezoge. So heb öppe uf em Augschburger Rychstag vo 1530 under anderem s Münzwäse sölle greglet wärde. Us Zytgründe isch es aber nid dezue cho, so dass für de 1. April e bsundere „Münztag“ usgschribe worde syg. Wo de 1. April cho sich, heb de Münztag aber nid stattgfunde. D Spekulante, wo uf de Münztag gsetzt hend, hebed ires Gäld verlore und siged au no usglachet worde.

Es paar Byspiil[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De „Spaghetti-Baum“ isch nume en Aprilscherz gsi.

En Uuswahl a bekannte Byspiil für Aprilscherz:

  • Vilne Lehrling und Bruefsaafänger het mer früehner i Gägende wie Hamburg am 1. April gseid, si sölled e Packig „Haumiblau“ hole.
  • Di britischi Rundfunkaastalt BBC het am 1. April 1957 e scherzhafte Dokumentarfilm zeigt. Es isch deby um aagäblichi Spaghetti-Bäum im Tessin ggange. D Sändig isch vo rund acht Millione Zuschauer glueget worde. Es paar hundert devoo hend bi de BBC aaglüütet und hend gfragt, öb Spaghetti würkli uf Bäum wachsid, oder hend welle wüsse, wie si sälber Spaghetti chönnted aabuue.[4]
  • 1977 het di änglischi Zytig The Guardian de Inselstaat San Seriffe vorgstellt. Das Land hebi d Form vomene Semikolon oder Strichpunkt und Hauptstadt heissi Bodoni und s Staatsoberhaupt syg de General Pica. Alli die Fantasienäme chömed vo bekannte Schriftarte.
  • Am 1. April 1996 het d Fast-Food-Chetti Taco Bell en Aprilscherz veröffentlicht, wo si imene Inserat behauptet het, dass si d amerikanischi Fryheitsglogge Liberty Bell gchauft heig und si i Taco Liberty Bell umbenänne würd.[5]
  • Am 1. April 1998 isch s Netzwärchprotokoll Hyper Text Coffee Pot Control Protocol (HTCPCP) zur Stüürig und Überwachig vo mitenand vernetzte Kafimaschine erfunde worde. Zu dem Zytpunkt het mer no nüüd vom Internet of Things gwüsst, also dass Gägeständ übers Internet mitenand verbunde chönd wärde.
  • 2007 het de Künstler Dan Baines s Foti vonere sälber bastlete Elfe-Mumie uf syni Websyte gstellt und si als ächt uusggäh. Es isch wältwyt drüber bbrichtet worde.

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Anke Fischer: Aprilscherz: In den April schicken. In: Anke Fischer (Hrsg.): Feste und Bräuche in Deutschland. 1. Auflage. Edition XXL, Fränkisch-Crumbach 2004, ISBN 3-89736-323-2, S. 26–27.
  • c’t Dossier: Unsere liebsten Aprilscherze: Unglaubliche Entdeckungen der c’t. Heise Zeitschriften Verlag, Hannover 2013, ISBN 978-3-944099-55-2, urn:nbn:de:101:1-201312129212.
  • Stefan Hess: April, April! In: Basler Zeitung. Basel 2014 (bazonline.ch).

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Aprilscherz – Sammlig vo Multimediadateie

Einzelnachwys[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Daniel Lingenhöhl: Woher kommt der Aprilscherz? spektrum.de, 1. April 2015, Abruf kostenpflichtig 7. April 2019. (Spektrum - Die Woche: 2. April 2005)
  2. Wörterbuchnetz – Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. In: woerterbuchnetz.de. Abgruefen am 1. April 2016.
  3. Brauchtum im Sommer – Aprilscherz. In: religioeses-brauchtum.de. www.religioeses-brauchtum.de, abgruefen am 1. April 2016.
  4. 1957: BBC fools the nation. BBC
  5. The Taco Liberty Bell. In: Museum of Hoaxes. (hoaxes.org [abgerufen am 1. Mai 2018]).