Vagina

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D Vagina (mlat. vāgīna „Scheide“,[1] griech. κόλπος kólpos „Mueterschoss“[2]) isch e schluuchförmigs primärs Gschlächtsorgan vo wiiblige Süüger zwüschen em Muetermund und Scheidevorhof, wo bim Gschlächtsverchehr dr Penis ufnimmt und au as Geburtskanal dient.

Begriff[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Au wenn der Begriff Vagina vor allem bi Süüger bruucht wird, verwändet men en au bi der Beschriibig vo analoge Organ bi andere Diergruppe. So findet mä bispilswiis au bi de Insekte e Vagina. Die chunnt as einzelni Struktur am achte Hinderliibsegmänt vor und isch mit Chitin uskleidet. Si nimmt bi der Begattig dr Aedeagus (s Analogon vom Penis bi de Insekte) vom Männli uf.

Anatomii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Vulva mit dr Vaginalöffnig(4):
1: Klitorisvorhut
2: Klitoris
3: die innere Schamlippe
4: d Öffnig vo der Vagina
5: die üssere Schamlippe

D Vagina isch e dehnbare, muskuläre Schluuch, wo bim Mensch 8 bis 10 cm lang isch. Bi ursprünglige Süüger wie de Kloakedier (Monotremata) und de Beutelsüüger (Metatheria) isch d Vagina paarig, wil bi ihne der Ändabschnitt vom paarige Müller-Gang, wo bim Embryo drus d Vagina entstoht, nit verschmilzt. Bi de Kloakedier ändet si mit em Änddarm in ere gmeinsame Körperöffnig, der Kloake.

Uf dr Siite vo der Gebärmueter stoht d Portio vaginalis vom Gebärmueterhals wien e Zapfe in d Vagina use. Dodrdur entstoht e grössers, hinders (dorsals) und e vorders (ventrals) Scheidegwölb (Fornix vaginae). Bin e baar Süügedier, wie öbbe de Säu, het s kei Portio und eso au kei Scheidegwölb. Der Zuegang zum Gebärmueterhals isch bim Mensch noch vorne abgknickt. Bi laiehafte Versuech e Schwangerschaft abzbräche, wo d Instrumänt dr Verlaufsrichdig vo der Scheide nooch iigfüehrt wärde, chömme die dorum in s hindere Scheidegwölb und durstosse däm si Dach. Dodrbi cha der Buuchfällsack verrisse wärde und e Peritonitis entstoh. Mit der Scheidenöffnig (Ostium vaginae oder Introitus vaginae) mündet d Vagina in dr Scheidevorhof (Vestibulum vaginae).

D Hinderwand (Dorsalwand) vo der Vagina isch dur Bindgwäb (Septum rectovaginale) mit em Rektum, d Wand gegenüber mit dr Blootere und dr Harnröhre verbunde.

D Vagina wird bi Jungfraue von ere chliine Membran, em "Jumpferehütli" (Hymen), deilwiis verschlosse. Es befindet sich am Übergang vo der Scheide in dr Scheidevorhof. Au wenn s Hymen intakt isch, git s normalerwiis en Öffnig, so dass s Menstruationsbluet und anderi Sekret chönne abfliesse.

In dr Hut vo der Vagina het s keini Drüese. Si isch e mehrschichtigs, unverhornts Plattenepithel. Si Höchi und Ufbau si vom Alter und vom Hormonstatus abhängig. S Epithel wird im Lauf vom Sexualzyklus ständig umbaut. Die Prozäss wärde dur Hormon, Östrogen und Progesteron, gstüürt. Zur Undersuechig wärde Epithelzälle mit eme schmärzlose Abstrich entnoh und uf eme Objektdräger mikroskopiert. Eso cha d Vaginalzytologii Uskumft über die aktuelli Zyklusphase vo der Frau ge. Hüte wird d Zyklusphasebestimmig allerdings dur Hormonundersuechige erwiiteret, für zum d Diagnosesicherheit z vergrössere.

Physiologii[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Vagina nimmt bim Gschlächtsverchehr dr Penis uf und s Sperma mit de Spermie din, wo von em usgstosse wird. Bi de Süüger, wo der Begriff für se im Allgemeine bruucht wird, wandere d Spermie denn dur e Muetermund (Gebärmueterhals) zur Gebärmueter (Uterus) und wiiter in d Eileiter. Dur d Vagina fliesst bi Primate au sMenstruationsbluet ab. Bi der Geburt wird d Vagina zum Geburtskanal für s Neugeborene.

Näbe der glatte Muskulatur in der Scheidewand het s um d Scheide ume quergstreifti Muskle. Der Musculus pubococcygeus, e Deil vom Musculus levator ani, isch e Muskle vom Beckibode. D Muskle uf beide Siite (Levatorschänkel) umfasse d Scheide wie e Schlinge und möche e trainierbare, willkürligi Verängig vo der Scheide möglig. D Kontraktion vo dene Muskle cha me vo der Scheide us gspüre.

D Vagina wird bi dr sexuelle Erregig mit ere wässrige Transsudation us em Epithel füecht gmacht, däm sait me Lubrikation. Die Bartholinsche Drüese, wo bi Erregig e schliimhaltigs Sekret absondere, münde in dr Scheidevorhof und machen en füecht. S Vaginalsekret isch under em Iifluss vom Sexualhormon Östrogen und von ere spezielle Scheideflora suur (pH-Wert 4 bis 4,5) und schützt dr wiiblig Genitaltrakt vor Infektione, wo vo usse chömme. Jedi Störig vo däm Vaginalmilieu steigeret d Afälligkeit für Infektione und mechanischi Reiz – es cha zun ere Scheidenentzündig (Kolpitis) mit Usfluss (Fluor vaginalis) cho. In der Pubertet merke vili Maitli e dütlige Fluor, wo dur die astiigendi Östrogenwirkig verursacht wird. Dä schliimig-glasigi Fluor isch es physiologischs Riifigszeiche. Es söll Fäll ge, wo dä Fluor, wo öbbe e Johr vor der erste Periode ufdritt, vo de Maitli as unagnähm und dräckig erläbt wird. Er isch aber e Zeiche von ere gsunde Entwigglig zur gschlächtsriife Frau und isch, solang er gruchlos isch, nume sehr sälte e Chrankhetszeiche. Vaginali Usflüss, won ä unagnähme Gruch hai, sötte vom ene Arzt undersuecht wärde, für zum mögligi Ursache wie Fremdkörper oder bakterielle Infekt z erkenne und z behandle.

Undersuechigsmöglichkeite[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Scheide cha mit de Finger abtastet wärde. Zur optische Beguetachtig verwändet mä e Spekulum, e Vaginoskop oder e Kolposkop. Für Undersuechige vo der Scheidehuut und vom Scheidemilieu macht mä Scheidenabstrich oder entnimmt Gwäbprobe mit ere Scheidebiopsii.

Verhüetig[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zu de vaginale Verhüteigsmethode zelt d Kombination us em Diaphragma und der Iifüehrig von ere chemische Wirksubstanz gege d Some (Spermizid, wo me cha as Gel oder Zäpfli chaufe). In de USA wärde au statt eme Diaphragma sogenannti „Verhüetigsschwämm“ us Polyurethan iigsetzt. Der Konzeptionsschutz (gmässe am Pearl-Index) isch aber weniger guet as bi hormonelle Methode.

E neueri Variante vo der vaginale Verhüetig isch s Femidom. Dodrbii handlet es sich um e Kondom für d Frau, e Polyurethan-Schluuch, wo vo zwei Ring offe ghalte wird und d Scheidewänd uschleidet. Es het so e kondomähnligi Funktion. Z Dütschland und in vile andere europäische Länder het sich s Femidom allerdings bis jetst nit duregsetzt, wil s schwiirig isch es iizfüehre und d Sicherheit chliiner isch as bim Kondom für e Ma.

Als hormonelli vaginali Verhüetigsmethode cha me sit e baar Johr der Vaginalring („NuvaRing“) bruuche. Das isch e weiche, durchsichtige, flexible Ring wo dief in d Vagina iigfüehrt wird und dört 21 Däg lang bliibt. Er git die gany Ziit Ethinylestradiol und Etonorgestrel ab und verhinderet so, wieb e Pille, dr Eisprung. Wil mit dere lokale Abgob vo de Hormon d Dosis niidriger cha agsetzt wärde und e systemischi Wirkig schwecher usfallt, siig d Näbewirkigsrote vom Vaginalring im Vergliich zu andere hormonelle Verhüetigsmethode chliiner. D Verhüetigssicherheit lit bim ene Pearl-Index vo 1 bis 2 und dodrmit under em Niveau vo der Pille. Wil der Vaginalring kei Barrieremethode isch, git si Lag in der Vagina nit dr Usschlag für d Funktion, aber er schützt im Gegesatz zum Kondom oder Femidom nit vor sexuell überdragbare Chrankheite.

Gschlächtsverchehr[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bim intravaginale Gschlächtsverchehr wird der Penis vom Ma in d Vagina vo der Frau iigfüehrt. Der intravaginal Gschlächtsverchehr cha, wie au anderi Forme vo der sexuelle Bedätigung, zum Orgasmus füehre. Wil d Vagina im Wäsentlige us relativ närvenarmem Gwäb bestoht, isch s under de Wüsseschaftler no umstritte, öb der vaginali Orgasmus dur d Reizig in der Vagina sälber oder dur d Reizig vo der Klitoris, wo indiräkt dur d Bewegig vom Penis bassiert, usglöst wird.

E Schlagwort, wo in däm Zsämmehang immer wider ufdaucht, isch der sogenannti G-Punggt, wo 1950 vom Ernst Gräfenberg entdeggt worde isch. Er lit öbbe drei bis vier Centimeter vom Vaginaliigang (Introitus vaginae) ewägg an der Vordersiite vo der Vagina und söll as sogenannts „inners Lustzentrum“ vo der Frau fungiere. D Existenz vo däm Punggt, wo im Durchmässer öbbe münzegross isch, isch under Expärte umstritte.

Bi de Dier wird der Gschlächtsverchehr as Begattig, Intromission, Kopulation, Paarig oder Deckakt bezeichnet.

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Vagina – Sammlig vo witere Multimediadateie

Fuessnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. In der klassische Antike het me s Wort vāgīna no nit in siner anatomische Bedütig verwändet. Im klassische Latin het vāgīna „Scheide vom ene Schwärt“, „Hülse“ bedütet; lueg J. M. Stowasser, M. Petschenig, F. Skutsch, R. Pichl, H. Reitterer, E. Sattmann, J. Semmler, K. Smolak, W. Winkler: Der Kleine Stowasser: Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch. Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, Wien, 2. Auflage 1987, ISBN 3-209-00225-8
    und „vagina“ under Online Etymology Dictionary
  2. Wilhelm Gemoll, Karl Vretska: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, 9. Auflage, ISBN 3-209-00108-1.
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Vagina“ vu de dütsche Wikipedia.

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