Friedrich Hölderlin

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Dialäkt: Schwäbisch
Dr Friedrich Hölderlin, em Johr 1792 gmôlt vom Franz Carl Hiemer

Dr Johann Christian Friedrich Hölderlin (* 20. März 1770 en Lauffa am Neggr, † 7. Juni 1843 en Diibenga), isch a deitscher Dichtr gwäa.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S Geburtshaus vom Hölderlin,
Zeichner oobekannt (um 1840)

Herkonft, Kendheit, Ausbildong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Friedrich Hölderlin isch am 20. März 1770 en Lauffa am Neggr uf d Welt komme. Sei Vaddr ischt Kloschdrhofmoischtr (a heherer Beamtr) en dera Stadt. Sei Muedr stammt aus ra schwäbischa Pfarrersfamilie. Wia der Bua grad amol zwoi Johr alt ischt, stirbt sei Vaddr. D Johanna Christina heiradet abr bald wiidr, nemlich da Johann Christoph Gok. Der ischt Birgrmoischtr en Nirdenga. Drum zuit d Johanna mit ihrem Bua Friedrich en dui Stadt om. Lang kô se mit ihrem nuia Mâ aber et glicklich sei, denn scho fenf Johr noch dr Hauzich wuud se zom zwoida Mol Witwe. Noch em Bsuech vo dr Niidriga Kloschdrschuel en Denggadorf ond dr Hehera Kloschdrschuel en Maulbronn will em Friedrich sei Muedr, dass ihr Bua schbätr amohl Pfarrer wuud. Drom goht der Kerle noch Diibenga, wo-nr am Stift evangelischa Theologii studiirt. Deet schliaßt’r Freindschaft mit seine Kommiliotona Georg Wilhelm Friedrich Hegel ond em Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. 1791 werdet seine erschde Gedicht voreffentlicht em Stäudlin seim Musa-Almanach firs Johr 1792. Zwoi Johr schbädr schließt’r sei Studiom ab mit dr Promozioo zom Magischdr dr Philosofii ond mit em theologischa Staatsexama. Dr Wonsch vo seira Muedr, Pfarrer zo werra, goht abr et en Erfillong.

Dui Zeit als Hauslehrer[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Dezembr 1793 tritt dr Hölderlin sei erschda Stell als Hauslehrer â, bei dr Charlotte von Kalb en Waltershausa en Thiirenga. Dui Frau ischt a guada Bekannda vom Friedrich Schiller. Uf dui Weis lernt’r au sein schwäbischa Landsmâ kenna. Der ischt dr Rausgeabr vo dr lidorarischa Zeitschrift Neue Thalia ond vereffentlicht deet a baar Doil vom Hölderlin seim Briafroman Hyperion.

Ogfähr zwoi Johr schbätr wuud dr Hölderlin Lehrer em Haus vom Bankier Gontard en Frankfurt am Main. Deet vorliabt’r sich Hals ibr Kopf en d Frau vo seim Schef, d Susette Gontard, ond dui erwidret sei Schwerma. Er hoißt se bloß Diotima, wo s weibliche Idealbild en seim Hyperion-Roman ischt. Des Techtlmechtl vo deane zwoi goht bis en Herbscht 1798. Wia nô dr Gontard merkt, was sei Weib ond sei Hauslehrer mitnandr treibet, macht’r deam Schbuuk a End ond jagt da Hölderlin drvoo.

Sei dridda Hauslehrerstell fendet’r 1801 en Hauptwil en dr Schweiz, wo-nr am-ma Dechterle vom a deitscha Kaufmâ Onderricht geit. Abr scho noch ma Viirtljohr wuud’r wiidr entlassa. Dô drnoch wohnt’r acht Monet bei seira Muedr en Nirdenga. Âfang 1802 drifft’r en Bordeaux en Frankreich ei. Deet wuud’r Lehrer em Haus vom deitscha Konsul Meyer. Abr au der ischt et mit-em zfriida, so dass’r scho em Juni wiidr da Hoimweag noch Nirdenga âtreda muaß. Dui ganza weida Stregge lauft’r z Fuaß.

Driabe Aussichda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Hölderlindurm en Diibenga

Wia-nr drhoim âkommt, isch’r em Kopf vollkomma vorwirrt. Er erholt sich abr bald ond kâ wiidr schaffa. Sei Freind Isaac von Sinclair, wo-nr 1794 en Jena kennaglernt hot, vorschafft em a Stell als Bibliothekar. Des goht abr et lang guet. Em Sommer 1806 ischt em Hölderlin sei geischdiga Vorwirrung so stark fortgschridda, dass’r weage ehre en a Krankahaus kommt. D Ärzt kennet abr bloß feschtstella, dass deam Kerle nemme gholfa werda kâ. Em Johr druff nemmt der Diibenger Schreiner Ernst Zimmer, wo a graußer Bewondrer von em ischt, da Hölderlin en sein Haushalt uf ond sorgt drfir, dass-em’s oinigormaßa guad goht. So dämmret der Dichter em-ma Durm am Neggr 36 Johr vor sich nô, bis’r am 7. Juni 1843 vom Daud erleest wuud.

Sei letschda Ruah fendet dr Hölderlin uf em Diibenger Stadtfriidhof. Deet kâ ma heit noh sei Grab âgugga.

A baar Sätz zo seim Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Hölderlin sei Werk mueß ma zwischa dr Klassik ond dr Romandik âsäha. Dr Dichtr hot en seine Gedangga ganz en dr Welt vo de alde Griacha gleabt. Fir d Form vo seine Gedicht hot’r antike Metra gnomma, em Friawerk hauptsächlich Hexameter ond schbätr freie Rhythma, wo sich nemme greimt hend. Was fir a graußa Bedeidong dr Hölderlin fir de deitsch Litradur hot, ischt erscht am Âfang vom 20. Johrhondert erkannt worra.

A Auswahl vo seine Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Hölderlin sei Grab uf em Diibenger Stadtfriidhof

Theadrstick[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Der Tod des Empedokles (Trauerschbiil)
  • Empedokles auf dem Ätna (Trauerschbiil)
  • Ödipus der Tyrann (Ibrsetzong vom Trauerschbiil vom Sophokles)
  • Antigone (nomôl a Ibrsetzung vom Sophokles, vo dära Fassong hot dr Carl Orff ontrem Nama Antigonae a Opr komboniirt)

Roman[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hyperion oder Der Eremit in Griechenland

Gedicht[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • An die Freiheit
  • An die Göttin der Harmonie
  • An die Menschheit
  • Dem Genius der Kühnheit
  • An die Natur
  • An die Parzen
  • Der Main
  • Der Neckar
  • Der Rhein
  • Am Quell der Donau
  • Brot und Wein
  • Versöhnender, der du nimmer geglaubt
  • Der Einzige
  • Patmos

A Beischbiil fir sei Lyrik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Doch uns ist gegeben
Auf keiner Stätte zu ruhn.
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahrlang ins Ungewisse hinab

(aus em Hyperion seim Schicksalslied)

Gsamtausgabe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Sämtliche Werke. 1846, hrsg. von Christoph Theodor Schwab. Erste Gesamtausgabe (s. Abb.)
  • Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, begonnen durch Norbert von Hellingrath, fortgeführt durch Friedrich Seebass und Ludwig von Pigenot, Berlin 1923 und 1943.
  • Sämtliche Werke, hrsg. von Friedrich Beißner. 8 Bde. Stuttgart, 1946–1985 („Stuttgarter Ausgabe“).
  • Sämtliche Werke und Briefe, hrsg. von Michael Knaupp, 3 Bde., Hanser, München, Wien 1992-1993.
  • Sämtliche Werke und Briefe in drei Bänden, hrsg. von Jochen Schmidt, Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt a. M. 1992 ff.
  • Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, hrsg. von D. E. Sattler. 20 Bde. und 3 Supplemente. Stroemfeld Verlag, Frankfurt a. M. 1975–2008 („Frankfurter Ausgabe“)

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Internationale Hölderlin-Bibliographie (IHB). Hrsg. vom Hölderlin-Archiv der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. 1804-1983. Bearb. Von Maria Kohler. Stuttgart 1985.
  • Internationale Hölderlin-Bibliographie (IHB). Hrsg. vom Hölderlin-Archiv der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Bearb. Von Werner Paul Sohnle und Marianne Schütz, online 1984 ff (seit 1. Jänner 2001: IHB online). Homepage vom Hölderlin-Archiv: http://www.wlb-stuttgart.de/archive/hoeld2.htm
  • Pierre Bertaux: Hölderlin und die Französische Revolution. Aufbau-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-351-01705-7 (einflussreiche, zuerst 1969 erschienene Studie über den „Jakobiner“ Hölderlin)
  • Pierre Bertaux: Friedrich Hölderlin. Eine Biographie. Insel Verlag, Frankfurt/M. 2000, ISBN 3-458-34352-0 (die zuerst 1978 erschienene Studie löste den Streit um Hölderlins „Wahnsinn“ aus; eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende umfassende Biographie gibt es nicht)
  • Roseline Bonnellier: « De Hölderlin et la question du père à la théorie de la séduction généralisée de Jean Laplanche: Avancée paradoxale de la traduction d’Œdipe en psychanalyse », Thèse reproduite par l'Atelier National de Reproduction des Thèses (Diffusion ANRT) 59046 Lille Cedex France, [1], 9 rue Auguste-Angellier, 59046 Lille Cedex France, ISBN 978-2-7295-7070-5
  • Roseline Bonnellier, Sous le soleil de Hölderlin: Oedipe en question - Au premier temps du complexe était la fille, Paris, L'Harmattan, Collection "Études psychanalytiques", février 2010, 358 pages, ISBN 978-2-296-10411-2
  • Manfred Engel: Der Roman der Goethezeit. Bd. 1: Anfänge in Klassik und Frühromantik: Transzendentale Geschichten. Metzler, Stuttgart, Weimar 1993, S. 321-380 (Analyse von Philosophie und Poetik, Interpretation des Hyperion).
  • Ulrich Gaier: Hölderlin. Eine Einführung. Francke, Tübingen 1993, ISBN 3-7720-2222-7 (anspruchsvolle Einführung; eigenwillig)
  • Ulrich Gaier u.a. (Hrsg.): Hölderlin Texturen. Hölderlin-Gesellschaft, Tübingen 1995 ff.
  • Dieter Henrich: Konstellationen. Probleme und Debatten am Ursprung der idealistischen Philosophie (1789-1795). Klett-Cotta, Stuttgart 1991, ISBN 3-608-91360-2
  • Dieter Henrich: Der Grund im Bewußtsein. Untersuchungen zu Hölderlins Denken (1794/95). Klett-Cotta, Stuttgart 1992, ISBN 3-608-91613-X (erörtert Hölderlins philosophische Entwicklung während der Jenaer Zeit)
  • Johann Kreuzer (Hrsg.): Hölderlin-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01704-4
  • Gunter Martens: Friedrich Hölderlin (Rowohlts Monographien; 586). Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50586-X
  • D.E. Sattler: Friedrich Hölderlin. 144 fliegende Briefe. Luchterhand, Darmstadt 1981, ISBN 3-472-86531-8
  • Jochen Schmidt: Hölderlins geschichtsphilosophische Hymnen 'Friedensfeier', 'Der Einzige', 'Patmos'. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3-534-10869-8.
  • Stefan Wackwitz: Friedrich Hölderlin 2. überarb. u. erg. Aufl. (Sammlung Metzler; 215). Metzler, Stuttgart 1996, ISBN 3-476-12215-8
  • Adolf Wohlwill: Hölderlin, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 728–734.
  • Martin Glaubrecht: Hölderlin, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 322–332.
  • Kristina Lohrmann: Friedrich Hölderlin. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 22, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2, Sp. 929-932.
  • Lexikon der deutschen Literatur, Humboldt Daschabuech Nr. 74, zwoida Uflag vo 1958
  • W. Grabert und A. Mulot: Geschichte der deutschen Literatur, Boirischer Schuelbuach-Verlag München, elfda Uflag vo 1966
  • Große Deutsche in Wort und Bild (vorschiidene Autora), Sondrausgab fir da Gondrom Verlag Bayreuth (1983), ISBN 3-8112-0340-1

Film[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Hälfte des Lebens. Spielfilm, DDR, 1984, 100 Min., Regie: Herrmann Zschoche, Darsteller: Ulrich Mühe, Jenny Gröllmann u. a.
  • Feuerreiter. Die Lebens- und Leidensgeschichte Friedrich Hölderlins. Spielfilm, Deutschland, 1998, 130 Min., Regie: Nina Grosse, Darsteller: Martin Feifel, Marianne Denicourt, Nina Hoss, Ulrich Mühe u. a.
  • Hölderlin. Schicksalsjahre in Homburg. Spielfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Regie: Rolf Pflücke, Micaela Lämmle; Darsteller: Herbert Schäfer, Nadine Geyersbach, Til Beyland u. a.; Kommentar: Jochen Schmidt, Peter Härtling
  • Hölderlin-Trilogie. Spielfilmtrilogie, Deutschland, 1992–2002, Regie: Harald Bergmann (Lyrische Suite. Deutschland, 1992, 84 Min.; Darsteller: Jean-Marie Straub, [do Samel, Otto Sander, D.E. Sattler u. a.; Hölderlin Comics. Deutschland, 1994, 90 Min.; Darsteller: Udo Samel, Walter Schmidinger, Otto Sander, Tina Engel, Rainer Sellien u. a.; Scardanelli. Deutschland, 2000, 112 Min.; Darsteller: André Wilms, Walter Schmidinger, Geno Lechner, Baki Davrak, Udo Kroschwald u. a.; Passion Hölderlin. Deutschland, 2002, 67 Min., Einleitung; Darsteller: Heinz Wismann, Detlef B. Linke, D.E. Sattler, Heinz Holliger u. a.)
  • Hölderlin-Fragmente. Spielfilm, Deutschland, 2009, 2 Fassungen: 12 Min./30 Min., Regie: Ingo J. Biermann, Darsteller: Jürgen Holtz, Raphael Kübler u. a.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Allmänd (Commons): Friedrich Hölderlin – Album mit witere Multimediadateie