Regierig

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Hops zue: Navigation, Suech
D Regierig vom schwizerische Bund: dr Bundesroot, 2016

D Regierig isch äini vo de mächdigste Instiduzioone im ene Staat. Si läitet, länkt und beufsichtigt d Politik gege inne und usse. E Regierig bestoot mäistens us eme Regierigsschef und meerere Minister, wo jede von ene en äignigs Ministerium het. Im ene bresidenzielle Süsteem wie zum Bischbil in de Veräinigte Staate isch s Staatsoberhaupt gliichzitig au dr Regierigsschef.

Vilmol isch d Bezäichnig Regierig e Sünonüüm für d Exekutive (die usfüerendi Gwalt) vom ene Staat oder eme politische Gebild, wo eme Staat äänlig isch. D Regierigsgwalt wird au as Gubernative bezäichnet.

In Bundesstaate git s Regierige uf verschidnige Eebene: uf dr Eebeni vom Bund und uf dere vo de Mitgliiderstaate wie de Kantöön in dr Schwiz oder de Länder in Dütschland.

Wie sich d Funkzion gänderet het[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Zur Zit vom Absolutismus[ändere | Quälltäxt bearbeite]

S zentrale und läitende Organ vo dr Staatsmacht isch in Öiropa mit dr Entwigglig vo dr bürgerlige Gsellschaft entstande. Die erste Aasätz drfür, under ene die zentralisierti Länkig vom Staat und vo sinere Bevölkerig mithilf von ere Armee, Bolizei, Bürokratii, Richderstand usw. het s scho in dr Absolute Monarchii gee. Zwar häi die absolutistische Monarche mit dr Zentralisierig vo de Regierigsfunkzione iiri Posizion gsterkt, si si aber eso finanziell vo de Handwärkerzümft und vom Bürgerdum, wo am Entstoo gsi isch, abhängig worde.

In dr Modärne[ändere | Quälltäxt bearbeite]

In de mäiste öiropäische Sprooche het dr Regierigsbegriff bis zur zwäite Helfti vom 19. Joorhundert die umfassendi Usüebig vo dr Staatsgwalt umfasst. Es isch nid nume d Ufgoob vo dr Regierig gsi, dr Staat z läite, sondern die ganzi Gsellschaft. Wo die liberale Verfassigsstaate entstande so, het sich d Idee duuregsetzt, ass sich d Gsellschaft sälber wurd stüüre. D Ufgoob vo dr Regierig het sich vo denn aa mee und mee uf d Ussepolitik beschränkt und uf s Duuresetze vo de Gsetz. Im Underschiid zur Verwaltig, wo ganz vom Gsetz abhängig isch, isch d Regierig drbii vor allem politisch aktiv.

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ulrich von Alemann, Politisches System der Bundesrepublik, in: ders., Grundlagen der Politikwissenschaft, Opladen 1952, 89-98
  • Badura, P., Regierung, in: Herzog, R. u. a. (Hg.), Evangelisches Staatslexikon, Bd. II, Stuttgart 1973, 1093-1147.
  • Barry, A., Osborne, T., Rose, N. (Hg.), Foucault and Political Reason. Liberalism. Neoliberalism and rationalities of government, London 1996.
  • Benz, A., Governance – Regieren in komplexen Regelsystemen. Eine Einführung, Wiesbaden 2004.
  • Bodin, J., Sechs Bücher über den Staat, 1576, München 1981ff.
  • Böhret, C., Wewer, G. (Hg.), Regieren im 21. Jahrhundert. Zwischen Globalisierung und Regionalisierung, Opladen 1993.
  • Boldt, H., Gewaltenteilung, in: Nohlen, D., Schultze, R.-O. (Hg.), Politische Theorien (=Lexikon der Politik, Bd. 1), München 1995, 152-156.
  • Braun, D., Steuerungstheorien, in: Nohlen, D., Schultze, R.-O. (Hg.), Politische Theorien (= Lexikon der Politik, Bd. 1), München 1995, 611-618.
  • Brunnengräber, A., C. Stock, Global Governance. Ein Jahrhundertprojekt, in: Prokla 29, 1999, 445-468.
  • Dean, M., Gouvernmentality. Power and Rule in Modern Society, London 1999.
  • Draude, A., Wer regiert wie? Für eine äquivalenzfunktionalistische Beobachtung von Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit (= DFG Sonderforschungsbereich SFB-Governance Working Paper Series Nr. 2), Berlin 2007.
  • Duchhardt, Heinz, „Westphalian System“. Zur Problematik einer Denkfigur, in: HZ 269, 1999, 305-315.
  • Ellwein, T., Einführung in die Regierungs- und Verwaltungslehre, Stuttgart 1966.
  • Michel Foucault, Geschichte der Gouvernementalität, Bd. I-II (Bd I: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Vorlesung am Collège de France 1977-78; Bd. II: Die Geburt der Biopolitik. Vorlesung am Collège de France 1978-79), Frankfurt/M. 2006.
  • Grande, E., Die neue Architektur des Staates. Aufbau und Transformation nationalstaatlicher Handlungskapazität – untersucht am Beispiel der Forschungs- und Technologiepolitik, in: Czada, R., Schmidt, M. G. (Hrsg.), Verhandlungsdemokratie, Interessenvermittlung, Regierbarkeit, Opladen 1993, 51-71.
  • Haus, Michael, Transformation des Regierens und Herausforderungen der Institutionenpolitik, Baden-Baden 2010.
  • Wilhelm Hennis u. a. (Hg.), Regierbarkeit. Studien zu ihrer Problematisierung, Bd. 1-2, Stuttgart 1977 u. 1979.
  • Hennis, W., Aufgaben einer modernen Regierungslehre, in: Politische Vierteljahresschrift, PVS 6, 1965, 422-437.
  • Hesse, J. J., Ellwein, T., Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 1 (Text) - Bd. 2 (Materialien), Berlin 20049.
  • Hübner, E., Das politische System der USA. Eine Einführung, München 20014.
  • Ilting, K.-H., „Sitte, Sittlichkeit, Moral“, in: Brunner, O., Conze, W., Koselleck, R. (Hg.), Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 5, Stuttgart 1984, 863-921.
  • Kerchner, B., Genealogie und Performanz. Überlegungen zu einer kritischen Analyse des Regierens, in: Schulze, G., Berghahn, S., Wolf, F. O. (Hg.), Politisierung und Ent-Politisierung als performative Praxis, 58-81.
  • Kohler-Koch, B., Einleitung. Effizienz und Demokratie, in: dies. (Hg), Regieren in entgrenzten Räumen (= PVS-Sonderband 29/1998), Opladen 1998, 11-25.
  • Kooiman, J. (Hg.), Modern Governance. New Government-Society Interactions, London u. a. 1993.
  • Kooiman, J., Governing as Governance, London 2003.
  • Korte, K.-R., Fröhlich, M., Politik und Regieren in Deutschland, Paderborn u. a. 20062.
  • Korte, K.-R., Was kennzeichnet modernes Regieren? Regierungshandeln von Staats- und Regierungschefs im Vergleich, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (B 5/2001).
  • Krasmann, S., Die Kriminalität der Gesellschaft. Zur Gouvernementalität der Gegenwart, Konstanz 2003.
  • Kerchner, VL Regierungssystem der BRD, WS 2007/08 41
  • Krasner, S. D., Westphalia and All That, in: Goldstein, J., Keohane, R. O. (Hg.), Ideas and Foreign Policy: Beliefs, Institutions, and Political Chance, Ithaca, London 1993, 235-264.
  • Krasner, S. D., Compromising Westphalia, in: International Security, 20, 1995/96, 115-151.
  • Lemke, T., Governance, Gouvernementalität und die Dezentrierung der Ökonomie, in: Reichert, R. (Hg.) Governmentality Studies. Analysen liberal-demokratischer Gesellschaften im Anschluss an Michel Foucault, Münster 2004, 63-73.
  • Loewenstein, K., Verfassungslehre, Tübingen 1957.
  • Mayer, O., Deutsches Verwaltungsrecht, Tübingen 1924.
  • Renate Mayntz, Politische Steuerung und gesellschaftliche Steuerungsprobleme - Anmerkungen zu einem gesellschaftlichen Paradigma, in: Ellwein, T. u. a. (Hg.), Jahrbuch zur Staats- und Verwaltungswissenschaft, Bd. 1, 1987, 89-110.
  • Mayntz, R., Politische Steuerung: Aufstieg, Niedergang und Transformation einer Theorie, in: Beyme, K. v., Offe, C. (Hg.), Politische Theorien in der Ära der Transformation (= PVS-SH 26/1995) Opladen 1996, 144-168.
  • Mayntz, R., Regulative Politik in der Krise? In: Matthes, J. (Hg.), Sozialer Wandel in Westeuropa. Verhandlungen des 19. Deutschen Soziologentages 1979 in Berlin, Frankfurt/M. 1979, 55-81.
  • Montesquieu, Ch.-L. de, Vom Geist der Gesetze, Bd. 1, 1748, Tübingen 1951.
  • Claus Offe, Krisen des Krisenmanagements, in: Jänicke, M., (Hg.), Herrschaft und Krise, Opladen 1973, 197-223.
  • Offe, C., Unregierbarkeit. Zur Renaissance konservativer Krisentheorien, in: Jürgen Habermas (Hg.), Stichworte zur „geistigen Situation der Zeit“, Frankfurt 1979, 294-318.
  • Prittwitz, V. v., Regieren, in: ders. Politikanalyse, Opladen 1994, 176-179.
  • „Regieren“, in: Duden. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache, Mannheim, Leipzig 1972, 581.
  • Regieren in entgrenzten Räumen, PVS-Sonderband 29/1998, hg. von Beate Kohler-Koch, Opladen 1998.
  • Reichert, R. (Hg.) Governmentality Studies. Analysen liberal-demokratischer Gesellschaften im Anschluss an Michel Foucault, Münster 2004.
  • Rosenau, J. N., Czempiel, E.-O. (Hg.), Governance without Government, Cambridge 1992.
  • Rudzio, W., Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 2005.
  • Scharpf, F. W., Die Handlungsfähigkeit des Staates am Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts, in: Kohler-Koch, B. (Hg.), Staat und Demokratie in Europa, Darmstadt 1992, 93-115.
  • Sellin, V., Regierung, Regime, Obrigkeit, in: Brunner, O., Conze, W., Reinhart Koselleck (Hg.), Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 5, Stuttgart 1984, 361-421.
  • Rudolf Smend, Die politische Gewalt im Verfassungsstaat und das Problem der Staatsform, in: ders., Staatrechtliche Abhandlungen, Berlin 1924.
  • Theo Stammen, Staatslehre, in: Dieter Nohlen, Schultze, R.-O. (Hg.), Politische Theorien (=Lexikon der Politik, Bd. 1), München 1995, 597-602.
  • Teschke, B., The Myth of 1648. Class, Geopolitics and the Making of Modern International Relations, London, New York 2003.
  • Klaus Dieter Wolf, Internationale Organisationen und grenzüberschreitendes Regieren, in: Herfried Münkler (Hrsg.), Politikwissenschaft. Ein Grundkurs, Reinbek 2003, 412-446.
  • Ziai, A., Zwischen Global Governance und Post-Development. Entwicklungspolitik aus diskursanalytischer Perspektive, Münster 2006.
  • Zürn, M., Gesellschaftliche Denationalisierung und Regieren in der OECD-Welt, in: Kohler-Koch, B. (Hg.), Regieren in entgrenzten Räumen (= PVS-SH 29/1998), Opladen, Wiesbaden 1998, 91-120.
Information icon.svg Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Regierung“ vu de dütsche Wikipedia.

E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.