Paul Sättele

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Dr Paul Sättele (* 30. Jänner 1884 z Diirä; † 29. Augschte 1978 z Iberlinge isch e dytsche Lehrer un Haimetdichter gsii.

Lääbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Sättele isch z Diirä uf d Wält chuu un het z Iberlinge langi Johr as Lehrer gschafft. Är isch Jeger gsi un isch gärn gwanderet, uf Bärg gchlätteret un gsäglet. Am Bodesee het er si fir Vogel- un Naturschutz yygsetzt. In syre Zyt as Studänt isch er als z Ischtai gsii.

Wu dr Basalt vum Hohenstoffeln het vollständig solle abböue wäre fir dr Böu vu NSDAP-Gebei z Berlin, het si dr Sättele zäme mit em Ludwig Finkh (1876-1964) un em „Freundeskreis der Stoffler“ fir dr Erhalt vum Bärg yygsetzt.

Mit em Naziregime het er aber duuruus simpatisiert. Anne 1934 schrybt er in sym Ufsatz „Das Gefallenendenkmal in Stockach“ in dr „Badische Heimat“ in dr velkische Sproch vu dr Zyt: „Der Ausdruck seines [Georgs] Gesichts ist ernst und gläubig [...]. Der Künstler wollte in dieser Gestalt symbolisch die Einigung des neuen Deutschland unter seinem großen Führer darstellen.“[1]

Dr Paul Sättele het Gedicht un Verzellige gschribe, uf Alemannisch un uf Hochdytsch, derzue het er au Volkstheaterstuck gschribe. Im Septämber 1954 isch dr Sättele bim alemannische Dichterdräffe z Badewyyler derby gsii. Mer chännt en vor allem fir dr Gedichtband „Markgräfler Trübel" vu 1925, wun er s Dorf Ischtai un d Landschaft um dr Chlotze bschribe het.

Dr Fritz Schülin schrybt 1969 zum 85. Geburtsdag vum Sättele:

„Vielseitig wirkend und gestaltend begegnete er seiner Umwelt, als Lehrer der ihn verehrenden Jugend, als Wanderer und Bergsteiger bis in seine hohen Tage, als Segler in Wind und Wetter, als Jäger im Schilfgebiet des Untersees, als Fischer an allen Ufern, als Gärtner, Tierfreund und „Vogelnarr", als Sänger der erlebten Heimat und Landschaft, als Mahner der bedrohten Natur, aber zunächst doch immer als Mensch, der das Leben lobte, liebte und als Dichter heiligte. Reich und gesegnet ist die Ernte, die er einbrachte. Der Oberrhein mit der Landschaft um den Klotzen, der Hegau, die Ufer des Bodensees, sind die Landstriche, welche Paul Sättele seit seiner frühesten Jugend durchschritt und wo er die Quellen fand, die sein Leben und Werk befruchteten. […] Doch bei all seiner Liebe und Nähe zur Heimat drängte der schöpferische Geist drängend aus den Tälern zu den Höhen und Weiten des Alls. Als Wissender kämpfte er mit Ludwig Finkh erfolgreich gegen die „geschäftstüchtigen Roboter" um die Erhaltung des Hohenstoffeln wie um den Schutz der schwer angegriffenen Klotzenlandschaft. […] In den „Markgräfler Trübel" (1925) ist seine Liebe zum Dorf und Klotzen ein Preislied geworden. „O du heilige Rhii — wie gohsch du mir i!" In seinem Wesen treu blieb er diesem Land bis in seine hohen Jahre ebenso ergeben und verbunden, wie ihn sein „Dörfli, lieb un chrumm" mit seinen Vettern und Basen dankbar verehrt.“

Das Markgräflerland. Jg. 31.1969, H. 1, S. 4–6

Zum 75 Geburtsdag het em d Gmai Ischtai dr Ehrerburgerbrief verlihe. Z Efringen-Kirchen isch e Stroß noch em gnännt wore, dr Paul-Sättele-Weg.

Wäärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Salomo. Der Bischof von Konstanz. Ein historisches Schauspiel in vier Aufzügen. Stadler, Konstanz [ca. 1910] 87 S.
  • Meersburg. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 11 (1924), S. 151
  • Brandung. Gedichte. Verlag Das Bodenseebuch, Konstanz [ca. 1925]. 79 S.
  • Markgräfler Drüübel. Alemannische Gedichte. Mit Holzschnitten von Erwin Krumm. Braun, Karlsruhe 1925. 144 S.
    • Markgräfler Trüübel. Alemannische Gedichte. Mit Zeichnungen von Julius Kibiger . 2. Aufl. Rombach, Freiburg im Breisgau 1964. 115 S.
  • In Schilf und Ried. Bilder vom Untersee. Mueller, Karlsruhe [ca. 1926] 112 S. : Ill.
  • Im Ried. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 13 (1926), S. 120
  • Sturm. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 13 (1926), S. 148
  • Der Konstanzer Hemdklonkerzug. In: Mein Heimatland. Badische Blätter für Volkskunde, ländliche Wohlfahrtspflege, Denkmal-, Heimat- und Naturschutz, Familienforschung. Freiburg i. Br. Bd. 13 (1926), S. 50-52
  • Lage und Umgebung von Konstanz. In: Deutschlands Städtebau. Dari-Verlag, Konstanz/Berlin-Halensee 1927, S. 5-9
  • Das Gefallenenmal in Stockach. In: Ekkhart. Landesverein Badische Heimat, Freiburg i. Br. Bd. 21 (1934), S. 187-191. Ill.
  • Der Bodenseemaler Karl Einhart. Zu seinem 50.Geburtstag. In: Ekkhart. Landesverein Badische Heimat, Freiburg i. Br. 1935, S. 58 ff.
  • Am Gnadensee. Ein Führer zu stillen Ufern. Hrsg. von den Verkehrsvereinen Allensbach u. Insel Reichenau. O. O. u. J. (ca. 1930). Mit zahlr. fotografischen Tafelabbildungen u. 1 Karte im Innendeckel. 42 S. u. 9 Bl. Anzeigen. Illustr. Or.-Kart.
  • Graf Zeppelin, der Erfinder des lenkbaren Luftschiffes, 1838–1917. In: Mein Heimatland. Badische Blätter für Volkskunde, ländliche Wohlfahrtspflege, Denkmal-, Heimat- und Naturschutz, Familienforschung. Freiburg i. Br. Bd. 22 (1935), S. 194-198
  • Bauernblut. Ein Kampf um Art und Scholle. Drei Aufzüge. Lenzkirch, Verlag der Stadtgemeinde, 1939; 21 cm (8°). 45 S.
  • Ein deutscher Konquistador .Erzähling um die Besitzergreifung Venezuelas. Buchausstattung: Hanns und Maria Mannhart. Volker-Verlag, Köln/Leipzig 1940. 165 S.
  • Die alte Stadt am See. In: Unser Konstanz. Ein Heimatbuch. Konstanz 1950, S. 8-11
  • Der Hütebub. Erzählung. Echo-Verlag, Konstanz 1954. 141 S.
  • O du hailiger Rhy. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 34 (1954), S. 7
  • Bodensee-Novellen. Nachwort von Ludwig Finckh. Schauenburg, Lahr/Schwarzwald 1956. 159 S. (Silberdistel-Reihe 16/17)
  • Ueberlingen im Spiegel des Sees. Rosgarten-Verlag, Konstanz 1959. 54 S.
  • Schilfzauber am Bodensee. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 41 (1961), 2/3, S. 105-107
  • Leben und Sterben einer Landschaft. Urmelodie Oberrhein. In Die Markgrafschaft. Beiträge aus Geschichte, Kultur und Wirtschaft des Markgräflerlandes. Monatszeitschrift des Hebelbundes. Hebelbund, Müllheim 1962, 4, S. 3-4
  • Überlingen. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br. Bd. 54 (1974), 1, S. 39
  • Reichenau. Gedicht. In: Badische Heimat. Mein Heimatland. Zeitschrift für Landes- und Volkskunde, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz. Rombach, Freiburg i. Br.. Bd. 54 (1974), 2, S. 264

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Dieter H. Stolz: Paul Sättele 80 Jahre alt – mit Ludwig Finckh stritt er um die Erhaltung des Hohenstoffeln. In: Hegau 17 1964 S. 115–116
  • Fritz Schülin: Paul Sättele. Der Dichter der „Markgräfler Trübel“. In: Das Markgräflerland. Jg. 31.1969, H. 1, S. 4–6
  • Julius Grimm: Paul Sättele, der Dichter der „Markgräfler Trüübel“ wurde 92 Jahre alt. In: Das Markgräflerland. Jg. NF 7(38).1976, H. 1/2, S. 173-174

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fueßnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Martina Blaschka: „Glücklich gewählt ist die Lage und vornehm der Obelisk, der mahnend zum Himmel ragt“. Denkmal für die gefallenen Kriegsteilnehmer am Ersten Weltkrieg in Stockach. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Bd. 43, Nr. 4 (2014): S. 242-247