Manfred Marquardt

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Dr Manfred Marquardt (* 25. Dezämber 1927 z Löörech; 14. Jänner 1982 ebedert) isch e dytsche Lehrer un Dichter gsii.

Lääbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Marquardt isch anne 1927 z Löörech uf d Wält chuu, as Suhn vun ere Handwärcherfamilie, sy Vater isch e Dabeziermaischter gsii. Vu 1934 bis 1939 isch er in syre Haimestadt uf d Hebelschuel gange un derno bis 1948 uf s Hans-Thoma-Gimnasium. Sy Schuelzyt isch im Zweete Wältchrieg zytwys unterbroche gsii dur e Arbetsdienscht z Behme un Chriegsdienscht in dr Wehrmacht. In dr letschte Chriegswuche isch er mit eme Kamrad vu dr Front abghaue in di amerikanisch bsetzte Biet. Bi Haidelbärg het er uf eme Buurehof gschafft un het si derno in d Haimet duregschlaa. Noch em Abitur het er an dr Universitet Fryburg ai Semeschter Filosofy, Pedagogik un Psichology studiertun vu 1949 bis 1951 derno an dr Pedagogische Akademy z Löörech. Är het en Abschluss fir s Lehramt an Volksschuele gmacht un derno z Marzell, im obere Kandertal, gschafft. Dert het er au d Sihn vum Wirt uf em Hochblaue (1167 m) unterrichtet, wun er als het mieße ufelaufe, im Winter mit Schyy. Ab 1956 het er z Nidereggene im Markgräflerland unterricht un vu 1964 bis zue sym Dod 1982 z Löörech-Stette an dr Neumattschuel.

Anne 1946 her er bi me Danzkurs d Gisela Schlageter chänneglehrt, wun er 1951 ghyrote het. Si hän zäme zwoo Dechtere ghaa.

Anne 1979 het er im Sälbschtverlag sy erschte Gedichtband „Eso goht's is“ uusegee, zwai Johr speter e zweete Band mit alemannische Gedicht. Dr Markus Manfred Jung schrybt iber em Marquardt syni Gedicht, s sei vor allem „die schonungslose Zeit- und Gesellschaftskritik, wie sie im 1981 erschienenen zweiten Gedichtband ‚Noo de Zwölfe‘ noch verstärkt zum Ausdruck kommt, die die Leserschaft der Region aufrüttelt. Er bereitete den Boden für die nachfolgenden Generation ‚Junge Mundart‘, die dank seiner Streitbarkeit auf ein Publikum stieß, das neue Töne und Gedanken in Mundarttexten annehmen konnte.“[1] Mit sym Essay „Hotzenwald, Stauhöhe 934“, wu zum erschte Mol am 3. Mai 1980 in der Basler Zytig erschinen isch, het er gege ne blante Stausee im Hotzewald aagschribe.

Im Johr 1982 isch dr Marquart am e Hirnturmor gstorbe. Sy Frau het 1984 postum no ne Band mit „Nachgelassene Gedichte in Alemannisch“ uusegee.

Dr Marquardt giltet hite dur syni wortgwaltig Sproch un d Radikalitet vu syne Täxt as ain vu dr wichtigschte alemannische Dichter vu Sidbade im 20. Johrhundert. In eme Ufsatz fir s Forum Allmende schrybt dr Markus Manfred Jung, dr Marquardt sei mit syne Gedicht wie ne Gwitter in di alemannisch Dichterwält yybroche, „in eine Welt, in der […] doch eigentlich immer wunderschönes Wetter geherrscht hatte, mit einem ewigblauen Hebel-Himmel über der Heimat, die in herrlicher Versblüte stand. […] Gedichte, die nicht mehr unterwegs waren, die nicht mehr vorsichtig ein eigenes Gelände erkundeten und absteckten; nein, Gedichte, die fertig dastanden wie Pfähle um eine Heimat, die schon lange nicht mehr die war, die man so gerne hatte und besingen konnte. Er setzte Pfähle ins Fleisch einer Heimatseligkeit, die rückwärtsgewandt beschaute und für gegenwärtige, rasante Veränderungen blind blieb.“[2]

Wäärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Marzeller Krippenspiel. 1954
  • Der Glasmann und die zehn Gebote der Wissenschaft. Roman. ca. 1972 (nit vereffetligt)
  • Gedanken zur Ordnungskrise in der Erziehung. Essay. 1975
  • Eso goht's is, Alemannische Verse. Mit Bildern von Herbert Späth und Worterläuterungen. 1979
  • Hotzenwald, Stauhöhe 934. Essay. 1980
  • Noo de Zwölfe, Alemannische Verse. 1981
  • Nachgelassene Gedichte in Alemannisch. 1984

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Markus Manfred Jung: Manfred Marquardt. In: D'Deyflsgiger, Badische Kulturzeitschrift Nr. 7, 1982
  • Gerhard Jung: Neue alemannische Dichtung am Hochrhein. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Badische Heimat, Heft 2 Juni 1983
  • Manfred Bosch: Anestelle, was de weisch – Eine Erinnerung an den Lörracher Dichter Manfred Marquardt. In: Das Markgräflerland, Band 1/2003
  • Markus Manfred Jung: Manfred Marquardt (1927–1982). In: Badische Heimat, Dezember 4/2002
  • Markus Manfred Jung: Manfred Marquardt. Forum Allmende

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fueßnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. DreylandDichterweg
  2. Forum Allmende