Dietmar Dath

Us der alemannische Wikipedia, der freie Dialäkt-Enzyklopedy
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dietmar Dath 2010

Dr Dietmar Dath (* 3. April 1970 z Ryyfälde) isch e dytsche Autor, Schurnalischt un Ibersetzer.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Dath isch im badische Schopfe ufgwagse un isch dert uf s Theodor-Heuss-Gymnasium gange. Speter isch er mit syym Vater uf Fryybeg zoge, wun er anne 1990 Abitur am Rotteck-Gymnasium gmacht het. No dr Schuel het er Zivildienscht an dr Fryybeger Uniklinik gmacht un derno Physik und Literaturwisseschafte an dr Universitet Fryybeg studiert[1]. Är läbt z Frankfurt am Main un z Fryybeg.

Syt 1990 vereffentligt er in in- un uusländische Zytige un Zytschrifte literarischi un schurnalistischi Byytreg zue gsellschaftlige un popkulturälle Theme, au unter Pseudonyme wie David Dalek, Dagmar Dath oder Dieter Draht. Scho in dr Schuelzyt het er fir s Satirezytschrift Titanic un fir s link Politmagazin konkret gschribe un het Läserbrief an di große Zytige gschickt unter em Pseudonym „Jochen A. Gessner“ (des A. stoht fir „Adolf“). Derzue het er im Lauf vu dr Johr vil Biecher us em Änglisch ibersetzt, z. B. vum Joe R. Lansdale, um Kodwo Eshun un em Buddy Giovinazzo. As Schurnalischt isch dr Dath vu 1998 bis 2000 Schefredakter vu dr Zytschrift Spex gsi un vu 2001 bis 2007 Feuilleton-Redakter vu dr Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Literarisches Werk[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Dath het mit zwelf syy erschte Science-Fiction-Roman gschribe. Syy erscht greßere Roman „... und katers leuchtspur tatzenweis“ (Dail 1 vun ere blante aber nie realisierte Hexalogii) het er 1990 z Fryybeg no as sälbergmachti Kopie verdailt. Ab Mitti 1990er Johr het er schließli syyni erschte Biecher in Independent-Verlag publiiziert. 2005 isch dr Dath zum Suhrkamp-Verlag gwägslet, wu syyni Arbeite zyterhär vereffentligt wäre. 2008 isch syy Roman Die Abschaffung der Arten uf d Shortlist zum „Dytsche Buechbryys“ chuu. Syy Wärch sin u. a. ins Griechisch un Änglisch ibersetzt wore. In syyne Romane verschafft dr Dath vilmol autobiografischi Inhalt, syyni Protoganischte heiße zem Byschpel David Dalek oder Martin Mahr (au mit Alliteration wie dr Namme vum Autor)), stamme us badische Chleistedt un schaffe in Zytigs- oder Zytschrifteredaktione. 2009 het d Internetsyte lit.radio e 62-deiligi Komplettläsig[2] vum fascht 1000-sytige Roman Für immer in Honig in s Internet gstellt, wu dr Autor un dr Andreas Platthaus im Frankfurter Literaturhuus gee gha hän.

Bolitischs Wirke[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bolitisch giltet dr Dath as linksorientiert[3]. Im Karl-Marx-Film vum Alexander Kluge dritt dr Dath as Experte uf. Im Jänner 2009 het er mit em Philipp Oehmke im Spiegel iber d „Zuechumft vum Marxismus“ dischpetiert[4] un het uf d Frog, eb är fir d „Beseitigung des kapitalistischen Systems“ sej, d Antwort: „Absolut.“[4] Dodno hofft dr Dath uf s „System der gemeinschaftlichen, arbeitsteiligen, demokratischen Produktion auf dem Stand der höchstentwickelten Technik“[4]. Em Dath syy bolitischi Uussage sin umstritte, zem Byschpel syy Aktualisierig vu leninistische Theorie (zem Byschpel in „Für immer in Honig“, wun er uusdricklig Bezug nimmt uf em Lenin syy „Was tun?“). Wu dr Essay „Maschinenwinter“ erschine isch, het dr Matthias Bröckers dr Autor uuszännt as "Lenin 2.0"[5], derwylscht dr Christian Schlüter em Wärch "handelsübliche Plattitüden" vorgworfe het un s im beschte Fall het welle läse as e "von allerlei Vorlieben geprägtes Bekenntnis"[5].

Poetik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Uf d Frog no syyre Poetik het dr Dath d Antwort gee, är diej Text schryybe, wu „nicht davon handeln, wie es ist, sondern davon, wie es sein sollte, wie es hoffentlich nicht sein wird oder wie es ganz neutral sein könnte. Und das sind nun mal spekulative oder phantastische Texte.“[4] Dr Roman sälber het dr Dath e „Allesfresserform“ gnännt[6].

Rezeption[ändere | Quälltäxt bearbeite]

D Literaturkritik het dr Dath e „hyperproduktive Autor“ gnännt (Die Welt)[7], e „Gedanken- und Textgenerator“ (Perlentaucher.de)[8], wu d „Möglichkeiten des Sprechens“ erforsche diej un wu d „Denkgrenzen nichts gelten“[7]. Em Dath syy Roman handle vu „Darwin, Marx, Fantasy, Heavy Metal, Zombies und Gentechnik.“[4] In s Simon Urbans Roman Plan D het dr Dath e Gaschtufdritt as Kulturminischter vu dr DDR.

Uuszeichnige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Ferderbryys zum Lessing-Preis für Kritik 2008
  • Ferderbryys fir Literatur vu dr „Akademie der Künste“ Berlin 2009
  • Kurd-Laßwitz-Bryys 2009 fir Die Abschaffung der Arten
  • Kurd-Laßwitz-Bryys 2013 fir Pulsarnacht

Wärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Roman, Verzellige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Cordula killt Dich! oder Wir sind doch nicht Nemesis von jedem Pfeifenheini. Roman der Auferstehung. Berlin: Verbrecher Verlag 1995
  • Die Ehre des Rudels. Horrornovelle. Berlin: Maas Verlag 1996
  • Charonia Tritonis. Ein Konzert, Dumme bitte wegbleiben. Erzählung. Berlin: SuKuLTuR Verlag 1997
  • Skye Boat Song. Roman. Berlin: Verbrecher Verlag 2000
  • Am blinden Ufer. Eine Geschichte vom Strand und aus den Schnitten. Roman. Berlin: Verbrecher Verlag 2000. Neuauflage: 2009
  • Phonon oder Staat ohne Namen. Roman. Berlin: Edition Pfadintegral im Verbrecher Verlag 2001. Neuauflage: 2004
  • Schwester Mitternacht. Roman (mit dr Barbara Kirchner). Berlin: Verbrecher Verlag 2002
  • Ein Preis. Halbvergessene Geschichte aus der Wahrheit. Berlin: SuKuLTuR Verlag 2003
  • Für immer in Honig. Roman. Berlin: Implex Verlag 2005. Neuauflage: Berlin: Verbrecher Verlag 2008
  • Dirac. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2006
  • Waffenwetter. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007
  • Das versteckte Sternbild. Roman (as David Dalek). Berlin: Shayol Verlag 2007
  • Die Abschaffung der Arten. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2008
  • Sie schläft. Filmroman Edition Phantasia 2009
  • Sämmtliche Gedichte. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2009
  • Deutschland macht dicht. Roman. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2010
  • Eisenmäuse. Ein verschlüsselter Sittenspiegel. Lohmar: Hablizel 2010
  • Kleine Polizei im Schnee. Erzählungen. Verbrecher Verlag, Berlin 2012
  • Pulsarnacht. Roman. Heyne, München 2012, ISBN 978-3-453-31406-1.
  • Feldeváye. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-46510-3.
  • Deutsche Demokratische Rechnung. Eine Liebeserzählung. Roman. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-359-02471-2.
  • Venus siegt. Roman. Hablizel Verlag, Lohmar 2015, ISBN 978-3941978188.
  • Leider bin ich tot. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3518466544.

Theaterstuck[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Waffenwetter. UA 17. April 2009, Nationaltheater Mannheim
  • Die Abschaffung der Arten. UA 8. November 2009, Deutsches Theater Berlin[9]
  • Annika. Spiel für fünf Menschen, UA Februar 2011, Schauspiel Frankfurt, Frankfurter Positionen 2011
  • Sie schläft. UA 12. März 2011, Zimmertheater Tübingen[10]
  • Regina Oder Die Eichhörnchenküsse, UA 22. September 2011, Nationaltheater Mannheim[11]
  • Farbenblinde Arbeit, UA 17. Dezember 2014, Nationaltheater Mannheim[12]

Graphic Novel[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Mensch wie Gras Wie. Graphic Novel (mit Oliver Scheibler). Verbrecher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-943167-76-4

Essay, Sachbiecher, Schurnalismus[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Schöner rechnen. Die Zukunft der Computer. Berlin: Berliner Taschenbuch Verlag 2002
  • Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen. Frankfurt/Main: Eichborn Verlag (Die andere Bibliothek) 2003
  • Sie ist wach. Über ein Mädchen das hilft, schützt und rettet. Berlin: Implex Verlag 2003
  • Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2005
  • Heute keine Konferenz. Texte für die Zeitung. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007 (edition suhrkamp)
  • The Shramps. Mit Daniela Burger. Berlin: Implex Verlag / Verbrecher Verlag 2007
  • Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2008 (edition unseld)
  • Rosa Luxemburg, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2010 ISBN 978-3-518-18235-2
  • Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee (zämme mit dr Barbara Kirchner). Berlin 2012
  • Lost. Diaphanes Verlag, Zürich und Berlin 2012, ISBN 978-3037342336.
  • Verbotene Verbesserungen. Mit Heike Aumüller. Starfruit Publications, Nürnberg 2012, ISBN 978-3-922895-23-7.
  • Lichtmächte. Mit Swantje Karich. Diaphanes Verlag, Zürich und Berlin 2013, ISBN 978-3037342350.
  • Klassenkampf im Dunkeln: Zehn zeitgemäße sozialistische Übungen. Konkret Texte 65. Konkret Verlag KVV, Hamburg 2014, ISBN 9783930786749
  • "Niemand ist zur Konstruktivität verpflichtet, wenn die Welt scheiße ist." Zur Aktualität Herbert Marcuses. Teil 1. Konkret (Zeitschrift), H. 10, 2014, S. 8 - 11. Ein Gespräch von D. D. mit Hermann L. Gremliza, Thomas Ebermann, Robert Stadlober und Andreas Spechtl
  • Superhelden. Reclam, Leipzig 2016, ISBN 978-3-1502-0420-7.

Lyrik[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Gott ruft zurück. Gedichte. Leipzig: Connewitzer Verlagsbuchhandlung 2011

Audio[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Im erwachten Garten. Mit Kammerflimmer Kollektief. Staubgold 2009
  • Die Abschaffung der Arten. Mit Mouse On Mars. Intermedium 2011
  • Ovale Fenster. Hörstück von Dietmar Dath, Thomas Weber und Volker Zander. Musik: Kammerflimmer Kollektief. SWR ars acustica 2012
  • Farnschiffe als The Schwarzenbach (mit Kammerflimmer Kollektief). CD, ZickZack 2012.
  • Larissa oder Sprich diesen Tod nicht aus. Hörspiel von Dietmar Dath & Thomas Weber. Musik: Kammerflimmer Kollektief. SWR ars acustica 2013
  • Antilopenverlobung. Mit Mareike Maage. Regie: Leonhard Koppelmann. BR 2013.
  • Silber gegen Ende. Mit The Schwarzenbach. Hörstück von Heike Aumüller, Dietmar Dath, Johannes Frisch und Thomas Weber. SRF 2014.
  • Largoschmerzen. Hörstück von Dietmar Dath. Musik: Georg Zeitblom. Regie: Leonhard Koppelmann. BR 2014.

Ibersetzige[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Kodwo Eshun: Heller als die Sonne: Abenteuer in der Sonic Fiction. Id-Verlag 1999
  • Joe R. Lansdale: Drive-In. Maas Verlag 1997
  • Buddy Giovinazzo: Cracktown. Maas Verlag 1995
  • Paul Di Filippo: Mund voll Zungen. Suhrkamp Verlag 2010

Sunschtigi Vereffentlichunge[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Liz Disch und der Hermit King. Mit: Ik krijg je nog wel und Adler in Ordnung. Hrsg. Barbara Kirchner, Kevil Library No.2, Graben Verlag 1994
  • Contra naturam. In: Johannes Ullmaier (Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S. 386-411
  • Vier Treppen durch Döblin. Essay. In: Neue Rundschau 120/1, S. 23-31. Frankfurt/Main: S. Fischer 2009
  • Solus Ipse. Leerer Drache. In: Karla Schmidt (Hrsg.): Hinterland. Wurdack, Nittendorf 2010, ISBN 978-3-938065-69-3.
  • Derzue iber 700 vor allem feuilletonistischi Vereffentlichunge in Zytige, Zytschrifte un Anthologie (u. a. in Titanic, FAZ, Spex, Konkret, Jungle World)[13]

Literatur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Nacim Ghanbari: Allen danken. Dietmar Daths Paratexte. In: Natalie Binczek u. a. (Hrsg.): Dank sagen. Politik, Semantik und Poetik der Verbindlichkeit. Fink, München 2013, ISBN 978-3-7705-5669-4, S. 111–120.
  • Florian Kappeler, Sophia Könemann: Jenseits von Mensch und Tier. Science, Fiction und Gender in Dietmar Daths Roman “Die Abschaffung der Arten“. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft. 4 (2011), S. 38–47, (online)
  • Hartmut Kasper: „Wenn die Macht sehr dick tut, wird Science Fiction zum Randvergnügen.“ Ein Gespräch mit Dietmar Dath. In: Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. Heyne, München 2007, ISBN 978-3-453-52261-9, S. 443–461.
  • Scen-Eric Wehmeyer: Sämmtliche Gedichte/Sie schläft, in: Das Science Fiction Jahr 2010, herausgegeben von Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke, Heyne, München 2010, S. 893-898. ISBN 978-3-453-52681-5
  • Stefan Willer: Dietmar Daths enzyklopädische Science Fiction. In: Arcadia. Jg. 48, Heft 2 (2013), S. 391–410.
  • Hartmut Kasper: Pulsarnacht. In: Das Science Fiction Jahr 2013. Herausgegeben von Sascha Mamczak, Sebastian Pirling und Wolfgang Jeschke, Wilhelm Heyne Verlag, München 2013, S. 364–368, ISBN 978-3-453-53444-5.

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Interview mit em Dath[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Literarischi Wärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fueßnote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. [1]
  2. http://litradio.net/such-ergebnis/alte-zuerst.html?searchphrase=all&searchword=dath+honig (Site cha nüme abgrüeft wärde; Suche im Webarchiv)[2] [3] Vorlage:Toter Link/litradio.net
  3. [4]
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Philipp Oehmke: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-63806970.html „Schreiben, wie die Welt sein sollte“], Der Spiegel, vum 26. Jänner 2009. Abgruefe am 10. Mai 2010
  5. 5,0 5,1 http://www.perlentaucher.de/buch/29408.html
  6. http://literaturen.partituren.org/de/archiv/2008/ausgabe_0108/index.html?inhalt=20071218111705#20071218111705 Archivlink (Memento vom 3. Oktober 2011 im Internet Archive)
  7. 7,0 7,1 Thomas Lindemann: Die völlig verrückten Welten des Dietmar Dath, Welt Online, vum 6. Oktober 2007. Abgruefe am 10. Mai 2010
  8. http://www.perlentaucher.de/buch/30155.html
  9. Spiegel Online: Aus dem Maul des Löwen, 9. Novämber 2009
  10. Aufnahmen 'Sie schläft. Archivierte Kopie (Memento vom 30. Oktober 2010 im Internet Archive)
  11. http://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=1067
  12. nationaltheater-mannheim.de
  13. vgl. doderzue d Website Singlegeneration (Memento vom 29. April 2018 im Internet Archive) un d Abfrog vum Innsbrucker Zytigsarchiv