Der Trompeter von Säckingen

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Wärkdaate
Ditel: Der Trompeter von Säckingen
Originalditel: Der Trompeter von Säckingen
Form: Sengschbiil
Originalsprooch: deitsch
Muusig: Victor Ernst Nessler
Libretto: Rudolf Bunge
Uruffüerig: 4. Mai 1884
Ort vo dr Uruffüerig: Leipzig
Lengi vo dr Opere: ogfähr zwoiahalb Stond
Ort und Zit vo dr Handlig: Heidelberg, Säckenga ond Omgebong, em ond kurz nôch-em dreißgjähriga Kriag
Persoone
  • dr Freiherr von Schönau (Bass)
  • d Maria, sei Dechterle (Sopran)
  • dr Graf von Wildenstein (Bass)
  • d Gräfin von Wildenstein, sei gschiidena Frau ond d Schwägere vom Freiherra (Alt)
  • Damian, em Grafa sei Soh us dr zwoida Ehe (Tenor)
  • dr Werner Kirchhofer, a Student (Bariton)
  • dr Konradin, a Landsknecht (Bass)
  • dr Haushofmoischtr (Bariton)
  • dr Rekdor vo dr Uni (Bass)
  • Studenda, Landsknecht, Soldada, Baura ond Leit vom Volk (Chor ond Stadischda)
Dialäkt: Schwäbisch
dr Kombonischt vo dera Opr, dr Victor Ernst Nessler

Der Trompeter von Säckingen – schwäbisch dr Drombeedr vo Säckenga – ischt a Romandischa Opr e-ma Vorschbiil ond drei Uffziig vom elsässischa Kombonischda Victor Ernst Nessler. S Libreddo stammt vom Rudolf Bunge. Als Vorlag hôt’r s gleichnamige Versepos vom Joseph Victor von Scheffel benutzt. Zom erschda Môl ibr d Bihne ganga isch des Werk am 4. Mai 1884 z Leipzig. A Uffihrong dauret rond zwoiahalb Stond.

Handlong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Ort ond Zeit[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dui Opr schbiilt en de badische Städt Heidelberg ond Säckenga, s Vorschbiil en de ledschde Jôhr vom 30-jähriga Kriag ond d Uffziig 1 bis 3 en de Jôhr dornôch. [1]

Vorschbiil[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bild: Em Hof vom Heidlberger Schloss bei Nacht

A Grubbe vo Studenda stemmt a Lobliad uff Heidelberg ôô:

Alt Heidelberg, du feine,
Du Stadt an Ehren reich
Am Neckar und am Rheine
Kein’ andre kommt dir gleich.[2]

Kaum hôt em Kurfirschda sei Haushofmoischtr dia Kerle uffgfordret, ruhich zo sei, machet se sich au scho ibr-en luschdich. Oiner vo de Studenda, dr Werner Kirchhofer, hôt sei Drombeed drbei ond wuud vo seine Komilidoona uffgfordret, a Solo zo blôôsa, ond glei fanget älle wiider zom Senga ôô. En seira Vorzweiflong droht dr Haushofmoischtr de Senger, da Rekdor vo dr Universideet komma zo lau, was abr uff dia Studenda koin graußa Eidruck macht. Em Schlosshof send au a baar Landsknecht ôôwesend. De selle ihr Ôôfihrer Konradin ischt ganz begeischdret vom Werner seim Drombeedaschbiil. Drom will’r dean Burscha fir seine Landsknecht werba. Oinerseits dät dr Werner gern mitmacha, weil’r Schbass am Reida hôt, abr andrerseits erfehrt bei dera Glegaheit dr Zuschauer, dass dr Werner als Jugendlicher vo-ma Heidlberger Professor e-ma fahrenda Volk abkauft ond schbäder zom Studiom an dr Heidlberger Uni vorpflichdet wôrra ischt. Schliaßlich daucht dr Rekdor uff ond vorweist d Studenda vom Platz. Jetzt abr ziaget’s dia älle vor, en da Denscht vo de Landsknecht zo dredda.

Erschder Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bild: Platz vôr dr Kirch en Säckenga

D Birger vo Säckenga feirat ausglassa a Fescht zo Ehra vom heiliga Fridolin, em Namenspatron vo dr Kirch. Dr Konrad, wo enzwischa en stedtische Denscht stôht, wuud vo a baar Eiwohner en-an Streit vorwicklet. Uff oimôl kommt dr Werner Kirchhofer en d Stadt, ond dia zwoi Freind begriaßet sich ganz herzlich.

D Gräfin von Wildenstein schickt sich ôô, mit ihrer Nichde Maria en d Kirch zo ganga. A baar uffsässige Baura wellet des vorhendra ond vorschberret deane zwoi Frauazemmer da Weag. Dr Konrad ond dr Werner wellet deane hilflose Persona helfa ond treibet dia Baura usnandr. Wia sich nô dr Werner ond Maria geganiiber standet, fendet-se ganz schnell Gfalla an-anander. Derweil ondrhelt sich dr Konrad mit dr Gräfin ond vorzehlt-ra, was’r so älles ibr-em Werner sei Herkunft woiß. Dô drbei erfehrt’r, dass dui adliga Daam d Mueder vo-ma Bua ischt, wo-ra em Kendesalder graubt wôrra ischt ond jetzt ogfähr so alt sei dirft wia dr Werner . – Jetzt abr wuud’s fir dia Fraua Zeit, en d Kirch neizganget. Wehmiadich gucket dr Werner dr Maria hendrher.

Vorwandlong: A Zemmer em Freiherra von Schönau seim Schloss

Dr Freiherr von Schönau hadret mit dr Welt, weil-en s Zibberle plôgt.[3] Er moint, s kennt nemme lang daura, bis sei Bsuech drherkommt: Dr Graf von Wildenstein mit seim Soh Damian. Dr Hendrgrond isch der, dass selle zwoi hochherrschaftliche Manna vôr einiger Zeit beschlossa händ, ihre Kendr mitanander zo vorheirada, also Maria mit-em Damian. Der Bsuech lôôt abr lang uff sich warda.

D Gräfin ond d Maria kommet vo ihrem Kirchgang zruck ond vorzehlet, was-en uff-em Kirchplatz widerfahra ischt. Wia dr Hausherr ebbes vo-ma Drombeedr heert, schbitzt’r d Ohra. Ehm ischt nemlich vor noh net langer Zeit sei Schlossdrombeedr gschdôrba, wo d Uffgab ghet hôt, bei-ra Gfahr a Signal zo blôôsa. Drom schlegt-em sei Dechterle vor, er soll doch da Werner fir dui Uffgab eistella. Au wenn sei Schwägere, d Gräfin von Wildenstein, Bedenka ôômeldet, befihlt dr Freiherr, sellen Drombeedr uff dr Stell komma zo lau.

Dr Freiherr fendet schnell Gfalla a deam fescha jonga Môô ond stellt-en et bloß als Drombeedr ei, sondern au glei noh als Musiklehrer fir sei Dochder. Dui zeigt sich dô driiber hoch erfreid ond sehnt da Zeitponkt herbei, wo-se mit-em Werner alloi sei kôô.

Zwoider Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

A Statue vom Drombeedr em Park vom Schloss Schönau

Bild: Em Park vom Freiherra seim Schloss

Dr Werner klagt em Konradin sei Loid dô driber, dass-em’s bisher noh et glonga ischt, au bloß amôl a baar Menudda mit dr Maria alloi zo sei. Emmer wär d Gräfin als Uffbassere drbei. Wia de sell nô mit ihrer Nichde em Park eidrifft, greift dr Konradin zo-ra Lischt, om seim Freind zo helfa. Er sait zo dr Gräfin, dr Freiherr dät-se bidda, mit ehm (Konradin) en da Weikeller zo ganga ond dui Menge vom Wei feschtzolega, wo dr Kurfirscht fir seine Gäscht braucha dät. Der Plôô funkzioniirt: d Gräfin ziagt mit-em Konradin ab. Der Werner ond Maria send endlich mitnander alloi ond nutzet dui Zeit, om sich ausgiibich zo kissa. Lang gôht des abr et guat. Bald kommt d Gräfin wiider zruck en da Garda ond entdeckt dia zwoi jonge Leit en inniger Omarmong. Entsetzt eilt-se zom Freiherra ond vorzehlt-em älles briahwarm. Dô druff kriagt au dr sell a Wuat ond sait, er häb fir sei Dochder scho an standesgemäßa Schwiagersoh ausgwehlt – da Damian, em Grafa sei Soh aus dr zwoida Ehe.

Mit-ma Fanfarageteen vorkindiget d Herold d Ôkonft vom Grafa ond seim Soh. Weil sich der abr als a troddeliger Kerle erweist, weigret sich d Maria, so en Vorsager zom Môô zo nemma. Dr Freiherr abr ignoriirt des Gejammer vo seim Dechterle ond befihlt seim Musiklehrer, uff dr Stell aus seim Ôwesa zo vorschwenda. Traurich nemmt dr Werner Abschiid ond sengt s bekanndeschde Stick us dr Opr:

Das ist im Leben hässlich eingerichtet,
Dass bei den Rosen gleich die Dornen stehn,
Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,
Zum Schlusse kommt das Voneinandergehn.
In deinen Augen hab' ich einst gelesen,
Es blitzte drin von Lieb und Glück ein Schein:
Behüt' dich Gott, es wär so schön gewesen,
Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein.

Dridder Uffzug[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Bild: Em Hof vom Freiherra seim Schloss

D Maria ischt e-na diafa Trauer vorfalla ond beklagt da Vorluscht vo ihrem Drombeedr. Mr heert, dass des Schloss vo uffbrôchde Baura belagret wuud. Dr Graf von Wildenstein schwätzt mit Englszonga uff sein Jonga nei, er soll doch an Ausfall waaga. Weil abr em Damian seine Knia vor lauder Angscht schloddret, misslengt der Ausfall grendlich. Uff oimôl dauchet uff dr Bildfleche dr Werner ond dr Damian mit-ra Grubbe Landsknecht auf ond vortreibet dia uffsässige Baura. Dô drbei ziagt sich dr Werner an seim Arm a Vorletzong zua. Beim Vorbenda vo dr Wond entdeckt dr Damian a Zoiche, wo em Wabba derer von Wildenstein gleicht. Jetzt wuud dr ganza Gsellschaft bewusst, dass dr Werner en Wirklichkeit dr Soh aus-em Graf von Wildenstein seira erschda Ehe ischt ond somit da sella amôl be-erba därf. Ondr deane Omstend will nadiirlich dr Freiherr vom troddeliga Damian nix meh wissa ond geit sei Dechterle em Werner zor Frau. Mit-ma graußa Jublgsang endet des Bihnawerk.

Bedeidong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Mit seira Opr Der Trompeter von Säckingen hôt dr Nessler an sensazionella Erfolg erziilt, wo-nen sozosaga ibr Nacht em ganza deitsch-schbrôchiga Raum bekannt gmacht hôt. Bald hôt fascht jedes Opernhaus des Werk uff-em Schbiilplôô ghet. Lang hôt der Erfolg abr et ôôghalda. Scho Ôfang vom 20. Jôhrhondert isch dr „Drombeedr” wiider aus de Opernheiser vorschwonda.

Selle zwoi Musikschriftsteller Gerhart von Westerman (1894 bis 1963) ond Karl Schumann (1925 bis 2007) fasset ihr Urteil ibr de volkstimliche deitsche Opra en dr zwoida Hälfde vom 19. Jôhrhondert em Allgemeina ond ibr d „Drombeedr-Oper” em Bsondra so zamma: „Ansätze zu einer volkstümlichen Richtung auf romantischem Boden versandeten schnell in peinlicher Rührseligkeit. Als Musterbeispiel für solch sentimentalen Auswüchse sei Victor Nessler […] mit seinem einst viel gepriesenen Trompeter von Säckingen angeführt; das wehmütige Abschiedslied aus dieser Oper ‚Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen’ errang bekanntlich ungeheure Volkstümlichkeit.“ [4].

Uffnahm[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Vom Drombeedr vo Säckenga geit’s a Gesamtuffnahm bei Capriccio uff zwoi CDs mit em Hermann Prey, em Franz Hawlata, em Christoph Spath, em Alfred Kuhn, dr Katharina Kammerloher, em Chor ond Orkeschtr vom Rundfunk en Keln ondr dr Leidong vom Helmuth Froschauer.[5]

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Oinzlne Nôchweis ond Fuaßnoda[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Hertha Bauer: Oper, Operette, Ballett, Humboldt-Verlag Frankfurt am Main, 1954, Daschabuach Nr. 27, S. 165
  2. Originaltekscht vom Scheffel. Dui Stroof hôt au Eigang ens Badnerlied gfonda.
  3. „Zipperle“ ischt a alder Ausdruck fir en Gichtôôfall, wo saumäßich weh duet.
  4. Knaurs Opernführer. Droemers/Knaur, München 1952
  5. http://www.operone.de/opern/trompete.html