Albrecht Ludwig Berblinger

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Em Schneider von Ulm sei missglickder Flug en-ra zeitgenessischa Darstellong
Dialäkt: Schwäbisch

Dr Albrecht Ludwig Berblinger (* 24. Juni 1770 z Ulm, wo-nr am 28. Januar 1829 au gschdorba ischt) ischt a deitscher Erfender ond Flugpioniir gwäa. Besser bekannt bei de Leit ischt seller Moo ondr dr Bezeichnong Schneider von Ulm.

Aus seim Leaba[ändere | Quälltäxt bearbeite]

A Zoichnong vom Berblinger seira „Fuaßmaschee“
Em Berblinger sei oigahändiga Konstruktionsskizze vo seim Fluggerät
dr Albrecht Ludwig Berblinger uff-ra Poschtkart vo 1908

Abstammong ond Ausbildong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Dr Albrecht Ludwig Berblinger kommt am 24. Juni 1770 en dr Freia Reichsstadt Ulm an dr Donau uff d Welt. Seine Eltra geabet-em da gleicha Nama, wia-nr scho dr Vadder hot. Dr sell schafft em städtischa Zeighaus ond nemmt oft sein Jonga an sein Arbeitsplatz mit. Uff dui Weis kommt dr Albrecht junior scho en friher Jugend en Kondakt mit ällerloi technische Modell ond Gerätschafda, was uff dean Bua an graußa Eidruck macht. Dr alde Berblinger stirbt, wia sei Soh grad amol 13 Johr alt ischt. Vo jetzt oo muaß’r da Rescht vo seira Jugend em Woisahaus vorbrenga. Deet entscheidet au seine Erziher, welchan Beruaf er gefelligscht zo lerna hot: Schneider soll’r werra! Dr Berblinger lernt fleißich ond därf sich em Alder vo 21 Johr mit-em Moischdr-Titl schmicka.

Dr Berblinger ischt so tichdich, dass’r bald an oigena Schneiderbetriib uffmacha koo. Weil sei Gschäft so guad lauft, stellt’r au mehrere Gsella ei, manchmol bis zo viir. Bis 1794 hot’r so viil vordäanet, dass’r sich em Ulmer Fischer-Virdl fir sich ond sei Frau Anna, wo-nr zwoi Johr drvor gheiradet hot, a oiges Haus erwerba koo.

Erfendonga ond Fluagvorsuach[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Glicklich wuud dr Berblinger mit seim Schneiderhandwerk et. Drom duat’r neabaher noh tichdich uff vorschiidene Gebiet romtifdla. Uff dui Weis entstandet zom Beispiil Protheesa fir fuaßampudiirde Leit, wo an graußa Ooklang bei dr Ulmer Ärzteschaft fendet. Abr au do drmit geit sich dr Berblinger et zfriida; viilmehr hegt’r bald noh da alda Menscheitstraum vom Fliaga. En-ra johrelanga mihsama Kleinarbeit konstruiirt’r an Flugapparat: an Hengegleider en dr Greeße vo zwelf Quadratmeder. Mit sellem begibt’r sich uff da Ulmer Michelsberg. Deet herrschet grad ginschdige Uffwend, so dass’r gschickt ens Dal naa gleida koo.

1810 kommt der links vo dr Donau liigende Doil vo Ulm durch an boirisch-wirdabergischa Gebiitsausdausch zom Kenigreich Wirdaberg. Aus deam Grond kindicht em Johr druff dr Keenich Friedrich I. sein Bsuach en dr nei erworbena Stadt oo. Dr Berblinger nemmt des Ereignis zom Olass, zom erschda Mol en dr Effentlichkeit an Flugvorsuach durchzofihra, ond zwar vo dr Adler-Baschdei iber d Donau nom ans boirische Ufer. Er hofft, uff dui Weis vom Keenich an finanziella Zuaschuss fir sei Flugprojekt zo kriaga. Uff sellra Baschdei baut’r a siiba Meter hochs Holzgrischt auf, von wo-nr druff starda will. Zo seim Pech send abr grad dia Wendvorheltnis am Absprongsplatz ibrhaupt et guat. Drom duat’r halt sei Vorfihrong om oin Dag vorschiaba. Do ischt abr dr Keenich scho wiidr uff-em Weag noch Stuegert, abr sei Gefolge, wo-nr mit noch Ulm brocht hot, ischt noh do, nemlich seine zwoi Buaba ond sei Bruader, dr Herzog Heinrich.

Am 31. Mai 1811 isch’s schliaßlich soweit: D Prinza, dr Herzog ond an Haufa Ulmer wardet gschbannt uff-em Berblinger sei Flugvorfihrong. Zom Schneider seim Vordruss ischt abr dui Thermik om koi Hoor besser wia am Vordag. Om des Ganze a zwoids Mol zo vorschiaba, dät’r sich da Vordruss vo älle Oowesende zuaziaga. Drom stardet’r halt uff guat Glick ond hofft, dass-en sei Apparat bis ans andre Ufer brenga duat. Do abr deischt’r sich gewaldich: er landet midda en dr Donau. Ondr-ma graußa Glächder vom Publikum reddet a baar Fischer dean Oglickspensel ond brenget-en ans Land. S vorgoht bloß a kurza Zeit, bis bei de Leit des schwäbische Spoddgedichtle uffkommt:

Dr Schneider vo Ulm
hot s Fliaga probiirt;
no hot-en dr Deifl
en d Donau nei gfihrt.

S End vom Liadle[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Em Berblinger isch’s noch seim missglickda Flug nemme wohl en seira Haut. Drom goht’r – sozusaga bei Nacht ond Neabel – aus seira Hoimetstadt weg. Wo noo, woiß koiner. Noch a baar Monat abr ziaht’s en wiider noch Ulm zruck; doch en seira Schneiderei bleibet d Uffträg aus, weil er jetzt als Witzfigur gilt ond so-ma Spenner neamert an Ufftrag geaba will. Jetzt bewirbt’r sich als Schneider bei-ma Regiment, wo z Ulm oosässich ischt. Deet wuud’r zwar gnomma, vorliirt sei Stell abr bald wiidr, ond jetzt goht’s emmer meh da Bach naa mit deam Moo. Sei Haus muaß’r vorkaufa, om seine Schulda zahla zo kenna. Er fangt oo zo Saufa ond vorliirt jedan gsellschaftlicha Halt. Am 28. Januar 1829 schliaßt’r e-ma Ulmer Krankahaus – vollkomma vorarmt – seine Auga fir emmer. 58 Johr alt ischt’r worra. En welchem (Arma-)Grab’r sei ledschda Ruah gfonda hot, ischt et ibrliifret.

Em Berblinger sei Rehabilidiirong[ändere | Quälltäxt bearbeite]

175 Johr noch-em Berblinger seim Sturz en d Donau (anno 1986) hot d Stadt Ulm an Wettbewerb ausgschriiba, wo dia Teilnehmer en nochgebaude Flugapparäter vo dr Adlerbaschdei aus ans andre Donauufer an Flugvorsuach hend durchfihra solla. 30 Manna hend teilgnomma. Do drvo send 29 en da Fluss nei gschdirzt; abr oiner hot’s datsächlich ans andre Ufer nom gschafft, dr Holger Rochelt. Der hot seim Hängegleider da Nama SchneidAir vorpasst ghet. Als Belohnong hot’r 50.000 Mark kriagt. Mit seim Fluag hot’r da Beweis erbrocht, dass mr mit em Berblinger seim Fluggerät datsächlich fliaga hot kenna.[1]

Dr Berblinger en Litradur ond Film[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Dr Max Eyth (1836–1906) hot ibr da Berblinger an biografischa Roman gschriba: Der Schneider von Ulm. Geschichte eines zweihundert Jahre zu früh Geborenen, 1906.[2]
  • Vom Bertolt Brecht (1898–1956) geit’s a Gedicht mit-em Titl Der Schneider von Ulm. Dr Brecht hot’s abr mit dr Hischdorie et gnau gnomma: Bei deam isch dr Schneider 1592 vom Kirchadach gschbronga ond hot sich uff-em Kirchplatz teedlich vorletzt.[3]
  • Dr deitsch Reschisseer Edgar Reitz hot 1978 da Schbiilfilm Der Schneider von Ulm dreht mit-em Tilo Brückner en dr Titlroll.[4]
  • Em Johr 1984 ischt dr Barbara Honigmann ihr Theaderstick Der Schneider von Ulm em Theater am Turm z Frankfurt am Main zom erschda Mol uff d Bihne komma.[5]

Poschtume Ehronga[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Stamps of Germany (DDR) 1990, MiNr 3313.jpg
  • D Stadt Ulm hot noch ihrem großa Soh a Schuel benannt.[6]
  • Z Nei Ulm ischt noch-em Berblinger a Stroß benannt worra.[7]
  • Z Beeblenga geit’s em Stadtdoil Flugfeld an Albrecht-Berblinger-Weg[8]
  • 1991 hot d Boscht vo dr DDR aus Olass vo dr Eiropäischa Luftboschtausstellong Lilientharl ‘91 a Sondrbriafmark zo Ehra vom Berblinger rausbrocht (Bild).

Berblinger-Preis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Seit 1988 vorleiht d Stadt Ulm en reglmäßige Abstend da Berblinger-Preis. Do drmit sollet soddiche Luftfahrt-Konstrukdeer auszeichnet werra, wo zom Beispiil an Beitrag zor Vorbesserong vo dr Sicherheit em Flugverkehr odr dr Umweltvorträglichkeit vom Fliaga gleischdet hend.[9]

Weblink (zogleich Quella)[ändere | Quälltäxt bearbeite]

 Commons: Albrecht Ludwig Berblinger – Sammlig vo Multimediadateie

Wikisource Albrecht Ludwig Berblinger im dütschsprochige Wikisource

Oinzlne Nochweis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. Lueg da ledschda Absatz vom Artikel
  2. Dr Roman em Projekt Gutenberg
  3. http://www.zum.de/Faecher/Materialien/dittrich/Lyrik/Ballade.htm
  4. http://www.filmportal.de/film/der-schneider-von-ulm_2fb39cdbbcef40d782ad96cb709c022e
  5. http://www.zentralarchiv.uni-hd.de/PERSONEN/HONIGMAN/liebe/liebe%2012.htm
  6. http://berblinger.schule.ulm.de/
  7. Auszug us-em Stadtploo vo Nei Ulm
  8. Auszug us-em Stadtploo vo Beeblenga
  9. http://www.ulm.de/ulmer_geschichte_der_schneider_von_ulm.89120.3076,.htm