Kastrat

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„Hostias Et Preces“ (Eugenio Terziani), gsunge vom Moreschi, 1904

As Kastrate het män e Sänger bezäichnet, wo vor dr Puberdäät kastriert worde isch, für dass si nid in Stimmwäggsel chömme und iiri hoochi Buebestimm (Sopran oder Alt) chönne bhalte. Eso het dr jungi Mensch d Gröössi vom ene Erwaggsene überchoo, het aber die hoochi Stimm bhalte und het mit ere so chreftig chönne singe wie e Maa.

D Braxis[ändere | Quälltäxt bearbeite]

En öiropäische Kastrat (1749)

Sit dr Spootantike het mä vor allem z Italie e Hufe Buebe kastriert, so dass si Sänger häi chönne wärde. Vili von ene häi d Operazioon nid überläbt, wil s immer wider Komplikazioone gee het.[1] Anderi häi ganz äifach käi Talänt zum Singe gha und nume ganz weenigi si erfolgriich gsi, die häi aber s Publikum mit iire „überirdische Stimme“ chönne begäistere.

Wäge dr Kastrazioon si nid nume d Stimmbänder chlii bliibe, au d Entwicklig vo de Hoode und vo de sekundäre Gschlächtsmerkmool isch gstöört gsi und d Kastrate si vilmol zu Riise gwaggse wo denn mit em Alter vilmol au dick worde si.

Im Brinzip chönne d Kastrate aber en Erekzioon überchoo. Dorum het s au Daame gee, wo finanziell besser gstellt gsi si und d Kastrate usgnützt häi, zum iiri sexuelle Wünsch z erfülle, ooni dass si müesste Angst haa, schwanger z wärde.[1]

D Kastrate si im öiropäische Muusiglääbe bis ins 17. und 18. Joorhundert beliebt gsi. Zu de berüemtiste Kastrate us deere Zit ghööre dr Senesino, dr Farinelli, dr Caffarelli und dr Antonio Bernacchi, wo vor allem in dr Opere zu Staar worde si. Im 19. Joorhundert het mä mit em Kastriere ufghöört. Das macht Brobleem wemm mä Alti Muusig will üffüere, wil d Stimme vo Fraue und Countertenör, wo die richdigi Stimmlaag hätte, ganz andersch dööne als d Stimme vo Kastrate.

Litratuur[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Franz Haböck: Die Gesangskunst der Kastraten. Universal-edition a. g., Wien 1923.
  • Franz Haböck: Die Kastraten und ihre Gesangskunst, eine gesangsphysiologische kultur- und musikhistorische Studie. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1927.
  • Hubert Ortkemper: Engel wider Willen. Die Welt der Kastraten. Eine andere Operngeschichte. Henschel, Berlin 1993, ISBN 3-89487-006-0.
  • Hans Fritz: Kastratengesang. Hormonelle, konstitutionelle und pädagogische Aspekte (= Musikethnologische Sammelbände Bd. 13). Schneider, Tutzing 1994, ISBN 3-7952-0797-5, (Zugleich: Graz, Hochsch. für Musik und Darstellende Kunst, Diss., 1991).
  • Richard Somerset-Ward: Angels & monsters. Male and female sopranos in the story of opera, 1600–1900. Yale University Press, New Haven (CT) u. a. 2004, ISBN 0-300-09968-1.
  • Cecilia Bartoli: Sacrificium. (Doppel CD und Buch). Decca Records 2009. (Die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli erinnert mit ihrem Album an das Leid und an die Kunst der Kastratensänger des 18. Jahrhunderts).
  • Wilhelm Ruprecht Frieling: Killer, Kunstfurzer, Kastraten. Reportagen über ungewöhnliche Schicksale. Internet-Buchverlag 2011, ISBN 978-3-941286-69-6, Kapitel: Der jubilierende Kastrat.

Weblingg[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Fuessnoote[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  1. 1,0 1,1 Stefan Schneider & Cristina Trebbi: Opfer und Verführer, dt. / ital. TV-Dokumentation, ZDF, 6. August 2010, 23.45 Uhr Film in ZDFmediathek
Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Kastrat“ vu de dütsche Wikipedia.

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