Fritz Zorn

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Dr Fritz Zorn (10. April 1944 z Mäile; † 2. November 1976 z Züri) isch ä Schwiizer Schriftschteller gsi.

Läbe[ändere | Quälltäxt bearbeite]

De Fritz Zorn (Pseudonym vo Fritz Angst) isch am 10.4.1944 z Mäile (ZH) uf d Wält cho. Er isch als Sohn vonere stränge, grossbürgerliche Familie ufgwachse und hät syni Chindheit und Jugend an de Zürcher „Goldküste“ verbracht. Nach de Matura het de Zorn Germanistik und Romanistik schtudiert. Sini universitääri Uusbildung hät er mit de Promotion zum Doktor beändet. Während churzer Ziit het de Autor aaschlüüssend als Lehrer amene Gymnasium gschaffet, bis ihn en Chrebserchrankig zwunge hät, de Bruf uufzgäh. S ganze Lääbe lang hät er a synere bitter erfahrene Liebesunfähigkeit und schwere Depressione glitte.

Am 2. November 1976 isch de Fritz Zorn, im Alter vo erscht 32 Jahre, z Züri gschtorbe, ohni mittere Frau gschlafe z ha.

Wärch[ändere | Quälltäxt bearbeite]

Sys autobiographische Wärch Mars, wo postum veröffentlicht worde isch, isch zum Kultbuech vo de Achtzgerjahr worde. Ungschönt beschriibt de Zorn syni Chindheit und Jugend und git de gesellschaftliche Umständ und sim Elterehuus d’ Schuld a de tödliche Chranket. Die verzwyflti Läbesanalyyse stellt d’ Chrebschranket als en Uuswuchs vom gfühlsmässig degenerierte Zueschtand vom Zürcher Grossbürgertum dar.

  • Mars. „Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein...“ Mit einem Vorwort von Adolf Muschg. Kindler, München 1977
    • aktuälli Uusgab: Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 24. Auflage 2006, ISBN 3-596-22202-8

Zitat[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • „Die belletristische Produktion der siebziger Jahre inauguriert Beziehungsinvalidität, Partnerschaftsprobleme, das Alleinleben als zentrales Thema des monologisierenden Subjekts (...) die moderne, erzählende Literatur von Max Frisch bis Fritz Zorn ist eine »Bestandsaufnahme der Beziehungslosigkeit.«“
Fritz J. Raddatz in dr ZEIT vom 20. Oktober 1978

Literatur über dr Fritz Zorn[ändere | Quälltäxt bearbeite]

  • Jutta Anna Kleber: Schuld und Krebs. Geschichte und Ende der Unheilbarkeit in der Moderne, in: Konkursbuch. Themenschwerpunkt Schuld, S. 121–137 (1999)
  • Brigitte Haberer: Fritz Zorn. Mars, in: Walter Jens (Hg.), Kindlers Neues Literatur Lexikon, Bd. 17 (VB–ZZ), S. 1087f (1992)
  • Anselm Haverkamp: Die neueste Krankheit zum Tode. Das Werthersyndrom in der Verständigungsliteratur der siebziger Jahre: Fritz Zorn, Mars. Mit einem Nachwort über Fiktion und Wirklichkeit, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (1986), S.667–696
  • Michael Rutschky: Erfahrungshunger. Ein Essay über die siebziger Jahre. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980

Weblink[ändere | Quälltäxt bearbeite]